Über den aufgerissenen Boden der Feldkircher Johanniterkirche führt derzeit ein breit angelegter Holzsteg, der seitlich von einem großquadratischen Lattengerüst umzäunt ist, in dessen ausgesparten Flächen eigenwillige Kinderporträts gehängt sind, die von der 1974 in Freiburg im Breisgau und heute in Braunschweig lebenden und arbeitenden Künstlerin Hanna Nitsch geschaffen worden sind. In ihrer schrillen Farbigkeit scheinen die Bilder gleichsam zu schweben und in einem Zustand zu verharren, der zwischen unschuldiger Engelhaftigkeit, kindlicher Verletzlichkeit, Lolita-Syndrom und dämonenhafter Abgründigkeit hin- und herkippt.
Die Fotos der US-amerikanischen Fotografin Diane Arbus konfrontieren uns auch heute noch – 42 Jahre nach ihrem Selbstmord – mit einem verstörenden, subversiven Blick auf den Menschen. Der aus dem Jura stammende Jean-Luc Cramatte wiederum beschäftigt sich in seinen fotografischen Recherchen mit regionalen und kulturellen Identitäten. Das Fotomuseum und die Fotostiftung Schweiz in Winterthur präsentieren die beiden unterschiedlichen Positionen aus unterschiedlichen Zeiten anhand zweier sehenswerter Ausstellungen.
Unter dem Titel „Lasst 100 Blumen blühen“ präsentiert der Kunstraum Dornbirn derzeit eine monumentale Installation des Graubündner Künstlers Not Vital. Sie besteht aus 100 geschlossenen Lotosblüten aus poliertem Edelstahl, von denen jede einzelne 307 x 50 x 50 cm groß ist.
Unter dem Titel „Far apart – close together“ ist mit Silvia Bächli derzeit eine Schweizer Künstlerin im Kunstmuseum St. Gallen zu sehen, die im Bereich Zeichnung zweifelsohne zum Besten zählt, was aktuell international zu sehen ist. Anhand der sechs Räume, die sie bespielt, gibt das Kunstmuseum St. Gallen einen faszinierenden Einblick in die leisen, schlichten, aber gleichwohl energiegeladenen Linienwelten dieser sensiblen Künstlerin.
Im Rahmen der Austauschserie der Remise Bludenz sind gegenwärtig drei Kunstschaffende aus dem oberösterreichischen Mühlviertel zu Gast: die Steinbildhauerin Gabriele Berger, der „notorische“ Kopfzeichner Wolfgang Hemelmayer und der malende Chronist Martin Staufner.