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  <title>Ausstellung</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-mannigfaltigen-wege-201edruck201c-auszuueben">
    <title>Die mannigfaltigen Wege, „Druck“ auszuüben </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-mannigfaltigen-wege-201edruck201c-auszuueben</link>
    <description>Die Mitgliederausstellung 2012 der Berufsvereinigung Bildender KünstlerInnen Vorarlbergs im Bregenzer Palais Thurn und Taxis steht ganz im Zeichen des „Drucks“.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Begriff „Druck" kann vielerlei bedeuten. Er findet in der Physik genauso Anwendung wie in der Psychologie, in der Medientechnik oder Kunstproduktion. Die Berufsvereinigung der Bildenden KünstlerInnen hat es den Partizipienten der diesjährigen Mitgliederausstellung völlig offengelassen, ob sie sich dem thematisch vorgegebenen Begriff „Druck“ nun von der inhaltlichen oder der technologischen Seite nähern. Wer die Ausstellung durchschreitet, wird gewahr, dass die Teilnehmenden vom freien Zugang ans Thema regen Gebrauch machen. Assoziiert der eine oder die andere etwa bereits das Führen des Pinsels auf der Leinwand oder des Bleistifts auf dem Papier mit „Druck“, so setzen sich viele KünstlerInnen direkt mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten von Hoch-, Flach- und Tiefdruckverfahren sowie auch mit neuesten Digitaldruckvarianten auf unterschiedlichsten Trägermaterialien auseinander. <br />Rein inhaltlich und locker geht Jeanette Frei die Sache an. Ihre illustrativ-farbig hingesetzten Strandzeichnungen wollen „Entspannung“ vermitteln: „Bloß keinen Druck am Strand“ – so der Titel einer ihrer Arbeiten – sagt alles. Um Statik dreht sich die Installation von Uta-Belina Waeger: Unter dem symbolischen Druck der Decke biegen sich die von ihr in den Raum hineingezwängten Holzstecken formal zu einem reusenartigen Gebilde. Hat das Objekt eine tragende Funktion? Handelt es sich um eine Karyatide oder um einen Atlanten? Die Künstlerin überlässt die Antwort dem Betrachter.</p>
<h3><b>Warenhauscharakter</b></h3>
<p>In Anbetracht der Fülle des Materials entbehrt die Ausstellung nicht eines gewissen Warenhauscharakters. Aber es gibt viele schöne und mitunter auch schräge Arbeiten zu entdecken. Speziell ins Auge fallen etwa die „Eckstücke“ von Kurt Matt. Dabei handelt es sich um Teile einer Euro-Palette, die der Künstler mit unzähligen Schichten transparenten Lackes überzogen und dann mit per Siebdrucktechnik aufgetragenen Schriften versehen hat. Unter dem Titel „Document of Data Exchange 1-3“ wartet Barbara Anna Husar mit drei großformatigen, farbigen Digitaldrucken auf Vinylplanen auf, während von Michael Mittermayer eine Briefmarkenserie („Druck 13.1.2012“), digital gedruckt von der Österreichischen Staatsdruckerei, zu sehen ist, oder sich Ingo Springenschmid auf seine unverkennbar eigenwillige Art textuell und visuell mit der „Nord-West Ansicht der Stadt Bludenz“ auseinandersetzt.</p>
<h3><b>Arbeiten von 116 KünstlerInnen</b></h3>
<p>Insgesamt zeigen sage und schreibe 116 KünstlerInnen anhand von über 200 Werken, was ihnen zum Thema „Druck“ einfällt. Qualitativ Ansprechendes ist genauso darunter wie weniger Gutes, Schräges genauso wie Hochgestochenes, Intelligentes genauso wie Banales. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich allemal. Nicht zuletzt bietet sie auch die Gelegenheit, Arbeiten von Künstlern zu sehen, von denen man schon längere Zeit nichts mehr gesehen hat, sei dies etwa von Heinz Greissing, Signe Gehrmann oder auch Peter Kohlbacher.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>DRUCK</b> <br />Bregenz, Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis<br />Über 200 Arbeiten von 116 KünstlerInnen <br />Bis 12. Februar 2012  <br />Di-Sa 14-18, So/Fe 10-12 und 14-18 Uhr<br />www.kuenstlerhaus-bregenz.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-31T20:24:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/201ekunst.vorarlberg201c-mit-neuem-vorstand">
    <title>„Kunst.Vorarlberg“ mit neuem Vorstand </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/201ekunst.vorarlberg201c-mit-neuem-vorstand</link>
    <description>Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung hat die Künstlervereinigung Kunst.Vorarlberg am Mittwochabend ein neues Führungsgremium gewählt. Dies nachdem der alte Vorstand, wie bereits in einem Schreiben an die Mitglieder des Vereins sowie an das Land, die Stadt Feldkirch und die Sponsoren angekündigt, geschlossen zurückgetreten ist. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Dass die Chemie zwischen dem alten Vorstand und den Mitgliedern des Vereins überhaupt nicht mehr stimmig war, offenbarte sich auch im Rahmen der außerordentlichen Generalversammlung, die auf Wirtshausniveau stattgefunden habe, wie mehrere Teilnehmer berichteten. Zu Vereinsaustritten ist es aber nicht gekommen. Nach sehr emotional geführten Diskussionen wurde letztlich doch ein neuer Vorstand auf die Beine gestellt. Neuer Präsident ist der 38-jährige Konzeptkünstler und Architekt Tobias Maximilian Schnell. Sein Stellvertreter wird künftig der Lustenauer Bildhauer Albrecht Zauner sein. Die weiteren Mitglieder des Vorstands, der ab 20. Jänner operativ tätig wird, sind Oliver Bischof (Kassier), Kirsten Helfrich (Kassierstellvertreterin), Ursula Dorigo (Schriftführerin) sowie Claudia Mang (Schriftführerstellvertreterin).</p>
<h3><b>Mangelnde Wertschätzung</b></h3>
<p>Der alte Vorstand machte in erster Linie die mangelnde Wertschätzung seitens der Vereinsmitglieder für den Abgang verantwortlich. Die Ausstellungseröffnungen und Jour-fixe-Veranstaltungen seien in letzter Zeit regelrecht boykottiert worden. Die Mitglieder bestritten dies auch gar nicht und erklärten ihrerseits, die teils untergriffige und menschenverachtende Einweg-Kommunikation, die der Vorstand von oben herab vollzogen habe, sei für ihr Fernbleiben ausschlaggebend gewesen. Im Gebälk des Vereins hat es sozusagen ordentlich gekracht.</p>
<h3><b>Gräben zuschütten</b></h3>
<p>Wie der neue Präsident, Tobias Maximilian Schnell, gegenüber der KULTUR-Zeitschrift betont, will er so schnell wie möglich die Wogen zwischen den zerstrittenen Parteien glätten. Der Verein stehe gut da, ökonomisch habe der alte Vorstand gut gearbeitet, nun gelte es, die Kommunikationskultur auf eine neue Basis zu stellen. Er sehe sich hier vor allem als Integrator, der die Gräben zuschütten und nicht noch weiter aufreißen wolle. Er stellt sich in Zukunft eine Kommunikation vor, die auf Augenhöhe und nicht vertikal stattfinde, die offen sei und bei der jedes Mitglied zu Wort kommen solle. Für ihn sind die Mitglieder die Stärke des Vereins. Folglich sollen die Interessen des Vereins, sprich die Repräsentation der Kunstschaffenden und ihrer Werke in der Öffentlichkeit, künftig im Vordergrund stehen. Eine Streitkultur, die auf Sachlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung beruhe, könne da durchaus eine gute Basis darstellen, so der neue Präsident.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-19T18:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/am-anfang-stand-das-sammeln-aus-analogen-und-digitalen-headlines-fabrizierte-sprachliche-ordnungssysteme-von-veronika-schubert-im-orf-funkhaus-dornbirn">
    <title>Am Anfang stand das Sammeln: Aus analogen und digitalen Headlines fabrizierte sprachliche Ordnungssysteme von Veronika Schubert im ORF-Funkhaus Dornbirn</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/am-anfang-stand-das-sammeln-aus-analogen-und-digitalen-headlines-fabrizierte-sprachliche-ordnungssysteme-von-veronika-schubert-im-orf-funkhaus-dornbirn</link>
    <description>Auf einem der Schriftbilder von Veronika Schubert, die derzeit im ORF-Funkhaus Dornbirn ausgestellt werden, sind Sätze zu lesen wie „Ich sammle, also bin ich“ oder „Am Anfang stand das Sammeln“. Sie verweisen bereits darauf, womit sich die 1981 geborene Lustenauer Künstlerin aktuell beschäftigt: mit dem Sammeln von Headlines aus unterschiedlichsten Medien. Schubert ordnet und systematisiert Schlagzeilen und transformiert diese „Sprachfragmente“ in neue Sinnzusammenhänge und Geschichten.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die Absolventin der Kunstuniversität Linz, die seit 2009 an der Akademie der bildenden Künste in Wien einen Lehrauftrag zum Thema „Moden &amp; Styles“ inne hat, hat in den letzten Jahren aus Printmedien wie <i>Die Zeit</i>,<i> Profil</i>, <i>Der Standard</i>, <i>Tages-Anzeiger </i>und vielen anderen Hunderte, ja Tausende von markanten Überschriften ausgeschnitten und gesammelt. Für diese Headlines hat sie immer wieder neue Ordnungssysteme geschaffen. Für die Ausstellung in Dornbirn nun hat sie Sätze herausgepickt, die sprachliche Analogien aufweisen. So entsteht etwa ein Blatt, auf denen sie ausgeschnittene Schlagzeilen übereinanderreiht, die sich mit dem Reden beschäftigen: Wortgruppen wie „Da muss man reden, reden, reden“, „Einmal über alles reden“ oder „Wie gesagt...“ sind da zu entziffern.</p>
<h3>Metasprache weckt irritierende Assoziationen</h3>
<p>In anderen Satzbildern geht es um das Sammeln, um persönliche Wünsche, um Worte oder um emotionale Zustände. Herausgelöst aus dem ursprünglichen Kontext werden die Textfragmente selbst zum Inhaltsträger. Es entsteht eine Art Metasprache. Die phrasenhaften Sätze führen nicht mehr zu nachfolgenden konkreten Inhalten hin, sondern werden selbst zum Gegenstand der Sprachkonstruktion. Mit der Folge, dass für den Leser und die Leserin ganz neue, teils skurrile und irritierende Assoziationen erwachsen.</p>
<h3><b>Sammlerin und Archivarin</b></h3>
<p>Die Künstlerin erläutert ihr Vorgehen: „Als Sammlerin und Archivarin liebe ich es, mich in die Materialfülle zu stürzen. Ich sehe mich nicht als Erzählerin konkreter Geschichten, ich möchte alles so offen wie möglich halten. Gerade das Platte und Oberflächliche reizt mich an den Phrasen und Floskeln, denn sie sind nur die Träger der Emotionalität.“ Auch der Titel der Ausstellung – „Erst einmal zurück ins Funkhaus“ – entstammt aus dem Sprachfundus von Schubert. Die Künstlerin entnahm diesen so ideal zu ihrer Werkschau passenden Slogan der <i>Zeit</i>-Ausgabe vom 23. März 2006.</p>
<h3><b>Kein Medium ist vor dem Schnitt der Künstlerin sicher</b></h3>
<p>Schubert speist ihr Reservoir an Floskeln und Phrasen aber nicht nur aus Printmedien. Auch andere Medien sind vor dem Blick und dem Schnitt der Künstlerin nicht sicher. So hat sie für ihre Dornbirner Ausstellung Tausende Minuten der ORF-Sendung „Vorarlberg heute“ analysiert und seziert. Wobei sie sich hier auf die Überleitungen zu anderen Themen konzentriert hat, etwa zum Wetterbericht, zu einem Unglücksfall oder einer kriminellen Handlung. Und wenn offenkundig wird, wie ähnlich die ORF-Mannen und –Frauen beispielsweise sprachlich auf verschiedene Ereignisse hinweisen, bricht auch etwas Sprachkritik durch. Die sich ständig wiederholenden Phrasen wirken wie redundante Sprachfetzen, wie Sprachtrailer, die sich im Endlos-Loop selbst ad absurdum führen.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Veronika Schubert: „Erst einmal zurück ins Funkhaus"</b><br />ORF-Funkhaus Dornbirn<br />Bis 27. März 2012</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-14T14:57:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/vorstand-von-kunst.vorarlberg-tritt-geschlossen-zurueck">
    <title>Vorstand von Kunst.Vorarlberg tritt geschlossen zurück</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/vorstand-von-kunst.vorarlberg-tritt-geschlossen-zurueck</link>
    <description>Der Vorstand der Künstlervereinigung „Kunst.Vorarlberg“, dem derzeit Alois Galehr, Harald Gfader, Christine Lingg und Eugen Wusch angehören, sowie deren Präsident Thomas Marte wollen auf den 20. Jänner 2012 hin geschlossen zurücktreten. Dies kündigen sie in einem fünfseitigen Schreiben an, das an die 39 Mitglieder des Vereins sowie an das Land Vorarlberg, die Stadt Feldkirch und die Sponsoren verschickt worden ist. Ein Rücktrittsgrund wird im  Schreiben nicht angegeben, aber offenbar stimmt im Verein die Chemie zwischen Vorstand und Mitgliedern seit einiger Zeit nicht mehr. Auf den 18. Jänner wurde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, an der ein neuer Vorstand gewählt werden müsse, da das aktuelle Führungsgremium keinesfalls mehr zur Verfügung stehe. Am 20. Jänner soll bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch die Namensstreichung erfolgen. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In der jetzigen Zusammensetzung ist der Vorstand seit knapp zwei Jahren aktiv. Unter der vorangegangenen Vereinsleitung hat es offenbar Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung gegeben. Dem fünfseitigen Schreiben zufolge wurden die für das Jahr 2009 zuständige Kassiererin sowie die damaligen zwei Rechnungsprüfer von der Jahreshauptversammlung 2011 nicht entlastet. Ein Vorwurf, der von einigen Mitgliedern als unwahr zurückgewiesen wird. Dass die entsprechenden Personen sehr wohl entlastet worden seien, könne man jederzeit im Sitzungsprotokoll nachlesen.</p>
<h3><b>Verein saniert</b></h3>
<p>Wie aus dem vom Vorstand verfassten Papier weiters hervorgeht, wurde in den vergangenen zwei Jahren die Infrastruktur auf eine neue Basis gestellt. Ein Sekretariat wurde installiert, neue Ausstellungsrichtlinien wurden verfasst, High-Tech-Geräte angeschafft sowie eine neue Website aufgesetzt. Trotz dieser Investitionen ist es dem Vorstand den Unterlagen gemäß gelungen, durch ein striktes Kostenmanagement den Verein finanziell von einer schwarzen Null zu einem Rücklagenplus von über 7.000 Euro zu führen. Diese Arbeit wird denn auch von den Mitgliedern durch die Bank positiv bewertet, wie KULTUR durch verschiedene Telefonate herausfinden konnte.</p>
<h3><b>Kritik an der Kommunikationspolitik</b></h3>
<p>Hingegen konnten sich viele Vereinsmitglieder nicht mit der Kommunikationspolitik des Vorstandes abfinden. Die meisten Entscheidungen seien von oben herab diktiert worden, was dem basisdemokratischen Grundprinzip, nach dem der Verein einst gegründet wurde, zuwiderliefe. Nach Ansicht etwa der Kunstschaffenden und Vereinsmitglieder Cornelia Blum, Roland Adlassnigg und Arno Egger sei die Art der jetzigen Rücktrittsankündigung symptomatisch für die Kommunikation. Ohne jegliche vereinsinterne Diskussion und Absprache sei dieses Schreiben einfach nach außen verschickt worden. Dies sei nicht nur gegen die Gepflogenheiten des Vereins, sondern sie orten darin zudem ein vereinsschädigendes Verhalten, könnten doch dadurch die Sponsoren sowie das Land als Subventionsgeber für den Verein negative Konsequenzen daraus ziehen.</p>
<h3>„Auf einen Schlag alles zerstört"</h3>
<p>Die meisten Vereinsmitglieder fühlen sich durch die nicht abgesprochene Rücktrittsankündigung regelrecht vor den Kopf gestoßen. Arno Egger etwa, der doch als Intimus von Harald Gfader gilt, bezeichnete das Schreiben als „Scheißaktion“, die alles Gute, das der Verein in den Jahren seit der Gründung geleistet habe, in Misskredit ziehe. Auch Cornelia Blum vertritt den Standpunkt, dass mit diesem nach außen gerichteten Schreiben auf einen Schlag alles zerstört werde, was der Verein mühevoll aufgebaut habe.</p>
<h3><b>Schwelender Konflikt</b></h3>
<p>Zwischen Vorstand und Mitgliedern schwelt offenbar seit längerem ein Konflikt. Für etliche Vereinsmitglieder gebärdeten sich Teile des Vorstands so, als ob ihnen der Verein gehöre. Sie boykottierten folglich die Veranstaltungen des Vereins. Ein Umstand, an dem sich Vorstandsmitglied Gfader sehr stieß. Laut Gfader sind zu den großen Ausstellungseröffnungen sowie den Jour-fixe-Treffen kaum mehr Vereinsmitglieder aufgekreuzt. Er sieht seine Arbeit und die des Vorstandes damit schlecht belohnt. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das Schreiben, in dem es wörtlich heißt: „Das Positive war, dass zumindest die Vorstandsmitglieder das gleiche Ziel verfolgten, die Kunst im allgemeinen weiter zu bringen, den Verein im besonderen so weit zu stärken,  dass er aufrecht und autonom wieder funktionieren kann, um sich den gegewärtigen Herausforderungen zu stellen. Mit viel ehrenamtlichem Engagement und Liebe zur Sache, allen diesen widrigen vereinsinternen Umständen zum Trotz, ist es dem Vorstand gelungen, Kunst. Vorarlberg, trotz des minimalen Budgets, wieder auf  Linie zu bringen.“</p>
<h3><b>Kein Tropfen Blut mehr übrig</b></h3>
<p>Auf die Frage von KULTUR, warum der Vorstand denn nun konkret zurücktrete, nachdem Kunst.Vorarlberg ja nun wieder auf Kurs sei, meinte Gfader, dass er darauf nur mit „FFF“ antworten könne. Was soviel wie „feist, feig und faul“ bedeute. Gemeint seien damit die Vereinsmitglieder, für die er keinen Tropfen Blut mehr spenden würde.<br />Dies zeigt deutlich, wie tief die Gräben bereits sind. Den Vereinsmitgliedern bleibt nun wohl nichts anderes übrig, als sich zu bemühen, dass der Konflikt nicht noch mehr eskaliert, dass rasch ein neuer Vorstand gefunden wird, dass mit dem Land, der Stadt und den Sponsoren Gespräche geführt werden, um möglichst wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Denn  ungeachtet des „internen Krieges“, der momentan geführt wird, ist auch offenkundig, dass Kunst.Vorarlberg mit zahlreichen guten Veranstaltungen und Ausstellungen das Kulturklima im Land stark bereichert hat.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-03T13:29:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-skulpturale-archaik-von-alten-industriebauten-201ebergwerke-und-huetten-2013-industrielandschaften201c-von-bernd-und-hilla-becher-im-fotomuseum-winterthur">
    <title>Die skulpturale Archaik von alten Industriebauten: „Bergwerke und Hütten – Industrielandschaften“ von Bernd und Hilla Becher im Fotomuseum Winterthur </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-skulpturale-archaik-von-alten-industriebauten-201ebergwerke-und-huetten-2013-industrielandschaften201c-von-bernd-und-hilla-becher-im-fotomuseum-winterthur</link>
    <description>Das Ehepaar Bernd und Hilla Becher hat über 40 Jahre lang industrielle Anlagen ins Bild gesetzt. Am liebsten diejenigen des Ruhrgebietes. Aber sie bereisten auch Großbritannien, die USA, Belgien und andere Länder und nahmen dortige Bergwerke und Hütten in ihre „Typologie“ auf. Im Fotomuseum Winterthur sind derzeit Schwarz-Weiß-Fotografien der Bechers zu sehen, die zeigen, wie diese Industriebauten in die sie umgebende Landschaft eingebettet waren und sind. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die fotografischen Blicke der Bechers auf Bergwerke und Stahlhütten lassen keine Rückschlüsse auf den Dreck und den Lärm zu, die diese Anlagen einst umgaben. "Diese Landschaften", wie Bernd Becher sie nannte, waren für ihn "mehr Komposition als alles andere".</p>
<p><b>Undwiederbringliche Sammlung  von Industrieanlagen</b></p>
<p>Bernd Becher (1931-2007) hatte die Zechen sozusagen im Blut. Er wuchs im nordrhein-westfälischen Siegen auf, wo bereits sein Großvater und Urgroßvater die Brötchen im Bergbau verdienten. Becher studierte zunächst Malerei in Stuttgart, bevor er sich in Düsseldorf der Typologie widmete. Dort lernte er die aus Potsdam stammende ausgebildete Fotografin Hilla Wobeser (geb. 1934) kennen, die er dann 1961 ehelichte. Bernd Becher war von den Arbeitsstäten seiner Vorfahren wie elektrisiert. Zusammen mit Hilla bereiste er die Welt und hielt die Hochöfen und Kohlebunker, Gasbehälter, Wasser- und Fördertürme oder Fabrikshallen in Deutschland, Europa und in den USA in Schwarz-Weiß-Technik fest. Das Werk der Bechers ist eine unwiederbringliche Sammlung von Industriebauten.</p>
<p><b>Verschränkung von Arbeit und Leben</b></p>
<p>Es gibt kaum ein großes Ausstellungshaus, das in den letzten Jahrzehnten nicht irgendwann einmal die Bechers ausgestellt hätte. Fast immer standen dabei die Industriearchitekturen im Vordergrund, und kaum einmal die Landschaften, in die diese Architekturen integriert waren - obwohl das Fotografenpaar auch diese Industrielandschaften systematisch erfasst hat, wenn auch nicht im selben Aussmass wie die Architekturen. Genau diese Industrielandschaften nimmt aber nun das Fotomuseum Winterthur unter die Lupe. Ähnlich wie in den typologischen Mehrfachansichten und Reihungen von Konstruktionen zielt das Künstlerpaar auch in diesen Industrielandschaften auf ein vergleichendes Sehen, so Ausstellungsmacher Heinz Liesbrock. „Mehr als die bekannten einfachen Gebäude-Typologien können die Industrielandschaften unter zeithistorischen und sozialen Gesichtspunkten gelesen werden. Neben den monumentalen Funktionsbauten sind oft Wohnhäuser, Gärten und Kleingärten zu sehen, die beschreiben, wie verschränkt Leben und Arbeiten zu dieser Zeit organisiert waren und wie tief verwurzelt der Mensch in diesen stadtähnlichen Gebilden war,“ streicht Liesbrock hervor.</p>
<p>Wie Hilla Becher in einem Interview mit dem Kunstforum konstatiert (Band 201, 2010) hatte sie selber zunächst ein größeres Interesse an der Landschaft als ihr Mann. Hilla Becher: „Die Architektur ist das Hauptthema. Aber so, wie ein Biologe oder Zoologe gern wissen möchte, in welchem Zusammenhang, in welcher Vegetation und in welcher Gruppe sein Tier lebt, so interessiert uns natürlich auch, wie alles zueinander steht, in welcher Gegend das ist und wie die Häuser drumherum aussehen. Außerdem hat man ja alles miterlebt, auch das Umfeld ... Das hat mich mehr interessiert. Da waren wir etwas verschiedener Meinung. Der Bernd hat sich etwas weniger dafür interessiert. Das war aber nur graduell so, und das hat er am Ende auch aufgegeben. Er legte immer Wert darauf, dass man bei einzelnen Aufnahmen auch begreift, wie die ganze Gruppe oder das ganze Werk aussieht, wenn es geht.“</p>
<p><b>Zentralperspektivischer Bildaufbau</b></p>
<p>Bernd und Hilla Becher waren in vielerlei Hinsicht Vorreiter, die Generationen nachkommender FotografInnen prägten. Sie bedienten sich einer nüchternen Sachfotografie, um die archaische Ästhetik industrieller Bauten monumental ins Bild zu setzen. Industriearchitekturen erhoben sie zur Kunst, indem sie sie wie anonyme Skulpturen inszenierten. Um Nebensächliches auszublenden, konzentrierten sie sich auf einen zentralperspektivischen Bildaufbau. Um jeglicher Dramatik vorzubeugen, fotografierten sie bei diffusen Lichtverhältnissen. Sonnenlicht bedingte Licht- und Schatten-Spiele sollten tunlichst vermieden werden.</p>
<p><b>Schule des Sehens</b></p>
<p>Seit den 1970er Jahren gaben die Bechers ihr Wissen auch an Kunststudenten weiter. An der Kunstakademie Düsseldorf lehrten sie die rationale „Schule des Sehens“, die noch heute im Zentrum der deutschen Gegenwartsfotografie steht. Einige ihrer Schüler wie etwa Andreas Gurski, Thomas Struth, Thomas Ruff, Candida Höfer oder Axel Hütte sind mittlerweile international bekannter als die Fotopioniere selbst.</p>
<p class="callout"><b>Bernd und Hilla Becher                                                                                   Bergwerke und Hütten – Industrielandschaften<br /></b>Fotomuseum Winterthur, Halle<br />Bis 12. Februar 2012<br />Di-So 11-18, Mi 11-20<br /><a href="http://www.fotomuseum.ch/">www.fotomuseum.ch</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-31T11:52:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/zeichnerische-reminiszenzen-von-gottfried-bechtold-und-co-arbeiten-von-17-kuenstlerinnen-in-der-harder-galerie.z">
    <title>Zeichnerische Reminiszenzen von Gottfried Bechtold und Co - Arbeiten von 17 KünstlerInnen in der Harder Galerie.Z</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/zeichnerische-reminiszenzen-von-gottfried-bechtold-und-co-arbeiten-von-17-kuenstlerinnen-in-der-harder-galerie.z</link>
    <description>„Be kind remind“ betitelt sich die gegenwärtige Gruppenausstellung in der Harder Galerie.Z, wobei der Ausstellungstitel auch gleich Programm ist. Die Kunstschaffenden wurden eingeladen, sich zu erinnern und zumindest ein Werk aus dem sich zu Ende neigenden Jahr beizusteuern. Und auch die BesucherInnen sind zur Erinnerung aufgefordert, wurden doch sämtliche Beteiligten bereits schon einmal im Rahmen von Einzelshows präsentiert.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>17 Positionen versprechen ein Viel an Abwechslung und entsprechende inhaltliche und formale Unterschiedlichkeiten. Durch ein geschicktes Hängekonzept gelang es den Organisatoren, die große Heterogenität der Werke unter einen Hut zu bringen. Werke, die in Form, Farbe und Format Verwandtschaften aufweisen, wurden zu Gruppen zusammengefasst, stark Abweichendes durch entsprechende Platzierung „entschärft“.</p>
<p><b>Schwarze Obsessionen</b></p>
<p>Für den Besucher wird evident, dass etwa Rainer Wölzl seiner Obsession für die Farbe respektive Nichtfarbe Schwarz und seinem Spiel für das Verbergen und Verschweigen treu geblieben ist. Von ihm sind zwei Gesichter zu sehen, die mit ihren geschlossenen Augen und schwebenden Haaren in einem tiefen Schwarz zu versinken scheinen.</p>
<p>Miriam Rieker setzt mit Hilfe des Bleistiftes authentische Arbeitssituationen auf Baustellen aufs Papier. Auf ihren mit „ohne Titel“ bezeichneten Werken sind Arbeiter zu sehen, die mit Schaufeln Material einebnen oder etwa eine sich senkende Baggerschaufel, die mit Streugut gefüllt ist. Nach einer längeren Phase, in der die Ölmalerei dominiert hat, sind die nunmehrigen „künstlerischen Baustellen“ für Rieker Ausdruck einer neuen Lust am Zeichnen.</p>
<p>Auf eine Gratwanderung zwischen Zeichnung und skulpturalem Schaffen begibt sich Walter Kölbl mit seiner Arbeit „Aus dem Lot“. Seine zwei hochformatigen, goldglänzend eloxierten Aluminiumplatten sind etwas verkanntet zueinander gehängt und zeugen von einer gleichermaßen minimalistischen wie sinnlich wahrnehmbaren Qualität.</p>
<p><b>Geschlechtslandschaften</b></p>
<p>Dass der Körper noch immer für kleine Aufreger sorgen kann, zeigt wieder einmal Gottfriede „Göpf“ Bechtold, der mit schnellen, markanten Kugelschreiber- oder Filzstiftstrichen tiefe Einblicke in die weiblichen Geschlechtslandschaften gewährt. Auch Emi Rendl-Denk thematisiert das Körperhafte. Sie verweist mit ihren Beiträgen auf die Vieldeutigkeit des Körperbegriffs, - allgemein Gegenständliches wird auf den Körper fokussiert.</p>
<p>Eine ganz spezielle Position bekleidet Kirsten Helfrich. Unter dem Titel „partizipation“ hat sie zur Ausstellung drei Blätter beigesteuert, auf denen sie die Ausschreibung und den Ablehnungsbescheid zum Kunst-am-Bau-Wettbewerb der Volksschule Oberau in Feldkirch samt Logo-Bildern mit zartem Bleistiftstrich nachgeschrieben und nachgezeichnet hat.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><span class="visualHighlight"><i><b>Be kind remind<br /></b>Galerie.z, Hard<br />bis 7.1.2012<br />Di, Do 18 - 20, Sa 10 - 12 und nach Vereinbarung</i></span></p>
<p class="callout"><span class="visualHighlight"><i>Mit: Gottfried Bechtold, Bernhard Buhmann, Tone Fink, Harald Gfader, Bertram Hasenauer, Kirsten Helfrich, Walter Kölbl, Moussa Kone, Ch. Lingg, Jaybo aka Monk, Alfons Pressnitz, Norbert Pümpl, Emi Rendl-Denk, Miriam Rieker, Walter Weer, Bruno Wildbach, Rainer Wölzl</i></span></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-29T12:29:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/sangallensia-iii-die-st.-galler-galerie-christian-roellin-gibt-anhand-von-22-werken-respektive-werkzyklen-einen-auserlesenen-ueberblick-zum-schaffen-des-in-st.-gallen-lebenden-und-arbeitenden-kuenstlers-josef-felix-mueller">
    <title>Sangallensia III: Die St. Galler Galerie Christian Roellin gibt einen auserlesenen Überblick zum Schaffen von Josef Felix Müller</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/sangallensia-iii-die-st.-galler-galerie-christian-roellin-gibt-anhand-von-22-werken-respektive-werkzyklen-einen-auserlesenen-ueberblick-zum-schaffen-des-in-st.-gallen-lebenden-und-arbeitenden-kuenstlers-josef-felix-mueller</link>
    <description>Unter dem Titel „Sangallensia“ reichert die St. Galler Galerie Christian Roellin seit 2009 ihr Programm alljährlich mit einer Ausstellung an, die ausschließlich KünstlerInnen präsentiert, die einen engen Bezug zur Olma-Stadt haben. Waren in Sangallensia I und II im Rahmen von Gruppenausstellungen Kunstwerke von Andreas Berde, Alex Hanimann, Manon, Vera Ida Müller, Francisco Sierra, Roman Signer und Bernard Tagwerker zu sehen, so widmet sich Sangallensia III noch bis 22. Jänner 2012 in einer Solo-Präsentation dem Schaffen des Künstlers und Inhabers des auf bibliophile Kunstbücher fokussierten Vexer-Verlages Josef Felix Müller. 22 Werke respektive Werkzyklen des in St. Gallen lebenden und arbeitenden Müller werden ausgestellt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Mit unverblümten Darstellungen des Triebhaften, etwa seinen Nachtbildern, in denen er überlange Figuren kopulierend darstellte, gelang es dem St. Galler Künstler in den 1980er-Jahren, die Öffentlichkeit zu schockieren und einen Skandal zu provozieren, der ihn bis vor den Europäischen Gerichtshof brachte. Nach seinen „wilden Jahren“, in deren Gefolge er in den 1990er-Jahren auch die Kunst Halle St. Gallen mitbegründete, liebt er es heute gemächlicher, obwohl er, Jahrgang 1955, noch immer nicht zum alten Eisen gehört. Da seine Art, aus Linden- und anderen Hölzern mit der Motorsäge grobe, expressionistische Figuren herauszufräsen, viele Nachahmer gefunden hat, hat er sich von der Bildhauerei größtenteils verabschiedet und der Malerei zugewandt.</p>
<h3><b>Auf den Spuren der Impressionisten </b></h3>
<p>Die Art, wie er diese „neue“ Gattung pflegt, erinnert in ihren Grundzügen an die Impressionisten. Müller bewegt sich „plein air“ in der Natur. Allerdings nicht mit Staffette und Palette, sondern mit der Digitalkamera. Er fotografiert Motive wie Berge, Bäche, Quellen oder Wälder, speist sie ins Computerarchiv ein, um dann gezielt ausgewählte Sujets in langen Sitzungen in Öl auf die Leinwand zu bringen. Einer Welt überdrüssig, die sich sukzessive selbst an den Abgrund richtet, erkundet er seine persönlichen Paradiese und ermalt sich sozusagen eine von persönlichen Empfindungen getragene Gegenwelt. Eine Gegenwelt, die auf den ersten Blick der natürlichen Vorlage fast fotorealistisch die Hand reicht. Wirken die Arbeiten auf Leinwand auf den ersten Blick wie exakt reproduzierte digitale Vergrößerungen, so tun sich beim näheren Hinzutreten sinnliche, vor Plastizität geradezu strotzende und mit Öl erschaffene „Naturwelten“ auf.</p>
<h3>Auswahl erlesener Exponate</h3>
<p>Obwohl St. Gallen sein Heimatort ist und er von dort aus seine künstlerischen Umtriebe gestartet hat, ist seine jetztige Ausstellung „Sangallensia III“ in der Galerie Christian Roellin nach derjenigen im Kunstmuseum (1992) und jener in der neuen Kunst Halle (2006) erst die dritte Ausstellung in der Stadt, die dereinst vom Heiligen Gallus gegründet wurde, wie die Legende besagt. Und weil dies so ist, werden in der Galerie nicht nur die neuesten Werke präsentiert. Der Künstler hat zusammen mit dem Galeristen eine speziell auf die Räume zugeschnittene Auswahl erlesener Exponate zusammengestellt, die sich zu einer kleinen Retrospektive über die letzten zwei Jahrzehnte Müllerschen Schaffens verschränken. Die älteste Arbeit, ein in Öl auf Papier gemalter „Kopf“ datiert ins Jahr 1991. Ein „Blaues Mädchen“, 1997 aus Weidenholz geschnitten, und „Zwei Liegende“ aus bemalter Pappel (1998), die das Untergeschoss der tollen Räumlichkeiten monumental besetzen, zeugen von der expressionistischen Macht des Künstlers in der Figur. Neue Ölbilder, wie das in gleißendes, goldenes Licht getauchte Lenzerhorn („Lichträume“), beschließen einen zeitlichen Horizont, in dessen Rahmen Bild und Skulptur einen überaus sinnlichen Dialog beschreiben.<br /><br /></p>
<p class="callout"><b>Sangallensia III: Josef Felix Müller </b>–<b> Werkübersicht</b><br />Galerie Christian Roellin, St. Gallen<br />Bis 22. Jänner 2012<br />Do-Fr 14-18, Sa 12-16<br />www.christianroellin.com</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-18T16:56:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/indianerinnen-zwischen-die-beine-geschaut-siegfried-anzinger-im-bregenzer-kuenstlerhaus-palais-thurn-und-taxis">
    <title>Indianerinnen zwischen die Beine geschaut – Siegfried Anzinger im Bregenzer Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/indianerinnen-zwischen-die-beine-geschaut-siegfried-anzinger-im-bregenzer-kuenstlerhaus-palais-thurn-und-taxis</link>
    <description>Für den 1953 im oberösterreichischen Weyer geborenen und seit 30 Jahren in Köln lebenden und arbeitenden Maler Siegfried Anzinger neigt sich ein extrem produktives Jahr dem Ende zu. Im Rahmen seiner Personalen, die sich über alle vier bespielbaren Stockwerke des Künstlerhauses in Bregenz (Palais Thurn und Taxis) erstreckt, sind ausschließlich Exponate zu sehen, die heuer entstanden sind. Und es sind dies immerhin mehr als deren 100. Davon sind etwas mehr als die Hälfte Zeichnungen, die vor allem im Kellergeschoss zu sehen sind. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Anzinger hat – motivbestimmt – dafür eigens zwei „Indianerräume“ und einen Raum mit Ägyptischem im Kellergeschoss eingerichtet. Bei den anderen Werken, die sich auf die restlichen Stockwerke verteilen, handelt es sich um Leimfarbenbilder, viele davon im Großformat gemalt. Anzinger, der in den 1980er-Jahren den Begriff der „Jungen Wilden“ mitgeprägt hat, ist ein Schnellmaler. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er mit Leimfarben arbeitet. Diese Technik lässt kaum Korrekturen zu, da die Farbe rasch trocknet. Man muss das Bild quasi fix im Kopf haben und dann das Motiv in einem Guss auf die Leinwand oder andere Bildträger bringen.</p>
<h3><b>Der Leimfarben-Maler</b></h3>
<p>Früher hat Anzinger mit Acryl gemalt. Infolge einer Terpentin-Allergie hat er aber auf Leimfarbe umgesattelt. Auch der deutsche Zigeunermaler Otto Müller hat seinerzeit mit Leimfarbe gewerkt. Anzinger sagt über diese Technik: „Sie ist eigentlich eine Deko-Farbe, mit der man früher die Wohnräume angestrichen hat. Ich sah dann, dass auch die etruskische und die ägyptische Malerei in ihrem Material der Leimfarbe ähneln... Die Farbe ist körperlos. Man trägt sie dunkler auf, als sie dann austrocknet.“ (Kunstforum 207, 2011) Diese Körperlosigkeit verleiht der Farbe eine große Leichtigkeit und Transparenz. Die Bilder haben einen pastellenen Charakter und erscheinen stark lichtdurchflutet.</p>
<h3><b>Die Welt im Erregungszustand</b></h3>
<p>Der pastellenen Leichtigkeit kommt auch Anzingers Duktus entgegen. Seine Figuren, die Themen wie dem Wilden Westen, dem Paradies, der Religion oder dem Alten Äygpten entnommen sind, kommen mit einer fast Comic-artigen, spontanen Groteske daher. Sie wirken schräg, komisch, ironisch. Und immer wieder rückt das Triebhafte ins Bild. So bevorzugen es etwa auch die Indianer, die Frauen zu besteigen oder ihnen zwischen die Beine zu blicken, anstatt den Tomahawk schwingend in den Kampf zu galoppieren. Auch Indianer reproduzieren sich. Anzinger setzt das erotische Element, das so daseinsbestimmend ist, mit einer unglaublich schalkhaften, schwingenden Selbstverständlichkeit ins Bild. Bei Anzinger scheint sich die ganze Welt in einem Erregungszustand zu befinden.</p>
<h3>Große Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Kulturen</h3>
<p>Wobei es der Künstler nicht so genau nimmt mit den Kulturen. Die urkomisch wirkenden, Moped fahrenden IndianerInnen könnten durchaus auch österreichische oder europäische Figuren sein, denen er einfach Federn ins Haar gesteckt hat. Will er östliche Figurentypen visualisieren, setzt ihnen Anzinger halt einen Turban auf. In ihrem Grundverhalten sind sich die Menschen der verschiedenen Kulturen jedenfalls sehr ähnlich. Dass Anzinger immer noch zu den heißesten Eisen unter den österreichischen Malern zählt, wird in dieser wie aus einem Guss erscheinenden Ausstellung offenkundig.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Siegfried Anzinger: Werke 2011</b><br />Bis 30.12.2011<br />Künstlerhaus Palais Thurn &amp; Taxis Bregenz<br />www.kuenstlerhaus-bregenz.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-16T15:34:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/das-anonymisiertes-selbst-fremd-portraet-aus-dem-netz">
    <title>Das anonymisierte Selbst-/Fremdporträt aus dem Netz – Ayşe Erkmen im Magazin 4  </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/das-anonymisiertes-selbst-fremd-portraet-aus-dem-netz</link>
    <description>Die 1949 in Istanbul geborene und heute in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Ayşe Erkmen hat durch spektakuläre Projekte für großes internationales Aufsehen gesorgt – auch durch ihren Auftritt an der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig. Nun stellt sie im Bregenzer Magazin 4 aus. Entlang der zwei langen Fensterfronten sind derzeit Stellagen aufgestellt, die jeweils fünf übereinandergesetzte Reihen von Fotos tragen. Erkmen hat die Bilder aus dem Web heruntergeladen und ausgedruckt. Anstatt auf die Bergmannstraße oder den Innenhof blickt man auf Bildbänder, deren einzelne Fotografien in relevantem oder weniger relevantem Zusammenhang mit der Künstlerin stehen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Erkmen setzt sich im Rahmen dieser Foto-Installation mit dem Verlinkungsmechanismus von Online-Bilddatenbanken auseinander. Bei der Suchmaschine Google hat sie ihren eigenen Namen eingegeben und den Button „Bilder“ angeklickt. Das kann auch jeder x-Beliebige für sich tun. In der Folge erscheinen Tausende von Fotos. Ist bei den ersten der von der Search Engine angezeigten Seiten noch eine enge Relevanz mit dem eingegebenen Namen zu finden, so lösen sich die Beziehungsmuster nach hinten immer mehr auf. Die Verbindungslinien werden diffuser und sind vielfach kaum mehr nachvollziehbar. Dabei ist festzustellen, dass sich bei der Verwendung unterschiedlicher Browser wie etwa Internet Explorer, Safari oder Firefox völlig andere Reihungen ergeben. Auch bei zeitlichen Abständen oder veränderten geografischen Standorten formieren sich neue Bildordnungen.</p>
<h3>Wer steckt hinter dem mysteriösen System?</h3>
<p>Die türkische Künstlerin hinterfragt mit ihrer Arbeit die Speichermethoden für unstrukturierte Daten. Sie stellt zur Diskussion, wer denn in erster Linie die Bilder ins Web stellt. Und wer diejenigen Bilder weiter verlinkt, die sie nicht selbst auf ihrer offiziellen Website autorisiert hat. Und wer hinter dem unzuverlässigen, sonderbaren Bildarchiv steckt, dass sich permanent verändert. Erkmen hat für die Ausstellung, die den Titel „itself“ trägt, über 700 Bilder ausgewählt, die im Internet mit ihrem Namen verlinkt sind. Indem sie die Bilder aus ihrem digitalen Kontext herausschält, erwächst ein „anonymisiertes Selbstporträt“, das in manchen Teilen ganz eng, an anderen Stellen überhaupt nicht mit der Kunstschaffenden korreliert.</p>
<h3><b>Konzept der </b><b>Vernetzung</b></h3>
<p>„itself“ fügt sich bestens in die komplexen, sich netzwerkartig ausbreitenden Kunstprojekte ein, mit denen Erkmen bekannt geworden ist. 2001 etwa – um ein Beispiel zu nennen – erzeugte sie immenses Aufsehen, als sie im Rahmen von „Shipped Ships“ vier Wochen lang drei Fähren auf dem Main bei Frankfurt für Besucher fahren ließ. Das Besondere daran war, dass sie für diese Aktion Passagierboote für den öffentlichen Nahverkehr aus fernen Ländern nach Deutschland verfrachtete. Dafür setzte sie drei Kuratoren ein, einen für das Schiff aus Japan, einen für Istanbul, einen für Italien, um ein Vaporetto aus Venedig zu holen. Der bürokratische Aufwand war enorm, nicht nur, um die Schiffe nach Deutschland zu bringen, sondern auch um all die Papiere für die Schiffsmannschaften zu organisieren.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Ayşe Erkmen </b><br />Magazin 4, Bergmannstraße 6, Bregenz  <br />Bis 19.2.2012  <br />Di-So 14-18 Uhr<br /><a href="http://www.bregenzerkunstverein.at/">www.bregenzerkunstverein.at</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-11T17:04:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/valie-export-das-kunsthaus-bregenz-praesentiert-das-schaffen-dieser-jahrhundertkuenstlerin-erstmals-im-kontext-zu-ihrem-archiv">
    <title>Valie Export: Das Kunsthaus Bregenz präsentiert das Schaffen dieser Jahrhundertkünstlerin erstmals im Kontext zu ihrem Archiv </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/valie-export-das-kunsthaus-bregenz-praesentiert-das-schaffen-dieser-jahrhundertkuenstlerin-erstmals-im-kontext-zu-ihrem-archiv</link>
    <description>Vergangenes Jahr wurde Valie Export, die wohl wichtigste österreichische Künstlerin des 20. Jahrhunderts, 70 Jahre alt. Museen wie das Belvedere in Wien, das Lentos in Linz oder das Museion in Bozen widmeten der Künstlerin, die die Entwicklung des experimentellen Kunstfilms und der feministischen Kunst nachhaltig beeinflusst hat, große Werkschauen. Rückten diese aber das „physisch und visuell Greifbare“, die teils bereits zu Ikonen der neuen Kunstgeschichte gewordenen, realisierten Arbeiten ins Zentrum, so konzentriert sich das KUB auch auf bislang Unbekanntes, vor allem aber auf das Archiv der Künstlerin, das der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich war. Was ungleich spannender ist. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das erste Kunstwerk von Valie Export ist sie selber, als sie nämlich 1967 ihre Identität erfindet und ihren bürgerlichen Namen Waltraud Höllinger, geb. Lehner, an den Nagel hängt. Sie hat keine Lust, den Namen ihres geschiedenen Mannes zu tragen. Und auch nicht den ihres Vaters, eines ehemaligen Nationalsozialisten, der 1942 während des Krieges in Afrika ums Leben kam. So entwickelte sie ihr erstes Objekt aus einer Zigarettenpackung der Sorte Smart Export und gestaltete es zu ihrem Markenzeichen. Gleich im ersten Stock des KUB stößt man auf eine Vitrine, die allerlei Wortverbindungen und Wortspielereien zum Begriff „Export“ dokumentieren, von Export-Rekord, über Export-Leasing bis hin zu „Sexport“. Mit dem Logo „Export“ wollte die radikale Künstlerin letztlich die reaktionären Denkmuster der Nachkriegsjahre aufmischen, «Ideen exportieren» und Weitläufigkeit signalisieren.</p>
<p><b>Die Idee ist das Wichtigste</b></p>
<p>«Die Idee ist der wichtigste Teil der künstlerischen Arbeit», verkündet die heutige Kunstprofessorin. Wie unerschöpflich und vielgestaltig die Ideen aus ihr heraussprudelten, kann man anhand von 57 Vitrinen nachvollziehen, die – vollgestopft mit Notizzetteln, Zeitungsausschnitten, Drehbüchern und originalen Skizzen – der Bregenzer Archivschau zugrunde liegen. Selten hat das KUB, das ansonsten eher für spartanische Ausstellungen bekannt ist, mit einer derartigen Fülle an Materialien aufwarten können. Für den Betrachter eröffnet der Blick ins Privatarchiv von Valie Export einen Fundus, aus dem er gar nicht mehr auftauchen möchte.</p>
<p><b>Busen abtasten</b></p>
<p>Im ersten Stock ist auch ein Fernsehbeitrag über den Auftritt der jungen Aktionskünstlerin mit dem legendären «Tapp- und Tastkino» in den 1960er Jahren zu sehen. Mit einem Kasten vor der entblößten Brust forderte Export die Leute damals auf, in die Kiste zu greifen und Kino live zu ertasten. Die Aktion wollte die Besucher, die üblicherweise Sex im Dunkeln konsumierten, mit ihrem voyeuristischen Verhalten konfrontieren. Die originale „Busen-Box“ selbst ist ebenfalls als Objekt ausgestellt. Genauso wie auch die geschlitzte Hose, die Export für das wohl schon millionenfach in den Medien abgedruckte Foto „Genitalpanik“ trug.</p>
<p>Der Mittelstock wird dominiert von der Großinstallation "Fragmente der Bilder einer  Berührung" aus dem Jahre 1994, wo von der Decke hängende Glühbirnen mechanisch in schmale Gefäße mit Milch, Altöl oder Wasser getaucht werden. Diese Arbeit, die eine Installation massenhafter Geschlechtsakte oder auch eine konzeptionelle Auseinandersetzung mit Geld (Öl), Sex und Macht darstellen könnte, war beispielsweise auch im Rahmen der Retrospektive im Museion Bozen zu Beginn dieses Jahres zu sehen. Für Bregenz wurde sie aber in eine neue Konstellation gebracht.</p>
<p><b>Expanded Cinema</b></p>
<p>Im obersten Stock zeigt das KUB ein Furioso von 30 Filmen, die auf Leinwänden und Monitoren abgespielt werden. Kunstwerke, in denen Export die Gesellschaft anhand ihrer Auffassung von „Expanded Cinema“ erkundet und entblößt. Experimentelle Beiträge Exports zur Weiterentwicklung des Kunstfilms. Beklemmend etwa der 16-mm-Streifen «Remote, remote», in denen die Künstlerin mit einer Rasierklinge unter ihre Nägel fährt und die blutenden Finger in Milch taucht. Die Verletzung der Haut als Abwehr und Überwindung physischer und psychischer Unterdrückung durchbricht gewohnte Sehweisen. Die körperliche Verletzung als künstlerischer Protest und als Sichtbarmachung verborgener gesellschaftlicher Strukturen.</p>
<p>Die Ausstellung im KUB gibt ein überaus komplexes Bild einer Ausnahmekünstlerin. Einer Künstlerin, die auch als Theoretikerin und Organisatorin von Ausstellungen stets für die Emanzipation der Frau eingetreten ist. 1975 etwa organisierte Export in Wien eine Frauenausstellung, die in dieser Form im damaligen Europa einzigartig war.</p>
<p>Als Aktionistin wurde Valie Export in den 1960er und 1970er Jahren vielfach belächelt, nicht ernst genommen. Aus Geldmangel war sie ständig zum Jobben gezwungen. Aber im Unterschied zu vielen männlichen Aktionisten der damaligen Zeit, hat sich Export ständig weiterentwickelt. Während sich etwa Rudolf Schwarzkogler, in der Sackgasse steckend, aus dem Fenster stürzte, und ein Hermann Nitsch heute immer noch dieselben Farben und dasselbe Blut schüttet, stellte sich Valie Export formal, technisch und inhaltlich immer wieder neuen Herausforderungen. Entsprechend vielschichtig ist denn auch ihr Gesamtoeuvre, zu dem die vom KUB ins Scheinwerferlicht gestellten Archivalien eindrückliche Verbindungslinien ziehen.</p>
<p style="padding-left: 30px; "><span class="discreet"><b>VALIE EXPORT</b><i><br /></i>Archiv</span></p>
<p style="padding-left: 30px; "><span class="discreet">bis 22.1.2012<br />Di - So 10 - 18, Do 10 - 21 </span></p>
<p style="padding-left: 30px; "><span class="discreet">Kunsthaus Bregenz</span></p>
<p style="padding-left: 30px; "><span class="discreet">www.kunsthaus-bregenz.at</span></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-11-08T13:12:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/modellhafte-nachstellungen-der-natur-im-massstab-1-1-2013-didier-marcel-thematisiert-im-kunstraum-dornbirn-das-spannungsverhaeltnis-zwischen-natur-und-kuenstlichkeit">
    <title>Modellhafte Nachstellungen der Natur im Maßstab 1:1 – Didier Marcel thematisiert im Kunstraum Dornbirn das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Künstlichkeit </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/modellhafte-nachstellungen-der-natur-im-massstab-1-1-2013-didier-marcel-thematisiert-im-kunstraum-dornbirn-das-spannungsverhaeltnis-zwischen-natur-und-kuenstlichkeit</link>
    <description>Betritt man derzeit die altehrwürdige Industriehalle, die dem Kunstraum Dornbirn als Ausstellungslokalität dient, so sieht man sich vorerst einer schier unüberwindlich scheinenden weißen Wand gegenüber. Marcel ließ sie diagonal in den Raum setzen, und sie koppelt den mobilen administrativen Bereich des Kunstraums von den künstlerischen Eingriffen ab. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Betrachter muss also erst die monströse Wand umschreiten, um in den eigentlichen Ort des künstlerischen Geschehens vorzudringen. Dort sieht er als erstes Felsbrocken, die mit einer Schnur zu einer riesigen Girlande aufgefädelt sind, von der Decke hängen.</p>
<h3><b>Felsengirlande</b></h3>
<p>Der/die  Vorarlberger/in mag unwillkürlich an die Papierfelsen von Johannes Ludescher denken. Aber im Gegensatz zu Ludescher, der seine Felsobjekte aus Holzgerüsten und Papier konstruiert, wie man ein Modellflugzeug baut, handelt es sich bei Marcel um Pappmaché-Abdrucke realer Gesteine der Natur. Auf dem Rückweg von dieser monumental im Luftraum „stehenden“ Felsenkette wird man des riesigen, in einem kräftigen, monochromen Rot gehaltenen, reliefartigen Bildes gewahr, das an der Rückseite der den Raum verschränkenden Wand befestigt ist. Es ist der eingefärbte Abdruck eines abgeernteten Maisfeldes, von dem sich auch der Titel der Ausstellung, „Red Harvest“, ableiten lässt.</p>
<p>Der französische Künstler ist eigentlich mit Architekturmodellen bekannt geworden, die brachliegende Industriegebäude detailgenau nachbildeten. Zwischenzeitlich widmet sich Marcel jedoch vor allem landschaftlichen Fragmenten. Wobei er seine Vorstellungen von Landschaft jeweils nur andeutet: Die Gesteinsbrocken oder der Ausschnitt des Maisfeldes werden als Ikonen verwendet, um die Dialektik zwischen natürlicher und synthetischer Materie, zwischen Realität und Künstlichkeit, Gebändigtem und Unverstelltem auszuloten. Kaum der Darstellung verhaftet, „prägt" und „formt" der Bildhauer seine Objekte im Maßstab 1:1 und verzichtet auf jeglichen Mimetismus zugunsten eines spielerischen Umgangs mit reinen Farben und Materialien, der auf einen komplexen konzeptuellen Ansatz verweist.</p>
<h3><b>Die Inszenierung von Landschaft</b></h3>
<p>„Didier Marcel verwirklicht in den Ausstellungssälen mittels Skulpturen und Installationen regelrechte Landschaftsinzenierungen, die völlig künstlich und zugleich gänzlich identifizierbar sind, wie modellierte Gemeinplätze. Für Didier Marcel ist die Landschaft weder ein künstlerischer Stoff noch ein Vorwand, sondern sie ist ein verfügbares Territorium, ein physisches und mentales Gebiet, das ebenso dem Bereich der Banalität wie dem Bereich des Trugbilds zugehört“, meinte der Kurator der Ausstellung, Olivier Grasser, bei  seiner Eröffnungsrede. Grasser ist der Leiter des Frac Alsace, der Kunsthalle von Dornbirns Partnerstadt Sélestat. „Red Harvest“ ist das zweite Kooperationsprojekt der beiden Institutionen.</p>
<h3><b>Rote Ernte</b></h3>
<p>Didier Marcel hat den Titel der Installation „Red Harvest“ im übrigen dem gleichlautenden Erstlingsroman des Amerikaners Dashiell Hammett entnommen. Hammett hat diese „hard boiled novel“ im Jahre 1929 verfasst. Kurz vor dem globalen Börsencrash jenes Jahres geschrieben, schildert Hammett darin ein Amerika, das vom Dämon Geld beherrscht ist und die Gesellschaft in einem Sumpf von Korruption und Rücksichtslosigkeit zu versinken droht. Im Roman ist die „rote Ernte“ eine feuerrote Blutschicht, die das schmutzige Grau der Stadt überzieht. Analogien zum Hier und Heute drängen sich zwangsläufig auf.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><br /><b>Didier Marcel: „Red Harvest“</b><br />Bis 20.11.2011<br />Kunstraum Dornbirn<br />Di-So 10-18<br />www.kunstraumdornbirn.at<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-11-05T16:39:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/aufnahmen-aus-dem-studio-das-sich-201eleben201c-nennt-2013-walgau-fotografien-von-nikolaus-walter-in-der-frastanzer-museumswelt">
    <title>Aufnahmen aus dem Studio, das sich Leben nennt – Walgau-Fotografien von Nikolaus Walter in der Frastanzer Museumswelt</title>
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    <description>Im Rahmen des Regionalentwicklungsprojektes „Im Walgau“ war der Feldkircher Fotograf Nikolaus Walter rund eineinhalb Jahre in den Walgaugemeinden unterwegs und hielt Impressionen aus der Region, den Menschen, der Industrie, dem Alltag fest. Etliche Aufnahmen davon kommen in die Publikation, die anlässlich des kürzlich erfolgten Zusammenschlusses der 14 Gemeinden zwischen Göfis und Nüziders zur „Regio im Walgau“ noch im Verlaufe des Herbstes erscheinen soll. Eine Auswahl von rund 50 Fotos dieser Walgaubilderreise sind derzeit in der Frastanzer Museumswelt ausgestellt. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In der Kunst- und Fachliteratur wird Walter immer wieder mit Größen verglichen, die Fotografiegeschichte geschrieben haben. Etwa mit Henri Cartier-Bresson, Robert Lebeck oder Robert Frank. Nicht zu Unrecht, wie er mit seinen Zyklen, die im Rahmen seiner unzähligen Reisen entstanden sind, immer wieder unter Beweis gestellt hat. Aber auch seine lokalen Serien wie etwa über das Walsertal oder die Stadt Feldkirch können sich international sehen lassen. Bekannt geworden ist der 1945 in Rankweil Geborene mit Schwarz-Weiß-Fotografien. Wer ihn also „nur“ als  „Schwarz-Weiß-Fotografen“ kennt, wird überrascht sein, wenn er die in der Museumswelt ausgestellten Werke sieht. Denn sie sind durchwegs mit einer digitalen Farbkamera realisiert worden. Den Anforderungen der Auftraggeber folgend, ist dies auch bei Nikolaus Walter keine Ausnahme mehr.</p>
<h3><b>Unverkennbare Handschrift auch in der Farbfotografie</b></h3>
<p>Dass aber auch in der Farbfotografie klar seine Handschrift auszumachen ist, lässt sich in Frastanz gut nachvollziehen. Denn auch wenn er im Auftrag unterwegs ist, hält er sich an das Grundprinzip, sich in der Landschaft und bei den Leuten aufzuhalten und sozusagen Empirie, Feldforschung zu betreiben, bevor er den Auslöser betätigt. Er studiert Land und Leute, setzt sich den örtlichen Lebensbedingungen aus, erkundet Eigenheiten und Alltägliches, um das Wesentliche zu erkennen und dann als komplexen Moment im Bild zu fixieren.</p>
<h3><b>Auch das Innere einer Situation fotografisch erfassen</b></h3>
<p>Die Werke Walters sind folglich direkt aus dem Leben gegriffen. Es sind verdichtete Stills, Gesten, Prozesse, Abläufe, Situationen, die er als Ganzes erfasst und mit der Kamera zum ewigen Bild gerinnen lässt. Nur ganz wenige beherrschen so wie er die Kunst, Nähe und Distanz sowie künstlerische Objektivität und fotografische Aussage im richtigen Maß auszuloten.<br />Die Badenden im Schwimmbad in der Felsenau, mit der im Hintergrund ganz nah herangezoomten Frastanzer Kirche, die Kinder am Schilift oder beim Plantschen im Wildbach, die alten Herrschaften, die die Jagdtrophäenschau besuchen – das Gespür Walters für den Menschen, das Wesentliche, die Gesamtheit, das Innere einer Situation ist allgegenwärtig, auch in seinen digitalen Farbfotografien.</p>
<p><b><br />Nikolaus Walter: „Im Walgau“</b><i><br /></i>Museumswelt Frastanz<br />Bis 27. Oktober<br />Geöffnet jeden Mittwoch oder nach telefonischer Vereinbarung</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-10-14T14:13:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/201eyou-are-wonderful201c-2013-neue-skulptur-von-marbod-fritsch-fuer-den-oeffentlichen">
    <title>„You are wonderful“ – Neue Skulptur von Marbod Fritsch für den öffentlichen Raum</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/201eyou-are-wonderful201c-2013-neue-skulptur-von-marbod-fritsch-fuer-den-oeffentlichen</link>
    <description>Mit einem gläsernen Buch, das seit Anfang Oktober im Hof der Feldkircher Arbeiterkammer (AK) steht, hat Harald Gfader bekanntlich den mit 15.000 Euro dotierten Feldkircher Kulturpreis 2011 erhalten. Zusätzlich hat die AK aber auch eine Skulptur des in Wien und Bregenz lebenden und arbeitenden Künstlers Marbod Fritsch angekauft, die dieser ebenfalls für den von AK und Stadt Feldkirch ausgeschriebenen Kunst-am-Bau-Wettbewerb eingereicht hatte. Die Arbeit Fritschs ist der Arbeiterkammer gleich viel wert wie jene Gfaders, nämlich 14.000 Euro plus MWSt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Fritsch hatte seine Arbeit, so wie die anderen Teilnehmer am Wettbewerb auch, anonym eingereicht. Die AK wollte diese unbedingt haben, da sie ein markantes visuelles Zeichen nach außen setze (was auch stimmt). Die Skulptur besteht aus einem fast sechs Meter hohen und 16 Zentimeter dicken (Blei-)Stift aus Stahl, der in einem Abstand von rund anderthalb Metern vor der Eingangsfront der AK schräg gestellt nach oben ragt. Am Spitz des Stifts ist der rund zwei Meter langer Schriftzug „You are wonderful“ aus schwarz beschichtetem, glänzendem Stahl befestigt.</p>
<h3><b>Zitat von Sir Arthur Conan Doyle</b></h3>
<p>Der Satz „You are wonderful“ stammt vom schottischen Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, dem Schöpfer des legendären Sherlock Holmes. Doyle sagte diese Worte auf dem Sterbebett zu seiner Frau Jane am 7. Juli 1930. Der Krimi-Autor absolvierte einen Teil seiner Schulzeit am Jesuiten-College Stella Matutina in Feldkirch, womit auch der Bezug zur Montfortstadt gegeben ist.  „Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgendetwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden  nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind", diagnostiziert Detektiv Sherlock Holmes in einem der Doyle-Romane.</p>
<h3>Stärken im raumbezogenen Schaffen</h3>
<p>Zwar ist Marbod Fritsch den meisten Kunstinteressierten vor allem als Zeichner ein Begriff. Mit seiner Bahnschranke im Harder Seebecken, dem Running Man im Feldkircher Reichenfeld und vielen anderen Arbeiten im öffentlichen Bereich hat Fritsch aber immer wieder auch seine Stärken im raumbezogenen Schaffen unter Beweis gestellt. Mit dem auf der Schreibstiftspitze applizierten Arthur-Conan-Doyle-Zitat untermauert der Künstler erneut, dass das konzeptionelle Denken bei ihm stets allgegenwärtig ist.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-10-11T08:02:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/der-zufall-ist-immer-mit-dabei-elmar-mayer-in-der-goetzner-galerie-kurzemann">
    <title>Der Zufall ist immer mit dabei – Elmar Mayer in der Götzner Galerie Kurzemann</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/der-zufall-ist-immer-mit-dabei-elmar-mayer-in-der-goetzner-galerie-kurzemann</link>
    <description>Der 1928 geborene Götzner Künstler Elmar Mayer ist sozusagen ein Spätberufener. Die konstante künstlerische Produktion setzte erst ein, als der ehemalige Direktor der Hauptschule Götzis in den Ruhestand trat. Zunächst gegenständlich arbeitend, entwickelte sich sein Werk in den mittlerweile über 20 Jahren, in denen er künstlerisch produktiv ist, sukzessive in die Geometrie und Abstraktion hinein. Wobei in der „kalkulierten“ Abstraktion und gerade bei den jüngsten Schüttbildern auch der Zufall eine große Rolle spielt, wie im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung in der Galerie Kurzemann in Götzis nachzuvollziehen ist. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die große Stärke Mayers liegt sicher in den Siebdrucken, in denen er mit geometrischen Formen arbeitet. Bei Kurzemann ist unter anderem eine Siebdruckserie zu sehen, für die Mayer mit rechteckigen Flächen und Streifen sowie mit unterschiedlichen Grautönen operiert. Manche Arbeiten daraus erinnern an monochrome Farbfeldmalereien, andere an rhythmische, horizontal und vertikal gegliederte Blockformationen. Oft sind die Übergange zwischen den Graustufen weich und fließend, was der Geometrie mitunter einen lyrisch-gestischen Beiklang verleiht.</p>
<h3>Rolle des Zufalls</h3>
<p>Wie Mayer selbst sagt,  kommt ihm der Siebdruck werktechnisch sehr entgegen, da sich damit klare Formen besonders gut realisieren ließen. Mayer: „Wenn man vom Entwurf bis zum fertigen Bild alle Arbeiten durchführt, kann man Techniken anwenden, die im Siebdruck normalerweise nicht üblich sind. Den Zufall nehme ich bewusst ins Bild. Er spielt sowohl in meinen lyrisch abstrakten Bildern, die spontan aufs Sieb gesetzt werden, als auch in den geometrischen Bildern eine Rolle.“</p>
<h3><b>Geschüttet, nicht gepinselt</b></h3>
<p>Hunderte von Siebdrucken sind solcherart in der Druckwerkstatt des Götzner Künstlers entstanden, wobei sämtliche Arbeitsschritte von Mayer selbst durchgeführt wurden, von der Anfertigung der Schablonen für die Formen bis hin zum Druck. Dies kostet Kraft und Energie, die dem mittlerweile 83-Jährigen immer mehr fehlt. Deshalb hat er sich arbeitstechnisch in letzter Zeit immer stärker auf die Acryl-Malerei verlagert. Wobei Malerei vielleicht nicht der exakte Ausdruck ist, denn Mayer arbeitet  nicht mit dem Pinsel, sondern er schüttet die Farbe auf den Bildträger. Als Parameter, die das Endprodukt prägen, sind die Größe des Schüttgefäßes, die Viskosität der Farbe sowie die Neigung der Leinwand von entsprechender Evidenz. In der Galerie Kurzemann sind Schüttbeispiele zu sehen, die in der Farbe Rot gehalten sind. Mayer „schüttet“ aber gerne auch in Gelb, Blau und Grün.</p>
<h3>„Wirkung durch sinnliche Wahrnehmbarkeit"</h3>
<p>Gerade bei den jetzt ausgestellten Werken denkt man automatisch an den Prinzendorfer Paradeschütter Hermann Nitsch. Im Unterschied aber zu Nitsch, bei dem immer die Aktion als solche im Mittelpunkt steht, will Mayer das fertige Bild im Zentrum wissen. Ganz dem Gedanken von Hervarth Walden folgend, dem Schriftsteller, Verleger, Galeristen, Musiker und Komponisten, der auch zu den wichtigsten Förderern der deutschen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts zählte und bereits 1924 schrieb: „Der Ausdruck eines Kunstwerkes ist seine Wirkung. Wirkung entsteht nur durch sinnliche Wahrnehmbarkeit.“ Wie schon bei den Siebdrucken kommt dem Zufall und der spontanen Eingebung auch bei diesen Schüttbildern eine zentrale Bedeutung zu.</p>
<p style="padding-left: 30px; "><span class="discreet">Elmar Mayer: "Acrylbilder und Siebdrucke"<br />Galerie Kurzemann, Götzis<br />Bis 21.10.2011<br />Di, Do, Fr 17 - 19</span></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-10-10T04:33:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/alles-aus-der-linie-heraus-entwickelt-2013-karl-heinz-stroehle-im-otten-kunstraum-in-hohenems">
    <title>Alles aus der Linie heraus entwickelt – Karl-Heinz Ströhle im Otten Kunstraum in Hohenems</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/alles-aus-der-linie-heraus-entwickelt-2013-karl-heinz-stroehle-im-otten-kunstraum-in-hohenems</link>
    <description>Nach Werkschauen zur Russischen Avantgarde, zum Schaffen Gottfried Honeggers sowie einer Gegenüberstellung von Gewobenem und Gemaltem aus der hauseigenen Sammlung widmet der Otten Kunstraum unter dem Titel „Ornament und Aformation“ seine vierte Ausstellung dem aus Vorarlberg stammenden und an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien unterrichtenden Künstler Karl-Heinz Ströhle. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Nähert man sich dem Eingangsbereich des Otten Kunstraums, so fällt im Freigelände davor eine monumentale „Blase“ auf, die aus vier kreisförmig geschlossenen Federstahlbändern geformt wird. „Drop“, wie die vom Kunstsammler und Industriellen Wilhelm Otten bei Ströhle in Auftrag gegebene Skulptur heißt, reagiert sensibel mit Schwingungen, wenn man sie anstupst. In ihrer Berühungsempfindlichkeit verweist sie inhaltlich wohl auch auf die aktuelle Fragilität der Weltwirtschaftslage, die wie eine Seifenblase jederzeit zu platzen droht.</p>
<p><b>Die Ideen von heute waren früher bereits vorhanden</b></p>
<p>Im Inneren des Museums erwarten den Besucher dann sorgsam ausgewählte Werke des Künstlers, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden sind. Zwar ist der Großteil der Ströhleschen Exponate doch neueren Datums, aber es lässt sich anhand der präsentierten Gemälde, Zeichnungen, Objekte und Videos doch herauslesen, was sich wie ein roter Faden durch das Schaffen Ströhles hindurchzieht, nämlich die Linie. Der Künstler ist in den 1980er Jahren mit „Streifen- und Linienbildern“ bekannt geworden,  und dieses Element ist heute nach wie vor dominant. Oder umgekehrt formuliert, die Ideen von heute waren damals schon vorhanden.</p>
<p><b>Alles "wobbelt"</b></p>
<p>Zentrales Arbeitsgerät sind heute die schon erwähnten Federstahlbänder. Er formt mit ihnen bewegliche Skulpturen, die an Vasen, Flaschen oder Hosen erinnern. Tippt man sie an, so beginnen sie zu „wobbeln“, wie Ströhle dies nennt, und werfen Schatten auf den Boden oder an die Wände, die wie animierte Zeichnungen wirken. Er verwendet die Bänder auch als Schablonen, um blasenartige Gebilde auf die Leinwand zu bringen, die dann wie gestauchte oder ins Bild gequetschte „Bubbles“ wirken. Die mit den Bändern formierten Wobbels dienen auch als ein Art Behausung für Performancekünstler oder TänzerInnen, die sich in diesem Federstahlgehäuse bewegen und die Kunstwerke wie lebende Figuren erscheinen lassen. Im Otten Kunstraum sind mehrere Videoaufzeichnungen solcher Federstahlbandperformances installativ angeordnet. Am eindringlichsten dabei die Videoarbeit „1X1X1“, die in Zusammenarbeit mit Tom Hanslmeier entstanden ist – mit dem Ströhle immer wieder kooperiert -  und im Öltank gezeigt wird, der sich ebenfalls im Freigelände befindet. In diesem Video bewegt sich eine Tänzerin innerhalb eines Federstahlbandgebildes nach einer bestimmten Choreografie, wobei die Geräusche der vor- und zurückpeitschenden Bänder den geschmeidigen Bewegungsakt gespenstisch-eisige untermalen.</p>
<p style="padding-left: 30px; "><b>Karl-Heinz Ströhle<br />„Ornament und Aformation“<br />Otten Kunstraum, Hohenems<br />bis 31. Mai 2012<br />www.ottenkunstraum.at</b></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-10-07T13:56:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>





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