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  <title>Ausstellung</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/zwischen-daemon-und-unschuldsengel-2013-grossformatige-kinderportraets-von-hanna-nitsch-in-der-feldkircher-johanniterkirche">
    <title>Zwischen Dämon und Unschuldsengel – Großformatige Kinderporträts von Hanna Nitsch in der Feldkircher Johanniterkirche</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/zwischen-daemon-und-unschuldsengel-2013-grossformatige-kinderportraets-von-hanna-nitsch-in-der-feldkircher-johanniterkirche</link>
    <description>Über den aufgerissenen Boden der Feldkircher Johanniterkirche führt derzeit ein breit angelegter Holzsteg, der seitlich von einem großquadratischen Lattengerüst umzäunt ist, in dessen ausgesparten  Flächen eigenwillige Kinderporträts gehängt sind, die von der 1974 in Freiburg im Breisgau und heute in Braunschweig lebenden und arbeitenden Künstlerin Hanna Nitsch geschaffen worden sind. In ihrer schrillen Farbigkeit scheinen die Bilder gleichsam zu schweben und in einem Zustand zu verharren, der zwischen unschuldiger Engelhaftigkeit, kindlicher Verletzlichkeit, Lolita-Syndrom und dämonenhafter Abgründigkeit hin- und herkippt. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Hanna Nitsch, von der unter anderem auch von der Art Bodensee Collection Werke angekauft wurden, malt nicht nur, aber immer wieder Kinder. Und zwar nicht irgendwelche, sondern ihre eigenen. Der eigens für Feldkirch geschaffene Zyklus ist  „Elisabeth“ betitelt. Es handelt sich um sieben Darstellungen ihrer jüngsten Tochter dieses Namens. Jeweils drei „Elisabeths“ auf jeder Seite begleiten den Betrachter auf seinem Gang über den Holzsteg. Das siebte Porträt steht freigestellt in der Sakristei und bezeichnet den Schlusspunkt der Serie. Unmittelbar davor besetzt in der verlängerten Achse des Holzsteges die Installation „Narziss" die Apsis der Kirche, in deren Zentrum ein Spiegel steht, der den Betrachter mit sich selbst konfrontiert und ihn quasi zu einer Art Gegenporträt verdonnert.</p>
<h3><b>Unter der Oberfläche brodelt es</b></h3>
<p>Beim Gang über den Steg kann sich der Kirchen-Kunstraum-Besucher dem Blick der Kinderaugen nicht entziehen. Zunächst scheint alles harmlos, wie eine Püppchen-Schema-Idylle. Doch der Schein respektive der zweite Blick folgt auf dem Fuß. Das Versprechen der heilen Welt wird nicht eingelöst. „Das Bild kippt vom Schönen ins Hässliche, vom Guten ins Böse“, benennt es Kurator Arno Egger. Und Künstlerin Nitsch betont: „So funktionieren doch viele gesellschaftliche Phänomene. Außen ist es glatt und schön, dahinter brodelt es. Auch in der Kirche. Um diesen Widerspruch zu darzustellen, eignet sich das Kinderthema.“</p>
<h3>„<b>Der Exorzist" lässt grüßen</b></h3>
<p>Nitsch trägt Tusche und Tinte schichtweise auf das Papier auf und lässt die Farben teils ineinander verlaufen. Durch den kalkulierten Einsatz von Rot, Türkis, Blau und Magenta neben Umbratönen erhalten die Porträts mitunter den Touch von glühenden Signalfarben. Die zerfließenden Konturen lassen dabei zusätzlich die Figuren wie losgelöst erscheinen.Die Künstlerin begibt sich auf eine Gratwanderung, die zwischen schriller Farbigkeit und gekonnter formaler Ausführung einen Ausgleich sucht. Die Kinderbilder taumeln zwischen ästhetischer Lieblichkeit und verheerendem Abgrund. Durch farbliche Kontraste und die ungewöhnliche perspektivische Direktheit inszeniert die Künstlerin einen psychologisch durchdrungenen Raum, der dem Betrachter äußerst nahe kommt, sich gleichzeitig aber seinem Zugriff entzieht. Die immer wieder dominierende Präsenz der knalligen Farbe Rot befördert die verschiedensten Assoziationen zutage. Sieht man „der Kleinen“ länger in die Augen und auf den verschmierten Rotmund, kann man sich durchaus an die blasphemische, obszöne, schreiende, geifernde und sich windende Tochter Regan (gespielt von Linda Blair) aus dem Horror-Klassiker „Der Exorzist“ erinnert fühlen.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Hanna Nitsch: „Elisabeth"</b><br />Johanniterkirche Feldkirch<br />Bis 2. Juni 2012<br />Di-Fr 10-12 u. 15-18<br />Sa 10-14 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-30T21:28:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/das-201eboese201c-und-das-201ebanale201c-die-gegenwart-und-ihre-veraenderungen-ins-bild-setzen-diane-arbus-und-jean-luc-cramatte-im-fotozentrum-winterthur">
    <title>Das „Böse“ und das „Banale“, die Gegenwart und ihre Veränderungen ins Bild setzen: Diane Arbus und Jean-Luc Cramatte im Fotozentrum Winterthur</title>
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    <description>Die Fotos der US-amerikanischen Fotografin Diane Arbus konfrontieren uns auch heute noch – 42 Jahre nach ihrem Selbstmord – mit einem verstörenden, subversiven Blick auf den Menschen. Der aus dem Jura stammende Jean-Luc Cramatte wiederum beschäftigt sich in seinen fotografischen Recherchen mit regionalen und kulturellen Identitäten. Das Fotomuseum und die Fotostiftung Schweiz in Winterthur präsentieren die beiden unterschiedlichen Positionen aus unterschiedlichen Zeiten anhand zweier sehenswerter Ausstellungen. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das Fotomuseum gibt anhand von 200 ausgewählten Fotografien einen guten Einblick in das eigenwillige Werk einer der wohl interessantesten und wichtigsten Fotokünstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Diane Arbus (1923 – 1971) gelang es, Dinge ins Bild zu setzen, die man üblicherweise kaum sieht. Entweder weil sie zu banal und alltäglich sind, oder aber weil man sie nicht sehen mag, da sie die Schattenseiten des Daseins thematisieren und vielfach noch heute als unangenehm oder schockierend empfunden werden. Speziell mit ihren schonungslos <span>„</span>hässlichen" Porträts von Reichen und Armen, von Prominenten und Normalbürgern, vor allem aber von gesellschaftlichen Außenseitern wie Transvestiten, Kleinwüchsigen, Prostituierten und Tätowierten, Zwergen und Behinderten, die ihre schwarz-weißen Bildwelten bevölkerten, schürte sie die Betroffenheit.</p>
<p>Dabei war dies nicht immer so. In ein begütertes Elternhaus hineingeboren, feierte sie zunächst mit glamouröser Werbe- und Modefotografie, die in Hochglanzmagazinen veröffentlicht wurde, große Erfolge. Erst nach der Trennung von ihrem Mann Allan und dem gemeinsamen Modestudio legte sie ihre Fokus auf gesellschaftlichen Außenseiter und setzte mit souveränen Bildern neue ästhetische Maßstäbe. Als Klassiker der modernen Fotografie erzählen sie von Entfremdung, Isolation und irritierender Sexualität.</p>
<h3><b>„Ich will das Böse fotografieren“ </b></h3>
<p>Angetrieben von der Leidenschaft, bis in das Innenleben von Menschen vorzudringen und das Geheimnis ihrer Existenz freizuschaufeln, stieß Arbus bis ins Reich der <span>„</span>Freaks" vor. Selbst überaus exzentrisch gepolt, suchte sie die Lebensräume der Penner und Transvestiten, Nutten und Nudisten auf. Extreme zogen sie an. Sie besuchte Männergefängnisse und Bordelle, Leichenschauhäuser und Jahrmärkte und fixierte schonungslos das Gegenbild zur „schönen Welt“ mit der Kamera. <span>„</span>Ich will das Böse fotografieren", bekannte sie. Die Angst, die sie dabei empfand, regte sie zusätzlich an.</p>
<p>Die Fotografin russisch-jüdischer Abstammung ist aber nicht nur die Fotografin der Freaks. Mit einem Bild von eineiigen Zwillingen hat sie eine Ikone geschaffen, die etwa Stanley Kubrick inspirierte, den Film <span>„</span>The Shining" zu drehen. Die Bilder von Arbus provozierten immer wieder Kritiken. Der Schriftsteller Norman Mailer sagte einmal, in ihren Händen werde eine Kamera zur Handgranate in den Händen eines Kindes. Was eben auch eines ihrer verstörenden Motive war. Diane Arbus, die immer wieder von starken depressiven Anfällen gepackt wurde, setzte selbst ein markantes Zitat, das ihr eigenes Schaffen auf den Punkt bringt: <span>„</span>Irgendwie glaube ich schon, dass ich ein besonderes Gespür für Sachen habe. Das ist schwer greifbar und ist mir auch ein bisschen peinlich, aber ich glaube, es gibt Dinge, die niemand sehen würde, wenn ich sie nicht fotografiert hätte."</p>
<h3><b>Fotografische Langzeitrecherchen </b></h3>
<p>Lenkt also das Fotomuseum den Blick zurück auf den ungewöhnlichen, schwarz-weißen Bilderkosmos einer ungewöhnlichen Künstlerin, so widmet sich die dem Fotomuseum schräg gegenüber angesiedelte Fotostiftung dem Schaffen des 1959 geborenen und in Fribourg lebenden Jean-Luc Cramatte. Dieser denkt in Langzeitprojekten. Seit den 1990er-Jahren führt er fotografische Recherchen zu bestimmten Einrichtungen oder Wirtschaftszweigen durch, die am Verschwinden sind. So „inventarisierte“ er sozusagen mit seiner Kamera ein Wohnheim in Fribourg, Postämter in der Schweiz, eine medizinische Einrichtung in Lausanne oder die Landwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung. Großformatig und in Farbe dokumentiert der Autodidakt beispielsweise windschiefe Dächer von Bauernhöfen oder setzt Ställe ins Bild, die von verwitterten und rostigen landwirtschaftlichen Geräten und Schrott zugestellt sind, und verweist damit durchaus ästhetisch schön auf das Siechtum der Schweizer Landwirtschaft.</p>
<p>Sein Vorgehen lässt die Grenzen zwischen dokumentarisch, autonom, kritisch und lustvoll verwischen, wobei er neben eigenem auch gesammeltes Fotomaterial benutzt. Die Fotostiftung fasst also eine Auswahl von Cramattes wichtigsten Bestandsaufnahmen der vergangenen zwei Jahrzehnte zusammen. Aussserdem geht die Ausstellung auch auf die Bemühungen des Fotografen ein, das kollektive Gedächtnis zu fördern. In der von Cramatte mitbegründeten <span>„</span>Enquête photographique fribourgeoise" werden jüngere FotografInnen damit beauftragt, den Wandel des Alltags im Kanton Fribourg festzuhalten. Die Resultate werden in der Fotostiftung in einem Raum im Raum in Form einer Projektion präsentiert.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><i><b>Diane Arbus</b><br />Fotomuseum Winterthur<br />Bis 28.5.2012<br />Di-So 11-18, Mi 11-20<br />www.fotomuseum.ch</i></p>
<p class="callout"><i><b>Jean-Luc Cramatte: Inventar</b><br />Fotostiftung Schweiz<br />Bis 28.5.2012<br />Di-So 11-18, Mi 11-20<br />www.fotostiftung.ch</i></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-29T19:31:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/100-blumen-100-ideen-und-gedanken-zu-den-staehlernen-lotusblumen-von-not-vital-die-derzeit-den-kunstraum-dornbirn-besetzen">
    <title>100 Blumen, 100 Ideen und Gedanken – Zu den stählernen Lotosblumen von Not Vital, die derzeit den Kunstraum Dornbirn besetzen </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/100-blumen-100-ideen-und-gedanken-zu-den-staehlernen-lotusblumen-von-not-vital-die-derzeit-den-kunstraum-dornbirn-besetzen</link>
    <description>Unter dem Titel „Lasst 100 Blumen blühen“ präsentiert der Kunstraum Dornbirn derzeit eine monumentale Installation des Graubündner Künstlers Not Vital. Sie besteht aus 100 geschlossenen Lotosblüten aus poliertem Edelstahl, von denen jede einzelne 307 x 50 x 50 cm groß ist.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Not Vital verbringt seit 2008 alljährlich mehrere Monate in seinem Atelier im Pekinger Stadtbezirk Coachangdi. Wie er selbst sagt, lebt und arbeitet er dort in unmittelbarer Nachbarschaft zum weltbekannten chinesischen Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei, mit dem er denn auch befreundet sei. Vital, im unterengadinischen ländlichen Sent in einer Rätoromanisch sprechenden Holzhändlerfamilie ohne Fernseher aufgewachsen, sieht in seinem Werk durchaus Berührungspunkte zu Ai Weiwei. Offenkundig ist, dass beide Kunstschaffende ein großes Interesse an Architektur an den Tag legen sowie eine Vorliebe zu großen, ja monumentalen Installationen hegen. So erinnern die 100 geschlossenen Lotosblüten in Dornbirn durchaus an die grandiosen 100 Millionen Sonnenblumenkerne aus Keramik, mit denen Ai Weiwei die Tate Modern in London befüllte.</p>
<h3><b>Handwerkliche Perfektion</b></h3>
<p>Als Not Vital erstmals nach China kam, kaufte er fünf Lotosblumen. Diese gaben ihm den Anstoß, die Blumen stark vergrößert in Stahl treiben zu lassen. Für die adäquate Umsetzung fand er vor Ort in „seinem“ Pekinger Quartier die richtigen Leute: lauter kunstfertige und kreative Edelstahlhandwerker, die das Edelstahlblech von Hand bearbeiteten und jede einzelne Lotosblume zu einem perfekten Einzelstück werden ließen. Der komplizierte, mühevolle und langwierige Prozess der Herstellung ist ein wichtiger Bestandteil des Werks und bedingt die besonders glatt polierte, spiegelnde Oberfläche der Blumen. An einer Blume arbeiteten jeweils fünf bis zehn Handwerker. Jeder war für ein Stück verantwortlich. Diese wurden am Schluss zusammengeschweißt, ohne dass nur die kleinste Schweißnaht zu erkennen wäre.</p>
<h3><b>Vieldeutige Metapher</b></h3>
<p>Betritt man die an und für sich groß dimensionierte Industriehalle des Kunstraums Dornbirn, so scheint die Installation fast ein Zuviel des Guten zu sein. Der Raum und die Blütenformation beengen sich gegenseitig, drücken aufeinander. Dennoch besticht Not Vitals Werk aufgrund der monströsen Anzahl der Blumen und eben durch die handwerkliche Perfektion in der Ausfertigung jeder einzelnen. Titel und Objekte liefern auch genug Anknüpfungspunkte für inhaltliche Deutungen. Der Titel der Ausstellung, „Lasst hundert Blumen blühen", bezieht sich auf einen Propagandaslogan Mao Zedongs (1893-1976), jenes ehemaligen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas und Staatschefs, von dem sich der Maoismus ableitet. Mao forderte mit diesem Spruch 1956 mehr Gedanken- und Diskussionsfreiheit in der Partei ein. Der, von ihm selbst ausgelösten, Kritik begegnete er mit einer brutalen Unterdrückungskampagne, die in der Folge 520.000 Opfer forderte. Für dieses historische Geschehen findet Not Vital in Form seiner geschlossenen Lotosblüten starke und schlüssige Metaphern. Das gilt sowohl für die spezifisch zeit- und ortsbezogenen Aspekte des Themas wie für dessen allgemeine Ebene von Macht, Machtmissbrauch und Unterdrückung. Stichwort wiederum Ai Weiwei. Steht der offene Lotos als östliches Symbol für geistige Freiheit und Entfaltung, so entspricht dessen geschlossene Form demnach dessen Gegenteil.</p>
<p>So wie die Lotosblumen im Kunstraum Dornbirn ausgelegt sind, erscheinen sie auch wie ein geschnittenes Blumenfeld und thematisieren das Spannungsverhältnis zwischen Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit. Der Bezug zur Natur wird hergestellt.</p>
<p>Der politische Aspekt, der im Titel angedeutet wird, ist für Vital wichtig, um dem Betrachter assoziative Impulse zu liefern. Er will aber nicht direkt auf das Politische zeigen, was in der Installation lesbar ist, muss jeder für sich entscheiden.</p>
<h3><b>Lotosblumen im öffentlichen Raum</b></h3>
<p>Die stark vergrößerte Form der Lotosblumen scheint auch anderweitig die Phantasie zu beflügeln. So hat etwa der bekannte Künstler Norbert Pümpel im Rahmen der Vernissage vorgeschlagen, das gegenwärtige Hickhack um die 100 „Eisenmänner“, die im Zuge von Antony Gormleys Projekt „Horizon Field“ in den hochalpinen Regionen Vorarlbergs postiert sind, einfach dadurch zu lösen, indem man sie durch die Lotusblüten ersetzt. Eine feine Idee, auch wenn sie nicht tierisch ernst gemeint ist.</p>
<p>Dass sich die geschlossenen Lotosblüten aus poliertem Edelstahl jedenfalls auch im öffentlichen Raum gut behaupten können, beweist die Stadt Chur. Sie hat drei solcher Blumen, allerdings in einer sieben Meter langen Ausführung, erworben und als Skulptur „3 Lotus“ auf dem Kreisel des Alexanderplatzes in der Nähe des Bahnhofes Chur aufgestellt. Allerdings waren die drei Stahlblumen nicht gerade billig. 250.000 Franken mussten dafür auf den Tisch geblättert werden. Wobei die Stadt Chur und der Kanton Graubünden jeweils 100.000 Franken bezahlt haben und weitere 50.000 Franken von einem Churer Galeristen gesponsert wurden.</p>
<p class="callout"><b>Not Vital: „</b><b>Lasst 100 Blumen blühen" </b><br />Kunstraum Dornbirn<br />Bis 3. Juni 2012<br />Di-So 10-18<br />www.kunstraumdornbirn.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-24T17:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/linien-die-wie-schlichte-lebewesen-uebers-blatt-kriechen-silivia-baechli-im-kunstmuseum-st.-gallen">
    <title>Linien, die wie schlichte Lebewesen übers Blatt kriechen: Silvia Bächli im Kunstmuseum St. Gallen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/linien-die-wie-schlichte-lebewesen-uebers-blatt-kriechen-silivia-baechli-im-kunstmuseum-st.-gallen</link>
    <description>Unter dem Titel „Far apart – close together“ ist mit Silvia Bächli derzeit eine Schweizer Künstlerin im Kunstmuseum St. Gallen zu sehen, die im Bereich Zeichnung zweifelsohne zum Besten zählt, was aktuell international zu sehen ist. Anhand der sechs Räume, die sie bespielt, gibt das Kunstmuseum St. Gallen einen faszinierenden Einblick in die leisen, schlichten, aber gleichwohl energiegeladenen Linienwelten dieser sensiblen Künstlerin. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die früheren Werke der 1956 geborenen Zeichnerin waren viel gegenständlicher und auch expressiver, als es die heutigen sind. Vielfach ging sie von Dingen aus, die sie erlebt und gesehen hat. Mittlerweile entwickeln sich die Arbeiten direkt auf dem Papier. Es sind Prozesse, die aus dem Zusammenspiel zwischen Kopf, Hand und Feder oder Pinsel geleitet werden. Sie geht von Halbvorstellungen aus, die dann auf dem Blatt konkretisiert werden. In einem Gespräch mit der Kunstexpertin und Publizistin Claudia Spinelli anlässlich ihrer Teilnahme an der Biennale von Venedig 2009 meinte Bächli: „Das Tolle an diesem Medium ist ja, dass du so vor dich hin fabulieren kannst. Nachher, mit etwas Distanz, kannst du es dann noch einmal sichten und entscheiden, ob es stimmt. Sind das bloß Linien oder entwickelt sich daraus etwas Anderes und Neues? Oft stimmt nichts. Ich werfe viel fort.“</p>
<h3><b>„Das“ da</b></h3>
<p>Das an der Biennale 2009 gezeigte vielteilige Ensemble „Das“ ist nun auch in St. Gallen zu bewundern. Es nimmt den gesamten Oberlichtsaal ein. In unregelmäßigen Abständen sind Zeichnungen unterschiedlichen Formats und Fotografien mit Präzision gehängt. Schlichte, in sich verschlungene Liniengebilde, Pinselspuren, die sich gegenseitig zart überlagern, und vage Andeutungen stehen neben klar erkennbaren Körperfragmenten, Menschen und Landschaften. „Das“ ist ein Tribut an die 2009 verstorbene dänische Schriftstellerin Inger Christensen und bezieht sich auf das gleichnamige Gedicht, auf Dänisch „det“. In der darin beschriebenen Assoziationskette erkennt sich Bächli wieder: „Das. Das war es. Jetzt hat es begonnen. Es ist. Es währt fort. Bewegt sich. Weiter. Wird. Wird zu dem und dem und dem.“</p>
<h3><b>Einzug der Farbe</b></h3>
<p>Die Komplexe „Rotes Zimmer“ (Raum 1) und „Farbiges Zimmer“ hat Bächli eigens für St. Gallen geschaffen. Baute das bisherige Werk der Künstlerin insbesondere auf schwarzen, weißen und grauen Tönen auf, hat nun plötzlich die Farbe Einzug gehalten. Auslöser dafür sei ein Aufenthalt in Island gewesen, so die Schweizer Zeichnerin, die das Prinzip der Reduktion liebt. „Umrahmt vom Weiß des Schnees erhielten die Dinge Kontur, erschienen fast linear, fast abstrakt, während ihre Farben klar und intensiv hervortraten und nun als zarte, verdünnte Farbspuren auf den weißen Blättern leuchten“, wird im Begleittext zu der von Konrad Bitterli kuratierten Ausstellung erklärt.</p>
<p>Mit „Hafnagarta“ gibt es im Seitensaal Nord aber weitere fotografische Arbeiten Bächlis zu sehen. Entstanden sind diese während ihres Aufenthaltes 2008 in Island. Sie realisierte diese Serie an der Ostküste der Insel gemeinsam mit ihrem Partner Eric Hattan. Präsentiert wird sie auf einer zaunartigen Holzkonstruktion, die sich wie eine schmale Zickzacklinie durch den Raum entwickelt.</p>
<h3><b>Auch Älteres</b></h3>
<p>Im Rahmen der Werkschau sind auch ältere, schon bekannte Arbeiten zu sehen. Arbeiten, die bis ins Jahr 1994 zurückdatieren. So etwa der aus 48 Teilen bestehende Zyklus „Tibet“. Dieses Ensemble ist gleich gehängt wie bei der Erstpräsentation. Nach längerem Ruhen lassen sich solche Ensembles ganz neu lesen, betont Bächli.</p>
<p>Obwohl die fließenden Linien im gesamten zeichnerischen OEuvre der Schweizerin farblich stark reduziert sind, pulsieren sie wie eine bunte Welt voller Leben. Die Lineatur, unter der die Pinselstriche permanent ein- und auszuatmen scheinen, beherrscht in dieser Vollkommenheit nur Bächli.</p>
<p> </p>
<p><b> </b></p>
<p class="callout"><b>Silvia Bächli:<br />„Far apart – close together“ </b><br />Kunstmuseum St. Gallen   <br />Bis 13. Mai 2012 <br /><a href="http://www.kunstmuseumsg.ch/">www.kunstmuseumsg.ch</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-19T17:20:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-unverrueckbare-ordnung-des-steins-im-gegensatz-zur-irrationalen-ordnung-des-kapitalismus">
    <title>Die unverrückbare Ordnung des Steins im Gegensatz zur irrationalen Ordnung des Kapitalismus</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-unverrueckbare-ordnung-des-steins-im-gegensatz-zur-irrationalen-ordnung-des-kapitalismus</link>
    <description>Im Rahmen der Austauschserie der Remise Bludenz sind gegenwärtig drei Kunstschaffende aus dem oberösterreichischen Mühlviertel zu Gast: die Steinbildhauerin Gabriele Berger, der „notorische“ Kopfzeichner Wolfgang Hemelmayer und der malende Chronist Martin Staufner.

</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Zentraler Blickfang der Ausstellung ist eine Installation von Gabriele Berger, die 140 Einkaufspapiertaschen in der Form eines großen Unendlichkeitszeichens am Boden des Kunstraums aneinandergereiht hat. Die Taschen sind jeweils mit unterschiedlich großen Granitbrocken gefüllt. Berger, die im Mühlviertel nahe der tschechischen Grenze gemeinsam mit dem Bizauer Künstler Herbert Meusburger über einen eigenen Granitsteinbruch verfügt, hat dafür 14 Granitfelsen in 14 x 28 cm große Quader fräsen lassen und diese wiederum geteilt und wieder geteilt.</p>
<h3><b>Stein als begreifbare Unendlichkeit </b></h3>
<p>Nach Ansicht von Berger, die zu den wichtigsten SteinbildhauerInnen Österreichs zählt, verbinden wir mit dem Material Stein Begriffe wie Festigkeit, Masse, Natur und Unendlichkeit. Berger stellt mit ihrer beeindruckenden Formation die unverrückbare Ordnung des Granits in Kontrast zur Scheinordnung des Kapitals, des Kommerzes und des Konsumrausches, für die die Einkaufstaschen stehen. „Stein ist Teil des Kosmos, Stein ist Teil des Jetzt, Stein ist begreifbare Unendlichkeit“, erläutert Berger die skulpturale Doppelschleife in der Remise. Dementsprechend benennt sie diese monumentale Arbeit als „Geteilte Steine die Teil von Berg der Teil von Landschaft die Teil von Welt die Teil des Universums geteilt in Welten geteilt in Landschaften geteilt in Berg geteilt in geteilte Steine die Teil von ...“. Dieser Text ergibt sich nämlich, wenn man die einzelnen Buchstaben, die jeweils auf eine Tasche aufgedruckt sind, im Kontext liest. Analog zum Endloszeichen, das die skulpturale Anordnung formal beschreibt, mündet auch dieser Text ebenfalls in einen Endlosloop. Wer sich übrigens am „Konsumrausch“ beteiligen will, hat die Möglichkeit, einzelne, mit Granit gefüllte Papiereinkaufstaschen, die im Gang der Remise stehen, als „Take away a piece of eternity“ zum Preis von 22 Euro mit nach Hause zu nehmen.</p>
<h3><b>... und nichts als Köpfe</b></h3>
<p>Dass nicht nur Steine eine archaische Ausstrahlung haben können, sondern auch Zeichnungen, beweist der 1956 in Linz geborene Künstler Wolfgang Hemelmayer. Seinen Kopf- und Kopfgruppen-Studien mutet etwas Erhabenes an. Seine dick aufgetragenen, sich mehrfach überlappenden Graphit-Striche verleihen den gezeichneten Köpfen eine enorme Plastizität und fast skulpturale Wirkung. Der Kopf dient ihm als formales Gerüst, zeichnerische Prozesse manifest festzuhalten. Es gilt, einmal erreichte Zustände zu fixieren, zu behalten – und auch Schönheit, Authentizität und Wahrhaftigkeit anzustreben, wie der Künstler betont.</p>
<p>„Ich kann der Figur nicht ausweichen“, erklärt Hemelmayer seine Fixiertheit auf Kopf und Körper. Wobei in der Umsetzung die Radierung zumindest gleichwertig neben der Zeichnung steht. Ja, Hemelmayr sieht in der Radierung sogar eine Steigerung der zeichnerischen Möglichkeiten, da es möglich sei, in jedem Stadium einen Zustandsdruck anzufertigen. So ließen sich die einzelnen Entwicklungsstufen im Werdegang einer Zeichnung exakt nachvollziehen.</p>
<h3><b>Malend und verschriftend protokollieren</b></h3>
<p>Der dritte Künstler des Bruckmühle-Gastspieles, Martin Staufner, wurde 1964 in Immenstadt/Allgäu geboren und lebt und arbeitet seit 1968 in Oberösterreich. Staufner ist eine Art Archäologe und Archivar des Alltags. Einer, der malend, zeichnend und textend die geografischen und inneren Reisen protokolliert. Was er in seiner Umgebung und auf seinen Reisen wahrnimmt, zeichnet er mit seinen künstlerischen Mitteln auf und transformiert es mit den technischen Reservoirs, die ihm Collage, Malerei und Zeichnung zur Hand reichen, vielschichtig und zeichenversetzt in den Kunstbereich.</p>
<p>In Bludenz zeigt er etwa Teile seiner Serie „Poetry in Motion“. Es handelt sich dabei um bildhafte Eindrücke, die er auf U-Bahnfahrten durch Wien, New York oder Paris gesammelt und künstlerisch verarbeitet hat. Fragmente dieser Reiseeindrücke setzt er sich überlappend ins Bild und verwendet dafür Acryl, Bleistift, Farbstift, Fotokopien und Collagen. Und stets sind Texte bekannter Autoren, die einen bestimmten Bezug zur jeweiligen Stadt haben, wie etwa Rilke, Rimbaud oder Walt Whitman, in die Collagen mit eingeflochten.</p>
<p>Auch sein 30-teiliges Paliano-Tagebuch ist zu sehen. Staufner verbrachte 2009 etliche Wochen in jenem Atelierhaus in Paliano, das sich Kunstschaffende aus Oberösterreich und Vorarlberg teilen. Staufner hat während dieses Aufenthaltes die Seiten eines italienischen Buches, das er in einer dortigen Buchhandlung erstanden hat, mit täglichen Eindrücken übermalt und überzeichnet. Dinge des Alltags wie etwa eine Espresso-Maschine oder anmachende Früchte fanden genauso Eingang in sein persönlich-künstlerisches Tagebuch wie Sinneseindrücke, die aus dem Azur des italienischen Himmels oder der sanften hügeligen Landschaft Latiums resultieren.</p>
<p class="callout"><i><b>Bruckmühler Pregarten zu Gast in der Galerie allerArt<br /></b>Galerie allerArt in der Remise Bludenz<br />Bis 9. April 2012<br />Mi, Fr, Sa, So u. Fe 15-18, Do 16-20 <br />www.allerart-bludenz.at</i></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-03-24T18:20:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/freie-sicht-auf-den-schwanz-2013-ungewohnte-pin-ups-aus-der-tuschfeder-peter-wehingers">
    <title>Freie Sicht auf den Schwanz – Ungewohnte Pin-ups aus der Tuschfeder Peter Wehingers </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/freie-sicht-auf-den-schwanz-2013-ungewohnte-pin-ups-aus-der-tuschfeder-peter-wehingers</link>
    <description>Die Galerie.Z in Hard ist gegenwärtig mit ganz ungewöhnlichen Pin-ups zugepflastert. Der Künstler Peter Wehinger setzt für einmal nicht junge, vollbusige Frauen ins Bild, sondern ältere Herren mit hängenden oder stehenden Schwänzen in alltäglicher Pose oder Beschäftigung. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Insgesamt sind es an die 700 Zeichnungen, die der 1971 in Dornbirn geborene Künstler ungerahmt an die Galerienwände geheftet hat. Die meisten sind in schwarzer Tusche gehalten, bei einigen Blättern wurden einzelne Flächen eingefärbt. Die dargestellten Männer dürften alle die Midlife-Crisis bereits hinter sich haben und ein beschauliches Rentnerdasein führen. Das Altern ist im Schaffen Wehingers ein immer wiederkehrendes Thema. Der Prozess des Älterwerdens betrifft jeden. Irgendwann warten auf jeden die Würmer. Wehinger zeigt die gealterten männlichen „Models“ in alltäglichen Situationen. Entspannt im Fauteuil sitzend, auf dem Sofa liegend, beim Fitnesstraining schwitzend, auf einem Pferd reitend, am Golfplatz den Ball abschlagend, Bagger fahrend, neben einem Auto stehend, im Freien pinkelnd, in Selbstbetrachtung versunken.<br />Eines ist allen Szenen gemeinsam: Der Künstler lässt immer freie Sicht auf das starke oder schwache Glied der dargestellten Männer. Manchmal ragen die Schwänze in erigiertem Zustand steil nach oben, dann wieder baumeln sie einfach in entspanntem, lockerem Zustand aus der Hose oder über die nackten Schenkel.</p>
<h3><b>Von Melancholie geprägt</b></h3>
<p>Die Zeichnungen Wehingers wirken aber keineswegs obszön, sondern sie sind von einer tiefen Melancholie geprägt. Sie verweisen auf die Einsamkeit der Männer, die ihres Körpers trotz des allmählichen Zerfalles bewusst sind und ihn auch noch spüren. Der in Wien lebende und arbeitende Dornbirner hat die Vorlagen für seine „Pin-ups“ im Internet gesucht und gefunden. Für die Umsetzung in Tusche bediente er sich eines einfachen, reduzierten, fast comicartigen Striches. Das „schöne“, perfekte, akademische Zeichnen lehnt er ab. Es ödet ihn an. Seine Vorbilder sind Leute wie Janosch, Florence Jenkins, Per Dybvig oder Art-Brut-Künstler. Ein selbstbewusster eigener Stil, das Eingestehen von Schwächen und das Dazu-stehen-können sind für ihn wesentlich interessanter und aufregender als das austauschbare, angezüchtete Schönzeichnen. Diesem „Nicht-Schönen“ verpflichtet, entsprechen auch die Trägermaterialien für die Zeichnungen. Ob es sich nun um zerknittertes Packpapier, Abfallkartons oder einfach um unregelmäßige Papierschnitzel handelt, nichts ist vor seiner Tuschfeder sicher.</p>
<h3><b>Rookie of the Year 2012</b></h3>
<p>Wehinger, der erst mit 34 Jahren ins Kunstmetier gestartet ist, hat in den erst sieben Jahren seiner künstlerischen Produktion bereits ein dichtes Werk geschaffen. Mit aufsehenerregenden Objekten und Installationen wie etwa einem an Wollfäden aufgehängten Betonblock oder einer aus Werbematerialien erzeugten Fastenskulptur für eine Kirche hat er bereits für großes Aufsehen gesorgt. Mit den in Hard gezeigten simplen, aber beklemmenden und berührenden Zeichnungen, die auch von einer schlagenden Ironie geprägt sind, zeigt er sich von einer völlig neuen Seite. Wehinger weiß immer wieder zu überraschen. Nicht von ungefähr soll er an der diesjährigen Art Bodensee denn auch als „Rookie of the Year“ präsentiert werden, wie es hinter vorgehaltener Hand bereits kolportiert wird.</p>
<p class="callout"><b>P</b><b>eter Wehinger: Pin-up</b><br />Galerie.Z, Hard<br />Bis 7. April 2012<br />Di, Do 18-20, Sa 10-12 Uhr und nach Vereinbarung<br />www.galeriepunktz.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-03-22T15:15:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/das-magazin-im-magazin-2013-eine-institution-wird-20">
    <title>Das Magazin im Magazin – eine Institution wird 20</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/das-magazin-im-magazin-2013-eine-institution-wird-20</link>
    <description>Das Bregenzer Magazin 4 feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Aus diesem Anlass soll es im Sommer ein großes Fest geben. Ausstellungsmäßig ist das mittlerweile längst zur etablierten Institution für internationale Gegenwartskunst avancierte Magazin 4 mit der Schau „In Kontakt (Motive)“ des deutschen Kunstschaffenden David Heitz in das Jubiläumsjahr gestartet. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das Bregenzer Magazin 4 wurde 1992 vom Bregenzer Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz, dem Chef der Kunsthalle Wien Gerald Matt sowie dem ehemaligen Recycling-Unternehmer Thomas Häusle aus der Taufe gehoben. Es ist im ehemaligen Areal der Bregenzer Handelsfirma Pircher untergebracht, und zwar in deren damaligem „Magazin 4“, woher sich auch der Name dieser mittlerweile zu den renommiertesten Kunsträumen Österreichs zählenden Einrichtung ableitet. Während vieler Jahre brachte sich auch die jetzt als Bregenzer Kulturstadträtin amtende ehemalige Kuratorin Judith Reichart engagiert in das Magazin 4 ein.</p>
<h3>Vorreiter</h3>
<p>Bei seiner Gründung vor zwei Dezennien kam dem Magazin 4 zweifelsohne eine Vorreiterfunktion zu. Die Eröffnung des Kunsthauses Bregenz (KUB) lag noch in weiter Ferne – sie erfolgte 1997, und das Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis hatte seinen Schwerpunkt damals noch auf der lokalen Kunst. Heute kann man grundsätzlich von drei Kunsthallenbetrieben in Bregenz sprechen. Während das KUB von den Vorgaben her dazu gezwungen scheint, Quotenausstellungen zu produzieren und das Künstlerhaus sozusagen den Spagat zwischen ausgewählter heimischer und erlesener internationalen Kunst probt, positioniert sich das Magazin 4 mit überwiegend junger und/oder schwierig bis spröder internationaler Kunst. Internationalen künstlerischen Tendenzen, die noch nicht etabliert sind, Raum zu geben, sieht Fetz als zentrale Aufgabe „seiner“ Institution an.</p>
<h3><b>Qualität und Anspruch im Vordergrund </b></h3>
<p>Budgetmäßig muss das Magazin 4 mit jährlich 200.000 Euro, die von der Stadt, vom Land und vom Bund getragen werden, haushalten. Wenn man weiß, wie teuer heute Ausstellungen rein schon versicherungstechnisch sein können, ist das nicht viel. Dennoch gelingen dem Magazin 4 immer wieder auch große Würfe, wie etwa die Werkschauen von Andres Serrano, Nobuyoshi Araki, Valie Export, Della Grace, Ellen Cantor oder Charles Atlas untermauern. Würfe, die zwar nicht Massenzulauf brachten, aber immerhin große Aufmerksamkeit unter den Kunstinteressierten bis weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus. Laut Wolfgang Fetz führt man bewusst keine Besucherstatistiken und verlangt auch keinen Eintritt. Qualitativ anspruchsvolle Kunst und bewusstes Niedrighalten der Besuchereintrittsschwelle sei vorrangiges Ziel.</p>
<h3><b>„In Kontakt (Motive)“</b></h3>
<p>Wie jedes Jahr stehen auch heuer wiederum vier Ausstellungsprojekte auf der Programmliste des Magazins 4. Der Startschuss zur ersten Schau, die den Titel „In Kontakt (Motive)“ trägt und Arbeiten des jungen deutschen Künstlers David Heitz zeigt, ist bereits gefallen. Noch bis 20. Mai sind vor Ort entstandene Installationen des 1983 in Wurmberg geborenen und heute in Karlsruhe lebenden und arbeitenden Heitz zu sehen. David Heitz beschäftigt sich mit unserer Außenwelt, mit Dingen, Räumen, Orten. In Fotografien, Skulpturen und Installationen „überarbeitet" er die Bedingungen unserer Wahrnehmung dieses Äußeren in ebenso subtilen wie lapidaren Arrangements.<br />Heitz besuchte bereits im Vorfeld der Ausstellung Bregenz und graste die Umgebung des Magazins 4 nach Motiven ab, die er mit einer Mittelformatkamera in Schwarz-Weiß ablichtete. Diagonal versetzt zeigt er die auserwählten Fotografien mittels Projektion auf den beiden Frontseiten des Kunstraumes, wobei der eine Projektor mit 15 Fotografien, der andere mit 21 Bildern gespeist wird. Das Besondere an den Bildern ist, dass sie Orte, Gegenstände und Situationen zeigen, die in ihrer Alltäglichkeit gerne übersehen werden. Heitz richtet seinen und damit auch den Blick des Betrachters auf die zwar vorhandenen, aber eben nicht mehr gesehenen Dinge und Orte. Das Beiläufige und gerade auch das Nichtige werden zum Ereignis, ohne spektakulär zu werden.</p>
<h3>„Bild-Skulpturen“</h3>
<p>Die einzelnen Bilder werden unterschiedlich lange gezeigt. Die Unterschiede sind zwar minimal, aber wahrnehmbar. Der Künstler hat jedem Bild eine eigene Präsenzzeit zugeteilt. Die entsprechend divergierende Projektionsfrequenz wird via Computersteuerung kontrolliert. Heitz wertet solche Projektionsinstallationen als „Bild-Skulpturen“. Wobei die Abspielgeräusche der Projektoren die skulpturale Qualität untermauern. <br />Die beiden Projektionen sind durch ein Stahlgerüst, das der Deutsche mit Hilfe eines von ihm selbst entwickelten Stahlrohr-Bausatzes zusammengebaut hat, voneinander abgetrennt. Heitz hat dieses System, das an ein Zeltstangen- oder Ikea-Prinzip erinnert, eigens für sich „erfunden“, um sensible Rauminterventionen durchführen zu können. Immer wieder fügt er die modularen Bauteile auch zu Tischen zusammen, um diese ebenfalls als „Präsentationsdisplays“ für seine Fotografien einzusetzen.</p>
<h3>Von allem Unnötigen befreiter Raum</h3>
<p>Heitz geht mit seiner Installation überaus sensibel auf die Räumlichkeit des Magazins ein. Seine Arbeiten sind spröde und erfordern eine große Wahrnehmungsbereitschaft. Die Leere des von allem Unnötigen befreiten Raumes spielt dabei eine zentrale Rolle.  Die von ihm gestalteten Räume erreichen eine fast sakrale atmosphärische Qualität. Die Heitz-Ausstellung ist eine Kooperation mit der Unternehmensgruppe Columbus, Ravensburg, und Teil des „Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst“. Kuratiert wird sie denn auch von Jörg van den Berg, dem Leiter der Columbus Art Foundation.</p>
<h3><b>Anspruchsvolles Programm</b></h3>
<p>Auch die restlichen drei Kunstpräsentationen des Magazins 4 gehen von gewohnt hohen Ansprüchen aus. Vom 2. Juni bis 26. August etwa werden unter dem Titel „Right of Refusal“ internationale Künstler unter anderem aus dem arabischen Raum gezeigt, die der Frage nach den Bedingungen für die Artikulation von Verweigerung sowohl an aktuellen Brandherden und geopolitischen Langzeitkonflikten als auch in alltäglichem Handeln und künstlerischer Produktion nachgehen. Der „Arabische Frühling“ mag als eines der Stichwörter dafür gelten. „Right of Refusal“ vereinigt Werke von beispielsweise Yasmine Eid-Sabbagh, Samir El Kordy, Jean-Luc Godard, Ulrike Müller/Sherif Sonbol, Olaf Nicolai, Simon Wachsmuth oder Arthur Zalewski. Eine überraschende bauliche Veränderung am Magazin 4 wird Felix Schramm  vornehmen, dessen Schau „Intersection“ von 8. September bis 25. November  2012 zu sehen sein wird. <br />Und den Jahresabschluss bildet die Ausstellung „Movement“. Die Gruppenschau führt vier künstlerische Positionen zusammen, die zunächst nur durch ihre elementare Geste im jeweiligen Medium verbunden sind: Zeichnungen von Silvia Bächli, Gips- und Tonplastiken von Heinz Breloh, Tanz von Anna Huber und Malereien von David Reed. Darüber hinaus macht am 27. April und am 1. Juni auch wieder die anarchische Lounge „Salon d´amour“ des Aktionstheaters Ensemble unter der Leitung von Regisseur Martin Gruber und Dramaturg Martin Ojster Station im Magazin 4.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Magazin 4 – Bregenzer Kunstverein<br /></b>Bergmannstraße 6, 6900 Bregenz<br /><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.magazin4.at/">www.magazin4.at<br /></a></span>Öffnungszeiten: Di bis So, 14.00 – 18.00 Uhr <br />Künstlerische Leitung: Wolfgang Fetz</p>
<p> </p>
<p><b>Programm 2012</b></p>
<p><b>David Heitz</b><br /><b>In Kontakt (Motive)<br /></b>Bis So, 20. Mai 2012</p>
<p><b>Right of Refusal <br />Beiträge u. a. von Yasmine Eid-Sabbagh, Adelita Husni-Bey, Samir El Kordy, Yazan Khalili, Jean-Luc Godard, Ulrike Müller/Sherif Sonbol, Olaf Nicolai, Milica Tomic, Simon Wachsmuth und Arthur Zalewski.<br /></b>Eröffnung: Fr, 1. Juni 2012, 19.00 Uhr <br />Dauer: Sa, 2. Juni bis So, 26. August 2012</p>
<p><b>Felix Schramm <br />INTERSECTION </b><br />Eröffnung: Fr, 7. September 2012, 19.00 Uhr <br />Dauer: Sa, 8. September bis So, 25. November 2012</p>
<p><b>Movement<br />Silvia Bächli, Heinz Breloh, Anna Huber, David Reed </b><br />Eröffnung: Fr, 7. Dezember 2012, 19.00 Uhr <br />Dauer: Sa, 8. Dezember 2012 bis So, 17. Februar 2013</p>
<p><b>Salon d´amour <br />Subversives. Hautnah. </b><br />Fr, 27. April und Fr, 1. Juni 2012, 20.30 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-03-09T11:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-mannigfaltigen-wege-201edruck201c-auszuueben">
    <title>Die mannigfaltigen Wege, „Druck“ auszuüben </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-mannigfaltigen-wege-201edruck201c-auszuueben</link>
    <description>Die Mitgliederausstellung 2012 der Berufsvereinigung Bildender KünstlerInnen Vorarlbergs im Bregenzer Palais Thurn und Taxis steht ganz im Zeichen des „Drucks“.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Begriff „Druck" kann vielerlei bedeuten. Er findet in der Physik genauso Anwendung wie in der Psychologie, in der Medientechnik oder Kunstproduktion. Die Berufsvereinigung der Bildenden KünstlerInnen hat es den Partizipienten der diesjährigen Mitgliederausstellung völlig offengelassen, ob sie sich dem thematisch vorgegebenen Begriff „Druck“ nun von der inhaltlichen oder der technologischen Seite nähern. Wer die Ausstellung durchschreitet, wird gewahr, dass die Teilnehmenden vom freien Zugang ans Thema regen Gebrauch machen. Assoziiert der eine oder die andere etwa bereits das Führen des Pinsels auf der Leinwand oder des Bleistifts auf dem Papier mit „Druck“, so setzen sich viele KünstlerInnen direkt mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten von Hoch-, Flach- und Tiefdruckverfahren sowie auch mit neuesten Digitaldruckvarianten auf unterschiedlichsten Trägermaterialien auseinander. <br />Rein inhaltlich und locker geht Jeanette Frei die Sache an. Ihre illustrativ-farbig hingesetzten Strandzeichnungen wollen „Entspannung“ vermitteln: „Bloß keinen Druck am Strand“ – so der Titel einer ihrer Arbeiten – sagt alles. Um Statik dreht sich die Installation von Uta-Belina Waeger: Unter dem symbolischen Druck der Decke biegen sich die von ihr in den Raum hineingezwängten Holzstecken formal zu einem reusenartigen Gebilde. Hat das Objekt eine tragende Funktion? Handelt es sich um eine Karyatide oder um einen Atlanten? Die Künstlerin überlässt die Antwort dem Betrachter.</p>
<h3><b>Warenhauscharakter</b></h3>
<p>In Anbetracht der Fülle des Materials entbehrt die Ausstellung nicht eines gewissen Warenhauscharakters. Aber es gibt viele schöne und mitunter auch schräge Arbeiten zu entdecken. Speziell ins Auge fallen etwa die „Eckstücke“ von Kurt Matt. Dabei handelt es sich um Teile einer Euro-Palette, die der Künstler mit unzähligen Schichten transparenten Lackes überzogen und dann mit per Siebdrucktechnik aufgetragenen Schriften versehen hat. Unter dem Titel „Document of Data Exchange 1-3“ wartet Barbara Anna Husar mit drei großformatigen, farbigen Digitaldrucken auf Vinylplanen auf, während von Michael Mittermayer eine Briefmarkenserie („Druck 13.1.2012“), digital gedruckt von der Österreichischen Staatsdruckerei, zu sehen ist, oder sich Ingo Springenschmid auf seine unverkennbar eigenwillige Art textuell und visuell mit der „Nord-West Ansicht der Stadt Bludenz“ auseinandersetzt.</p>
<h3><b>Arbeiten von 116 KünstlerInnen</b></h3>
<p>Insgesamt zeigen sage und schreibe 116 KünstlerInnen anhand von über 200 Werken, was ihnen zum Thema „Druck“ einfällt. Qualitativ Ansprechendes ist genauso darunter wie weniger Gutes, Schräges genauso wie Hochgestochenes, Intelligentes genauso wie Banales. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich allemal. Nicht zuletzt bietet sie auch die Gelegenheit, Arbeiten von Künstlern zu sehen, von denen man schon längere Zeit nichts mehr gesehen hat, sei dies etwa von Heinz Greissing, Signe Gehrmann oder auch Peter Kohlbacher.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>DRUCK</b> <br />Bregenz, Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis<br />Über 200 Arbeiten von 116 KünstlerInnen <br />Bis 12. Februar 2012  <br />Di-Sa 14-18, So/Fe 10-12 und 14-18 Uhr<br />www.kuenstlerhaus-bregenz.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-31T20:24:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/201ekunst.vorarlberg201c-mit-neuem-vorstand">
    <title>„Kunst.Vorarlberg“ mit neuem Vorstand </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/201ekunst.vorarlberg201c-mit-neuem-vorstand</link>
    <description>Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung hat die Künstlervereinigung Kunst.Vorarlberg am Mittwochabend ein neues Führungsgremium gewählt. Dies nachdem der alte Vorstand, wie bereits in einem Schreiben an die Mitglieder des Vereins sowie an das Land, die Stadt Feldkirch und die Sponsoren angekündigt, geschlossen zurückgetreten ist. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Dass die Chemie zwischen dem alten Vorstand und den Mitgliedern des Vereins überhaupt nicht mehr stimmig war, offenbarte sich auch im Rahmen der außerordentlichen Generalversammlung, die auf Wirtshausniveau stattgefunden habe, wie mehrere Teilnehmer berichteten. Zu Vereinsaustritten ist es aber nicht gekommen. Nach sehr emotional geführten Diskussionen wurde letztlich doch ein neuer Vorstand auf die Beine gestellt. Neuer Präsident ist der 38-jährige Konzeptkünstler und Architekt Tobias Maximilian Schnell. Sein Stellvertreter wird künftig der Lustenauer Bildhauer Albrecht Zauner sein. Die weiteren Mitglieder des Vorstands, der ab 20. Jänner operativ tätig wird, sind Oliver Bischof (Kassier), Kirsten Helfrich (Kassierstellvertreterin), Ursula Dorigo (Schriftführerin) sowie Claudia Mang (Schriftführerstellvertreterin).</p>
<h3><b>Mangelnde Wertschätzung</b></h3>
<p>Der alte Vorstand machte in erster Linie die mangelnde Wertschätzung seitens der Vereinsmitglieder für den Abgang verantwortlich. Die Ausstellungseröffnungen und Jour-fixe-Veranstaltungen seien in letzter Zeit regelrecht boykottiert worden. Die Mitglieder bestritten dies auch gar nicht und erklärten ihrerseits, die teils untergriffige und menschenverachtende Einweg-Kommunikation, die der Vorstand von oben herab vollzogen habe, sei für ihr Fernbleiben ausschlaggebend gewesen. Im Gebälk des Vereins hat es sozusagen ordentlich gekracht.</p>
<h3><b>Gräben zuschütten</b></h3>
<p>Wie der neue Präsident, Tobias Maximilian Schnell, gegenüber der KULTUR-Zeitschrift betont, will er so schnell wie möglich die Wogen zwischen den zerstrittenen Parteien glätten. Der Verein stehe gut da, ökonomisch habe der alte Vorstand gut gearbeitet, nun gelte es, die Kommunikationskultur auf eine neue Basis zu stellen. Er sehe sich hier vor allem als Integrator, der die Gräben zuschütten und nicht noch weiter aufreißen wolle. Er stellt sich in Zukunft eine Kommunikation vor, die auf Augenhöhe und nicht vertikal stattfinde, die offen sei und bei der jedes Mitglied zu Wort kommen solle. Für ihn sind die Mitglieder die Stärke des Vereins. Folglich sollen die Interessen des Vereins, sprich die Repräsentation der Kunstschaffenden und ihrer Werke in der Öffentlichkeit, künftig im Vordergrund stehen. Eine Streitkultur, die auf Sachlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung beruhe, könne da durchaus eine gute Basis darstellen, so der neue Präsident.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-19T18:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/am-anfang-stand-das-sammeln-aus-analogen-und-digitalen-headlines-fabrizierte-sprachliche-ordnungssysteme-von-veronika-schubert-im-orf-funkhaus-dornbirn">
    <title>Am Anfang stand das Sammeln: Aus analogen und digitalen Headlines fabrizierte sprachliche Ordnungssysteme von Veronika Schubert im ORF-Funkhaus Dornbirn</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/am-anfang-stand-das-sammeln-aus-analogen-und-digitalen-headlines-fabrizierte-sprachliche-ordnungssysteme-von-veronika-schubert-im-orf-funkhaus-dornbirn</link>
    <description>Auf einem der Schriftbilder von Veronika Schubert, die derzeit im ORF-Funkhaus Dornbirn ausgestellt werden, sind Sätze zu lesen wie „Ich sammle, also bin ich“ oder „Am Anfang stand das Sammeln“. Sie verweisen bereits darauf, womit sich die 1981 geborene Lustenauer Künstlerin aktuell beschäftigt: mit dem Sammeln von Headlines aus unterschiedlichsten Medien. Schubert ordnet und systematisiert Schlagzeilen und transformiert diese „Sprachfragmente“ in neue Sinnzusammenhänge und Geschichten.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die Absolventin der Kunstuniversität Linz, die seit 2009 an der Akademie der bildenden Künste in Wien einen Lehrauftrag zum Thema „Moden &amp; Styles“ inne hat, hat in den letzten Jahren aus Printmedien wie <i>Die Zeit</i>,<i> Profil</i>, <i>Der Standard</i>, <i>Tages-Anzeiger </i>und vielen anderen Hunderte, ja Tausende von markanten Überschriften ausgeschnitten und gesammelt. Für diese Headlines hat sie immer wieder neue Ordnungssysteme geschaffen. Für die Ausstellung in Dornbirn nun hat sie Sätze herausgepickt, die sprachliche Analogien aufweisen. So entsteht etwa ein Blatt, auf denen sie ausgeschnittene Schlagzeilen übereinanderreiht, die sich mit dem Reden beschäftigen: Wortgruppen wie „Da muss man reden, reden, reden“, „Einmal über alles reden“ oder „Wie gesagt...“ sind da zu entziffern.</p>
<h3>Metasprache weckt irritierende Assoziationen</h3>
<p>In anderen Satzbildern geht es um das Sammeln, um persönliche Wünsche, um Worte oder um emotionale Zustände. Herausgelöst aus dem ursprünglichen Kontext werden die Textfragmente selbst zum Inhaltsträger. Es entsteht eine Art Metasprache. Die phrasenhaften Sätze führen nicht mehr zu nachfolgenden konkreten Inhalten hin, sondern werden selbst zum Gegenstand der Sprachkonstruktion. Mit der Folge, dass für den Leser und die Leserin ganz neue, teils skurrile und irritierende Assoziationen erwachsen.</p>
<h3><b>Sammlerin und Archivarin</b></h3>
<p>Die Künstlerin erläutert ihr Vorgehen: „Als Sammlerin und Archivarin liebe ich es, mich in die Materialfülle zu stürzen. Ich sehe mich nicht als Erzählerin konkreter Geschichten, ich möchte alles so offen wie möglich halten. Gerade das Platte und Oberflächliche reizt mich an den Phrasen und Floskeln, denn sie sind nur die Träger der Emotionalität.“ Auch der Titel der Ausstellung – „Erst einmal zurück ins Funkhaus“ – entstammt aus dem Sprachfundus von Schubert. Die Künstlerin entnahm diesen so ideal zu ihrer Werkschau passenden Slogan der <i>Zeit</i>-Ausgabe vom 23. März 2006.</p>
<h3><b>Kein Medium ist vor dem Schnitt der Künstlerin sicher</b></h3>
<p>Schubert speist ihr Reservoir an Floskeln und Phrasen aber nicht nur aus Printmedien. Auch andere Medien sind vor dem Blick und dem Schnitt der Künstlerin nicht sicher. So hat sie für ihre Dornbirner Ausstellung Tausende Minuten der ORF-Sendung „Vorarlberg heute“ analysiert und seziert. Wobei sie sich hier auf die Überleitungen zu anderen Themen konzentriert hat, etwa zum Wetterbericht, zu einem Unglücksfall oder einer kriminellen Handlung. Und wenn offenkundig wird, wie ähnlich die ORF-Mannen und –Frauen beispielsweise sprachlich auf verschiedene Ereignisse hinweisen, bricht auch etwas Sprachkritik durch. Die sich ständig wiederholenden Phrasen wirken wie redundante Sprachfetzen, wie Sprachtrailer, die sich im Endlos-Loop selbst ad absurdum führen.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Veronika Schubert: „Erst einmal zurück ins Funkhaus"</b><br />ORF-Funkhaus Dornbirn<br />Bis 27. März 2012</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-14T14:57:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/vorstand-von-kunst.vorarlberg-tritt-geschlossen-zurueck">
    <title>Vorstand von Kunst.Vorarlberg tritt geschlossen zurück</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/vorstand-von-kunst.vorarlberg-tritt-geschlossen-zurueck</link>
    <description>Der Vorstand der Künstlervereinigung „Kunst.Vorarlberg“, dem derzeit Alois Galehr, Harald Gfader, Christine Lingg und Eugen Wusch angehören, sowie deren Präsident Thomas Marte wollen auf den 20. Jänner 2012 hin geschlossen zurücktreten. Dies kündigen sie in einem fünfseitigen Schreiben an, das an die 39 Mitglieder des Vereins sowie an das Land Vorarlberg, die Stadt Feldkirch und die Sponsoren verschickt worden ist. Ein Rücktrittsgrund wird im  Schreiben nicht angegeben, aber offenbar stimmt im Verein die Chemie zwischen Vorstand und Mitgliedern seit einiger Zeit nicht mehr. Auf den 18. Jänner wurde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, an der ein neuer Vorstand gewählt werden müsse, da das aktuelle Führungsgremium keinesfalls mehr zur Verfügung stehe. Am 20. Jänner soll bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch die Namensstreichung erfolgen. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In der jetzigen Zusammensetzung ist der Vorstand seit knapp zwei Jahren aktiv. Unter der vorangegangenen Vereinsleitung hat es offenbar Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung gegeben. Dem fünfseitigen Schreiben zufolge wurden die für das Jahr 2009 zuständige Kassiererin sowie die damaligen zwei Rechnungsprüfer von der Jahreshauptversammlung 2011 nicht entlastet. Ein Vorwurf, der von einigen Mitgliedern als unwahr zurückgewiesen wird. Dass die entsprechenden Personen sehr wohl entlastet worden seien, könne man jederzeit im Sitzungsprotokoll nachlesen.</p>
<h3><b>Verein saniert</b></h3>
<p>Wie aus dem vom Vorstand verfassten Papier weiters hervorgeht, wurde in den vergangenen zwei Jahren die Infrastruktur auf eine neue Basis gestellt. Ein Sekretariat wurde installiert, neue Ausstellungsrichtlinien wurden verfasst, High-Tech-Geräte angeschafft sowie eine neue Website aufgesetzt. Trotz dieser Investitionen ist es dem Vorstand den Unterlagen gemäß gelungen, durch ein striktes Kostenmanagement den Verein finanziell von einer schwarzen Null zu einem Rücklagenplus von über 7.000 Euro zu führen. Diese Arbeit wird denn auch von den Mitgliedern durch die Bank positiv bewertet, wie KULTUR durch verschiedene Telefonate herausfinden konnte.</p>
<h3><b>Kritik an der Kommunikationspolitik</b></h3>
<p>Hingegen konnten sich viele Vereinsmitglieder nicht mit der Kommunikationspolitik des Vorstandes abfinden. Die meisten Entscheidungen seien von oben herab diktiert worden, was dem basisdemokratischen Grundprinzip, nach dem der Verein einst gegründet wurde, zuwiderliefe. Nach Ansicht etwa der Kunstschaffenden und Vereinsmitglieder Cornelia Blum, Roland Adlassnigg und Arno Egger sei die Art der jetzigen Rücktrittsankündigung symptomatisch für die Kommunikation. Ohne jegliche vereinsinterne Diskussion und Absprache sei dieses Schreiben einfach nach außen verschickt worden. Dies sei nicht nur gegen die Gepflogenheiten des Vereins, sondern sie orten darin zudem ein vereinsschädigendes Verhalten, könnten doch dadurch die Sponsoren sowie das Land als Subventionsgeber für den Verein negative Konsequenzen daraus ziehen.</p>
<h3>„Auf einen Schlag alles zerstört"</h3>
<p>Die meisten Vereinsmitglieder fühlen sich durch die nicht abgesprochene Rücktrittsankündigung regelrecht vor den Kopf gestoßen. Arno Egger etwa, der doch als Intimus von Harald Gfader gilt, bezeichnete das Schreiben als „Scheißaktion“, die alles Gute, das der Verein in den Jahren seit der Gründung geleistet habe, in Misskredit ziehe. Auch Cornelia Blum vertritt den Standpunkt, dass mit diesem nach außen gerichteten Schreiben auf einen Schlag alles zerstört werde, was der Verein mühevoll aufgebaut habe.</p>
<h3><b>Schwelender Konflikt</b></h3>
<p>Zwischen Vorstand und Mitgliedern schwelt offenbar seit längerem ein Konflikt. Für etliche Vereinsmitglieder gebärdeten sich Teile des Vorstands so, als ob ihnen der Verein gehöre. Sie boykottierten folglich die Veranstaltungen des Vereins. Ein Umstand, an dem sich Vorstandsmitglied Gfader sehr stieß. Laut Gfader sind zu den großen Ausstellungseröffnungen sowie den Jour-fixe-Treffen kaum mehr Vereinsmitglieder aufgekreuzt. Er sieht seine Arbeit und die des Vorstandes damit schlecht belohnt. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das Schreiben, in dem es wörtlich heißt: „Das Positive war, dass zumindest die Vorstandsmitglieder das gleiche Ziel verfolgten, die Kunst im allgemeinen weiter zu bringen, den Verein im besonderen so weit zu stärken,  dass er aufrecht und autonom wieder funktionieren kann, um sich den gegewärtigen Herausforderungen zu stellen. Mit viel ehrenamtlichem Engagement und Liebe zur Sache, allen diesen widrigen vereinsinternen Umständen zum Trotz, ist es dem Vorstand gelungen, Kunst. Vorarlberg, trotz des minimalen Budgets, wieder auf  Linie zu bringen.“</p>
<h3><b>Kein Tropfen Blut mehr übrig</b></h3>
<p>Auf die Frage von KULTUR, warum der Vorstand denn nun konkret zurücktrete, nachdem Kunst.Vorarlberg ja nun wieder auf Kurs sei, meinte Gfader, dass er darauf nur mit „FFF“ antworten könne. Was soviel wie „feist, feig und faul“ bedeute. Gemeint seien damit die Vereinsmitglieder, für die er keinen Tropfen Blut mehr spenden würde.<br />Dies zeigt deutlich, wie tief die Gräben bereits sind. Den Vereinsmitgliedern bleibt nun wohl nichts anderes übrig, als sich zu bemühen, dass der Konflikt nicht noch mehr eskaliert, dass rasch ein neuer Vorstand gefunden wird, dass mit dem Land, der Stadt und den Sponsoren Gespräche geführt werden, um möglichst wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Denn  ungeachtet des „internen Krieges“, der momentan geführt wird, ist auch offenkundig, dass Kunst.Vorarlberg mit zahlreichen guten Veranstaltungen und Ausstellungen das Kulturklima im Land stark bereichert hat.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-03T13:29:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-skulpturale-archaik-von-alten-industriebauten-201ebergwerke-und-huetten-2013-industrielandschaften201c-von-bernd-und-hilla-becher-im-fotomuseum-winterthur">
    <title>Die skulpturale Archaik von alten Industriebauten: „Bergwerke und Hütten – Industrielandschaften“ von Bernd und Hilla Becher im Fotomuseum Winterthur </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-skulpturale-archaik-von-alten-industriebauten-201ebergwerke-und-huetten-2013-industrielandschaften201c-von-bernd-und-hilla-becher-im-fotomuseum-winterthur</link>
    <description>Das Ehepaar Bernd und Hilla Becher hat über 40 Jahre lang industrielle Anlagen ins Bild gesetzt. Am liebsten diejenigen des Ruhrgebietes. Aber sie bereisten auch Großbritannien, die USA, Belgien und andere Länder und nahmen dortige Bergwerke und Hütten in ihre „Typologie“ auf. Im Fotomuseum Winterthur sind derzeit Schwarz-Weiß-Fotografien der Bechers zu sehen, die zeigen, wie diese Industriebauten in die sie umgebende Landschaft eingebettet waren und sind. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die fotografischen Blicke der Bechers auf Bergwerke und Stahlhütten lassen keine Rückschlüsse auf den Dreck und den Lärm zu, die diese Anlagen einst umgaben. "Diese Landschaften", wie Bernd Becher sie nannte, waren für ihn "mehr Komposition als alles andere".</p>
<p><b>Undwiederbringliche Sammlung  von Industrieanlagen</b></p>
<p>Bernd Becher (1931-2007) hatte die Zechen sozusagen im Blut. Er wuchs im nordrhein-westfälischen Siegen auf, wo bereits sein Großvater und Urgroßvater die Brötchen im Bergbau verdienten. Becher studierte zunächst Malerei in Stuttgart, bevor er sich in Düsseldorf der Typologie widmete. Dort lernte er die aus Potsdam stammende ausgebildete Fotografin Hilla Wobeser (geb. 1934) kennen, die er dann 1961 ehelichte. Bernd Becher war von den Arbeitsstäten seiner Vorfahren wie elektrisiert. Zusammen mit Hilla bereiste er die Welt und hielt die Hochöfen und Kohlebunker, Gasbehälter, Wasser- und Fördertürme oder Fabrikshallen in Deutschland, Europa und in den USA in Schwarz-Weiß-Technik fest. Das Werk der Bechers ist eine unwiederbringliche Sammlung von Industriebauten.</p>
<p><b>Verschränkung von Arbeit und Leben</b></p>
<p>Es gibt kaum ein großes Ausstellungshaus, das in den letzten Jahrzehnten nicht irgendwann einmal die Bechers ausgestellt hätte. Fast immer standen dabei die Industriearchitekturen im Vordergrund, und kaum einmal die Landschaften, in die diese Architekturen integriert waren - obwohl das Fotografenpaar auch diese Industrielandschaften systematisch erfasst hat, wenn auch nicht im selben Aussmass wie die Architekturen. Genau diese Industrielandschaften nimmt aber nun das Fotomuseum Winterthur unter die Lupe. Ähnlich wie in den typologischen Mehrfachansichten und Reihungen von Konstruktionen zielt das Künstlerpaar auch in diesen Industrielandschaften auf ein vergleichendes Sehen, so Ausstellungsmacher Heinz Liesbrock. „Mehr als die bekannten einfachen Gebäude-Typologien können die Industrielandschaften unter zeithistorischen und sozialen Gesichtspunkten gelesen werden. Neben den monumentalen Funktionsbauten sind oft Wohnhäuser, Gärten und Kleingärten zu sehen, die beschreiben, wie verschränkt Leben und Arbeiten zu dieser Zeit organisiert waren und wie tief verwurzelt der Mensch in diesen stadtähnlichen Gebilden war,“ streicht Liesbrock hervor.</p>
<p>Wie Hilla Becher in einem Interview mit dem Kunstforum konstatiert (Band 201, 2010) hatte sie selber zunächst ein größeres Interesse an der Landschaft als ihr Mann. Hilla Becher: „Die Architektur ist das Hauptthema. Aber so, wie ein Biologe oder Zoologe gern wissen möchte, in welchem Zusammenhang, in welcher Vegetation und in welcher Gruppe sein Tier lebt, so interessiert uns natürlich auch, wie alles zueinander steht, in welcher Gegend das ist und wie die Häuser drumherum aussehen. Außerdem hat man ja alles miterlebt, auch das Umfeld ... Das hat mich mehr interessiert. Da waren wir etwas verschiedener Meinung. Der Bernd hat sich etwas weniger dafür interessiert. Das war aber nur graduell so, und das hat er am Ende auch aufgegeben. Er legte immer Wert darauf, dass man bei einzelnen Aufnahmen auch begreift, wie die ganze Gruppe oder das ganze Werk aussieht, wenn es geht.“</p>
<p><b>Zentralperspektivischer Bildaufbau</b></p>
<p>Bernd und Hilla Becher waren in vielerlei Hinsicht Vorreiter, die Generationen nachkommender FotografInnen prägten. Sie bedienten sich einer nüchternen Sachfotografie, um die archaische Ästhetik industrieller Bauten monumental ins Bild zu setzen. Industriearchitekturen erhoben sie zur Kunst, indem sie sie wie anonyme Skulpturen inszenierten. Um Nebensächliches auszublenden, konzentrierten sie sich auf einen zentralperspektivischen Bildaufbau. Um jeglicher Dramatik vorzubeugen, fotografierten sie bei diffusen Lichtverhältnissen. Sonnenlicht bedingte Licht- und Schatten-Spiele sollten tunlichst vermieden werden.</p>
<p><b>Schule des Sehens</b></p>
<p>Seit den 1970er Jahren gaben die Bechers ihr Wissen auch an Kunststudenten weiter. An der Kunstakademie Düsseldorf lehrten sie die rationale „Schule des Sehens“, die noch heute im Zentrum der deutschen Gegenwartsfotografie steht. Einige ihrer Schüler wie etwa Andreas Gurski, Thomas Struth, Thomas Ruff, Candida Höfer oder Axel Hütte sind mittlerweile international bekannter als die Fotopioniere selbst.</p>
<p class="callout"><b>Bernd und Hilla Becher                                                                                   Bergwerke und Hütten – Industrielandschaften<br /></b>Fotomuseum Winterthur, Halle<br />Bis 12. Februar 2012<br />Di-So 11-18, Mi 11-20<br /><a href="http://www.fotomuseum.ch/">www.fotomuseum.ch</a></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-31T11:52:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/zeichnerische-reminiszenzen-von-gottfried-bechtold-und-co-arbeiten-von-17-kuenstlerinnen-in-der-harder-galerie.z">
    <title>Zeichnerische Reminiszenzen von Gottfried Bechtold und Co - Arbeiten von 17 KünstlerInnen in der Harder Galerie.Z</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/zeichnerische-reminiszenzen-von-gottfried-bechtold-und-co-arbeiten-von-17-kuenstlerinnen-in-der-harder-galerie.z</link>
    <description>„Be kind remind“ betitelt sich die gegenwärtige Gruppenausstellung in der Harder Galerie.Z, wobei der Ausstellungstitel auch gleich Programm ist. Die Kunstschaffenden wurden eingeladen, sich zu erinnern und zumindest ein Werk aus dem sich zu Ende neigenden Jahr beizusteuern. Und auch die BesucherInnen sind zur Erinnerung aufgefordert, wurden doch sämtliche Beteiligten bereits schon einmal im Rahmen von Einzelshows präsentiert.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>17 Positionen versprechen ein Viel an Abwechslung und entsprechende inhaltliche und formale Unterschiedlichkeiten. Durch ein geschicktes Hängekonzept gelang es den Organisatoren, die große Heterogenität der Werke unter einen Hut zu bringen. Werke, die in Form, Farbe und Format Verwandtschaften aufweisen, wurden zu Gruppen zusammengefasst, stark Abweichendes durch entsprechende Platzierung „entschärft“.</p>
<p><b>Schwarze Obsessionen</b></p>
<p>Für den Besucher wird evident, dass etwa Rainer Wölzl seiner Obsession für die Farbe respektive Nichtfarbe Schwarz und seinem Spiel für das Verbergen und Verschweigen treu geblieben ist. Von ihm sind zwei Gesichter zu sehen, die mit ihren geschlossenen Augen und schwebenden Haaren in einem tiefen Schwarz zu versinken scheinen.</p>
<p>Miriam Rieker setzt mit Hilfe des Bleistiftes authentische Arbeitssituationen auf Baustellen aufs Papier. Auf ihren mit „ohne Titel“ bezeichneten Werken sind Arbeiter zu sehen, die mit Schaufeln Material einebnen oder etwa eine sich senkende Baggerschaufel, die mit Streugut gefüllt ist. Nach einer längeren Phase, in der die Ölmalerei dominiert hat, sind die nunmehrigen „künstlerischen Baustellen“ für Rieker Ausdruck einer neuen Lust am Zeichnen.</p>
<p>Auf eine Gratwanderung zwischen Zeichnung und skulpturalem Schaffen begibt sich Walter Kölbl mit seiner Arbeit „Aus dem Lot“. Seine zwei hochformatigen, goldglänzend eloxierten Aluminiumplatten sind etwas verkanntet zueinander gehängt und zeugen von einer gleichermaßen minimalistischen wie sinnlich wahrnehmbaren Qualität.</p>
<p><b>Geschlechtslandschaften</b></p>
<p>Dass der Körper noch immer für kleine Aufreger sorgen kann, zeigt wieder einmal Gottfriede „Göpf“ Bechtold, der mit schnellen, markanten Kugelschreiber- oder Filzstiftstrichen tiefe Einblicke in die weiblichen Geschlechtslandschaften gewährt. Auch Emi Rendl-Denk thematisiert das Körperhafte. Sie verweist mit ihren Beiträgen auf die Vieldeutigkeit des Körperbegriffs, - allgemein Gegenständliches wird auf den Körper fokussiert.</p>
<p>Eine ganz spezielle Position bekleidet Kirsten Helfrich. Unter dem Titel „partizipation“ hat sie zur Ausstellung drei Blätter beigesteuert, auf denen sie die Ausschreibung und den Ablehnungsbescheid zum Kunst-am-Bau-Wettbewerb der Volksschule Oberau in Feldkirch samt Logo-Bildern mit zartem Bleistiftstrich nachgeschrieben und nachgezeichnet hat.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><span class="visualHighlight"><i><b>Be kind remind<br /></b>Galerie.z, Hard<br />bis 7.1.2012<br />Di, Do 18 - 20, Sa 10 - 12 und nach Vereinbarung</i></span></p>
<p class="callout"><span class="visualHighlight"><i>Mit: Gottfried Bechtold, Bernhard Buhmann, Tone Fink, Harald Gfader, Bertram Hasenauer, Kirsten Helfrich, Walter Kölbl, Moussa Kone, Ch. Lingg, Jaybo aka Monk, Alfons Pressnitz, Norbert Pümpl, Emi Rendl-Denk, Miriam Rieker, Walter Weer, Bruno Wildbach, Rainer Wölzl</i></span></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-29T12:29:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/sangallensia-iii-die-st.-galler-galerie-christian-roellin-gibt-anhand-von-22-werken-respektive-werkzyklen-einen-auserlesenen-ueberblick-zum-schaffen-des-in-st.-gallen-lebenden-und-arbeitenden-kuenstlers-josef-felix-mueller">
    <title>Sangallensia III: Die St. Galler Galerie Christian Roellin gibt einen auserlesenen Überblick zum Schaffen von Josef Felix Müller</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/sangallensia-iii-die-st.-galler-galerie-christian-roellin-gibt-anhand-von-22-werken-respektive-werkzyklen-einen-auserlesenen-ueberblick-zum-schaffen-des-in-st.-gallen-lebenden-und-arbeitenden-kuenstlers-josef-felix-mueller</link>
    <description>Unter dem Titel „Sangallensia“ reichert die St. Galler Galerie Christian Roellin seit 2009 ihr Programm alljährlich mit einer Ausstellung an, die ausschließlich KünstlerInnen präsentiert, die einen engen Bezug zur Olma-Stadt haben. Waren in Sangallensia I und II im Rahmen von Gruppenausstellungen Kunstwerke von Andreas Berde, Alex Hanimann, Manon, Vera Ida Müller, Francisco Sierra, Roman Signer und Bernard Tagwerker zu sehen, so widmet sich Sangallensia III noch bis 22. Jänner 2012 in einer Solo-Präsentation dem Schaffen des Künstlers und Inhabers des auf bibliophile Kunstbücher fokussierten Vexer-Verlages Josef Felix Müller. 22 Werke respektive Werkzyklen des in St. Gallen lebenden und arbeitenden Müller werden ausgestellt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Mit unverblümten Darstellungen des Triebhaften, etwa seinen Nachtbildern, in denen er überlange Figuren kopulierend darstellte, gelang es dem St. Galler Künstler in den 1980er-Jahren, die Öffentlichkeit zu schockieren und einen Skandal zu provozieren, der ihn bis vor den Europäischen Gerichtshof brachte. Nach seinen „wilden Jahren“, in deren Gefolge er in den 1990er-Jahren auch die Kunst Halle St. Gallen mitbegründete, liebt er es heute gemächlicher, obwohl er, Jahrgang 1955, noch immer nicht zum alten Eisen gehört. Da seine Art, aus Linden- und anderen Hölzern mit der Motorsäge grobe, expressionistische Figuren herauszufräsen, viele Nachahmer gefunden hat, hat er sich von der Bildhauerei größtenteils verabschiedet und der Malerei zugewandt.</p>
<h3><b>Auf den Spuren der Impressionisten </b></h3>
<p>Die Art, wie er diese „neue“ Gattung pflegt, erinnert in ihren Grundzügen an die Impressionisten. Müller bewegt sich „plein air“ in der Natur. Allerdings nicht mit Staffette und Palette, sondern mit der Digitalkamera. Er fotografiert Motive wie Berge, Bäche, Quellen oder Wälder, speist sie ins Computerarchiv ein, um dann gezielt ausgewählte Sujets in langen Sitzungen in Öl auf die Leinwand zu bringen. Einer Welt überdrüssig, die sich sukzessive selbst an den Abgrund richtet, erkundet er seine persönlichen Paradiese und ermalt sich sozusagen eine von persönlichen Empfindungen getragene Gegenwelt. Eine Gegenwelt, die auf den ersten Blick der natürlichen Vorlage fast fotorealistisch die Hand reicht. Wirken die Arbeiten auf Leinwand auf den ersten Blick wie exakt reproduzierte digitale Vergrößerungen, so tun sich beim näheren Hinzutreten sinnliche, vor Plastizität geradezu strotzende und mit Öl erschaffene „Naturwelten“ auf.</p>
<h3>Auswahl erlesener Exponate</h3>
<p>Obwohl St. Gallen sein Heimatort ist und er von dort aus seine künstlerischen Umtriebe gestartet hat, ist seine jetztige Ausstellung „Sangallensia III“ in der Galerie Christian Roellin nach derjenigen im Kunstmuseum (1992) und jener in der neuen Kunst Halle (2006) erst die dritte Ausstellung in der Stadt, die dereinst vom Heiligen Gallus gegründet wurde, wie die Legende besagt. Und weil dies so ist, werden in der Galerie nicht nur die neuesten Werke präsentiert. Der Künstler hat zusammen mit dem Galeristen eine speziell auf die Räume zugeschnittene Auswahl erlesener Exponate zusammengestellt, die sich zu einer kleinen Retrospektive über die letzten zwei Jahrzehnte Müllerschen Schaffens verschränken. Die älteste Arbeit, ein in Öl auf Papier gemalter „Kopf“ datiert ins Jahr 1991. Ein „Blaues Mädchen“, 1997 aus Weidenholz geschnitten, und „Zwei Liegende“ aus bemalter Pappel (1998), die das Untergeschoss der tollen Räumlichkeiten monumental besetzen, zeugen von der expressionistischen Macht des Künstlers in der Figur. Neue Ölbilder, wie das in gleißendes, goldenes Licht getauchte Lenzerhorn („Lichträume“), beschließen einen zeitlichen Horizont, in dessen Rahmen Bild und Skulptur einen überaus sinnlichen Dialog beschreiben.<br /><br /></p>
<p class="callout"><b>Sangallensia III: Josef Felix Müller </b>–<b> Werkübersicht</b><br />Galerie Christian Roellin, St. Gallen<br />Bis 22. Jänner 2012<br />Do-Fr 14-18, Sa 12-16<br />www.christianroellin.com</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-18T16:56:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/indianerinnen-zwischen-die-beine-geschaut-siegfried-anzinger-im-bregenzer-kuenstlerhaus-palais-thurn-und-taxis">
    <title>Indianerinnen zwischen die Beine geschaut – Siegfried Anzinger im Bregenzer Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/indianerinnen-zwischen-die-beine-geschaut-siegfried-anzinger-im-bregenzer-kuenstlerhaus-palais-thurn-und-taxis</link>
    <description>Für den 1953 im oberösterreichischen Weyer geborenen und seit 30 Jahren in Köln lebenden und arbeitenden Maler Siegfried Anzinger neigt sich ein extrem produktives Jahr dem Ende zu. Im Rahmen seiner Personalen, die sich über alle vier bespielbaren Stockwerke des Künstlerhauses in Bregenz (Palais Thurn und Taxis) erstreckt, sind ausschließlich Exponate zu sehen, die heuer entstanden sind. Und es sind dies immerhin mehr als deren 100. Davon sind etwas mehr als die Hälfte Zeichnungen, die vor allem im Kellergeschoss zu sehen sind. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Anzinger hat – motivbestimmt – dafür eigens zwei „Indianerräume“ und einen Raum mit Ägyptischem im Kellergeschoss eingerichtet. Bei den anderen Werken, die sich auf die restlichen Stockwerke verteilen, handelt es sich um Leimfarbenbilder, viele davon im Großformat gemalt. Anzinger, der in den 1980er-Jahren den Begriff der „Jungen Wilden“ mitgeprägt hat, ist ein Schnellmaler. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er mit Leimfarben arbeitet. Diese Technik lässt kaum Korrekturen zu, da die Farbe rasch trocknet. Man muss das Bild quasi fix im Kopf haben und dann das Motiv in einem Guss auf die Leinwand oder andere Bildträger bringen.</p>
<h3><b>Der Leimfarben-Maler</b></h3>
<p>Früher hat Anzinger mit Acryl gemalt. Infolge einer Terpentin-Allergie hat er aber auf Leimfarbe umgesattelt. Auch der deutsche Zigeunermaler Otto Müller hat seinerzeit mit Leimfarbe gewerkt. Anzinger sagt über diese Technik: „Sie ist eigentlich eine Deko-Farbe, mit der man früher die Wohnräume angestrichen hat. Ich sah dann, dass auch die etruskische und die ägyptische Malerei in ihrem Material der Leimfarbe ähneln... Die Farbe ist körperlos. Man trägt sie dunkler auf, als sie dann austrocknet.“ (Kunstforum 207, 2011) Diese Körperlosigkeit verleiht der Farbe eine große Leichtigkeit und Transparenz. Die Bilder haben einen pastellenen Charakter und erscheinen stark lichtdurchflutet.</p>
<h3><b>Die Welt im Erregungszustand</b></h3>
<p>Der pastellenen Leichtigkeit kommt auch Anzingers Duktus entgegen. Seine Figuren, die Themen wie dem Wilden Westen, dem Paradies, der Religion oder dem Alten Äygpten entnommen sind, kommen mit einer fast Comic-artigen, spontanen Groteske daher. Sie wirken schräg, komisch, ironisch. Und immer wieder rückt das Triebhafte ins Bild. So bevorzugen es etwa auch die Indianer, die Frauen zu besteigen oder ihnen zwischen die Beine zu blicken, anstatt den Tomahawk schwingend in den Kampf zu galoppieren. Auch Indianer reproduzieren sich. Anzinger setzt das erotische Element, das so daseinsbestimmend ist, mit einer unglaublich schalkhaften, schwingenden Selbstverständlichkeit ins Bild. Bei Anzinger scheint sich die ganze Welt in einem Erregungszustand zu befinden.</p>
<h3>Große Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Kulturen</h3>
<p>Wobei es der Künstler nicht so genau nimmt mit den Kulturen. Die urkomisch wirkenden, Moped fahrenden IndianerInnen könnten durchaus auch österreichische oder europäische Figuren sein, denen er einfach Federn ins Haar gesteckt hat. Will er östliche Figurentypen visualisieren, setzt ihnen Anzinger halt einen Turban auf. In ihrem Grundverhalten sind sich die Menschen der verschiedenen Kulturen jedenfalls sehr ähnlich. Dass Anzinger immer noch zu den heißesten Eisen unter den österreichischen Malern zählt, wird in dieser wie aus einem Guss erscheinenden Ausstellung offenkundig.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Siegfried Anzinger: Werke 2011</b><br />Bis 30.12.2011<br />Künstlerhaus Palais Thurn &amp; Taxis Bregenz<br />www.kuenstlerhaus-bregenz.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-16T15:34:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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