Björk: Biophilia
Ja, sie hat’s schon gern ein bisschen exklusiver, die Frau Gudmundsdóttir. So braucht sie zur Verwirklichung ihrer künstlerischen Visionen auch jede Menge eigens für sie entwickelter Instrumente und Gerätschaften. Und was kommt heraus, wenn man das silbrige Ding ganz einfach in einen handelsüblichen CD-Player steckt? Björk natürlich. In all ihrer versponnenen und versonnenen Eigenartigkeit, mit ihren fern aller Erdenschwere dahinschwebenden Soundgespinsten, die nur manchmal durch schwere Drum’n’Bass-Einschübe ein bisschen Bodenhaftung bekommen. Aber nur, um gleich darauf wieder ins Schwerelose abzuheben. Und da ist sie auch wieder, diese unglaubliche Stimme, verletzlich, zerbrechlich, kleinmädchenhaft, hypnotisierend, scharf wie ein Messer. Sie singt mit dem und gegen all den Klingklang, das elektronische Gebrummel, Gezirpe und Gefiepse, das sie in ihrem eigenartigen Klangkosmos aufpiekst wie ein Schmetterlingssammler Schwärmer, Spinner, Eulen und Nachtfalter. Es ist ein faszinierendes Album geworden mit leicht zugänglichen und völlig abstrusen Songs. Und wer’s gern ein bisschen anders hätte, kann sich mit Hilfe der Apps ja locker seine eigenen Lieblingsversionen zusammenmischen.
(Universal/www.universalmusic.at)
