Dhafer Youssef: Abu Nawas Rhapsody
Dhafer Youssef ist von allen Oud-Virtuosen der experimentierfreudigste und er war immer schon offen für alle Arten an musikalischen Einflüssen. Nachdem er in den letzten Jahren vorwiegend mit elektronisch orientierten, nordischen Nu-Jazzern wie Eivind Aarset, Bugge Wesseltoft oder Jan Bang zusammengearbeitet hatte und auch mal mit dem Wiener Koehne Streichquartett oder dem indischen Tablavirtuosen Jatinder Thakur auf Tournee gegangen war, formierte er vor zwei Jahren ein neues, akustisches Quartett. Der New Yorker Drummer Mark Guiliana und der in Paris lebende, kanadische Kontrabassist Chris Jennings spielen sich mühelos durch die ungeraden Rhythmen und heizen das musikalische Geschehen mitunter auch mal mit treibenden Beats ordentlich an. Im 21-jährigen armenischen Pianisten Tigran Hamasyan hat Dhafer Youssef einen kongenialen Partner gefunden. Sowohl für seine instrumentalen Dialoge als auch als stimmungsvollen Begleiter für seine unglaublichen vokalistischen Exkursionen über mehrere Oktaven, die im Lauf der Jahre nichts von ihrem Gänsehaut auslösenden Effekt verloren haben und in Richtung Trance führen. Abu Nawas hätte sich über Dhafer Youssefs Adaptionen seiner Lyrik sicherlich gefreut und einen liebevollen Spottgesang auf den tunesischstämmigen Weltbürger angestimmt.
(Jazzland/Vertrieb: Universal)

