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07.02.2012 |  Peter Füssl

Dillon: This Silence Kills

Zuerst denkt man vielleicht an Joanna Newsom oder Björk, in den schrulligeren Stücken auch an Cocorosie, doch nach 43 Minuten und 2 Sekunden gibt es keinen Zweifel mehr, dass Dominique Dillon de Byington, kurz Dillon genannt, schon mit ihrem Debutalbum ihre eigene Stimme gefunden hat.

Die beiden Produzenten Thies Mynther  und Tamer Fahri Özgönenc, bekannt vom Electronic-Rock-Duo Phantom/Ghost bzw. von de Kölner Indie-Electronic-Rockern MIT, dürften maßgeblich beteiligt sein an dieser spannungsgeladenen Mischung aus analog aufgenommener Pianobegleitung und einer Vielzahl verschiedenartigster Electronica-Elemente, die Dillons Songs in ihrem Abwechslungsreichtum voll zur Geltung bringen. Die 23-jährige in Brasilien geborene, in Köln aufgewachsene und in Berlin lebende Singersongwriterin hat lauter unkonventionelle Kleinode geschrieben, denen sie mit ihrer emotionsgeladenen, manchmal mädchenhaft-naiv wirkenden, aber durchwegs ausdrucksstarken Stimme den letzten Schliff verpasst – ob chansonartige Pianoballade, burlesk Theatralisches oder Techno-Experiment. Dillons große Leistung besteht auch darin, dass dieses überbordende Sammelsurium aus kreativen Ideen niemals aufgesetzt oder exaltiert wirkt, sondern als wahrhaftiger Ausdruck ihrer vielschichtigen Persönlichkeit durchgeht. „Ein Lied zu schreiben, ist wie Kotzen, das dauert 20 Minuten. Man kotzt es aus, dann guckt man es sich an und sieht, was denn da drin war. Das wiederum aufzuarbeiten, dauert dann wesentlich länger,“ erklärt sie via Interview in „Die Welt“ mit einem sehr anschaulichen Vergleich ihre Arbeitsweise. Also: gut gekotzt, Dillon!
(Bpitch Control)

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