Johnny Cash: American VI – Ain’t No Grave
Die zehn Songs auf „Ain’t No Grave“ hat Cash zwischen dem Tod seiner geliebten June im Mai und seinem eigenen im September 2003 aufgenommen. Seine Stimme ist schon sehr gezeichnet, wacklig und brüchig, die Songs handeln alle von Abschied, Tod und erhoffter Erlösung. Cash gelingt das Paradox, diesen altbekannten Songs neues Leben einzuhauchen – etwa Sheryl Crows „Redemption Day“, Kris Kristoffersons „For The Good Times“ oder Tom Paxtons „Can’t Help But Wonder Where I’m Bound“. Sogar das fürchterlich verkommerzialisierte hawaiianische Abschiedslied „Aloha Oe“ gewinnt in seiner Interpretation nochmals seinen ursprünglich unverdorbenen Charakter zurück. Denn hier singt ein vom Tod Gezeichneter am Ende einer langen Karriere, einer, der nichts mehr zu verlieren und wohl auch nichts mehr zu gewinnen hat. Hier geht es nicht um die Regeln der Marktwirtschaft, sondern um Wahrhaftigkeit. Das ist es, was dieses Album unvergleichlich macht. Und es ist ein schönes Album, kein trauriges, denn es macht klar, dass auch im Abschied noch Kraft liegen kann.
(American Recording/Vertrieb: Universal)

