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24.04.2012 |  Peter Füssl

Lee Ranaldo: Between The Times And The Tides

„Sonic Youth“-Fans, die besonders den experimentellen Charakter der Band lieben, und all jene, die auf die neun bisherigen großteils nicht eben einfach zu konsumierenden Soloalben Lee Ranaldos stehen, werden mit „Between The Times And The Tides“ vielleicht nicht so viel anfangen können. Denn dieses Album ist tatsächlich ein Singersongwriter-Album im eher klassischen Sinn geworden, auf dem Experimente viel eher die Ausnahme als die Regel sind.

Und „Between The Times And The Tides“ ist gleichzeitig so etwas wie eine musikalische Rückbesinnung Ranaldos auf seine musikalische Sozialisierung in den 60er- und 70er-Jahren. Da irrlichtern die Stones herum und die Beatles, da werden Erinnerungen an die Byrds und an Neil Young geweckt – Ranaldo hat die Songs auf der CD als kleine Reminiszenz an die gute alte Schallplatte sogar in eine „side one“ und eine „side two“ eingeteilt. Und natürlich spielen auch Lee Ranaldos „Sonic Youth“-Erfahrungen herein, vor allem was die alternativ gestimmten Gitarren betrifft, die das Klangbild naturgemäß maßgeblich mitbestimmen. Aber etwa auch personell durch die Mitwirkung des „SY“-Drummers Steve Shelley, seines Vorgängers Bob Bert und des ehemaligen „SY“-Multitalents Jim O’Rourke. Ganz maßgebliche Rollen spielen aber „Wilco“-Gitarrist Nels Cline und der Jazz-Keyboarder John Medeski, die gemeinsam mit Lee Ranaldo den vielfältigen, reichhaltigen und melodisch schillernden Sound der zehn Songs prägen. Textlich spannt sich ein weiter Bogen von Erinnerungen an eine Jugend in den späten 60er, frühen 70er-Jahren bis hin zu „Shouts“, das von den Ereignissen auf dem Kairoer Tahrir-Platz und dem Vancouver Riot 2011 inspiriert wurde. Hier gibt’s einen neuen Lee Ranaldo zu entdecken – durchaus empfehlenswert!
(Matador/Beggars/Vertrieb: www.rottensteiner-pr.at)

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