Pierrick Pédron: Cheerleaders
Das wird sich mit dem gleichermaßen vergnüglichen wie abwechslungsreichen Konzeptalbum „Cheerleaders“ möglicherweise rasch ändern. Denn hier greift der einstmals mit Charlie Parker-Interpretationen brillierende Franzose tief in die musikalische Trickkiste. Ausgehend von den in Frankreich und den Benelux-Ländern ausgesprochen beliebten Fanfares, einer Art Blasmusikkapellen, die sich aber von jenen in den deutschsprachigen Ländern stark unterscheiden, und den sie begleitenden Cheerleadern, hat Pierrick Pédron eine Suite mit „Cheerleader-Träumen“ entworfen. Zuerst wurde mit 16 Bläsern und Perkussionisten in einem Pariser Studio der „Fanfare“-Part aufgenommen, der – mitunter auch mal stark verfremdet – stets im Hintergrund der Stücke liegt. In Brüssel legten dann im Studio des Pop-Produzenten Jean Lamoot die sieben Jazzer ihren Part darüber. So entstand ein Sammelsurium an wahnwitzigen Soundideen, spleenig-vertrackten Stilwechseln und solistischen Gemmen – ob rockige Gitarre ober boppiges Sax. Irgendwann verdichten sich dann auch die Cheerleader-Träume wie ein Hörfilm in den Köpfen der Zuhörer, wobei an jeder Ecke, pardon, nach jedem Takt, eine musikalische Überraschung lauert.
(ACT/Vertrieb: www.rottensteiner-pr.at)
