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27.07.2010 |  Peter Füssl

The National: High Violet

Vier Alben in 11 Jahren, das ist nicht eben ein rekordverdächtiger Output. Von den Kritikern geliebt, von der Masse ignoriert, wen wundert’s da noch, dass Sänger Matt Berninger seinen wunderbaren Bariton vorwiegend in melancholischen Gefühlswelten ansiedelt.

Aber auch wenn dem Quintett, das schon vor Jahren von Cincinatti nach New York emigrierte, auch mit „High Violet“ der große kommerzielle Erfolg versagt bleiben sollte, ein grandioses Album ist es trotzdem geworden. Die elf von Berninger getexteten und Aaron Dessner komponierten Songs stecken voller musikalischer Überraschungen, die sich oftmals erst nach mehrfachem Anhören eröffnen. Ausgeklügelte Soundscapes, vertrackte Rhythmen, liebevolle Detailarbeit bei der manchmal recht üppigen Orchestrierung, alles erscheint letztlich wie aus einem Guss. Die Songtexte scheinen von mehrdeutiger Tiefgründigkeit zu sein, der breite Strom an musikalischen Einfällen fließt in gemächlichem Midtempo dahin. Alles ist schön. Schön und traurig. Und trotzdem so spannend.

(4AD/Vertrieb: Edel/Rottensteiner)
 

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