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  <title>Film / Kino</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/der-diktator">
    <title>Der Diktator</title>
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    <description>Unverschämt – und unverschämt witzig ist der neue Film von Sascha Baron Cohen. Auch in der Rolle eines nordafrikanischen Diktators nimmt der britische Comedian kein Blatt vor dem Mund, macht Witze über Diktatur, Feminismus und westliche Demokratie. So richtig bissig ist das zwar nicht, aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam – vorausgesetzt man kann über Geschmacklosigkeiten lachen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Schon die Widmung ist eine Provokation: „In stiller Erinnerung an Kim Il Sung.“ Die Gangrichtung wird damit vorgegeben. Sascha Baron Cohens Humor unterschreitet konsequent die Grenzen des guten Geschmacks, alles und jeder bekommt hier sein Fett ab, dennoch entwickelt "Der Dikatator" keinen Biss, der wirklich weh tut, erfreut aber durch seine hemmungslose Respektlosigkeit.</p>
<p><b>Gaddafi + Achmadinedschad + Hussein = Aladeen</b></p>
<p>Nachdem der britische Comedian in „Borat“ in die Rolle eines kasachischen Fernsehjournalisten und in „Bruno“ mit wenig Erfolg in die eines schwulen österreichischen Fashion-Experten geschlüpft ist, präsentiert er sich nun als Diktator des nordafrikanischen Staates Wadiya. Die Anspielung auf Gaddafi ist unübersehbar, doch auch Elemente von Saddam Hussein und des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad mischt Baron Cohen in die Rolle.<br /> Wer nicht nach der Pfeife von Admiral General Aladeen tanzt, wird kurzerhand geköpft, westliche Stars holt er sich mit großzügiger Entlohnung ins Bett, baut an einer Atomrakete, um endlich Israel vernichten zu können, muss aber auch stets Attentate fürchten. <br />Als die UNO aufgrund des Atomprogramms des Diktators einen Präventivschlag gegen Wadiya in Erwägung zieht, reist Aladeen nach New York um eine Rede zu halten, gerät dort aber durch einen Attentatversuch plötzlich unter die New Yorker Bevölkerung.</p>
<p><b>Reiner Spielfilm</b></p>
<p>Sascha Baron Cohen ist nichts heilig – und davon leben seine Filme. Über Massenhinrichtungen macht er sich ebenso lustig wie über Feminismus, mit Scherzchen über Bin Laden und 9/11 sorgt der Diktator in einem Helikopter für Unruhe, der Westen wiederum ist nur am Geschäft interessiert und wenn Aladeen eine Rede über die Vorzüge der Diktatur hält, dann scheint vieles davon im Zuge von 9/11 in den USA schon längst verwirklicht worden zu sein.<br /> Schlanke 80 Minuten gibt Larry Charles dem Diktator nur – und das ist gut so. Schnell kommen die Pointen, herrlich spielt der britische Comedian mit dem politisch korrekten Denken und stellt diesem seine Unverfrorenheit gegenüber. <br />Den Biss seiner bisherigen Filme kann "Der Diktator" allerdings nicht erreichen, denn das (Pseudo)-Dokumentarische mit der realen oder auch gespielten Veräppelung von Prominenten, die bisher in die Handlung einfloss, gibt es hier nicht mehr. An der Realität orientiert sich der Film zwar, ist aber durch und durch inszeniert. Die Sprengkraft seiner bisherigen Filme geht damit verloren, auch mit Chaplins „The Great Dictator“, an den sich „Der Diktator“ sichtlich anlehnt, kann er sich nicht messen, weil Chaplin ungleich detaillierter und damit treffender und böser Hitler und seine Diktatur entlarvte.</p>
<p><b>Stars in Nebenrollen</b></p>
<p>Während Stars in Baron Cohens bisherigen Filmen teils unbewusst in sein Spiel involviert wurden, verleihen sie hier Nebenrollen starke Präsenz. Hinreißend ist Ben Kingsley als um die Herrschaft betrogener Onkel des Diktators, einen Kurzauftritt absolviert Megan Fox als Bettgespielin, etwas mehr Raum bekommt der wie immer wunderbare John C. Reilly als amerikanischer Sicherheitsbeamter, der ganz andere Pläne verfolgt. <br />Wie diese Stars aber ebenso wie Anna Faris in der Rolle einer veganen Öko-Aktivistin und Feministin nur als Stichwortgeber fungieren, dient auch die wild zusammengeflickte Handlung nur dazu Sascha Baron Cohen eine Plattform zu bieten, um ein Gagfeuerwerk abzubrennen. An diesem freilich kann man sich köstlich amüsieren, sofern man nicht allzu viel mitdenkt, sondern sich einfach dem Film überlässt.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-19T07:15:31Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-18.5.-24.5.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (18.5. - 24.5. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-18.5.-24.5.-2012</link>
    <description>Gewohnt kühl, aber ungemein präzise ist Christian Petzolds bei der heurigen Berlinale preisgekrönte DDR-Geschichte „Barbara“, die diese Woche vom Filmforum Bregenz und vom FKC Dornbirn gezeigt wird. Ein leises Drama über Trauer und Verlust bietet dagegen mit „Monsieur Lazhar“ das „Dienstagskino“ des Lindauer Club Vaudeville.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Barbara:</b> DDR 1980: Weil die Ärztin Barbara einen Ausreiseantrag gestellt hat, wird sie von Berlin in eine Provinzklinik versetzt. Weiterhin plant sie die Flucht zu ihrem westdeutschen Geliebten, muss aber ständig fürchten, dass ihr Plan auffliegt. Misstrauen bestimmt ihr Verhalten auch gegenüber ihrem Kollegen, der sich für sie zu interessieren scheint. Oder will er sie nur im Auftrag der Stasi aushören?<br />So kühl wie Nina Hoss diese Ärztin spielt, inszeniert Christian Petzold. Wie gewohnt verzichtet er auf Action, erzeugt aber durch ebenso knappe wie präzise Dialoge, durch die reduzierte, aber stimmige Einbettung ins Milieu und die gewohnt ökonomische Inszenierung, in der jede Szene, jeder Satz und jeder Blick seine Funktion haben, die geisterhaft-gespenstische Stimmung eines Landes, in dem niemand sicher ist, sondern jeder jedem misstrauen muss.<br />Nicht nur inhaltlich, sondern auch formal wird dabei das Thema der Überwachung schon in der ersten Einstellung eingeführt und zieht sich konsequent durch den Film. Trotz der historischen Komponente ist „Barbara“ aber ein universeller und zeitloser Film, der um Freiheit und Verantwortung kreist - und um die Frage, was wichtiger ist. <br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz: </b>Sa 19.5., 22 Uhr<br /><b>FKC Dornbirn im Cinema 2000: </b>Mi 23.5., 21.30 Uhr; Do 24.5., 19.30 Uhr</p>
<p><b><br />Monsieur Lazhar:</b> Eine Lehrerin hat sich in einem Klassenzimmer aufgehängt. Zurück bleibt nicht nur eine geschockte Klasse, die dringend betreut werden muss, sondern auch ein personelles Loch. Ersatz ist auf offiziellem Weg nicht so schnell zu bekommen, da meldet sich der aus Algerien stammende Monsieur Lazhar und bietet seine Dienste an. In der Not nimmt die Direktorin das Angebot an. Zunächst kommt der Migrant mit seinen altmodischen Methoden mit den Kindern nicht zurecht, doch langsam schließen sie sich gegenseitig ins Herz. Während alle anderen den Selbstmord der Lehrerin totzuschweigen versuchen, thematisiert Monsieur Lazhar den Verlust und die Trauer und lässt dabei auch in sein schweres Schicksal blicken.<br />Einen kleinen und leisen Film hat der Quebecer Philippe Falardeau gedreht. Er beschränkt sich in seiner Verfilmung eines Theaterstücks von Evelyne de la Chenelière weitgehend auf das Geschehen im Klassenzimmer, bauscht die Emotionen aber nicht auf, sondern bleibt zurückhaltend. Vertrauen kann er dabei auf wunderbar natürlich agierende Kinder und den algerischen Komiker und Schriftsteller Fellag in der Rolle des Monsieur Lazhar.<br />Wie Lazhar in seinem menschenfreundlichen Umgang die SchülerInnen aus ihrer Traumatisierung herausführt, so strahlt auch der Film in seiner Sanftheit, dem leisen Humor und dem mitfühlenden Blick auf die Menschen große Ruhe und Leichtigkeit aus. Vorsichtig balanciert „Monsieur Lazhar“ auf dem schmalen Grat zwischen echten Gefühlen und Sentimentalität, ohne je abzustürzen, wirkt allerdings in seinem Gutmenschentum und im Fehlen von Ecken und Kanten auch mehr wie ein Wunschtraum als der Realität abgeschaut.<br /><b>Club Vaudeville, Lindau: </b>Di 22.5., 20.30 Uhr<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 6.6., 20 Uhr; Fr 8.6., 22 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-17T09:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/lachsfischen-im-jemen">
    <title>Lachsfischen im Jemen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/lachsfischen-im-jemen</link>
    <description>So absurd der Titel klingt, so ernst ist er gemeint, denn ein Scheich, der begeisterter Angler ist, will im Wüstenstaat Jemen Lachse ansiedeln. Aber nicht nur im Titel prallen in Lasse Hallströms Feelgood-Movie scheinbar unvereinbare Gegensätze aufeinander.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die idyllischen Landschaften der schottischen Highlands hier, die gelbbraune jemenitische Wüstenlandschaft dort. Schon optisch arbeitet Lasse Hallström mit einem starken Gegensatz. Auf der Figurenebene wiederum stehen sich zunächst die Anlageberaterin Harriet Chetwode-Talbote (Emily Blunt) und der britische Fischereiexperte Alfred Jones (Ewan McGregor) gegenüber. Sie soll im Auftrag von Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) die Ansiedlung von Lachsen im Jemen in die Wege leiten, der Wissenschaftler hält das Projekt für völligen Schwachsinn.</p>
<p><b>Von der Screwballkomödie zur RomCom</b><br /><br />Wie sich Chetwode-Talbote und Jones – lange werden sie sich konsequent mit ihren Nachnamen anreden – trockene Rededuelle liefern, steht ganz in der Tradition der klassischen Screwball-Komödie der 30er und 40er Jahre. Da geht es nicht nur um Fakten, sondern das ist auch ein Geschlechterkampf, bei dem die Funken sprühen. Bestens aufeinander eingespielt sind Emily Blunt und Ewan McGregor, man spürt, wie die Chemie zwischen ihnen stimmt. Vorauszusehen ist, dass sich da zwei über kurz oder lang zusammenraufen werden, sich aus dem verbalen Schlagabtausch eine romantische Komödie entwickeln wird. Denn zudem ist einerseits die Ehe von Jones längst erkaltet und Chetwode-Talbotes frischer Freund gilt im Irak als verschollen.</p>
<p><b>Famose Kristin Scott Thomas</b></p>
<p>Beeindruckt ist Jones zunächst, wie Chetwode-Talbote auch die unmöglichsten Forderungen erfüllt, einsteigen will er ins Projekt aber dennoch nicht. Dazu ist schon mehr Druck nötig, der bald von der Regierung kommt. Denn auf der Suche nach einer positiven Schlagzeile aus dem Mittleren Osten stößt die PR-Agentin (Kristin Scott Thomas) des britischen Premierministers auf die Lachsgeschichte. Schnell erkennt sie, dass man damit nicht nur ein Beispiel für Völkerverständigung vermarkten, sondern auch die Sympathien der zwei Millionen britischen Angler gewinnen könnte. Als große One-Woman-Show spielt Kristin Scott-Thomas diese mit allen Wassern gewaschene Pressefrau, ihr zuzuschauen ist pures Vergnügen.</p>
<p><b>Der Scheich und der Wissenschaftler</b></p>
<p>Jones aber ist nicht nur Gegenpol zur Beraterin des Scheichs, sondern auch zum Scheich selbst. Zählen für den Wissenschaftler nur trockene Fakten, betont der märchenhafte Scheich die Menschlichkeit und den Glauben an Utopien. Am Fischen interessiert ihn eben nicht so sehr der Fang als vielmehr Geduld, Demut und Toleranz, die man hier lerne. So wandelt und öffnet sich der Brite unter diesem Einfluss und feste Überzeugungen zerbröckeln. Neu geboren wird er förmlich, lebt auf wie die im jemenitischen Fluss ausgesetzten Lachse.<br />Manche Hindernisse werden zwar zu überwinden sein, denn auch ein so gütiger Herrscher wie der Scheich hat radikale Gegner und gar arge Bocksprünge schlägt die Handlung, am guten Ende können aber nie ernsthaft Zweifel aufkommen.</p>
<p><b>Lasse-Hallström-Film</b></p>
<p>Unverkennbar ist dies in seinem Gutmenschentum und seiner zwischen zum Süßlichen tendierenden gefühlvollen Erzählweise ein Film von Lasse Hallström, dem schon vor etwa zwölf Jahren mit „Chocolat“ ein großer Erfolg gelang und der sich auch sonst auf Literaturverfilmungen von John Irvins „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ bis zu Annie Proulx´ „Schiffsmeldungen“ spezialisierte.<br />Da mag Kristin Scott Thomas noch so entfesselt spielen, wirklichen Biss entwickelt „Lachsfischen im Jemen“ kaum. Statt aufzurütteln will Hallström vielmehr die Publikumssehnsucht nach Harmonie und heiler Welt befriedigen und den Glauben stärken, dass mit unermüdlichem Einsatz auch das Unmögliche machbar ist. <br />In den zwar sorgfältig gewählten, aber auch sehr glatten Bildern des seit rund 20 Jahren in Amerika arbeitenden Schweden haben Ecken und Kanten keinen Platz. Attentäter verschwinden so unvermittelt, wie sie auftauchen, und mag auch eine Katastrophe über das Projekt und alle Beteiligten hereinbrechen, so wird am Ende doch der Triumph stehen. – Man muss eben nur lange genug gegen den Strom schwimmen.<br />Sicherlich kein großer Film ist das, aber doch sehr solide gemachte Unterhaltung alter Schule, die es versteht das Publikum zum Lachen ebenso wie zum Weinen zu bewegen.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-17T07:24:23Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/21-jump-street">
    <title>21 Jump Street</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/21-jump-street</link>
    <description>Zwei ausgewachsene Kerle werden als Polizisten in eine Highschool eingeschleust, um ein Drogenlabor auszuheben. Das ergibt eine überraschend sympathische Komödie.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Auch wenn “21 Jump Street” wie eine jener derben US-High-School-Komödien im Stil von Greg Mottolas „Superbad“ wirkt, die schon fast in die Tonart bekiffter Stoner-Filme verfallen, steckt in dieser Komödie doch einiges mehr als professionell gesetzte Pointen. Der Inhalt ist schnell erzählt: Zwei gegnerische Ex-Schüler, der übergewichtige Eminem-Verschnitt Schmidt (Jonah Hill) und Rabauke Jenko (Channing Tatum) treffen auf der Polizei-Akademie aufeinander, werden als vertrottelte Jungpolizisten zu Buddys und erhalten schließlich den Auftrag, an die High School zurückzukehren, um als Schüler getarnt ein Drogenlabor auszuheben.</p>
<p>Schon mit ihren ersten Auftritten füllen Hill und Tatum ihre Rollen mit einem Spielwitz aus, der sich ziemlich lebendig anfühlt und nichts von der sterilen Künstlichkeit hat, die derzeit etwa die Komödie „One for the Money / Einmal ist keinmal“ mit einer leidgeprüften Katherine Heigl in der Hauptrolle verbreitet. „21 Jump Street“ ist phasenweise ungemein komisch, ohne es auf die Big Points anzulegen. Als sinnvolle Erdung für die natürlich haarsträubende Geschichte dieser zwei Undercover-Cops erweist sich ein bemerkenswerter Trick. Das Drehbuch führt die beiden als eine Art working-class-Burschen in einem Schulbetrieb ein, in dem mit Muskelkraft und derben Sprüchen noch die Regeln der Coolness vorgegeben werden. Nach der Polizeiausbildung und einem zeitlichen Sprung treffen sie eine völlig andere Welt vor. Jenko, der nach alter Gewohnheit gleich einem Burschen, der sich als schwul herausstellt, einen Faustschlag verpasst, kommt dabei gar nicht gut an. Wie sich Jenko und Schmidt nun an Nerds und transgressiven Rollenbildern orientieren müssen, sorgt dabei für mehr Witz als eine (ohnehin pointenlos inszenierte) Autoverfolgung oder ein paar Standards der gross-out-comedy, die vorwiegend mit Geschmacklosigkeiten und Körperflüssigkeiten arbeitet. „Make something irrespondible to earn their trust“, sagt ein überfragter Hill einmal. Diese Strecken kultureller Abgleiche sind die interessantesten und witzigsten Teile des Films.</p>
<h3>Kein Grund zur Läuterung</h3>
<p>Interessant ist auch, wie Jonah Hill, der in „Superbad“ noch rund 20 Kilo schwerer war, an Präsenz gewonnen hat. In „21 Jump Street“ ist er nicht auf die Rolle des dummen Dicken festgelegt, sondern spielt als Teil dieses seltsamen Paares auch den Sensiblen, wobei beide Figuren in all dem Nonsens auf groteske Weise an „menschlicher Tiefe“ gewinnen. Was auch immer „21 Jump Street“ mit der gleichnamigen Fernsehserie zu tun hat, in der ein junger Johnny Depp offenbar seinen schauspielerischen Durchbruch feierte, ist nicht wirklich wichtig. Die Macher des Films, Regisseur Phil Lord und Drehbuchautor Michael Bacall („Scott Pilgrim vs. the World“) haben ein ganz eigenständiges Werk geschaffen. An popkulturellen Verweisen fehlt es dennoch nicht: Ice Cube mimt als Prediger in einer als Kirche getarnten Polizeistation einen Ausbildner, der junge Polizisten in jugendliche Milieus einschleust. Seinen Fans aus dem Gangsta-Hip-Hop dürfte sein deftiger Auftritt durchaus Freude bereiten. Den Ton geben aber dennoch die neuen soften Kids, und wesentlich auch die Mädchen, der Schule an. Geläutert (bzw. erwachsen) muss deshalb aber natürlich keine der Figuren diese Komödie verlassen, so viel Unsinn darf sein.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-10T19:01:45Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-11.5.-17.5.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (11.5. - 17.5. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-11.5.-17.5.-2012</link>
    <description>Mit „Le gamin au vélo - Der Junge mit dem Fahrrad“ zeigt das Filmforum Bregenz diese Woche das neue Meisterwerk der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne. Im Takino Schaan steht dagegen die argentinische Tragikomödie „Un cuento chino – Chinese zum Mitnehmen“ auf dem Programm.
</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Le gamin au vélo - Der Junge mit dem Fahrrad:</b> Von der ersten Szene an packen die Brüder Dardenne den Zuschauer mit ihrem neuen Film. Die Direktheit der Inszenierung, die Nähe der Kamera, das Tempo des Schnitts lassen kein Wenn und Aber zu. Gebannt und bewegt folgt man über knapp 90 Minuten dem etwa 12-jährigen Cyril (großartig: Thomas Doret), der nicht wahrhaben will, dass sein Vater ihn in ein Kinderheim abgeschoben hat. Immer wieder haut er ab, um den Vater ausfindig zu machen, doch dann trifft er auf die Friseurin Samantha, die die innere Not, die Wut und Verzweiflung des Jungen bewegt. Sie nimmt ihn auf, versucht Cyril die Schönheiten des Lebens zu vermitteln, doch er bricht immer wieder ihr Vertrauen.<br />Mit Cécile de France als Samantha besetzte das belgische Regieduo erstmals die Hauptrolle mit einem Star, erstmals spielt ein Film der Dardennes auch nicht im Winter, sondern im Frühling. Märchenhaft ist auch die Güte der Friseurin und doch ist dies unverkennbar ein Film der beiden Meisterregisseure.<br />Wie in „Rosetta“ oder „L´enfant“ kehren sie die Getriebenheit und Unruhe Cyrils mit ihrem dynamischen Erzählstil nach außen und wieder geht es um einen sozial am Rande stehenden jungen Menschen. Doch Musik, die aus den Filmen der Dardennes früher ganz verbannt war und in „Le silence de Lorna“ nur am Ende eingesetzt wurde, erklingt nun öfter, auch wenn nur mit einzelnen Akkorden besonders schmerzliche Momente im Leben des Jungen akzentuiert werden. Und wie in Aki Kaurismäkisi „Le Havre“ oder Robert Guédiguians „Schnee auf dem Kilimandscharo“ werden auch hier Solidarität und Humanität beschworen, durch die trotz allem ein glückliches Leben möglich scheint.<br /><b>Filmforum im Metrokino Bregenz:</b> Fr, 11.5. + Sa, 12.5. jeweils 22 Uhr<br /><b>FKC Dornbirn im Cinema 2000:</b> Mi 27.6., 21.30 Uhr + Do 28.6., 19.30 Uhr<br /><br /><br /><b>Un cuento chino – Chinese zum Mitnehmen: </b> Nach einer irritierenden Eröffnungsszene, die eine klamaukige Komödie erwarten lässt, schlägt der Argentinier Sebasian Borensztein leisere Töne an. Lakonisch und unaufgeregt schildert er das Leben des wortkargen Eisenwarenhändlers Roberto (Ricardo Darin). Soziale Kontakte scheint er kaum zu kennen, Kunden behandelt er unfreundlich, sein einziges Hobby besteht im Sammeln von schrägen Unfallberichten, die er in Zeitungen findet.<br />Gehörig durcheinander gebracht wird Robertos Leben, als ihm eines Tages ein junger Chinese vor die Beine fällt. Verständigen können sich die beiden nicht, an der Adresse, die der Chinese auf dem Arm eintätowiert hat, wohnt längst ein anderer, im Polizeirevier will man Jum in eine Zelle stecken, die Botschaft erklärt sie werde versuchen den Onkel zu finden, doch vorerst müsse er Jum mitnehmen. – So nimmt Roberto – oder „Eroto“ wie Jum ihn stets nennt – den Chinesen vorübergehend bei sich auf.<br />Altbekannt und ausgelaugt ist das Thema von zwei gegensätzlichen Menschen, die durch den Kontakt sich näher kommen und sich für die Welt öffnen. Viel neues zu diesem Thema bringt „Chinese zum Mitnehmen“ nicht, besticht aber durch den melancholisch-warmherzigen Erzählton, den mitfühlenden Blick auf die Menschen und einen wunderbaren Ricardo Darin. Alles andere als sympathisch mag diese Figur zunächst sein, doch langsam wächst sie einem ans Herz in diesem ebenso sanften wie menschlichen Film, der auf das große Spektakel verzichtet und ganz auf den Culture-Clash der beiden einsamen Männer baut. Am Ende offenbart nicht nur Roberto mittels Dolmetscher ein tiefes Trauma, sondern auch Yum gibt Preis, was ihn nach Argentinien verschlagen hat - womit der Film auch schön zur Eröffnungsszene zurückkehren kann.<br /><b>Takino Schaan:</b> Fr 11.5. - Di 15.5. – jeweils 20.30 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-10T09:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/50-50">
    <title>50/50</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/50-50</link>
    <description>Adam, ein junger Mann aus Vancouver, erkrankt an Krebs. Seinen Leidensweg gestaltet Regisseur Jonathan Levine ganz im Stil der Tragikomödie als amüsant-tröstliche Reise durch menschliche Beziehungen, die nicht immer verständnisvoll sind.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Eigentlich mutet „50/50“ seinem Helden Adam (Joseph Gordon-Levitt) ungeheures zu. Dass der 27jährige an Krebs erkrankt, ist nur eine Sache. Dass er dabei seine Verwandtschaft und Freunde und auch noch das Publikum im Stil eines feel-good-movies unterhalten muss, eine andere. Regissebryur Jonathan Levine folgt in seiner Inszenierung einer eisernen Regel Hollywoods: Film darf nicht wehtun, auch wenn dessen Themen noch so dramatisch oder traurig sind. Mit dem Genre der Tragikomödie findet „50/50“ damit ein ideales Terrain, um niemand mit seinem schwer erkrankten Protagonisten zu vergrämen. Nach jedem Schmerz ein müder Scherz. Und jedes Mal, wenn einem ein Moment tatsächlich zu nahe gehen könnte, dreht das Drehbuch rechtzeitig ab, während einsetzende Klaviermusik Gefühle geschickt kanalisiert. Adam nimmt es gelassen, was sonst: In seinem tiefsten Inneren weiß auch er, dass am Ende nur ein Happy End stehen kann.</p>
<h3>Sympathischer Film</h3>
<p>Auch wenn es anders klingen mag, „50/50“, übrigens im wolkenverhangenen Vancouver gedreht, ist gar kein schlechter Film. Sympathisch, frei von Sentimentalitäten, mit stillem Humor und einer Treffsicherheit besonders in der Beziehung Adams zu seiner fürsorglichen, aber ständig grenzüberschreitenden Mutter (Anjelica Huston), schafft Levines Inszenierung es, eine durchaus eigenständige Tonart zu entwickeln. Mit Joseph Gordon-Levitt fand man zudem einen Darsteller, der ungewöhnlich schlicht und uneitel diese Rolle ausfüllt. Die größte Glaubwürdigkeit gewinnt der Film darin, wie er das Verhältnis des Kranken zu seiner Umwelt darstellt. In dem Moment, wo Normalität verschwindet und er Unterstützung bräuchte, wird sie ihm versagt. Zu sehr scheint jeder mit sich beschäftigt oder nicht in der Lage, adäquat zu reagieren. Seine Freundin (Bryce Dallas Howard) ist schlicht überfordert, nunmehr mit einem Mann, der sich nach Chemotherapien nächtens übergibt und dem die Haare ausfallen (die er vorsorglich schon selbst rasiert hatte), zusammen zu sein. Als er seiner Mutter von der Krebserkrankung erzählt, reagiert sie zuerst mit einem Vorwurf: warum er ihr erst jetzt davon erzähle. Adams Freund schließlich, Kyle, dargestellt von Seth Rogan, nutzt die Chance, um mit Adam neue Aufrissmethoden zu erforschen: Hallo, ich bin krebskrank. Abgesehen von Rogans Rolle, die nicht minder derb ausgefallen ist wie seine schauspielerische Präsenz, und sich gar nicht in diese Geschichte einfügen will, erzielt „50/50“ mit seinem traurigen, stillen Helden in einer Welt voller Egos die meisten Punkte. Dass er schließlich mit seiner Therapeutin (Anna Kendrick) doch noch eine empathisch Person kennen lernt, hat er sich somit verdient. Völlig distanziert bleibt hingegen Adams Verhältnis zu seiner eigenen Erkrankung, so, als würde es darum gar nicht gehen.</p>
<p>Dass das Drehbuch selbst Angst hat, jemanden weh zu tun, könnte daran liegen, dass der Autor seine eigene Geschichte darin verfasst hat. So wie Adam erkrankte Will Reiser an einem Tumor an der Wirbelsäule und konnte nach einer Operation genesen. Seltsame Randnote des Films ist, dass Seth Rogan im richtigen Leben ein Freund Reisers ist, sich also quasi selbst spielt. Seltsam auch, dass gerade Rogan so deplatziert wirkt. „50/50“ bietet nette Unterhaltung mit einem ernsten Thema, das letztlich niemand weh tut.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-04T08:11:55Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-7.5.-13.5.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (4.5. - 10.5. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-7.5.-13.5.-2012</link>
    <description>Mit „Die Summe meiner einzelnen Teile“ zeigt das Filmforum Bregenz diese Woche den neuen Film des Vorarlbergers Hans Weingartner. Ein fast 30 Jahre alter Film von Woody Allen steht dagegen mit „Zelig“ auf dem Programm der „Woody Allen“-Reihe am Spielboden Dornbirn.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Die Summe meiner einzelnen Teile:</b> Martin wird aus der psychiatrischen Anstalt entlassen. Die Freundin ist weg, den alten Job will man ihm aufgrund seiner psychischen Labilität nicht mehr geben. Kein Wunder, dass er in diesem neuen Leben nicht Fuß fassen kann. Bald ist auch die Wohnung weg, doch dann trifft er den zehnjährigen Ukrainer Viktor. Gemeinsam leben sie vom Einsammeln von Leergut und ziehen sich bald in die Wälder zurück. Hier scheint Martin wieder Stabilität und Lebensmut zu finden, doch früher oder später muss er dieser Unterschlupf auffliegen.<br />In seinem vierten Spielfilm verknüpft Hans Weingartner Themen seines Debüts „Das weiße Rauschen“ mit solchen seines zweiten Spielfilms „Die fetten Jahre sind vorbei“. Wieder steht eine psychisch labile Person im Mittelpunkt, doch auch die Gesellschaftskritik kommt nicht zu kurz. Weingartner ist nah dran an seinem von Peter Schneider großartig gespielten Protagonisten, macht intensiv dessen psychische Verfassung erfahrbar. <br />Erst im letzten Drittel, wenn die pädagogische Ader des Vorarlberger Regisseurs wieder zum Tragen kommt, verliert dieses in seiner Rohheit und seinem harten Realismus aufregende Psychodrama an Dichte.<br /><b>Filmforum im Metrokino Bregenz: </b>Fr 4.5., 22 Uhr</p>
<p><br /><b>Zelig:</b> 70 Minuten ist dieser gefälschte Dokumentarfilm von Woody Allen nur lang, erzählt wird aber mehr als in den meisten doppelt so langen Filmen. Denn das Leben des von Allen erfundenen und auch gespielten Leonard Zelig (Woody Allen) ist untrennbar mit der amerikanischen und europäischen Geschichte von 1920 bis 1935 verknüpft.<br /> Nur beliebt sein möchte der in seiner Jugend ständig unterdrückte kleine Mann und entwickelt deshalb eine phänomenale Fähigkeit sich an die Umwelt anzupassen: Unter Chinesen wird er zum Chinesen, unter Ärzten zum Arzt, mal ist er Demokrat, mal Republikaner, wird in Frankreich von den Intellektuellen gefeiert und stört eine Audienz von Papst Pius XI. ebenso wie eine Rede Hitlers. - Ein Konformist, der Mensch der modernen Massengesellschaft schlechthin, ist Zelig, von den Medien wird er zum Helden aufgebaut und wenig später in Skandale verwickelt und heftig attackiert.<br />Fantastisch hat Allen den Stil der alten Wochenschauen nachinszeniert, verzichtet auf Dialoge und lässt einen Kommentator Zeligs Geschichte erzählen. Ergänzt wird diese Erzählebene durch Statements von Bruno Bettelheim, Susan Sontag und Saul Bellow, die dem Film zusätzliche Authentizität verleihen sollen. - Ein Zeitporträt, ein Menschenporträt, eine mit Gags gespickte Satire, ein typischer Allen-Film mit trostloser jüdischer Kindheit, Sexual- und Beziehungsproblemen der Hauptfigur und ein Meisterwerk filmischer Fälschung, das den Realitätsgehalt aller Dokumentarfilme gründlich in Frage stellt.<br /><b>Spielboden Dornbirn: </b>Do 10.5. + Di 22.5. – jeweils 20.30 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-03T09:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-30.4.-6.5.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (30.4. - 6.5. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-30.4.-6.5.-2012</link>
    <description>Ein starkes Sozialdrama aus der Schweiz läuft mit „Sister“ diese Woche im Takino Schaan, ein klassisches Mantel- und Degenabenteuer, das Peter Madsen und ein Teil seines CIA musikalisch begleitet, gibt es mit „The Mark of Zorro“ dagegen am Spielboden Dornbirn zu sehen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Sister:</b> Mit ihrem Debüt „Home“ gelang der Westschweizerin Ursula Meier ein internationaler Erfolg. Auf diese Familiengeschichte am Rande einer Autobahn, einen Film, der in der Horizontalen spielte, lässt sie mit „Sister“ einen vertikal aufgebauten Film folgen. Zwischen dem Skigebiet und dem Tal pendelt die Handlung – und im Oben und Unten spiegelt sich auch die soziale Spannung. Oben lebt die Freizeitgesellschaft, unten lebt man in Armut, geht es ums nackte Überleben. Der 12-jährige Simon (Kacey Mottet Klein) versucht sich und seine ältere „Schwester“ (Lea Seydoux) durchzubringen, indem er im Skigebiet klaut und Skis und Accessoires anschließend im Tal verkauft. <br />An die belgischen Dardenne-Brüder erinnert nicht nur die Fokussierung auf junge Protagonisten, die sozial am Rande stehen, sondern auch die von Agnès Godard hautnah geführte Kamera, die nie einen Überblick gewährt. Großartig in der Hauptrolle ist Kacey Mottet Klein, der allein schon in seinem Blick die Verlorenheit Simons, aber auch seine Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit zum Ausdruck bringt. Doch Gefühle scheint man in dieser Welt nur gegen Geld zu bekommen und so sieht man immer wieder Geld, das den Besitzer wechselt. Einen traurigeren Moment als den, in dem Simon seine Schwester bezahlt, um mit ihr kuscheln zu dürfen, kann man sich kaum vorstellen. – Ein starkes Sozialdrama, das auch aus dem filmisch unverbrauchten Milieu Überzeugungskraft gewinnt.<br /><b>Takino Schaan:</b> Mo 30.4., 20.30 Uhr; Di, 1.5., 20.30 Uhr<br /><br /><br /><b>Peter Madsen and CIA play Silent Movies: The Mark of Zorro: </b>Nachdem sich Douglas Fairbanks in den 1910er Jahren mit modernen Komödien einen Namen gemacht hatte, wandte er sich 1920 mit der Verfilmung des nur ein Jahr zuvor erschienenen Zeitschriftenromans „The curse of Capistrano“ dem Mantel- und Degenfilm zu. Der Film spielt um 1820, im Mittelpunkt der Handlung steht der von Fairbanks gespielte Don Diego. Nach seiner Erziehung in Spanien kehrt er als scheinbar feiger Adeliger in seine kalifornische Heimat zurück. Er scheint sich nicht um die Machenschaften des verbrecherischen Gouverneurs zu kümmern, der Don Diegos Vater aus seinem Amt getrieben hat. Doch heimlich kämpft er als maskierter Mann unter dem Namen Zorro gegen das Unrechtsregime.<br />Sichtlich mit Lust inszeniert (Regie: Fred Niblo) und gespielt bereitet dieser rasante Mantel- und Degenfilm auch heute noch großes Vergnügen. Action und Humor gehen hier fließend ineinander über und der große Erfolg des Films veranlasste Fairbanks sich anschließend ganz diesem Genre zu widmen. Obwohl mehrere Remakes gedreht wurden, unter anderem 1940 mit Tyrone Power und 1998 mit Antonio Banderas in der Hauptrolle, gilt immer noch die Fairbanks-Fassung als die beste Verfilmung des Stoffes. <br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Mi 2.5., 20.30 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-26T09:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-23.4.-29.4.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (23.4. - 29.4. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-23.4.-29.4.-2012</link>
    <description>Im Filmforum Bregenz laufen diese Woche Karl Markovics´ starkes Regiedebüt „Atmen“ und Phyllida Lloyds Biopic über Margaret Thatcher „The Iron Lady“, das aber auch eine großartige und zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnete Meryl Streep nicht retten kann.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Atmen:</b> Der 19-jährige Roman (Thomas Schubert) büßt eine fünfjährige Haftstrafe ab. Um sich auf das Leben danach vorzubereiten, darf er als Freigänger in einem Bestattungsunternehmen arbeiten – und findet gerade im Kontakt mit dem Tod ins Leben zurück.<br />Einfach und geradlinig erzählt Karl Markovics diese Geschichte einer Befreiung und zweiten Menschwerdung. Die wortkarge und nüchterne Inszenierung korrespondiert kongenial mit dem Charakter des von Thomas Schubert gerade in seiner Zurückhaltung und Sprachlosigkeit großartig gespielten Protagonisten. In kalten Farben, wiederkehrenden Einstellungen von engen Gängen und dem sich wiederholenden Alltag, der immer wieder in statischen Totalen eingefangen wird, kehrt Kameramann Martin Gschlacht die Isolation und innere Gefangenheit nach außen. Trotz Cinemascope-Format stellt sich hier kein Gefühl der Freiheit, sondern vielmehr der Beklemmung und Verlorenheit ein. Und so verschlossen wie Roman ist zunächst auch der Film, bietet erst langsam Einblick in die Biographie des Jugendlichen, öffnet sich dann aber immer mehr und bringt am Ende auch die Tat ans Licht, die zur Haftstrafe führte.<br />Markovics versucht nicht zu emotionalisieren, zieht den Zuschauer aber gerade durch die Sachlichkeit und den genauen, fast dokumentarischen Blick in die Befindlichkeit seines Protagonisten. Jede Einstellung und jeder Schnitt sind hier überlegt gewählt und auch die Konsequenz, mit der sich Motive wie das Atmen oder auch die Zugfahrten zwischen Gefängnis und Arbeitsstelle durch den Film ziehen, verleihen „Atmen“ große Dichte und machen diese Studie zu einem Debüt von seltener Reife. <br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 25.4., 20 Uhr; Fr 27.4., 22 Uhr</p>
<p><br /><b>The Iron Lady – Die Eiserne Lady:</b> Biopics sind bei Schauspielern sehr beliebt. Gute Preis-, im speziellen Oscar-Chancen hat man, wenn man sich die porträtierte Person ganz einverleibt, ihre Gesten, ihren Gang, ihre Blicke und den Sprachduktus trifft. Dass man auch physiognomisch der realen Figur möglichst entspricht, ist dagegen Aufgabe der Maskenbildner. Aufgegangen ist diese Rechnung auch bei Phyllida Lloyds Film über Margaret Thatcher, wurden doch Meryl Streep für ihre Darstellung der „Eisernen Lady“ und das beste Make-up mit den begehrten Goldstatuetten ausgezeichnet.<br />Diese Auszeichnungen hat sich der Film bzw. Streep auch redlich verdient, den Rest kann man aber getrost vergessen. Vom Ende her aufs Leben zurückblicken zu lassen ist zwar eine beliebte Erzählstrategie, hier scheint aber Lloyd die Demenz der alten Misses Thatcher zu nützen, um konfus von Szene zu Szene zu springen. Hinter der Protagonistin muss alles zurücktreten, gezeigt werden soll vor allem, wie eine Frau in einer Männerwelt ihren Weg gegangen ist.<br />Alle wichtigen Momente im Leben der frühen britischen Premierministerin werden dabei zwar angerissen, aber nichts wird vertieft, keine Hintergründe beleuchtet. Dass Thatcher auch im Zentrum der Kritik stand, kann der Film nicht verschweigen, doch letztlich ist er entschieden hagiographisch, feiert seine Protagonistin, degradiert die Gegner zu kurzsichtigen Ignoranten angesichts der Entschlossenheit mit der hier eine Frau, ganz in der väterlichen Aufforderung „Gehe deinen eigenen Weg“ aufgeht. In seiner Einseitigkeit ist dieser Film aber verlogen und prägt damit weltweit beim Kinopublikum ein falsches Bild von Margaret Thatcher.<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Do 26.4., 20 Uhr; Sa 28.4., 22 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-22T09:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/in-the-land-of-blood-and-honey">
    <title>In the Land of Blood and Honey</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/in-the-land-of-blood-and-honey</link>
    <description>Eine Liebesgeschichte zwischen einem Serben und einer Bosnierin wird in Angelina Jolies Kriegs-Drama zur Allegorie auf einen mörderischen Krieg. Ein ambitionierter Film, dessen Emotion der Analyse des Geschehens aber im Weg steht.
</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Angelina Jolies Regiedebüt ist aus der Emotion geboren. Der Bosnienkrieg, in der Tat kein einfacher Stoff, wird zum Schauplatz von Massenvergewaltigungen und sadistischen Tötungen. Wo Opfer sind, muss es aber auch Täter geben. Bei Jolie sind die Parts klarer verteilt, als die Wirklichkeit es zulässt. Jolies Dramaturgie orientiert sich vor allem entlang der Sprach- und Religionsgrenzen. Den Bosniern wird die Opferrolle, den Serben die der Täter zuteil. Eine Welt wie diese, die schon alle Antworten parat hält, läuft aber leicht Gefahr, in Schablonen zu erstarren. So passiert es auch in „The Land of Milk and Honey“. Was sich hier an düsteren und um „authentische“ Bilder bemühten Kriegsgeschehen abspielt, mag für den Inszenierungswillen eines Stars, der aus dem Hollywood-System stammt, durchaus bemerkenswert sein. Versuche, zu erfassen, was diesen Krieg angetrieben hat, bleiben aber auf der Strecke. Was wir zu sehen bekommen, sind vor allem die Überschreitungen dieses Krieges: „Ethnische“ Säuberungen, in Lagern zusammengetrieben Frauen, Mordlust in den Augen. Allein, die Emotion schärft den Blick nicht wirklich.</p>
<h3>Empörung - ein schlechter Berater</h3>
<p>Ambivalenter wird das Geschehen in den beiden Hauptfiguren, die sich Jolie als Handlungsträger einer unmöglichen Liebe ausgedacht hat. Und, in der Tat, Zana Marjanovic in der Rolle der Bosnierin Ajla und Goran Kostic als serbischer Soldat Danijel, tragen schwer an dieser Aufgabe. Da es neben ihnen außer Abziehbildern keine weiteren ernstzunehmenden Charaktere gibt, müssen Ajla und Danijel selbst sehr exemplarisch vorführen, was es in diesem Krieg hieß, Bosnierin und Serbe zu sein. Diese Repräsentanz des Nationalen wird aber gebrochen durch ein Liebesverhältnis, das letztlich abgründiger wirkt als der Krieg selbst. In diesem Punkt sorgt „In the Land of Blood and Honey“ tatsächlich für Irritationen. Sollte das Paar, das durch die Fronten getrennt wurde und sich nun in diesem Frauenlager wieder als Opfer und Täter begegnet, tatsächlich ein echtes Gefühl verbinden? Danijels schützende Haltung wird immer wieder von Drohgebärden konterkariert, während Ajla in diesen Szenen selbst recht indifferent wirkt. Geht es hier noch um die Frage, wie weit der Einzelne helfen konnte, ohne seine eigene Sicherheit zu gefährden, oder bereits um seltsame Spiele der Macht, in einer Situation von Demütigungen und dem totalen Zugriff auf das Leben anderer? Der Ausgang dieser Beziehung lässt immerhin eine Vermtung zu. Insgesamt ist „In the Land of Blood and Honey“ von Jolies Bemühen geprägt, Bilder für einen Krieg zu finden, dessen "erweiterte Kriegsmethoden" wie systematische Massenvergewaltigungen sich der menschlichen Ratio entziehen. Es scheint, als wäre die Distanzlosigkeit der UNHCR-Sonderbotschafterin aber der Grund, warum dieses Projekt seinen Ambitionen nur in geringem Maß zu entsprechen vermag. Auch wenn die Empörung jeder Zuseher teilt – ein guter Berater, um präzise Bilder für deren Ursache zu finden, ist sie offensichtlich nicht.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-19T23:35:31Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-16.4.-22.4.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (16.4. - 22.4. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-16.4.-22.4.-2012</link>
    <description>Am Spielboden Dornbirn startet diese Woche die Queerfilmreihe, in deren Verlauf je zwei Filme mit schwuler, lesbischer und Transgender-Thematik gezeigt werden. Ein schillernder und im besten Sinne verstörender Klassiker läuft dagegen mit Nicholas Roegs australischem Abenteuer „Walkabout“ im Kunstmuseum Liechtenstein.
</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Stadt Land Fluss: </b>Zurückhaltung kennzeichnet das Debüt des jungen deutschen Filmemachers Benjamin Cantu. Schon fast eine Provokation ist es, wie lange er sich in  darauf beschränkt den Alltag in der 60 Kilometer südlich von Berlin gelegenen Agrargenossenschaft „Die Märker“ zu schildern. Man sieht die Jugendlichen, die hier zu Bauern ausgebildet werden sollen, bei Stallarbeiten, bei der Ernte, beim Bewässern der Felder oder bei Besprechungen mit ihrer Vorgesetzten.<br />Erst langsam entwickelt Cantu aus dem Dokumentarischen heraus eine Geschichte, rückt den aus schwierigen familiären Verhältnissen stammenden Marko und Jakob, der eine Banklehre hingeschmissen hat, in den Mittelpunkt. In kleinen Gesten kommen sie sich näher und unterdrückt Marko zunächst noch seine Gefühle, so finden sie in einem Ausbruch aus der Provinz nach Berlin doch zueinander.<br />Ganz von der genauen Beobachtung des Alltäglichen, von Blicken und kleinen Gesten und der bestechenden Integration des realen Hintergrunds und der realen Menschen – nur Jakob und Marko werden von Schauspielern verkörpert - in die fiktive Geschichte lebt dieser Film und beglückt durch den Verzicht auf jede Dramatisierung. Vorwerfen könnte man „Stadt Land Fluss“ höchstens, dass in der Betonung der Selbstverständlichkeit einer homosexuellen Liebe der Einfluss der produzierenden Salzgeber &amp; Co Medien, die auf schwul-lesbische Themen spezialisiert sind, nicht zu übersehen ist.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Mi 18.4., 20.30 Uhr<br /><b>Weitere Filme in der Queerfilmreihe: </b>Wo waren wir Frauen, als die Männer zum Mond flogen (17.4.); The Ballad of Genesis and Lady Jaye (20.4.); Romeos (25.4.); Patrik 1,5 (26.4.); Herbstgefühle (28.4.)</p>
<p><b><br />Walkabout: </b>Nicholas Roeg machte sich zunächst in den 1960er Jahren als Kameramann bei Filmen von Richard Lester, John Schlesinger und Roger Corman einen Namen, von seinen Regiearbeiten kennt man vor allem den Thriller „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. In seinem 1970 entstandenen Regiedebüt erzählt der Brite von zwei verlassenen Kindern, die im australischen Outback auf einen jungen Aborigine treffen, der sich auf seinem Walkabout, seiner dreimonatigen Initiationsreise befindet. Eine Verständigung mit Worten ist nicht möglich, doch der Aborigine kümmert sich um die Kinder, führt sie durch fantastische Landschaften, deren Schönheiten auch das Mädchen entdeckt...<br />Die faszinierenden Bilder der Wanderung, die von einem eigenwilligen Soundtrack begleitet werden, kontrastiert Roeg mehrfach mit Werbung für Zivilisationsgüter, die aus dem Transistorradio der beiden Kinder zu hören ist, aber auch mit der erwachenden Sexualität des Mädchens, das den Aborigine zu begehren beginnt, spielt der Film.<br />Offen zu Tage liegt der Culture-Clash und die Zivilisationskritik, die hier geübt werden, aber Roeg interessiert sich nur wenig für realistisches Erzählen, versucht vielmehr in seinem Fluss der Bilder in die Welt der Aborigines einzutauchen. So wird "Walkabout", der sich einen großen Rest an Rätseln bewahrt, für den Zuschauer selbst zu einem Initiationstrip, der ihn in den Outback und dessen unberührte Natur eintauchen lässt, ihm dessen Schönheiten, aber auch Gefahren vor Augen führt.<br /><b>Takino im Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz: </b>Do 19.4., 20 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-15T09:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/the-grey-unter-woelfen">
    <title>The Grey - Unter Wölfen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/the-grey-unter-woelfen</link>
    <description>Wolfsjagd einmal anders – Eine Gruppe von Ölarbeitern stürzt in Alaska ab und wird von Wölfen in eine tödliche Hetzjagd verwickelt. Alle Hoffnungen ruhen schließlich auf Liam Neeson, einem erfahrenen Wolfsjäger, der die Männer aus einer erbarmungslosen Natur vor dem Tod retten soll.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p> </p>
<p>Es ist ein Gemetzel, das „The Grey“ Mann für Mann an seiner Besetzung durchspielt. Und, ohne vorab zu viel zu verraten, all zu viele kommen dabei nicht davon. Obwohl die Konstellation Mensch gegen Natur ein uralter filmischer Topos ist, gewinnt die Inszenierung dem dennoch einige überraschende Facetten ab. Anstatt eines straighten Abenteuers, das die landschaftlichen Vorzüge Alaskas auszuspielen weiß, taucht „The Grey“ sein Männergrüppchen im Überlebenskampf mehrfach in spirituelle Anklänge. Die Natur verschwimmt in einer Art Zwischenreich von Leben und Tod zu einer grauweißen Fläche, und auch das Bewusstsein dieser unfreiwilligen Abenteurer, die im Flugzeug noch große Sprüche klopften, trübt sich zunehmend ein. In einem eher aussichtslosen Moment wird schließlich selbst Gott von Neeson wütend angerufen, er solle doch ein Wunder geschehen lassen. Das ist nicht abstrakt gemeint, der Mann fordert es „here and now“. Dass daraufhin gar nichts passiert, ist natürlich klar. Momente wie diese bieten sich vielmehr an, die Maskulinität bei all ihrer Abfeierung auch einmal in Zweifel zu ziehen. Sentimentalitäten ist „Into the Grey“ ohnehin nicht abhold. Immer wieder spielen Flashbacks Neeson als Buben ein, wie er am Schoß seines Vaters sitzt und in etwas zu schmalzig geratenen Bildern das väterliche Gedicht liest. „Into the Fray“, lautet der Titel, also, In das Gemetzel, womit die Lyrik des Vaters sich dann auch geradezu schicksalhaft im Leben des Sohnes einlöst. Regisseur Joe Carnahan, ein Spezialist für gefällige Action wie „Das A-Team“ oder „Smokin’ Aces“, schreckt vor Pathos also nicht zurück. Das produziert zwar keinen narrativen Mehrwert, soll die altbekannte Formel der Gruppe von Überlebenden in feindlicher Umgebung aber mit etwas Menschlichkeit aufpeppen.</p>
<h3>Alpha-Männchen unter sich</h3>
<p>Der ganze Todesreigen in dieser Wildnis geht im Übrigen von Wölfen aus, die als eine Art Rachegötter auftreten. Schon der Beginn des Films kündet von dessen quasi-religiöser Note: Der in seiner Rolle durchwegs verdienstvolle Liam Neeson ist gerade dabei, sich, verzweifelt über ein Ereignis mit seiner Frau, das Leben nehmen, als er im Klang einsetzenden Wolfsgeheuls den Flintenlauf wieder aus dem Mund zieht. Es scheint so, als würden sich die Tiere, die der Mann früher offenbar im Auftrag von Firmen abgeschossen hat, selbst das Leben ihres Erzfeindes holen wollen. Diesem Ruf der Wölfe folgt Neeson auch. Auf exzellentes Spannungskino legt „The Grey“ dabei nicht unbedingt wert. Trotz einiger blutiger Einlagen vermittelt der Film in seinem zähen Ringen um das Überleben fast schon ein Gefühl von Realismus, vergleicht man etwa sein gemäßigtes Zeitmanagement oder seine trockene Ästhetik mit anderen Genre-Arbeiten. Für die Wölfe selbst gilt das nicht, sie nehmen sich ziemlich <i>Gothic </i>aus und setzen die spirituellen Anklänge des Films auf einer Fantasy-Ebene fort. Angeführt wird das Rudel von einem – wissenschaftlich längst widerlegten – Alpha-Tier, das sich als ziemlich großes und ziemlich böses Zottelmonster entpuppt. Und man ahnt schon, es wird nicht ruhen, bis es zum finalen Duell der Alpha-Männchen dieser Geschichte gekommen ist.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-12T01:52:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-9.4.-15.4.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (9.4. - 15.4. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-9.4.-15.4.-2012</link>
    <description>Während im Kino Madlen in Heerbrugg diese Woche mit Alexander Paynes „The Descendants“ eine warmherzige und sehr menschliche Tragikomödie läuft, zeigt das Filmforum Bregenz mit Roman Polanskis schwarzhumorigem „Carnage – Der Gott des Gemetzels“ eine Verfilmung von Yasmina Rezas Theaterstück, die dank konzentrierter Inszenierung und eines groß aufspielenden Schauspielerensemble großes Vergnügen bereitet.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>The Descendants:</b> Weil seine Gattin nach einem Bootsunfall im Koma liegt, muss sich Rechtsanwalt Matt (George Clooney) plötzlich um seine zehn- sowie die 17-jährige Tochter kümmern. Er stellt nicht nur fest, dass ihm seine Kinder völlig fremd sind, sondern entdeckt bald auch, dass seine Frau eine Affäre hatte.<br />Besonderen Reiz bezieht Alexander Paynes Tragikomödie weniger aus der Handlung, als vielmehr aus dem Umstand, dass sie auf Hawaii spielt. Payne spielt konsequent mit der Urlaubsstimmung, die man mit dieser Inselgruppe assoziiert, mag der Himmel auch meist wolkenverhangen sein. Ganz alltäglich und universell ist die Geschichte, die vor dieser Kulisse erzählt wird, doch auch die Bedrohung der Schönheiten des Urlaubsparadieses wird sichtbar.<br />So gelöst die Atmosphäre ist, die durch den Soundtrack noch verstärkt wird, so gelassen ist die Erzählweise. Hier wird für einmal nicht dramatisiert, sondern lakonisch, aber mit liebevollem Blick auf die Menschen und ihre Schwächen erzählt. Weder ins Sentimentale noch ins Schwere gleitet der bis in die Nebenrollen auf den Punkt besetzte Film dabei ab, sondern Payne trifft immer den richtigen Ton und es gelingt ihm souverän die Balance zu wahren, zwar von ernsten Themen zu erzählen, diesen aber doch mit seiner Empathie und mit sanftem Humor den Stachel und die Schärfe zu nehmen.<br />Zusätzliches Vergnügen bereitet dieser zutiefst menschliche Film dadurch, dass leichthändig Subplots eingeflochten werden, die dieser Familiengeschichte mehrere Ebenen verleihen.<br /><b>Kino Madlen, Heerbrugg:</b> Mo 9.4., 20.15 Uhr</p>
<p><b><br />Carnage – Der Gott des Gemetzels:</b> Klaustrophobisch enge Räume sind ein wiederkehrendes Thema im Werk Roman Polanskis. Seine Verfilmung von Yasmina Rezas 2006 uraufgeführtem Theaterstück spielt nun – abgesehen vom kurzen Prolog und Epilog – zur Gänze in einer New Yorker Wohnung. Nahezu in Echtzeit zeigt Polanski in knapp 80 Minuten, wie ein Treffen von zwei Eltern, deren Kindern sich gestritten haben, zunehmend eskaliert. Lustvoll und mit bösem Humor wird aufgedeckt, was sich hinter der Fassade bürgerlicher Wohlanständigkeit verbirgt. Verlassen kann sich der 78-jährige Regisseur dabei auf vier groß aufspielende SchauspielerInnen. Dem Gutmenschentum der von Jodie Foster gespielten Schriftstellerin steht dabei der Zynismus von Christoph Waltz´ Anwalt gegenüber. Irgendwo dazwischen liegen die Rollen von Kate Winslet als die Frau des Anwalts und von John C. Reilly als Fosters bodenständiger Gatte.<br />Großes Vergnügen bereitet es zuzusehen, wie sich die Konstellationen ständig ändern, zunächst die Paare einander gegenüber stehen, bald sich die Männer gegen die Frauen verbünden und irgendwann einmal dann auch jeder gegen jeden kämpft. Wird die Vernunft den Kindern zunächst abgesprochen, so scheinen diese am Ende des Films über wesentlich mehr Gemeinschaftssinn zu verfügen als die Erwachsenen.<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 11.4., 20 Uhr; Fr 13.4., 22 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-08T09:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/iron-sky">
    <title>Iron Sky</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/iron-sky</link>
    <description>Eine Gruppe Nazis hat den Zweiten Weltkrieg überlebt und auf dem Mond eine Kolonie errichtet. Von dort wollen sie zur Invasion der Erde starten. – Die Ausgangsposition bietet Potential für eine trashige Komödie, doch Timo Vuorensola bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, lässt es an Biss ebenso wie an Mut zu entschiedenem Trash vermissen. – Eine müde Angelegenheit.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Legenden, dass sich die Nazis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs an einen abgelegenen Ort zurückgezogen haben und von dort aus die Übernahme der Weltherrschaft planen, gibt es schon lange. Am bekanntesten ist der Mythos von einer Nazi-Station im antarktischen Neuschwabenland. Der Finne Timo Vuorensola lässt die Nachfahren von Hitlers Ideologie nun auf der dunklen Seite des Mondes an ihren finsteren Plänen arbeiten.<br />Jahrzehnte hatten sie dort ihre Ruhe, doch im Jahr 2018 schickt die US-Präsidentin im Rahmen ihrer Wahlkampagne unter dem Motto „Black to the Moon“ zwei schwarze Astronauten auf den Mond. Die Nazis fliegen auf, töten den einen Amerikaner, nehmen den anderen gefangen. Unter seiner Führung kehrt ein kleiner Erkundungstrupp auf die Erde zurück um einen Computer für das Raumschiff „Götterdämmerung“, mit dem die Nazis auf der Erde einfallen wollen, zu organisieren.<br /><br /><b>Wenig Witz, große Materialschlacht<br /></b> <br />In Details hat dieser teilweise über Spenden per Internet („Crowdfunding“) finanzierte Film durchaus Witz. Kurz auflachen kann man, wenn alle Kinder in der Nazi-Schule Siegfried und Brunhild heißen, wenn die Nazis auf der Erde auf Skinheads treffen, wenn „The Great Dictator“ verkürzt auf die „Globus“-Szene als Propagandafilm eingesetzt wird und versucht wird, den Afroamerikaner durch Albinisierer zu arisieren. Witz hat auch die Idee, die an Sarah Palin erinnernde US-Präsidentin Nazi-Ideen für ihre Wahlpropaganda übernehmen zu lassen und gelungen ist die Filmmusik der slowenischen Band Laibach, die sich an Wagner orientiert. <br />Doch es bleibt bei diesen einzelnen Momenten. Statt diese Aspekte konsequent zu vertiefen und auszuschlachten, huscht Vuorensola lieber weiter zur nächsten Szene. Viel Spektakel zu bieten und damit den Film am Laufen zu halten, scheint sein Motto.<br />Für einen Trash-Film legt der Finne dabei aber viel zu viel Wert auf seine Ausstattung. Zeigen will er, was man mit den 7,5 Millionen Euro Budget zustande gebracht hat. Staunen kann man so zwar über den Retro-Chic der gewaltigen Mondbasis mit ihren Zahnrädern, Ketten und einem riesigen Computer im Zentrum, doch diese technische Hochrüstung und Liebe zum großen Spektakel stört die sowieso schon arg zusammengeschusterte Handlung noch mehr. <br /><br /><b>Billiger Klamauk<br /></b><br />Eine bissige Satire nicht nur auf Nazis, sondern mehr noch auf die heutige Politik hätte das werden können und müssen, hätte die Grenzen der policitical correctness hemmungslos und nicht nur ansatzweise überschreiten müssen, doch „Iron Sky“ lässt gerade diesen Biss vermissen, ist eben nicht die „pechschwarze, bitterböse Komödie“, die Produzent Oliver Damian vorschwebte, besitzt nie – wie von den Machern behauptet – „den Atem der Filme von Monty Python“, sondern ergeht sich lieber in harmlosen Anspielungen auf Vorbilder von „Metropolis“ über „Dr. Seltsam“ und „Clockwork Orange“ bis „Krieg der Welten“ und „Star Wars“. <br />Über billigen Klamauk kommt dieser Film kaum einmal hinaus und auch diesbezüglich wird kein Feuerwerk abgebrannt. Die Pointen tröpfeln bestenfalls, statt auf den Zuschauer einzuprasseln. <br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-07T07:59:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-2.4.-8.4.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (2.4. - 8.4. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-2.4.-8.4.-2012</link>
    <description>Am Spielboden Dornbirn kommen diese Woche in „RePlay – Amateurfilmer erzählen“ vier Dornbirner zu Wort, die einst zur Super 8-Kamera griffen. Das Filmforum Bregenz zeigt dagegen mit „Ziemlich beste Freunde – Intouchables“ den Publikumserfolg des Jahres – nun aber im französischen Original mit deutschen Untertiteln.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>RePlay – Amateurfilmer erzählen: </b>Anneliese Penzendorfer porträtiert in ihrer Abschlussarbeit für den Intermedia-Lehrgang an der Fachhochschule Vorarlberg vier Dornbirner Amateurfilmer und ihr Werk. Die Regisseurin selbst hält sich ganz zurück, kommt nur wenige Male am Rande ins Bild. Den Raum überlässt Penzendorfer ganz ihren Protagonisten Guntram Berchtold, Johann Wohlgenannt, Manfred Rümmele und Norbert Fink. Geboren zwischen 1922 und 1954 kamen sie nicht nur zu unterschiedlichen Zeiten zum Super 8-Film, sondern fokussierten auch auf unterschiedliche Themen. Während Berchtold den Schwerpunkt auf seine 2003 verstorbene Frau legte – „die Frau ist immer die Nummer eins, erst dann kommen die Kinder“ -, filmte Manfred Rümmele vorzugsweise die Streiche seiner Tochter. Als begeisterter Zauberer hat er dabei freilich auch gerne Vorfälle nachgestellt oder mit Stop-Motion gearbeitet. Zum Studium des Langlaufs und zwecks Aufzeigens von Fehlern bei diesem Sport hat Johann Wohlgenannt den Film dagegen verwendet, während Norbert Fink kulturelle Ereignisse wie die Spielboden-Eröffnung 1982 filmisch dokumentierte. Als Einziger rückt Fink damit gesellschaftspolitische Ereignisse in den Mittelpunkt. Über die Stadt Dornbirn und ihre Veränderung erfährt man so nicht allzu viel, doch in den Porträts viel über das private Leben der Amateurfilmer, in dem sich wieder das Gesellschaftliche spiegelt – freilich nur der besser gestellten Schicht, denn eine Super 8-Kamera fand sich in den 60er und 70er Jahren längst nicht in jeder Familie.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Di 3.4. + Do 5.4. – jeweils 20.30 Uhr</p>
<p><b><br />Ziemlich beste Freunde - Intouchables:</b> Wenn ein steinreicher, vom Hals abwärts gelähmter Adeliger einen kleinkriminellen Senegalesen aus der Pariser Banlieue als Pfleger anstellt, ist für Konfliktpotential gesorgt. Genüsslich spielen Eric Toledano und Olivier Nakache zunächst die Gegensätze aus, bis sich schön langsam daraus eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Nicht verwundern kann, dass diese Komödie, die zwar von einer wahren Geschichte inspiriert ist, sich aber sicher nicht sklavisch daran hält, sich in Frankreich zum erfolgreichsten Film aller Zeiten entwickelt hat und auch in Deutschland wohl nur noch schwer vom Thron des erfolgreichsten Films dieses Jahres gestoßen werden kann. Denn Toledano/Nakache ist eine richtig gut geölte Kinomaschine gelungen, die trotz des heiklen Themas Behinderung durchwegs Lebensfreude ausstrahlt und gute Laune verbreitet. Wunderbar unbefangen, aber nie peinlich wird hier von einem schweren Schicksal erzählt – und mit dem Betroffenen umgegangen -, die Pointen kommen dicht und sitzen, die Rollen sind perfekt besetzt sind und dank eines hohen Erzähltempos und Einfallsreichtum lässt das Amüsement von der fulminanten Pre-Title-Sequence bis zum Ende nie nach. – Kein Meisterwerk der Filmgeschichte, aber eine so spritzige und nie niveaulose Komödie hinzubekommen, ist auch schon eine Kunst.<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 4.4., 20 Uhr; Fr 6.4., 22 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
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    <dc:date>2012-04-01T09:55:00Z</dc:date>
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