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  <title>Film / Kino</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/huhn-mit-pflaumen">
    <title>Huhn mit Pflaumen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/huhn-mit-pflaumen</link>
    <description>Nach dem autobiographischen Animationsfilm „Persepolis“ erzählen Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud nach Satrapis eigener Graphic Novel die unglückliche Liebesgeschichte ihres Großonkels Nasser-Ali als Realfilm mit Animationselementen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Als stilisierten Animationsfilm in Schwarzweiß und nah an ihrem Comic verfilmte Marjane Satrapi mit Vincent Paronnaud ihre autobiographische Geschichte in „Persepolis“. Die comichafte Überhöhung ermöglichte Verkürzungen, Raffungen und größte Handlungsfülle. Politisches und Privates, zwanzig Jahre individuelle Geschichte und die Umbrüche im Iran von der Schah-Zeit über Revolution und Iran-Irak-Krieg bis in die 1990er Jahre, unterbrochen von einer Zeit im Wiener Exil, fügten sich zu einer Einheit.</p>
<p><b>Orientalische Fabulierfreude</b></p>
<p>Ganz andere Töne schlagen Satrapi/Paronnaud nun mit der Verfilmung ihrer zweiten Graphic Novel an. Zwar wird die Handlung mit einem Insert im Iran des Jahres 1958 zeitlich verankert, doch sogleich stimmt auch schon der durch den Film führende Off-Erzähler mit „Es war einmal oder es war keinmal“ auf eine märchenhafte Geschichte ein. Von vornherein werden hier Assoziationen an Tausendundeine Nacht, an orientalisches Flair geweckt.<br />Vom Ende her wird rückblickend das Leben des Geigers Nasser-Ali (Mathieu Amalric) erzählt. Nachdem beim Streit mit seiner Frau seine Geige zu Bruch gegangen ist, muss er feststellen, dass er einer teuren Stradivari-Geige, auf der auch schon Mozart gespielt haben soll, nicht mehr die gewohnten perfekten Töne entlocken kann. Zudem begegnet er auf der Straße noch einmal der ebenfalls gealterten einzigen großen Liebe seines Lebens, die ihn aber scheinbar nicht erkennt. So will er seinem Leben ein Ende setzen. So leicht ist es mit dem Selbstmord aber nicht und so liegt er acht Tage eine Zigarette nach der anderen rauchend im Bett, lässt sein Leben nochmals vorüberziehen und wartet auf den Todesengel Azraël (Edouard Baer).</p>
<p><b>Überbordender visueller Einfallsreichtum, aber...</b></p>
<p>Übervoll ist „Huhn mit Pflaumen" – der Titel spielt auf Nasser-Alis Lieblingsgericht an, mit dem ihn seine Frau (Maria de Medeiros) noch einmal vom Sterben abhalten will – an Episoden, doch  keine Konturen wollen die Figuren gewinnen, mehr als das Was rücken Satrapi/Paronnaud mit orientalischer Fabulierfreude das Wie in den Vordergrund, gestalten Szenen mal als Scherenschnitt, parodieren dann in einer Vorausblende auf die Zukunft von Nasser-Alis in die USA emigrierendem Sohn in greller Überzeichnung US-Sitcoms und US-Lebensstil, lassen Nassers Mutter (Isabella Rossellini) die Seele aushauchen, den Todesengel Azraël mächtig und bedrohlich – an Bergmans „Das siebte Siegel“ erinnernd - auftauchen und darauf verweisen, dass niemand seine Todesstunde weiß – nicht einmal der Todesengel selbst.<br />Überbordend ist das in seinem visuellen Einfallsreichtum und seinen warmen Farbtönen, verspielt Realfilm und unterschiedlichste Animationstechniken mischend, wunderbar im gezeichneten Hintergrund orientalische Städte vorführend, die realen Schauspieler dabei aber zu Statisten degradierend. Da will auch kein Erzählfluss aufkommen, weil diese Fülle nur durch den Todesengel als omnipräsenten Off-Erzähler zusammengehalten und organisiert wird – nur er sorgt dafür, dass der Zuschauer den Überblick nicht verliert.</p>
<p><b>... emotional kaltes Kino</b><br /><br />Weitgehend ausgespart wird das Politische, das nur kurz in der zukünftigen Geschichte des Sohnes Cyrus oder im kommunistischen Bruder Nassers, der gegen die USA wettert, aufschimmert. Davon abgesehen beschränken sich Satrapi/Paronnaud ganz auf die private Geschichte des Musikers, sein unglückliches Leben, verursacht durch die Zwangsverheiratung mit einer ungeliebten Frau und die lebenslange unglückliche Liebe zur Tochter eines Uhrmachers, deren Name Irâne symbolisch auf die unglückliche iranische Geschichte verweist.<br />Doch emotional packen will diese in anderen zeitlichen und räumlichen Kontexten schon oft schon erzählte Geschichte in ihrer Kurzatmig- und Episodenhaftigkeit nicht, verwehrt in der optischen Sensationsgier, die oft mehr Kitsch als Poesie bietet, dem Zuschauer die Möglichkeit den Figuren – speziell Nasser-Ali - näher zu kommen. <br />Ein unsympathischer Egozentriker bleibt der Protagonist, kein Raum und keine Zeit wird Mathieu Amalric gelassen, diesem Nasser-Ali mehr Ambivalenz zu verleihen, ihm Leben einzuhauchen, sodass sein Schicksal auch den Zuschauer mitreißt. Großartig sinister wirkt aber Chiara Mastroianni als Nasser-Alis erwachsene Tochter bei einer Pokerrunde, doch völlig isoliert steht diese Szene da. - Letztlichb bleibt "Huhn mit Pflaumen eine kalte Kinomaschine, hochartifiziell und ohne Leben.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-02-04T15:30:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/tinker-tailor-soldier-spy-dame-koenig-as-spion">
    <title>Tinker Tailor Soldier Spy / Dame, König, As, Spion</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/tinker-tailor-soldier-spy-dame-koenig-as-spion</link>
    <description>Es gibt Filme, die sich in der Wahrnehmung von Filmkritik und Kinopublikum nahezu in zwei Werke aufzuspalten scheinen. Das britische Agentendrama Tinker Tailor Soldier Spy ist so ein Fall. Im Netz schön ablesbar: Zuerst die Elogen der Kritiker, dann vielfach enttäuschte Postings. Liegt es nur daran, dass dieser Agentenfilm sich bestimmten Genreregeln verweigert?</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Vorab zur Warnung: In dieser Geschichte tummeln sich ziemlich viele Leute. Und die meisten von ihnen sind Agenten. Dass sie alle einen Spion suchen, dynamisiert das Geschehen nicht unbedingt. Denn der Maulwurf steckt in den eigenen Reihen des British Intelligence Service; die Suche gestaltet sich damit eher als bedächtiges Abtasten des Anderen denn als spektakuläre Gefahrenabwehr. Beim Zuseher sorgt das vor allem für eine ziemliche Unübersichtlichkeit, umso mehr, als das Drehbuch sich lange Zeit einen Dreck um sachdienliche Hinweise schert. Zwar bricht „Tinker Tailor“ mit seiner konspirativen Bürogemeinschaft aus den 1970er Jahren, als der Kalte Krieg ideologisch gesehen eigentlich noch klare Fronten zog, das schnöde Freund/Feind-Schema sonstiger Agententhriller deutlich auf. Um zum Führungszirkel, der hier im Mittelpunkt steht und sich „Circus“ nennt, den entscheidenden Zugang zu finden, muss man sich aber durch Schichten von Routinen und einer verklausulierten, fast bürokratischen Sprache arbeiten. Das macht sicherlich einen Teil des Reizes dieses Films aus, der damit einerseits an Realismus gewinnt, weil er kaum mehr bietet, als man sich vom „echten“ Alltag solcher Beamter erwarten würde. Während er andererseits mit seinen aus diesem Alltag gerissenen fragmentarischen Szenen und einer radikalen Absage an spektakuläre Schauwerte auch jede Menge Geduld einfordert. Letztlich verhält es sich mit „Tinker Tailor“ wie mit dem Schachspiel, das George Smiley (Gary Oldman) in der konspirativen Wohnung seines verstorbenen Chefs findet: auf den Figuren kleben die Bilder seiner Kollegen und auch seines, er erblickt sich in diesem Moment also selbst. Der Fund erhellt zwar bestimmte Rollenzuschreibungen, die Frage nach dem Spielführer lässt sich aber für niemanden beantworten. Auch für das Publikum nicht.</p>
<h3>Blackout verhindern, Figuren merken</h3>
<p>Wer also sind die Mitglieder des Circus, dieser Truppe, die sich regelmäßig aber völlig zwecklos im abhörsicheren Raum mit der Eierkarton-Verschallung trifft? Die wichtigsten Akteure finden sich bereits im Titel des Films. So wie in der Romanvorlage von John le Carré hat ihnen ihr Chef, genannt Control und im Film dargestellt von einem ziemlich abgewrackten John Hurt diese Codenamen gegeben: Tinker ist Percy Alleline (Toby Jones), der auf den Job von Control spitzt, aber nicht zu den strategischsten Köpfen des Circus zählt; Tailor ist der mit Charme und Instinkt ausgestattete Bill Haydon (Colin Firth), Soldier ein flapsiger Typ namens Roy Bland (Ciarán Hinds). Spy ist der, um den es geht... Noch im Spiel sind u.a. der erwähnte Smiley (Gary Oldman mit zum Enigma erstarrtem Gesicht), der ungarnstämmige Toby Esterhase (David Dencik) und ein Agent namens Jim Prideaux (Mark Strong). Schon zu Beginn des Films kurbelt Prideaux in einer der eindrücklichsten Szenen des Films das Geschehen an. Ein Rückblick offenbart, wie Prideaux von Control nach Budapest geschickt wird, um dort einen ungarischen Offizier zu treffen. Er will dem British Service den Namen des vom KGP eingeschleusten Maulwurfs verraten. Das Treffen inszeniert Alfredson als eine Art hyperreales Ereignis. Die beiden Agenten sind von einer Reihe von Passanten umgeben, denen der reine Zufall ihrer Anwesenheit die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Das Treffen stellt sich als Falle heraus, Prideaux bricht von einem Schuss getroffen zusammen. Als Konsequenz wird Control abgezogen und stirbt kurz darauf, während Alleline übernimmt mit seinen engsten Vertrauten Hayden, Bland und Esterhase das Kommando. Sie sind schon länger durch eine Operation verbunden, die unter dem Titel witchcraft firmiert und laufend bedeutende Daten der russischen Seite liefert. Smiley misstraut Controls Jünglingen und macht sich selbst an die Recherche.</p>
<h3>Verdichtung sozialer Räume</h3>
<p>Als stringente Erzählung darf diesen Film wie erwähnt niemand erwarten. Wo die Dramaturgie Lücken aufweist, bleibt der Zuseher ratlos. Da gibt es Szenen, die scheinbar ins Leere laufen und andere, die sich als Puzzlestein anbieten, nur fehlt einem das ganze Puzzle rundherum. Dennoch schließt sich am Ende auch inhaltlich der Kreis. Die Faszination dieses Films geht vor allem von der Inszenierung Alfredsons aus. Wie schon die introvertierte Vampirgeschichte im Schnee, „So Finster die Nacht“ („Let The Right One In“) hat der TV-Veteran auch Le Carrés Stoff mit traumwandlerischer Note verfilmt. Während die Interieurs mit ihren Brauntönen die 1970er Jahre haptisch wiedergeben, halten spärliche Schnitte und Plansequenzen regelrecht die Zeit an. Wie durch Schalltrichter klingen diese Gespräche, weit entfernt vom Geschehen in den Kinos heute. So verdichtet Alfredson die sozialen Räume in leisen, aber hochdramatischen Szenen – für alle, die sich darauf einlassen wollen.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-02-03T15:17:54Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-30.1.-5.2.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (30.1. - 5.2. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-30.1.-5.2.-2012</link>
    <description>Diese Kinowoche dominiert die Filmreihe „Psychische Krankheiten“, die in Zusammenarbeit mit pro mente Vorarlberg am Spielboden Dornbirn veranstaltet wird. Während es in der Martin-Suter-Verfilmung „Small World“ im Rahmen einer Krimihandlung um Alzheimer geht, schildert Joseph Greco in „Aus tiefster Seele“ die Auswirkungen der schizophrenen Erkrankung einer Frau auf ihren Mann und ihren Sohn. Im Anschluss an die Vorstellungen bietet sich jeweils die Möglichkeit zum Gespräch mit Vertretern von pro mente Vorarlberg.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Small World: </b>Konrad Lang ist zwar erst um die 60, doch Ereignisse aus der unmittelbaren Vergangenheit vergisst er zunehmend. Dafür beginnt er, sich an früheste Kindheit immer genauer zu erinnern. Das passt aber der greisen Konzernchefin Elvira Senn, bei der Konrad aufwuchs, gar nicht. <br />1997 gelang dem Schweizer mit seinem ersten Roman „Small World“ ein Bestseller, gekonnt verknüpft er Krimihandlung mit der Schilderung von Alzheimer und hält den Leser mit seinen Erzählstil bei der Stange. Der Franzose Bruno Chiche hält sich bei seiner Verfilmung inhaltlich ziemlich genau an die Vorlage, lässt aber Inspiration und eigenen Ansatz.<br />Elegant sind zwar die Bilder, aber letztlich ohne Gehalt, dienen nur dazu die Geschichte zu transportieren, drücken aber nichts in sich selbst aus. Mit Kino hat das wenig zu tun, sondern erinnert ebenso wie die zahlreichen Großaufnahmen vor allem an Fernsehfilme. Dass „Small World“ mehr Fernsehen als Kino ist, zeigt sich auch im Umgang mit den Schauspielern. Erlesen ist zwar die Besetzung von Gérard Depardieu über Alexandra Maria Lara bis Nathalie Baye, aber Chiche lässt seinen Stars kaum Raum und Zeit, um ihren Figuren mehr Ecken und Kanten zu verleihen.<br />Nur der mit sichtlichem Vergnügen agierende Depardieu kann aus dem engen Handlungskorsett ausbrechen, kann seinen Konrad facettenreicher anlegen, lässt ihn nie zum bemitleidenswerten Dementen werden, sondern gibt dieser Figur trotz der schweren Krankheit Leichtigkeit und einen gewissen Schalk, wenn manchmal in der Schwebe bleibt, ob Konrad wirklich so vergesslich ist oder er die Vergesslichkeit aus gewissen und allzu verständlichen Gründen nur vortäuscht.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Di 31.1.; Mi 15.2.; Di 20.3. - jeweils 20.30 Uhr<br /><br /><b>Aus tiefster Seele: </b>Der zehnjährige Chris (Devon Gearhart) kehrt von einem Urlaub bei seiner Tante zu seinen Eltern in den Sunshine-State Florida zurück. So sommerlich aber das Klima sein mag, ungetrübt ist das Familienleben nicht, denn die Mutter (Marcia Gay Harden) leidet an Verfolgungswahn, ist stets besorgt um ihren Sohn und reagiert über alle Maßen emotional. Problematisch wird es, als sie in ihrer Paranoia nachts die Polizei alarmiert, Nachbarn mit ihrem Geschrei in der Nachtruhe stört und schließlich auch noch Chris mit einem Messer verletzt. Als die Beamten sie abführen und in eine Klinik einliefern, bleiben Vater (Joe Pantoliano) und Sohn allein zurück, müssen selbst das Leben organisieren. Während der Vater für die Mutter in Erinnerung an die glücklichen Tage ein Segelschiff baut, gibt es für Chris die erste zarte Liebe, gleichzeitig verdient er aber auch mit selbst genähten T-Shirts Geld.<br />Das ist zweifellos gut gespielt, und besticht am Beginn durch den genauen Blick für Details, kommt aber doch insgesamt viel zu glatt daher. Von der psychischen Krankheit der Mutter verschiebt sich der Fokus bald ganz auf Vater und Sohn, deren Beziehung sich gerade durch die schwierige familiäre Situation vertieft. Da bleibt letztlich nicht mehr als eine zweifellos sehr sauber inszenierte Schnulze, bei der Debütant Joe Greco alle Register zieht, um auf die Tränendrüsen zu drücken. – Mit Wehmut erinnert man sich angesichts dieses Filmchens an John Cassavetes´  „A Woman Under Influence“. Den trotz Verlust des Jobs lachenden Vater und den Mustersohn aus „Aus tiefster Seele“ – denn selbstverständlich wird am Ende eine heile Welt angedeutet – wird man morgen vergessen haben, unvergesslich bleiben dagegen die phänomenale Gena Rowlands, die die quasidokumentarische Regie ihres Mannes John Cassavetes voll zur Geltung brachte, und Peter Falk als der um seine Frau kämpfende, aber mit der Situation überforderte Mann.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Mi 1.2.; Do 14.2.; Do 22.3. - jeweils 20.30 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-29T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/the-descendants">
    <title>The Descendants</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/the-descendants</link>
    <description>Eine Komödie hat vor allem lustig zu sein. „The Descendants“ ist das auch, allerdings mit einem erstaunlichen Maß an Humanismus, der einen für diesen Film unwillkürlich Partei ergreifen lässt. So wie übrigens auch George Clooney, der als ungelenker Familienvater noch nie mit so verhaltener Komik auftrat wie unter der Regie von Alexander Payne.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Mal so mit einem kurzen Blick betrachtet, wirkt hier alles wie von der Stange: Der geschäftige Vater (George Clooney), der sich plötzlich um die Kinder kümmern muss, die Kinder, die tief in der Pubertät steckend zu schrillen Tönen neigen, Hawaii als pralle Kulisse und nicht zuletzt die Hawaii-Hemden, ohne die kein männlicher Protagonist in „The Descendants“ vor die Kamera treten darf. Wobei diese Hemden von solch ausgewählter Scheußlichkeit sind, dass sie wahrscheinlich doch eher Maßanfertigungen und nicht von der Stange sind. Der größte Clou von „The Descendants“ ist aber, dass er das ganze schön zusammen gesammelte Repertoire, aus dessen Vorzügen Tausende erfolgreicher Komödien geschneidert wurden, gar nicht ausspielt. Kein Slapstick, keine Katastrophen des Neo-Vaters in der Küche, auch keine zum Schreien komischen Wortduelle. „The Descendants“ bezieht seinen Humor und großartigen Unterhaltungswert aus relativ stillen Situationen.</p>
<h3>Paradoxer Realismus...</h3>
<p>Schon wenige Sekunden nach Filmbeginn fällt die Ehefrau durch einen Wasserski-Unfall ins Koma, um Clooney so bald wie möglich aus seiner Arbeit als Anwalt zu reißen, der nun im Schnelldurchgang seine beiden minderjährigen Töchter (Shailene Woodley, Amara Miller) erst richtig kennenlernen muss. Aber nicht nur das verlangt nach einem Krisenmanager. Da gibt es noch den etwas tumb wirkenden College-Boy als Freund einer seiner Töchter, den vorwurfsvollen Schwiegervater, dessen Auftritte an Vietnam-Veteranen erinnern, einen bislang unbekannten Rivalen, der vor dem Unfall der Ehefrau eine Affäre mit dieser hatte und zu alledem noch einen Haufen an Cousins, die – unter dem Vorsitz Clooneys – eine unberührte hawaiianische Bucht aus dem Familienbesitz zur touristischen Ausbeutung verhökern wollen. Es tut sich also immer was, und in vielen dieser Momente halten sich die komischen, unsicheren und traurigen Töne die Waage. Denn in einem geschickten Schachzug hat Autor und Regisseur Alexander Payne seiner Roman-Adaption (von Kaui Hart Hemmings) ein dichtes narratives Spielfeld gelassen, ohne dass er seine Figuren darauf allzu übertrieben herumtollen lässt. Daraus ergibt sich – trotz Clooney – ein paradoxer Realismus, der einen erst richtig für all diese Leute interessiert und einnimmt.</p>
<h3>...und rarer Humanismus</h3>
<p>Die Überlegung Paynes könnte sein, dass keine tragische Situation nach typisch filmischen Mustern zu tragisch werden darf und keine komische Situation mehr Humor beim Publikum einfordern soll als sie im richtigen Leben hervorrufen würde. Daraus ergibt sich ein verblüffender und im Kino eher selten zu findender (nahezu pathosfreier) Humanismus, den Payne schon in „About Schmidt“ mit Jack Nicholson als grumpy old man erzielen konnte. Nicholson zeigte sich damals als Schauspieler „schockierend“ alt und nackt und machte unter Paynes Regie geradezu den Eindruck, als würde in diesem Film der Privatmensch auftreten. So weit führt „The Descendants“ zwar nicht, weil George Clooney letztlich immer George Clooney ist, und dafür sicherlich auch gebucht wurde. Aber so still, so passiv und überfragt war dieser Clooney wohl auch noch nie zu sehen. Das gleiche gilt für Hawaii, das gänzlich untouristisch und nebelverhangen sein „wahres“ Gesicht zu zeigen scheint. So verwandelt sich hier eine äußerlich gesehen wenig originelle Story zu einer (im besten Sinn unkomödiantisch) vielschichtigen Betrachtung des Alltags, die einem viel an Sympathien entlockt und, ohne dass sie die Zwischentöne des Lebens nivellieren würde. Wann kann man das nach einem Kinobesuch schon sagen?</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-26T02:05:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-23.1.-29.1.-2011">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (23.1. - 29.1. 2011)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-23.1.-29.1.-2011</link>
    <description>Mit „Helen“ läuft am Spielboden Dornbirn im Rahmen der Filmreihe „Psychische Krankheiten“ ein stark gespieltes Drama über eine an Depressionen leidende Frau. Pechschwarze Kost aus Österreich steht dagegen mit Michael Glawoggers „Slumming“ in der Harder Kulturwerkstatt Kammgarn auf dem Programm.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Slumming:</b> Am liebsten hängen der junge Sebastian und sein Freund Alex in Wiener Lokalen herum und genießen es mit Menschen, vor allem mit Frauen wie mit Gegenständen zu spielen. „Slumming“ nennen sie selbst dieses Hobby, Leidtragender ihrer bösen Scherze ist vor allem der betrunkene Gossenpoet Kallmann.<br />Wie sich der von August Diehl mit kühler Zurückhaltung gespielte Sebastian und Alex (Michael Ostrowski), aber auch der trinkfreudige Straßenpoet Kallmann, den Paulus Manker mit sichtlichem Vergnügen verkörpert, ziellos treiben lassen, so mäandert auch „Slumming“ dahin. Die Zeichnung markanter, bis in die Nebenrollen exzellent besetzter Typen und die lässige Aneinanderreihung detailreich gestalteter und von schwarzem Humor durchzogener Einzelszenen ist Michael Glawogger wichtiger als eine stringente Handlungsführung. Großartig fängt Kameramann Martin Gschlacht in verwaschenen Blau-, Grün- und Grautönen die Kälte des Wiener Winters ein, die mit der inneren Kälte Sebastians korrespondiert. Doch trotz des düsteren und bitteren Beginns wird der Erzählton zunehmend gelöster und ein Ausbruch aus der Tristesse und dem eingefahrenen Trott scheint immer möglich.<br /><b>Kammgarn Hard:</b> Mi 25.1, 20.30 Uhr<br /><br /><br /><b>Helen:</b> Die Enddreißigerin Helen hat alles, was man sich wünschen kann:  einen netten Mann, eine Tochter im Teenageralter, die scheinbar kaum Probleme bereitet, einen guten Job als  Professorin an der Musikhochschule. Nichts trübt ihre Geburtstagsfeier,  bei der sie auf dem neuen Flügel vorspielt, doch bald befällt sie  zunehmend Traurigkeit, bricht eine Vorlesung ab und schläft bis in den  Nachmittag hinein. Als ihr Mann David nicht mehr weiter weiß, bringt er  sie ins Spital, wo eine tiefe Depression diagnostiziert wird. Alles  versucht David nun zwar für Helen zu tun, kann aber mit ihrer  „unsichtbaren“ Krankheit nicht umgehen, sodass sie schließlich die  Familie verlässt und zu der psychisch ebenfalls angeschlagenen Studentin  Matthilda zieht.<br /> Vom Selbstmord einer Jugendfreundin, der der Film gewidmet ist, wurde  Sandra Nettelbeck zu ihrem ersten amerikanischen Film inspiriert. Zehn  Jahre musste sie für dieses Projekt kämpfen, denn niederschmetternde  Filme über psychische Krankheiten, die jeden treffen können, gelten  nicht gerade als Publikumshits. Genau ist ihr Film im Blick auf die von  Ashley Judd eindringlich gespielte Helen, schildert fast schulbuchmäßig –  und teilweise auch hart an der Grenze zum Dozierenden – die Kennzeichen  der Erkrankung, bleibt aber immer in der Außenperspektive. Mit den  Augen Davids blickt der Zuschauer verständnislos auf Helen, erfährt zwar  eindrücklich, wie zerstörerisch sich diese Krankheit auf das bisherige  Leben und die Beziehungen auswirkt, bekommt aber kein Gefühl dafür, was  eigentlich in Helen vorgeht. Zu düster für eine Mainstream-Produktion  wäre der Film wohl geworden, wenn Nettelbeck versucht hätte, die  selbstzerstörerische Befindlichkeit in Bilder umzusetzen. So bleibt ein  stark gespieltes, dichtes Melodram, an dem allerdings nicht nur die  geschmäcklerische Farb- und Lichtdramaturgie, sondern mehr noch die  Parallelgeschichte mit der jungen Studentin stört, die der deutschen  Regisseurin schließlich auch ermöglicht den Film mit einem „Bauernopfer“  allzu zu optimistisch und unglaubwürdig enden zu lassen.<br /> <b>Spielboden Dornbirn: </b>Do 26.1., Di 7.2., Sa 10.3. – jeweils 20.30 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-22T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/j.-edgar">
    <title>J. Edgar</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/j.-edgar</link>
    <description>Clint Eastwood widmet sich nach seinem Biopic über Nelson Mandela einer weniger einladenden politischen Figur: „J. Edgar“ folgt dem berüchtigten, gänzlich uncharismatischen FBI-Chef über fünf Jahrzehnte und portraitiert in klassischem Erzählkino einen Mann, der eigene Gefühle durch penible Härte und Machtinstinkt ersetzte. Leonardo Di Caprio mimt den Mann, der nicht schwul sein durfte. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Als J. Edgar Hoovers angebetete Mutter stirbt, zieht er sich vor dem Spiegel die Kleider der Verstorbenen über, legt ihren Schmuck an und bricht weinend am Boden zusammen. Das ist nur eines der starken Affektbilder, die Regisseur Clint Eastwood und sein junger Autor Dustin Lance Black („Milk“) für einen der mächtigsten Männer der USA finden. 48 Jahre lang war Hoover FBI-Direktor, umstritten wegen seines totalitären Amtsverständnisses und berüchtigt für den von ihm errichteten Apparat, mit dessen angehäuften Informationen er wenn nötig selbst die acht US-Präsidenten seiner Ära in Schach hielt. Dennoch ließ sich der mittlerweile 81jährige Eastwood nicht dazu verleiten, ein grelles Ölgemälde der Sensationen und politischen Höhepunkte dieser Zeit anzufertigen. Die Ermordung JFKs wäre nur eines davon, Eastwood handelt es mit einem wenige Sekunden dauernden Telefonat im Flüsterton ab: „The President is dead“.</p>
<h3>Viel Raum für Di Caprio</h3>
<p>„J Edgar“ ist ein eher ungewöhnliches Biopic geworden. Es lässt Leonardo Di Caprio viel Raum, um eine Hauptfigur der weniger sympathischen Art mit Leben zu erfüllen. Der Hollywood-Superstar nimmt dankend an, spielt gewagte Szenen – damit sind nicht Stunts gemeint, sondern Männerküsse im US-Mainstreamkino – mit dem gleichen Ernst wie die emotionale Leere, die Hoover in diesem Film nie überwinden kann. Was die kolportierte Homosexualität Hoovers betrifft, so beutet dieser Film das potenzielle Skandalon aber keineswegs aus, sondern bringt dieses unterdrückte Gefühlsleben in einigen stillen Momenten relativ trocken ein. Ein Rendezvous des jungen Hoover mit seiner späteren, lebenslangen Sekretärin und Vertrauten (Naomi Watts) bleibt in der Library of Congress stecken, wo ein begeisterter Hoover der verblüfften Frau zuerst sein neu entwickeltes Katalog-System zeigt, um ihr dann ohne jeden Anflug von Gefühl einen Heiratsantrag zu machen. Sie lehnt ab. Er findet später einen anderen dienstbaren Geist, Clyde Tolson (Armie Hammer), den er zum Vize-Direktor macht und mit dem er auf Dienstreise das Bett teilte.</p>
<h3>Hoovers Fassade als wesentliche Erzählebene</h3>
<p>Vielleicht hätten sich einige mehr Kontroverse von diesem Film erwartet, eine härtere politische Kritik und klare moralische Verurteilung Hoovers, das alles bietet Eastwoods Inszenierung nur sehr verhalten. Darin könnte auch die größte Leistung dieses Films liegen: Dass er sich dafür entschieden hat, die Fassade, die Hoover zeit seines Lebens aufgebaut hat, als wesentliche Erzählebene herzunehmen, und das Privatleben weiter der Spekulation zu überlassen. Für einen Händchenhaltenden FBI-Direktor mit seinem Stellvertreter im Fonds eines Taxis oder mehrere Unterwerfungsgesten gegenüber einer übermächtigen, emotional kühlen Mutter (Judie Dench) bleibt immer noch genug Platz. Und auch so ergibt „J Edgar“ ein effizient erzähltes Stück Hollywoodkino, das es schafft, eine Zeitspanne von über vier Jahrzehnten zu so einer kompakten Erzählung zusammen zu schweißen, wie wenige andere Filme dieser Zunft. Einzige wirkliche Schwäche ist die Maske, die recht dick aufgetragen werden musste, um Di Caprio, Watts &amp; Co in Greise zu verwandeln. Obwohl CGI bereits ganze Welten erstehen lässt, muss auf den computerisierten Alterungsprozess des Menschen noch gewartet werden.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-20T07:25:12Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-16.1.-22.1.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (16.1. - 22.1. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-16.1.-22.1.-2012</link>
    <description>Im Kino Madlen läuft diese Woche mit „Margin Call – Der große Crash“ ein starbesetzter Wirtschaftsthriller über den Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008. Von der Realität in eine Wunderwelt abtauchen lässt dagegen Tim Burton mit seiner Roald Dahl-Verfilmung „Charlie und die Schokoladenfabrik“, die das Filmforum Bregenz im Rahmen des Kinderkinos zeigt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Margin Call – Der große Crash:</b> JC Chandor erzählt in seinem Wirtschaftsthriller von einer New Yorker Investmentbank, die unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 das Schreckensszenario erkennt. Fieberhaft versuchen die Banker die eigene Firma zu retten, indem alle Wertpapiere innerhalb weniger Stunden abgestoßen werden. <br />Ganz auf einen Tag konzentriert sich Chandor und verlässt kaum einmal das Bankgebäude. Visuell bietet das zwar recht wenig, doch diese Beschränkung verleiht dem Film Geschlossenheit und Dichte. In den Dialogen, die dieses Kammerspiel bestimmen und tragen, erhält man einen Einblick in die Mechanismen der Bankgeschäfte und die Hektik am Tag vor der Krise, ohne dass der Zuschauer mit Fakten überfordert würde.<br />Mit Kevin Spacey, Paul Bettany und Jeremy Irons, der als Oberboss groß aufspielt, aber auch lustvoll überspielt, ist das auch glänzend besetzt, doch bleiben die Figuren letztlich Funktionsträger und werden eben nicht zu Menschen aus Fleisch und Blut.<br />Keine Konturen gewinnen sie, da man nichts über ihr Privatleben erfährt, und so folgt man ihnen auch so kühl wie Chandor auf das Bankwesen blickt. Das Nüchterne kann man durchaus auch positiv sehen, aber Emotionen kommen damit eben auch nicht auf und nur in wenigen Momenten verlässt Chandor die sachlich realistische Ebene und wagt sich vor zu bissiger Satire, als die der Film wohl mehr Durchschlagskraft entwickeln hätte können. So bleibt es bei einer aufschlussreichen, von der Handlungsentwicklung her packenden, aber von den Figuren her doch auch etwas blutleeren Lehrstunde in Sachen Genese der Wirtschaftskrise.<br /><b>Kino Madlen, Heerbrugg:</b> Mo 16.1., 20.15 Uhr<br /><br /><br /><b>Charlie und die Schokoladenfabrik:</b> In Roald Dahls Kinderbuch hat Tim Burton eine kongenial zu seiner Welt passende Vorlage gefunden. Hier konnte Burton alles hineinlegen, was sein Werk kennzeichnet, konnte eine fantastische Bilderwelt gestalten, in der die überbordende Fantasie der Settings die Erzählung bestimmt und diese mit detailreicher und liebevoller Figurenzeichnung verbinden<br />Im Mittelpunkt steht der aus armer Familie stammende Charlie Buckets, der von einem Besuch in der Schokoladenfabrik von Willy Wonkas träumt. Der Traum wird Wirklichkeit, als Charlie eines der fünf Tickets findet, die in den Schokoladetafeln versteckt sind. Einen Tag lang will der von Johnny Depp gespielte Fabrikant den Findern seine Fabrik zeigen.<br />Hinreißend kontrastiert Burton den tristen Alltag der Familie Buckets mit der knallbunten Wunderwelt von Wonkas, zeichnet wunderbar prägnant die fünf Kinder, bei denen sich der Bogen vom braven Charlie über den fetten Augustus Glupsch aus Düsseldorf, die verwöhnte englische Adels-Göre und den aggressiven TV-süchtigen Amerikaner Mike TV bis zur ebenfalls aus Amerika kommenden, von ihrer Mutter mit Ehrgeiz aufgeladenen und stets Kaugummi-kauenden Valerie spannt.<br />Lustvoll zitiert Burton in Wonkas Wunderwelt auch aus der Filmgeschichte, kann auf die Busby-Berkeley-Musicals ebenso wie auf „The Wizard of Oz“, „Ben Hur“, „Psycho“ oder „2001“ anspielen und in der reichen, aber einsamen Titelfigur findet sich auch wieder ein typischer Burton-Außenseiter. Mag es da auch dramaturgische Schwächen geben, die visuelle Dichte und der überbordende Detailreichtum helfen diesem Märchen locker darüber hinweg und machen „Charlie und die Schokoladenfabrik“ zu einer unwiderstehlichen zarten Versuchung, die gleichzeitig eine Absage an das Nützlichkeitsdenken und ein Plädoyer für die schönen, aber nicht unbedingt wichtigen Dinge - wie eben Schokolade ist. – Deshalb auch der Schlusssatz des Films: „Das Leben war nie süßer“.<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Sa 21.1., 15 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-15T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-9.1.-15.1.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (9.1. - 15.1. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-9.1.-15.1.-2012</link>
    <description>Sanfte Kost von großen Meistern steht diese Woche in den Filmclubs auf dem Programm. Nanni Moretti erzählt in „Habemus Papam“ (Takino Schaan, Kino Madlen/Heerbrugg) höchst unterhaltsam von einem Papst wider Willen und David Lynch schickt im Roadmovie „The Straight Story“ (Takino Schaan) einen 73-Jährigen auf eine lange Reise mit einem motorisierten Rasenmäher.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Habemus Papam:</b> Wenn der italienische Atheist Nanni Moretti eine Satire über den Papst und die Katholische Kirche ankündigt, darf oder muss man Bissiges erwarten. Überraschend sanft ist nun aber „Habemus Papam“ ausgefallen, spart die heißen Eisen der Kirche aus, zeichnet dafür ein sehr warmherziges und menschliches Porträt eines Papstes, der sich überhaupt nicht in der Lage sieht, die Aufgabe zu bewältigen, die ihm übertragen wird. So erleidet er im ersten Schock über seine Wahl einen Nervenzusammenbruch und nützt dann die erstbeste Gelegenheit aus dem Vatikan abzuhauen, durch Rom zu streifen und seiner längst verschütteten Leidenschaft des Theaterspiels nachzugehen.<br />So geht es in „Habemus Papam“ auf mehreren Ebenen um Rollen, die der Mensch spielen muss oder soll, auch wenn sie überhaupt nicht seinen Wünschen entsprechen. Doch selten hat einer den Mut wie in diesem Fall Papst Melville nein zu dem zu sagen, was ihm aufgetragen wird. <br />Die TV-Moderatoren müssen die Rolle der stets Topinformierten spielen, bis sie schließlich doch zugeben müssen, dass sie im Grunde überhaupt nicht wissen, was im Vatikan vorgeht. Der von Nanni Moretti gespielte Psychoanalytiker, der eigentlich den Papst heilen sollte, entwickelt sich nach Verschwinden seines Patienten zum Freizeitgestalter für die greisen Kardinäle, mit denen er ein Volleyballturnier organisiert. Freude an seiner Rolle entwickelt aber nur ein Schweizer Gardist, der für die Öffentlichkeit als Schatten hinter den Vorhängen  der päpstlichen Gemächer den Papst mimen soll.<br />Bestens unterhält „Habemus Papam“ mit vielen gelungenen Scherzchen, präsentiert einen hinreißenden Michel Piccoli als Papst wider Willen, bleibt im fehlenden Biss und dem unentschlossenen Pendeln zwischen dem Geschehen im Vatikan und den Erkundungen des Papstes aber auch beliebig und ohne große Nachwirkung.<br /><b>Takino Schaan:</b> Mo 9.1. + Di 10.1. – jeweils 20 Uhr<br /><b>Kino Madlen, Heerbrugg:</b> Mo 9.1., 20.15 Uhr<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 29.2., 20 Uhr; Fr 2.3., 22 Uhr<br /><br /><br /><b>The Straight Story:</b> Der 73jährige Alvin Straight fährt mit seinem Rasenmäher 500 Meilen von Iowa nach Wisconsin, um seinen Bruder zu besuchen.<br />Diese wahre Geschichte erzählt David Lynch völlig überraschend auch als gerade (straight) Geschichte. Auf Sex und Gewalt - Elemente, die dieser Regisseur in "Blue Velvet" oder Wild at Heart" zelebrierte - wird völlig verzichtet: es gibt nicht einmal einen Kuss; nur ein Rasenmäher wird erschossen. „The Straight Story“ handelt zuerst von dem, was er zeigt: vom weiten Himmel und endlosen Getreidefeldern, von Wetterumschwüngen und dem Wechsel der Jahreszeiten und von den gewaltigen Entfernungen zwischen Orten und Menschen und der Zeit, die nötig ist, um diese Distanzen zu überwinden. Die wunderschöne Musik von Angelo Badalamenti und die grandiose Kameraarbeit von Freddie Francis unterstreichen mit den langsamen Überblendungen den traumhaft ruhigen Rhythmus des Films.<br />Aber dieses Road-Movie erzählt auch von der Reise in den Tod - der Mississippi als Grenze -, die auch eine Reise in die Erinnerungen ist. Blickrichtungen bestimmen den Film: Wie Alvin Straight in den Sternenhimmel blickt ("Was kommt nach dem Tod?"), so nähert sich die Kamera immer wieder vom Himmel - wie ein gütiger Gott - liebevoll dieser Figur.<br />Vieles gäbe es noch über die herrlichen Typen, denen Straight auf seiner Reise begegnet, oder über die Detailverliebtheit dieses zutiefst menschlichen, ebenso einfachen wie bewegenden Films zu sagen, den der radikale Verzicht auf alles Sensationelle selbst zur Sensation macht.<br /><b>Takino Schaan:</b> Mi 13.1., 20 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-08T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-2.1.-8.1.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (2.1. - 8.1. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-2.1.-8.1.-2012</link>
    <description>Mit Lars von Triers „Melancholia“, der im Takino Schaan läuft, und „Die Frau die singt – Incendies“ von Denis Villeneuve (Filmforum Bregenz/Metrokino Bregenz) stehen diese Woche zwei herausragende Filme des letzten Jahres auf dem Programm der Filmclubs.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Melancholia: </b>Einen schönen Film über den Weltuntergang hat Lars von Trier versprochen und hat diese Ankündigung sogar übertroffen. Grandios ist die wortlose, etwa zehnminütige Eröffnung, in der er zur Ouvertüre von Wagners „Tristan und Isolde“ in atemberaubenden Bildern von der großen Katastrophe erzählt, die der Zusammenprall des Planeten Melancholia mit der Erde verursacht.<br />Doch diese Apokalypse ist nur der Hintergrund für die private Geschichte der zwei gegensätzlichen Schwestern Justine (Kirsten Dunst) und Claire (Charlotte Gainsbourg). Jeder der beiden ist ein Kapitel zugeordnet. Während im ersten die mondäne Hochzeit der depressiven Justine im Chaos endet und von Trier einerseits bissig mit bürgerlichen Festen abrechnet, gleichzeitig aber auch Thomas Vinterbergs klassisches Dogma-Film „Festen“ parodiert, fokussiert der zweite Teil ganz auf Claires Kleinfamilie und Justine. Im prachtvollen Herrensitz am Meer, in dem schon die Hochzeit stattfand, verfolgen sie den Planeten Melancholia, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Während Justine der drohenden Katastrophe gelassen entgegen sieht und immer ruhiger wird, da die Menschen diesen Untergang ihrer Meinung nach sowieso verdient haben, reagiert die scheinbar so vernünftige Claire zunehmend panischer.<br />Das ist nicht nur von Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg großartig gespielt, sondern auch fantastisch inszeniert, geht von der Ouvertüre mit dem Kosmischen zum Gesellschaftlichen über und richtet den Blick schließlich ganz auf das Individuum und die Brüchigkeit psychischer Stabilität.<br /><b>Takino Schaan:</b> Mo 2.1. + Do 5.1. - jeweils 20 Uhr<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 1.2., 20 Uhr; Do 2.2., 20 Uhr; Fr 3.2., 22 Uhr<br /><b>FKC Dornbirn im Dornbirner Cinema 2000:</b> Mi 18.1., 21.30 Uhr; Do 19.1., 21.30 Uhr</p>
<p><br /><b>Die Frau die singt - Incendies:</b> Wajdi Mouawads Theaterstück  „Verbrennungen“ diente als Vorlage, doch die Herkunft von der Bühne  merkt man dem für den Auslands-Oscar nominierten Drama nie an. Mehr in  Bildern als in Dialogen erzählt Denis Villeneuve, pendelt souverän  zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Kanada und dem Nahen  Osten. <br /> Ausgelöst wird die Handlung durch die Verlesung eines Testaments: Die  beiden erwachsenen Kinder der Verstorbenen, die vor Jahren aus dem Nahen  Osten nach Quebec emigrierte, sollen ihrem Vater und einem weiteren  Bruder einen Brief übergeben. Irritiert sind die Geschwister, hielten  sie den Vater doch für tot und von einem Bruder wussten sie nichts.  Dennoch beginnt Jeanne zu recherchieren und reist in ein nicht näher  bestimmtes Land im Nahen Osten, in dem seit Jahrzehnten ein grausamer  Bürgerkrieg zwischen Moslems und Christen herrscht. Schritt für Schritt  deckt sie dabei die erschütternde Lebensgeschichte ihrer Mutter auf.<br /> Ungemein konzentriert und mit großer emotionaler Wucht ist das  inszeniert. Statt wie Julian Schnabel in „Miral“ Fakten abzuhaken,  vermittelt Villeneuve in prägnanten und lange nachwirkenden Bildern die  Auswirkungen militärischer Auseinandersetzungen auf das Individuum. Wie  bei einem Puzzle fügen sich dabei sukzessive zunächst lose Einzelteile  zu einer aufwühlenden Familiengeschichte, die sich an der  „Ödipus“-Tragödie orientiert. Entsetzliches kommt ans Licht, doch gerade  die Aufarbeitung ermöglicht auch Versöhnung.<br /> <b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Do 5.1., 20 Uhr; Sa 7.1., 22 Uhr<br /> <b>FKC Dornbirn im Dornbirner Cinema 2000: </b>Mi 15.2., 21.30 Uhr; Do 16.2., 19.30 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-01T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-26.12.-31.12.-2011">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (26.12. 2011 - 1.1. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-26.12.-31.12.-2011</link>
    <description>Mit „Die anonymen Romantiker“ zeigt das TaSKino Feldkirch diese Woche eine bittersüße Komödie. Rauere Töne schlägt dagen John Michael McDonagh an, dessen pechschwarzer, aber höchst unterhaltsamer Mix aus Krimi, Komödie und Buddie-Movie „The Guard“ auf dem Programm des TaKino Schaan und des Filmforum Bregenz steht.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Les émotifs anonymes - Die anonymen Romantiker: </b>Als Chocolatière ist Angélique kaum zu übertreffen, doch mit Menschen umgehen, ihnen näher kommen, kann sie nicht. Hochsensibel ist diese junge Frau und fällt bei der kleinsten Aufregung in Ohnmacht. Während sie ihr Problem mit dem Besuch einer Selbsthilfegruppe in den Griff zu kommen versucht, zieht der Schokoladeproduzent Jean-Réne Sitzungen beim Psychiater vor.<br />Dass die beiden wie für einander geschaffen sind, spürt man schon beim  Vorstellungsgespräch Angéliques, doch in ihrer Unsicherheit und Schüchternheit verstören sie den jeweils anderen mehr als ihm wirklich näher zu kommen. Außer Frage steht freilich, dass am Ende sich doch alles glücklich fügen wird.<br />„Die Bitterkeit ist das wichtigste bei Schokolade“ erklärt Angélique einmal Jean-Réne. Daran hat sich wohl auch Jean-Pierre Ameris bei seinem fünften Spielfilm orientiert. Wie gute Schokolade zergeht einem diese federleichte Komödie auf der Zunge, gleitet wunderbar rund dahin, ist hochromantisch, aber nie sentimental. Lachen kann man über das Duo und fühlt doch immer mit diesen Hochsensiblen, denn ihre Verzagtheit und Ängstlichkeit ist nachvollziehbar und geht einem nahe.<br />Das liegt freilich auch an den beiden Hauptdarstellern. Zuzusehen, wie Isabelle Carré und Benoît Poelvoorde die beziehungsunfähigen Schokoladefans spielen, er den etwas tollpatschigen etwas älteren Fabrikanten mit hoher Stirn, sie mit großen Augen die jüngere und alles über sich ergehen lassende Chocolatière, bereitet ungetrübtes Vergnügen. <br /><b>TaSKino Feldkirch im Kino Namenlos:</b> Mo 26.12., 19.30 Uhr; Di 27.12., 21.30 Uhr; Mi 28.12., 19.30 Uhr; Do 29.12., 21.30 Uhr</p>
<p><br /><b>The Guard:</b> Kein angenehmer Zeitgenosse ist der bullige irische Provinzpolizist Gerry Boyle (Brendan Gleeson). Seinen Partner aus Dublin schikaniert er fortwährend, seine sozialen Kontakte beschränken sich auf Besuche bei Prostituierten und bei einer Dienstbesprechung lässt er in Gegenwart eines afroamerikanischen FBI-Agenten (Don Cheadle) seinem Rassismus freien Lauf. Wird ihm dies vorgeworfen, antwortet er mit Selbstverständlichkeit: „Ich bin Ire – Rassismus gehört zu meiner Kultur.“ Doch ausgerechnet mit diesem Afroamerikaner muss Boyle in einem Mord- und Drogenfall zusammenarbeiten.<br />Nachdem Martin McDonagh mit „Brügge sehen … und sterben“ vor einigen Jahren ein Sensationserfolg gelang, legt nun sein Bruder John Michael in ähnlichem Stil und gleichem Hauptdarsteller nach. Vor der prächtigen Kulisse der nach außen hin rauen, aber doch beschaulichen irischen Westküste entwickelt McDonagh einen pechschwarzen, herrlich politisch unkorrekten Mix, bei dem er fließend zwischen Komödie Krimi, Buddie-Movie und Charakterstudie wechselt. Vertrauen kann er dabei auch auf seine beiden Hauptdarsteller, die lustvoll aufspielen und wunderbar harmonieren. Der raue Ire und der kultivierte Amerikaner ergeben ein hinreißendes Duo. Don Cheadle spielt auf der einen Seite den FBI-Agenten mit viel Understatement, Brendan Gleeson gelingt es auf der anderen Seite den im Grunde unausstehlichen Polizist so zu verkörpern, dass er einem schließlich doch ans Herz wächst.<br /><b>Takino Schaan:</b> Mo 26.12. + Di 27.12. – jeweils 20 Uhr<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 28.12. + Do 29.12. – jeweils 20 Uhr; Fr 30.12., 22 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-25T10:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/sherlock-holmes-spiel-im-schatten">
    <title>Sherlock Holmes - Spiel im Schatten</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/sherlock-holmes-spiel-im-schatten</link>
    <description>Von Sir Arthur Conan Doyles-Vorlage bleibt bei Guy Ritchie nicht viel mehr als die Protagonisten. Die Handlung ist nur Vorwand für eine Abfolge spektakulärer Szenen, die wie Jahrmarktattraktionen dargeboten werden. Unterhaltsam ist das dank hohem Tempo und lustvoller Inszenierung dennoch.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Wie in den James Bond-Filmen oder in der „Mission Impossible“-Reihe steht auch in diesem „Sherlock Holmes-Film nichts weniger als der Weltfrieden auf dem Spiel. Verantwortlich für die internationale Krise ist hier der „Napoleon der Verbrecher“ Professor Moriarty (Jarred Harris), der versucht durch Anschläge die europäischen Großmächte gegeneinander aufzuhetzen. Polizei scheint es keine zu geben, allein Sherlock Holmes (Robert Downey jr.) und sein Helfer Dr. Watson (Jude Law), der nebenbei auch noch heiratet, jagen den Superverbrecher. Als Sidekicks stehen ihnen Holmes´ älterer Bruder (Stephen Fry), der Witz ins Spiel bringt, und „Millennium“-Trilogie-Entdeckung Noomi Rapace als Roma Simza zur Seite.</p>
<p><b>Action statt Kopfarbeit</b></p>
<p>Mag da aber auch von nationalistischer und anarchistischer Stimmung und vor allem von den deutsch-französischen Spannungen Ende des 19. Jahrhunderts die Rede sein, so dient diese reale historische Situation, die schließlich einer der Gründe für den Ersten Weltkrieg wurde, Guy Ritchie doch nur als Hintergrund für spektakuläre und vielfach hochexplosive Szenen. Wie im ersten Film darf Robert Downey jr. als koksender Holmes auch in diesem Sequel blitzschnell kombinieren und den Verlauf anschließender Kämpfe aufgrund dieser Kombinationsgabe schon vorwegnehmen. Nur staunen kann der Zuschauer über diese Fähigkeit, unmöglich macht es ihm aber das Tempo selbst Überlegungen anzustellen.<br />So steht nicht die langsame Lösung eines kriminalistischen Rätsels mittels Kopfarbeit im Mittelpunkt, sondern das rasante, actiongeladene Spektakel. Mit Zeitraffer und stakkatoartiger Montage werden die Kampfszenen zerhackt, andererseits visualisieren Zeitlupenaufnahmen die Wirkung des Einschlags von Kugeln auf Bäumen und zeigen en Detail, wie das Holz zerbirst.</p>
<p><b>Kino als Jahrmarktattraktion</b></p>
<p>Zurück zur Jahrmarktattraktion, die der Film in seinen Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts war, führt Ritchie mit seiner 1891 angesiedelten Geschichte das Medium. Haarsträubende Maskeraden vom Chinesen bis zur Dame, mit der auch auf die Homosexualität des Meisterdetektivs angespielt wird, darf Holmes treiben, von London über Paris nach Deutschland und dann zu den Reichenbachfällen in der Schweiz führt die Handlung. Nicht überlegen sollte man dabei freilich, wo hier die deutsch-französische Grenze überquert wird oder auf welcher Strecke man mit dem Zug durch die Schweiz fährt.</p>
<p><b>Rasanter Szenenwechsel, lustvolle Inszenierung</b></p>
<p>Hanebüchen ist die Handlung, aber rasanter Szenenwechsel, der kaum Zeit lässt die visuelle Opulenz der Schauplätze und Kostüme auszukosten, hält diese Kinomaschine am Laufen. Was für den klassischen Western der Italo-Western ist, den Hans Zimmers Soundtrack auch mehrfach musikalisch zitiert, ist dieser „Sherlock Holmes“-Film für den klassischen Detektivfilm: Verzerrt und parodiert wird das Genre, gespielt wird mit den Mustern, bis dem Film jede Substanz ausgetrieben ist und nur die äußere Hülle bleibt.<br />So bleibt zwar nach 130 Minuten nichts außer den beiläufig eingestreuten Kommentaren, dass man letztlich nicht den Waffenhändlern, sondern vielmehr der menschlichen Natur die Schuld an Konflikten und Kriegen geben muss und dass die Schweiz für Reiche immer ein sicherer Platz ist, dennoch unterhält man sich ganz  nicht zuletzt dank der ebenso selbstironischen wie lustvollen Inszenierung ganz passabel.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-24T10:14:46Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/lauras-stern-und-die-traummonster">
    <title>Lauras Stern und die Traummonster</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/lauras-stern-und-die-traummonster</link>
    <description>Im dritten Film nach den Kinderbüchern von Klaus Baumgart führt der magische Stern die etwa siebenjährige Laura und ihren jüngeren Bruder Tommy in ihre Traum- und Alptraumwelt und lehrt die beiden Kinder Ängste zu überwinden. Ganz auf Kinderhöhe erzählt, liebevoll animiert und dezent 3D-Effekte einsetzend entwickelt sich ein nicht nur kleinste Kinobesucher be- und verzaubernder Animationsfilm.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Wunderbar poetisch, verspielt und federleicht ist schon der Vorspann, wenn Tommy in seinem schiffähnlichen Bett und Laura in einem winzigen Häuschen durch das Weltall schweben. Auf den Boden der Realität holt den Zuschauer aber dann der eigentliche Beginn des Films.</p>
<p><b>Vom Alltag in die Traumwelt</b></p>
<p>Gut geerdet sind die Abenteuer von Laura und Tommy. Ganz konkret um kindliche Ängste geht es hier. Um sich davor zu schützen, hat der kleine Tommy den Spielzeughund „Beschütz mich“ immer bei sich. Doch dieser landet beim Fußballspiel auf der Straße in einem finsteren Keller. Die Freunde suchen lieber schnell das Weite, doch unterstützt von seiner Schwester Laura und schließlich auch dem Vater holt man "Beschütz mich" zurück. Doch nächtens verschwindet er wieder – oder taucht der Zuschauer ab jetzt etwa nur in eine Traumwelt ab.<br /><br /><b>Zwischen knallbunt und dunkel</b><br /><br />Ganz konkret dorthin – oder eben vielleicht nur im Traum – führt der magische Stern Laura und ihren Bruder, die als witzige Sidekicks von Lauras Stofftieren Bär und Mini-Hase begleitet werden. Wie im Vorspann schweben sie durchs Weltall, docken bei einer knallbunten Traumtüte an, in der sie durch Türen in ihre Träume blicken können, an deren Grund aber ihre Alpträume liegen. Dorthin haben die Alptraummonster den Schutzhund entführt, da sie immer mehr schrumpfen, je weniger Angst Tommy vor ihnen hat. Besiegen kann man diese skurrilen Figuren logischerweise nur, indem man kühn die Wendeltreppe hinunter steigt und den Monstern angstfrei gegenüber tritt, da Angst sie nur wachsen lässt…</p>
<p><b>Schrullige Monster</b></p>
<p>Ganz auf Kinderhöhe ist das erzählt und ermöglicht in dem Blick durch die Traumtüren auch einige hübsche Episoden. Im Papierflieger kann man da über das Wolkenmeer gleiten oder den großen Torschuß beim Fußballspiel realisieren. Gleichzeitig regen diese Szenen aber auch die Kinogäste an über ihre eigenen Träume zu reflektieren. <br />Überzeugend wird auch der knallbunten Welt der schönen Träume, die im Dunkeln in der Tiefe des Turms gelegenen Alpträume gegenübergestellt. Rosarot steht da Schwarz und Blau gegenüber und ein ulkiger oranger Lichtfänger fängt alle Strahlen von Lauras Stern ab. Liebevoll gestaltet sind auch die vier Monster, farblich und von Aussehen und Charakter fein von einander abgehoben. Wirklich Schrecken verbreiten sie nur bei der ersten Begegnung, wirken ansonsten eher schrullig und ziemlich unbeholfen. Leicht lassen sie sich schließlich auch von den Kindern ins Bockshorn jagen.</p>
<p><b>Liebevolle Erziehung zu angstfreiem Leben</b></p>
<p>Überschaubar ist die Handlung in der Reduktion auf wenige Figuren und eine Handlungsebene, wirkt manchmal in der Art, wie hier in Träume eingetaucht wird, fast wie eine kindliche Variante von „Inception“, und bringt das Plädoyer für ein angstfreies Leben nicht aufgesetzt, sondern ganz selbstverständlich und organisch in die Geschichte eingebettet. Bezaubernde kindgemäße Unterhaltung mit vielen netten Details und kleinen, aber feinen 3D-Einsprengsel geht da Hand in Hand mit Förderung des kindlichen Selbstbewusstsein, einzig die vor dem Film gezeigten Vorschauen von „Ice Age 4“, „Lorax“ oder dem Yeti-Film „Yoko“ wirken deplatziert. Für ältere Kinder mögen diese Trailer durchaus konsumierbar sein, für Vierjährige wirken sie gerade im Kontext mit „Lauras Stern und die Traummonster“ eher kontraproduktiv, da sie kaum dem Angstabbau dienen, sondern eher Alpträume hervorrufen dürften.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-18T21:26:31Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-19.12.-25.12.-2011">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (19.12. - 25.12. 2011)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-19.12.-25.12.-2011</link>
    <description>Am Spielboden Dornbirn stehen diese Woche die letzten Vorstellungen im Rahmen der Western-Reihe auf dem Programm. Noch einmal werden Sergio Leones Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ und Andrew Dominiks elegischer Spätwestern „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ gezeigt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Spiel mir das Lied vom Tod:</b> Im Original heißt Sergio Leones legendärer, 1967 gedrehter Italo-Western „C´era una volta il west“ („Es war einmal der Westen“): das Mythische, das Märchenhafte wird hier schon im Titel evoziert und wie in keinem anderen Italo-Western spielt Leone in diesem Film mit den Mythologemen des Genres: das Monument Valley und die rotbraune Landschaft des Südwestens der USA bilden den geographischen, der Eisenbahnbau den historischen Background.<br />Klassisch auch das Personenarsenal mit der kapitalstarken Eisenbahngesellschaft, einem Farmer, der sich ihr widersetzt und sich gleichzeitig eine Frau aus einer Großstadt - in diesem Fall aus New Orleans - kommen lässt, einem Killer, der in Diensten der Gesellschaft steht und einem undurchsichtiger Mundharmonikaspieler, der eine private Rechnung begleichen will.<br />Als kleine Geschichte wäre dies im klassischen Western erzählt worden, doch durch Ennio Morricones Musik und expressive Kameraperspektiven und –einstellungen macht Sergio Leone daraus eine große Oper. Statt funktional zu erzählen werden kleinste Szenen wie das den Film eröffnende Spiel eines Gangsters mit einer Fliege gedehnt. Durch Retardierungen wird so Spannung aufgebaut, die sich erst nach einem schier endlos langen Vorspiel in einer Explosion der Gewalt entlädt.<br />Hier gibt es keine Guten und keine Bösen, sondern bestenfalls weniger Böse und ganz Böse und nie erzählt der Italo-Western von der Vergangenheit, sondern meint immer auch die kapitalistische Welt von heute, in der nicht der Einzelne, sondern die großen Gesellschaften das Sagen haben und den Lauf der Geschichte bestimmen.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Do 22.12., 20.30 Uhr<br /><br /><br /><b>Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford:</b> 17 Morde und zahlreiche Bank- und Eisenbahnüberfälle verübte Jesse James (Brad Pitt) mit seiner Bande zwischen 1865 und seiner Ermordung im Jahre 1882. Doch diese Verbrechen interessieren den Australier Andrew Dominik nicht. Sein Film setzt erst im Herbst 1881 mit dem letzten Eisenbahnüberfall der James-Bande ein. Während der Vorbereitungen dafür knüpft Robert Ford (Casey Affleck) zu dem bewunderten Outlaw Kontakt und wird nach dem Überfall von ihm aufgenommen.<br />Vom ersten Moment an schafft Andrew Dominik mit einem auktorialen, ruhig die Ereignisse kommentierenden Off-Erzähler nicht nur Distanz, sondern auch eine schwermütige Stimmung. Alles scheint vergeblich, vom Schicksal vorherbestimmt. Großartig spielt Brad Pitt den 34-jährigen Banditen als müden alten Mann, der ständig die Entdeckung fürchtet. Nicht weniger beeindruckend ist auf der anderen Seite Casey Affleck als Jesse James´ naiver ruhmsüchtiger Mörder Robert Ford.<br />Intensiviert wird die hoffnungslose Stimmung durch den extrem langsamen, wunderbar beherrschten Erzählrhythmus. Im besten Sinne langatmig - als ein Film mit einem langen Atem - hat Dominik seinen 156-minütigen bildgewaltigen elegischen Spätwestern angelegt. In den fantastischen Landschaftsaufnahmen von Roger Deakins setzt er förmlich Pausen und lässt die Protagonisten lange durch die Weiten des Mittelwestens reiten. Mehr noch als die akribische Rekonstruktion der Kostüme und Bauten trägt diese sich an alten Fotographien orientierende Kameraarbeit zur atmosphärischen Dichte bei.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Fr 23.12., 20.30 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-18T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/der-grosse-crash">
    <title>Der große Crash</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/der-grosse-crash</link>
    <description>In seinem starbesetzten Thriller zeichnet JC Chandor die dramatischen Ereignisse nach, die sich am Tag vor Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 in einer fiktiven New Yorker Investmentbank abspielten.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>„Margin Call“ – das ist die Aufforderung des Brokers Geld nachzuschießen, um die Zwangsauflösung von Aktien zu verhindern. Was aber tun, wenn die Diskrepanz zwischen Buchwert der Aktien und verfügbarem Kapital eine unvorstellbare Größe erreicht hat?<br /><br /><b>Fieberhafter Rettungsversuch</b><br /><br />Der Ausbruch der Finanzkrise zeichnet sich im Herbst 2008 in einer großen New Yorker Investmentbank ab, als zahlreiche Mitarbeiter von heute auf morgen entlassen werden. Eric Dale (Stanley Tucci) kann dem jungen Analysten Peter Sullivan (Zachary Quinto) aber noch einen Stick mit einer noch nicht ganz abgeschlossenen Berechnung zur Bankentwicklung geben. Sullivan knobelt daran weiter und erkennt das Schreckensszenario.<br />Mitten in der Nacht werden die führenden Kräfte der Bank vom erfahrenen Börsianer Sam Rogers (Kevin Spacey) über die Risikoanalystin Sarah Robertson (Demi Moore) bis zum Firmenchef John Tuld (Jeremy Irons) zusammengetrommelt, um einen Rettungsplan zu entwickeln, mit dem zumindest für das eigene Unternehmen noch das Schlimmste verhindert werden kann – ein Plan, der aber für die Wall Street und die Welt insgesamt verheerende Folgen haben wird.<br /><br /><b>Packendes Kammerspiel</b><br /><br />Auf einen Tag und die Bank als beinahe einzigen Schauplatz beschränkt sich JC Chandor in seinem Spielfilmdebüt. Alles Private wird ausgeklammert, keine Biographie erhalten die Protagonisten, das Maximum der Gefühle ist es, dass Kevin Spacey um seinen todkranken Hund trauert. Die räumliche und zeitliche Beschränkung verleihen dem Film ebenso wie die Konzentration auf die Arbeitswelt Dichte und Geschlossenheit, andererseits bleibt der Zuschauer auch gerade dadurch auf Distanz zu den Figuren.<br />Ebenso souverän wie zurückhaltend spielt das hochkarätige Ensemble, nur Jeremy Irons überzieht lustvoll. Und dennoch entwickeln diese Banker letztlich zu wenig individuelles Profil, als dass man mit ihnen wirklich mitfiebern könnte. Sie bleiben Funktionsträger, über deren Agieren der Zuschauer anhand einer konkreten Geschichte Einblick in die Vorgänge am Tag vor dem Bankendesaster erhalten soll. <br /><br /><b>Kühler Blick auf die Bankenwelt</b><br /><br />Zügig, aber nicht hektisch treibt Chandor die Geschichte voran. Um Statistiken und Prognosen geht es hier immer wieder und dennoch wird der Zuschauer nicht mit Fakten erschlagen. Die Handlung entwickelt sich zwar vor allem über die Dialoge, aber gleichzeitig evoziert Chandor in kalten Blau- und Grautönen eindrücklich die Nüchternheit und Kälte dieser Wirtschaftswelt. <br />Wenn dann Sullivan und seine Kollegen von der Spitze des Bankgebäudes in die Tiefe der New Yorker Straßenschluchten blicken, bekommt man eine Ahnung davon, vor welchem verheerenden Sturz die Banken- und damit auch die Weltwirtschaft stehen.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-11T21:21:46Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-12.12.-18.12.-2011">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (12.12. - 18.12. 2011)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-12.12.-18.12.-2011</link>
    <description>Im Takino Schaan läuft diese Woche der herzerfrischende britische Jugendfilm "Son of Rambow", am Spielboden Dornbirn wird unter anderem mit Jim Jarmuschs "Dead Man" die Westernreihe fortgesetzt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Son of Rambow: </b>England Anfang der 1980er Jahre: Während vor dem Kino eine fromme christliche Gruppierung, unter ihnen der elfjährige Will (Bill Milner), betet, sitzt drinnen rauchend und mit Videokamera «Rambo – First Blood» mitfilmend der gleichaltrige Lee Carter (Will Poulter). – Geschickt stellt der Brite Garth Jennings von Beginn an immer wieder in einer Parallelmontage die beiden unterschiedlichen Milieus und familiären Situationen einander gegenüber. Zufällig lernen sich Will und Lee Carter kennen und bald engagiert der Rabauke den kreuzbraven Will als Stuntman für seinen privaten "Rambo"-Film, mit dem Lee Carter bei einem Jugendfilmwettbewerb teilnehmen will.<br />Überzeugend fängt Jennings in warmen Farben die Stimmung der frühen 1980er Jahre ein und erzählt mit viel Liebe und Einfallsreichtum tempo- und fantasiereich seine Geschichte. Man spürt, dass dieser Film aus dem eigenen Erleben des 1972 geborenen Regisseurs gespeist ist. Und bei allem Witz und aller Fabulierfreude hat "Son of Rambow" doch mehr als bloße Unterhaltung zu bieten, funktioniert sowohl als gefühlvolle Coming-of-Age-Geschichte als auch als Liebeserklärung an das Kino und seine begeisternden, die Fantasie fördernden Geschichten.<br /><b>Takino Schaan: </b>Mi 14.12., 19 Uhr</p>
<p><b><br />Dead Man: </b>Auf einer Reise vom zivilisierten Cleveland in den  Wilden Westen befindet sich Johnny Depp in der Eröffnungssequenz von Jim  Jarmuschs "Dead Man". Fast stumm sind diese Szenen von der Zugfahrt,  Schwarzfilm akzentuiert das Vergehen von Zeit und die spärlichen Töne  von Neil Youngs E-Gitarre unterstreichen den Wechsel der Landschaft und  von Depps Reisebegleitern. Die Zeichen des Todes häufen sich und Särge  wird man in der Endstation Machine als erstes sehen. Den versprochenen  Job als Buchhalter erhält Depp nicht, wird aber in ein Verbrechen  verwickelt und muss fliehen. Die Reise geht weiter, doch statt der  Eisenbahn dienen nun zuerst Pferde und schließlich ein Kanu, das Depp  über den großen Ozean bringen soll, als Fortbewegungsmittel.<br />"Dead Man" ist zwar inhaltlich ein Western par excellence mit nahezu  allen Motiven dieses Genres von der Eisenbahn über die Grenzstadt bis  zum brutalen Kapitalisten, den Indianern und den Kopfgeldjägern, doch  gleichzeitig steht der Film durch Jarmuschs Inszenierung in Kontrast zum  klassischen Western. Nicht actionbetont, sondern lakonisch und langsam  erzählt der unabhängige US-Regisseur und die wunderbare Musik von Neil  Young akzentuiert den ruhigen Fluss der grandiosen Schwarzweißbilder  (Kamera: Robby Müller). Und auch die Fortbewegung oder Reise als  zentrales Motiv des Western wird hier verfremdet: Statt von einem  Aufbruch in ein neues Land und somit ein neues Leben erzählt Jarmusch  konsequent von einer Reise in den Tod.<b><br />Spielboden Dornbirn: </b>Fr 16.12., 20.30 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-11T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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