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  <title>Kritiken</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/huhn-mit-pflaumen">
    <title>Huhn mit Pflaumen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/huhn-mit-pflaumen</link>
    <description>Nach dem autobiographischen Animationsfilm „Persepolis“ erzählen Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud nach Satrapis eigener Graphic Novel die unglückliche Liebesgeschichte ihres Großonkels Nasser-Ali als Realfilm mit Animationselementen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Als stilisierten Animationsfilm in Schwarzweiß und nah an ihrem Comic verfilmte Marjane Satrapi mit Vincent Paronnaud ihre autobiographische Geschichte in „Persepolis“. Die comichafte Überhöhung ermöglichte Verkürzungen, Raffungen und größte Handlungsfülle. Politisches und Privates, zwanzig Jahre individuelle Geschichte und die Umbrüche im Iran von der Schah-Zeit über Revolution und Iran-Irak-Krieg bis in die 1990er Jahre, unterbrochen von einer Zeit im Wiener Exil, fügten sich zu einer Einheit.</p>
<p><b>Orientalische Fabulierfreude</b></p>
<p>Ganz andere Töne schlagen Satrapi/Paronnaud nun mit der Verfilmung ihrer zweiten Graphic Novel an. Zwar wird die Handlung mit einem Insert im Iran des Jahres 1958 zeitlich verankert, doch sogleich stimmt auch schon der durch den Film führende Off-Erzähler mit „Es war einmal oder es war keinmal“ auf eine märchenhafte Geschichte ein. Von vornherein werden hier Assoziationen an Tausendundeine Nacht, an orientalisches Flair geweckt.<br />Vom Ende her wird rückblickend das Leben des Geigers Nasser-Ali (Mathieu Amalric) erzählt. Nachdem beim Streit mit seiner Frau seine Geige zu Bruch gegangen ist, muss er feststellen, dass er einer teuren Stradivari-Geige, auf der auch schon Mozart gespielt haben soll, nicht mehr die gewohnten perfekten Töne entlocken kann. Zudem begegnet er auf der Straße noch einmal der ebenfalls gealterten einzigen großen Liebe seines Lebens, die ihn aber scheinbar nicht erkennt. So will er seinem Leben ein Ende setzen. So leicht ist es mit dem Selbstmord aber nicht und so liegt er acht Tage eine Zigarette nach der anderen rauchend im Bett, lässt sein Leben nochmals vorüberziehen und wartet auf den Todesengel Azraël (Edouard Baer).</p>
<p><b>Überbordender visueller Einfallsreichtum, aber...</b></p>
<p>Übervoll ist „Huhn mit Pflaumen" – der Titel spielt auf Nasser-Alis Lieblingsgericht an, mit dem ihn seine Frau (Maria de Medeiros) noch einmal vom Sterben abhalten will – an Episoden, doch  keine Konturen wollen die Figuren gewinnen, mehr als das Was rücken Satrapi/Paronnaud mit orientalischer Fabulierfreude das Wie in den Vordergrund, gestalten Szenen mal als Scherenschnitt, parodieren dann in einer Vorausblende auf die Zukunft von Nasser-Alis in die USA emigrierendem Sohn in greller Überzeichnung US-Sitcoms und US-Lebensstil, lassen Nassers Mutter (Isabella Rossellini) die Seele aushauchen, den Todesengel Azraël mächtig und bedrohlich – an Bergmans „Das siebte Siegel“ erinnernd - auftauchen und darauf verweisen, dass niemand seine Todesstunde weiß – nicht einmal der Todesengel selbst.<br />Überbordend ist das in seinem visuellen Einfallsreichtum und seinen warmen Farbtönen, verspielt Realfilm und unterschiedlichste Animationstechniken mischend, wunderbar im gezeichneten Hintergrund orientalische Städte vorführend, die realen Schauspieler dabei aber zu Statisten degradierend. Da will auch kein Erzählfluss aufkommen, weil diese Fülle nur durch den Todesengel als omnipräsenten Off-Erzähler zusammengehalten und organisiert wird – nur er sorgt dafür, dass der Zuschauer den Überblick nicht verliert.</p>
<p><b>... emotional kaltes Kino</b><br /><br />Weitgehend ausgespart wird das Politische, das nur kurz in der zukünftigen Geschichte des Sohnes Cyrus oder im kommunistischen Bruder Nassers, der gegen die USA wettert, aufschimmert. Davon abgesehen beschränken sich Satrapi/Paronnaud ganz auf die private Geschichte des Musikers, sein unglückliches Leben, verursacht durch die Zwangsverheiratung mit einer ungeliebten Frau und die lebenslange unglückliche Liebe zur Tochter eines Uhrmachers, deren Name Irâne symbolisch auf die unglückliche iranische Geschichte verweist.<br />Doch emotional packen will diese in anderen zeitlichen und räumlichen Kontexten schon oft schon erzählte Geschichte in ihrer Kurzatmig- und Episodenhaftigkeit nicht, verwehrt in der optischen Sensationsgier, die oft mehr Kitsch als Poesie bietet, dem Zuschauer die Möglichkeit den Figuren – speziell Nasser-Ali - näher zu kommen. <br />Ein unsympathischer Egozentriker bleibt der Protagonist, kein Raum und keine Zeit wird Mathieu Amalric gelassen, diesem Nasser-Ali mehr Ambivalenz zu verleihen, ihm Leben einzuhauchen, sodass sein Schicksal auch den Zuschauer mitreißt. Großartig sinister wirkt aber Chiara Mastroianni als Nasser-Alis erwachsene Tochter bei einer Pokerrunde, doch völlig isoliert steht diese Szene da. - Letztlichb bleibt "Huhn mit Pflaumen eine kalte Kinomaschine, hochartifiziell und ohne Leben.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-02-04T15:30:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/tinker-tailor-soldier-spy-dame-koenig-as-spion">
    <title>Tinker Tailor Soldier Spy / Dame, König, As, Spion</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/tinker-tailor-soldier-spy-dame-koenig-as-spion</link>
    <description>Es gibt Filme, die sich in der Wahrnehmung von Filmkritik und Kinopublikum nahezu in zwei Werke aufzuspalten scheinen. Das britische Agentendrama Tinker Tailor Soldier Spy ist so ein Fall. Im Netz schön ablesbar: Zuerst die Elogen der Kritiker, dann vielfach enttäuschte Postings. Liegt es nur daran, dass dieser Agentenfilm sich bestimmten Genreregeln verweigert?</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Vorab zur Warnung: In dieser Geschichte tummeln sich ziemlich viele Leute. Und die meisten von ihnen sind Agenten. Dass sie alle einen Spion suchen, dynamisiert das Geschehen nicht unbedingt. Denn der Maulwurf steckt in den eigenen Reihen des British Intelligence Service; die Suche gestaltet sich damit eher als bedächtiges Abtasten des Anderen denn als spektakuläre Gefahrenabwehr. Beim Zuseher sorgt das vor allem für eine ziemliche Unübersichtlichkeit, umso mehr, als das Drehbuch sich lange Zeit einen Dreck um sachdienliche Hinweise schert. Zwar bricht „Tinker Tailor“ mit seiner konspirativen Bürogemeinschaft aus den 1970er Jahren, als der Kalte Krieg ideologisch gesehen eigentlich noch klare Fronten zog, das schnöde Freund/Feind-Schema sonstiger Agententhriller deutlich auf. Um zum Führungszirkel, der hier im Mittelpunkt steht und sich „Circus“ nennt, den entscheidenden Zugang zu finden, muss man sich aber durch Schichten von Routinen und einer verklausulierten, fast bürokratischen Sprache arbeiten. Das macht sicherlich einen Teil des Reizes dieses Films aus, der damit einerseits an Realismus gewinnt, weil er kaum mehr bietet, als man sich vom „echten“ Alltag solcher Beamter erwarten würde. Während er andererseits mit seinen aus diesem Alltag gerissenen fragmentarischen Szenen und einer radikalen Absage an spektakuläre Schauwerte auch jede Menge Geduld einfordert. Letztlich verhält es sich mit „Tinker Tailor“ wie mit dem Schachspiel, das George Smiley (Gary Oldman) in der konspirativen Wohnung seines verstorbenen Chefs findet: auf den Figuren kleben die Bilder seiner Kollegen und auch seines, er erblickt sich in diesem Moment also selbst. Der Fund erhellt zwar bestimmte Rollenzuschreibungen, die Frage nach dem Spielführer lässt sich aber für niemanden beantworten. Auch für das Publikum nicht.</p>
<h3>Blackout verhindern, Figuren merken</h3>
<p>Wer also sind die Mitglieder des Circus, dieser Truppe, die sich regelmäßig aber völlig zwecklos im abhörsicheren Raum mit der Eierkarton-Verschallung trifft? Die wichtigsten Akteure finden sich bereits im Titel des Films. So wie in der Romanvorlage von John le Carré hat ihnen ihr Chef, genannt Control und im Film dargestellt von einem ziemlich abgewrackten John Hurt diese Codenamen gegeben: Tinker ist Percy Alleline (Toby Jones), der auf den Job von Control spitzt, aber nicht zu den strategischsten Köpfen des Circus zählt; Tailor ist der mit Charme und Instinkt ausgestattete Bill Haydon (Colin Firth), Soldier ein flapsiger Typ namens Roy Bland (Ciarán Hinds). Spy ist der, um den es geht... Noch im Spiel sind u.a. der erwähnte Smiley (Gary Oldman mit zum Enigma erstarrtem Gesicht), der ungarnstämmige Toby Esterhase (David Dencik) und ein Agent namens Jim Prideaux (Mark Strong). Schon zu Beginn des Films kurbelt Prideaux in einer der eindrücklichsten Szenen des Films das Geschehen an. Ein Rückblick offenbart, wie Prideaux von Control nach Budapest geschickt wird, um dort einen ungarischen Offizier zu treffen. Er will dem British Service den Namen des vom KGP eingeschleusten Maulwurfs verraten. Das Treffen inszeniert Alfredson als eine Art hyperreales Ereignis. Die beiden Agenten sind von einer Reihe von Passanten umgeben, denen der reine Zufall ihrer Anwesenheit die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Das Treffen stellt sich als Falle heraus, Prideaux bricht von einem Schuss getroffen zusammen. Als Konsequenz wird Control abgezogen und stirbt kurz darauf, während Alleline übernimmt mit seinen engsten Vertrauten Hayden, Bland und Esterhase das Kommando. Sie sind schon länger durch eine Operation verbunden, die unter dem Titel witchcraft firmiert und laufend bedeutende Daten der russischen Seite liefert. Smiley misstraut Controls Jünglingen und macht sich selbst an die Recherche.</p>
<h3>Verdichtung sozialer Räume</h3>
<p>Als stringente Erzählung darf diesen Film wie erwähnt niemand erwarten. Wo die Dramaturgie Lücken aufweist, bleibt der Zuseher ratlos. Da gibt es Szenen, die scheinbar ins Leere laufen und andere, die sich als Puzzlestein anbieten, nur fehlt einem das ganze Puzzle rundherum. Dennoch schließt sich am Ende auch inhaltlich der Kreis. Die Faszination dieses Films geht vor allem von der Inszenierung Alfredsons aus. Wie schon die introvertierte Vampirgeschichte im Schnee, „So Finster die Nacht“ („Let The Right One In“) hat der TV-Veteran auch Le Carrés Stoff mit traumwandlerischer Note verfilmt. Während die Interieurs mit ihren Brauntönen die 1970er Jahre haptisch wiedergeben, halten spärliche Schnitte und Plansequenzen regelrecht die Zeit an. Wie durch Schalltrichter klingen diese Gespräche, weit entfernt vom Geschehen in den Kinos heute. So verdichtet Alfredson die sozialen Räume in leisen, aber hochdramatischen Szenen – für alle, die sich darauf einlassen wollen.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-02-03T15:17:54Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-mannigfaltigen-wege-201edruck201c-auszuueben">
    <title>Die mannigfaltigen Wege, „Druck“ auszuüben </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/ausstellung/die-mannigfaltigen-wege-201edruck201c-auszuueben</link>
    <description>Die Mitgliederausstellung 2012 der Berufsvereinigung Bildender KünstlerInnen Vorarlbergs im Bregenzer Palais Thurn und Taxis steht ganz im Zeichen des „Drucks“.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Begriff „Druck" kann vielerlei bedeuten. Er findet in der Physik genauso Anwendung wie in der Psychologie, in der Medientechnik oder Kunstproduktion. Die Berufsvereinigung der Bildenden KünstlerInnen hat es den Partizipienten der diesjährigen Mitgliederausstellung völlig offengelassen, ob sie sich dem thematisch vorgegebenen Begriff „Druck“ nun von der inhaltlichen oder der technologischen Seite nähern. Wer die Ausstellung durchschreitet, wird gewahr, dass die Teilnehmenden vom freien Zugang ans Thema regen Gebrauch machen. Assoziiert der eine oder die andere etwa bereits das Führen des Pinsels auf der Leinwand oder des Bleistifts auf dem Papier mit „Druck“, so setzen sich viele KünstlerInnen direkt mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten von Hoch-, Flach- und Tiefdruckverfahren sowie auch mit neuesten Digitaldruckvarianten auf unterschiedlichsten Trägermaterialien auseinander. <br />Rein inhaltlich und locker geht Jeanette Frei die Sache an. Ihre illustrativ-farbig hingesetzten Strandzeichnungen wollen „Entspannung“ vermitteln: „Bloß keinen Druck am Strand“ – so der Titel einer ihrer Arbeiten – sagt alles. Um Statik dreht sich die Installation von Uta-Belina Waeger: Unter dem symbolischen Druck der Decke biegen sich die von ihr in den Raum hineingezwängten Holzstecken formal zu einem reusenartigen Gebilde. Hat das Objekt eine tragende Funktion? Handelt es sich um eine Karyatide oder um einen Atlanten? Die Künstlerin überlässt die Antwort dem Betrachter.</p>
<h3><b>Warenhauscharakter</b></h3>
<p>In Anbetracht der Fülle des Materials entbehrt die Ausstellung nicht eines gewissen Warenhauscharakters. Aber es gibt viele schöne und mitunter auch schräge Arbeiten zu entdecken. Speziell ins Auge fallen etwa die „Eckstücke“ von Kurt Matt. Dabei handelt es sich um Teile einer Euro-Palette, die der Künstler mit unzähligen Schichten transparenten Lackes überzogen und dann mit per Siebdrucktechnik aufgetragenen Schriften versehen hat. Unter dem Titel „Document of Data Exchange 1-3“ wartet Barbara Anna Husar mit drei großformatigen, farbigen Digitaldrucken auf Vinylplanen auf, während von Michael Mittermayer eine Briefmarkenserie („Druck 13.1.2012“), digital gedruckt von der Österreichischen Staatsdruckerei, zu sehen ist, oder sich Ingo Springenschmid auf seine unverkennbar eigenwillige Art textuell und visuell mit der „Nord-West Ansicht der Stadt Bludenz“ auseinandersetzt.</p>
<h3><b>Arbeiten von 116 KünstlerInnen</b></h3>
<p>Insgesamt zeigen sage und schreibe 116 KünstlerInnen anhand von über 200 Werken, was ihnen zum Thema „Druck“ einfällt. Qualitativ Ansprechendes ist genauso darunter wie weniger Gutes, Schräges genauso wie Hochgestochenes, Intelligentes genauso wie Banales. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich allemal. Nicht zuletzt bietet sie auch die Gelegenheit, Arbeiten von Künstlern zu sehen, von denen man schon längere Zeit nichts mehr gesehen hat, sei dies etwa von Heinz Greissing, Signe Gehrmann oder auch Peter Kohlbacher.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>DRUCK</b> <br />Bregenz, Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis<br />Über 200 Arbeiten von 116 KünstlerInnen <br />Bis 12. Februar 2012  <br />Di-Sa 14-18, So/Fe 10-12 und 14-18 Uhr<br />www.kuenstlerhaus-bregenz.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Karlheinz Pichler</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-31T20:24:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/gianluigi-trovesi-gianni-coscia-frere-jacques-2013-round-about-offenbach">
    <title>Gianluigi Trovesi/Gianni Coscia: Frère Jacques – Round About Offenbach</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/gianluigi-trovesi-gianni-coscia-frere-jacques-2013-round-about-offenbach</link>
    <description>Umberto Eco schlägt in seinem Booklet-Text vor, die neunzehn Stücke des neuesten Trovesi/Coscia-Werkes unter dem Titel „Wie man Offenbach frei verwendet, um (musikalisch) glücklich zu sein“ zu betrachten. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In der Tat handelt es sich hier nicht um die „Greatest Hits“ des großen französischen Operetten-Komponisten mit deutschen Wurzeln, der so gar nichts zu tun hat mit dem oberflächlich-süßlichen Kitsch, der sich unter dieser Genrebezeichnung verkauft, weshalb schon Karl Kraus zur Unterscheidung von  „Offenbachiaden“ gesprochen hat. Vielmehr bieten seine schwungvollen, sofort ins Ohr gehenden Melodien und die stets dramatische, zumeist hintergründig satirische Grundstimmung der Kompositionen den idealen Ausgangspunkt für die höchst vergnügliche musikalische Abenteuerreise, zu der die beiden experimentierfreudigen, vor Spiellust sprühenden italienischen Altmeister einladen. So verwenden Trovesi/Coscia zwar Fragmente aus „La Belle Hélène“, „La Grande-Duchesse de Géroldstein“, „La Périchole“ und natürlich aus „Les contes d’Hoffmann“, aber in den Stücken vermischen sich ihre eigenen Ideen mit den Offenbach-Zitaten und entfernten Anspielungen auf ihn zu einem in sich völlig stimmigen und kaum mehr entwirrbaren Gesamtkunstwerk. Und je mehr Freiheiten sich die beiden nehmen, um so vergnüglicher wird es, etwa wenn sich der berühmte Cancan, in Richtung Swing und Blues entwickelt, als ob das von Offenbach immer schon so geplant gewesen wäre. Dass der mittlerweile 80-jährige Akkordeonist Gianni Coscia und der 67-jährige Klarinettist Gianluigi Trovesi unglaubliche Virtuosen sind, wissen Jazz-Fans natürlich längst, und dass sie sich mit ihrem mitunter fast schon spitzbübisch wirkenden Sinn für Humor als „Brüder im Geiste“ von „Frère Jacques“ Offenbach verstehen, überrascht auch nicht. Das hat Witz, das hat – einen mitunter auch etwas melancholischen – Charme und ist mitreißend temperamentvolle Unterhaltung im besten Sinne.<br />(ECM: Vertrieb: www.lotusrecords.at)</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-31T05:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/201ewachabloese201c-beim-verein-201eprotalentum201c-auf-den-cellisten-payam-taghadossi-folgt-die-geigerin-martina-miedl">
    <title>„Wachablöse“ beim Verein „protalentum“: Auf den Cellisten Payam Taghadossi folgt die Geigerin Martina Miedl</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/201ewachabloese201c-beim-verein-201eprotalentum201c-auf-den-cellisten-payam-taghadossi-folgt-die-geigerin-martina-miedl</link>
    <description>Das Ende und ein neuer Anfang liegen im Leben oft eng beisammen. Jetzt auch beim Verein „protalentum“, der sich seit vier Jahren höchst verdienstvoll um die Förderung hochbegabter Nachwuchsmusiker aus Vorarlberg kümmert. Finanziell und auch ideell, indem für die jungen Talente entsprechende Auftrittsmöglichkeiten geschaffen werden. Eine solche Gelegenheit gab es am Sonntag als Matinee im Theater KOSMOS in Bregenz mit einer Art „Wachablöse“.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der bisher geförderte bekannte Cellist Payam Taghadossi, der mittlerweile auch außerhalb des Landes Karriere gemacht hat, wurde dabei quasi in die Selbständigkeit entlassen. Dafür hat „protalentum“ nun die 16-jährige Geigerin Martina Miedl aus Bregenz unter seine Fittiche genommen. Ein Abschied also und ein Neubeginn, wie es auch Moderator Augustin Jagg formulierte, praktiziert durch die Übernahme je einer Konzerthälfte durch die jungen Künstler.</p>
<h3>Das junge Trio Gagliano</h3>
<p>Den Beginn macht Payam Taghadossi, der nach Abschluss seines Bachelor-Studiums mit Auszeichnung in Zürich nun bereits ein Masterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste bei Thomas Grossenbacher angetreten hat und regelmäßig im dortigen Tonhalle-Orchester musiziert. Auf seinem kostbaren Instrument von Lorenzo Ventapane aus dem Jahr 1820 tritt er zusammen mit seinen beiden Schweizer Freunden vom Trio Gagliano auf, der aparten Züricher Geigerin Romaine Bollinger, mit ihrem hellen Teint anzusehen wie eine kostbare Porzellanpuppe, und dem niederländischstämmigen Berner Pianisten Alexander Boeschoten. Und alle sind sie 23 Jahre alt, so wie Taghadossi, und musizieren schon mehrere Jahre zusammen.</p>
<h3>Mut und Verantwortungsbewusstsein</h3>
<p>Mit Schuberts wunderbarem Es-Dur-Klaviertrio haben sie sich eines der gängigsten, aber auch anspruchsvollsten Werke romantischer Kammermusik vorgenommen, dem kompetent beizukommen ein gutes Maß an Mut und Verantwortungsbewusstsein verlangt. All dies ist bei den Dreien im Übermaß vorhanden, dazu höchstes spieltechnisches Niveau, jugendlich drängende Gestaltungskraft und eine traumwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel. Der berühmte zweite Satz erhält bei ihnen einen deutlich vorwärts drängenden Puls, das Finale mit den Zitaten aus den anderen Sätzen wird zu einer spannenden Verflechtung des Innenlebens vorhergehender Eindrücke.</p>
<h3>Auf dem steilen Weg nach oben</h3>
<p>Die aus Judenburg/Steiermark gebürtige Martina Miedl begann ihr Violinstudium mit acht Jahren bei Alexandra Ruth Rappitsch und ist seit 2009 in der Förderklasse für musikalische Hochbegabungen am Konservatorium Feldkirch. Ihren künstlerischen Weg säumen bereits zahlreiche Auszeichnungen bei „Prima la Musica“ und Wettbewerben in Italien sowie internationale Auftritte mit Orchestern, u. a. als Stipendiatin der Stiftung „Musik und Jugend“ Liechtenstein. In dem mit Spannung erwarteten zweiten Teil der Matinee des Vereins „protalentum“ stellt sich Martina, ein schüchtern wirkendes junges Mädchen, als viel versprechendes Talent auf dem steilen Weg nach oben vor – eine Momentaufnahme, bei der sie mit dem gewählten Programm allerdings nicht durchwegs zu überzeugen vermag.</p>
<h3>Eine Nummer zu groß</h3>
<p>Gleich das erste Stück, eine ganz frühe Beethoven-Violinsonate, ist noch eine Nummer zu groß für ihr momentanes Können und überfordert sie. Martina spielt zwar korrekt die richtigen Noten, es gelingt ihr aber nicht, diese Musik auch mit Leben zu erfüllen. Permanente Intonationstrübungen und ein eher rauer Strich lassen Beethoven etwas hölzern erscheinen. So paradox es auch scheinen mag: Erst beim zweiten Werk, Wieniawskis auswendig gespielten halsbrecherischen Variationen, die technisch um ein Vielfaches schwerer, gestalterisch aber um einiges leichter sind, fühlt sich Martina wirklich wohl, kann mit einer Fülle spiel- und grifftechnischer Kniffe ihr verblüffendes junges Virtuosentum zur Schau stellen und das Publikum damit überzeugen. Dieser positive Eindruck verstärkt sich noch bei einem Stück zeitgenössischer Musik, „Subito“ von Lutoslawski. Ihre verlässliche Begleiterin am „Bösendorfer“ ist die großartige Konzertpianistin Jeanne Mikitka vom Landeskonservatorium.</p>
<h3>Nächstes Konzert in Kennelbach</h3>
<p>Größte Hochachtung gebührt dem Verein „protalentum“ für seine Förderarbeit. Dazu gehörte freilich auch, dass man im gedruckten Programm eines Konzertes die beteiligten Künstler dem Publikum zumindest mit den wichtigsten biografischen Daten näherbringen würde. Das nächste Konzert veranstaltet der Verein an Christi Himmelfahrt, 17. Mai, 20.00 Uhr, in der Villa Grünau in Kennelbach, mit der 21-jährigen Altistin Isabel Pfefferkorn.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Fritz Jurmann</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-31T05:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/chorakademie-vorarlberg-unter-markus-landerer-in-der-hoechstliga-mit-dvoraks-requiem-wurden-neue-massstaebe-gesetzt">
    <title>Chorakademie Vorarlberg unter Markus Landerer in der Höchstliga: Mit Dvoráks Requiem wurden neue Maßstäbe gesetzt</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/chorakademie-vorarlberg-unter-markus-landerer-in-der-hoechstliga-mit-dvoraks-requiem-wurden-neue-massstaebe-gesetzt</link>
    <description>Nach fünf Jahren ist es bereits zur schönen Tradition geworden, dass sich die Chorakademie Vorarlberg unter ihrem Leiter Markus Landerer in den ersten Wochen des Jahres jeweils mit einer neuen Produktion präsentiert. Auch diesmal gab es am vergangenen Wochenende drei Konzerte in der Region, in Altstätten/CH, Feldkirch und Bludenz, die durchwegs auf großes Publikumsinteresse gestoßen sind. Zumeist hat man in der Programmwahl bisher auf eher Populäres aus Barock und Romantik gesetzt, nun wagte man sich mit der Vorarlberger Erstaufführung von Antonin Dvoráks Requiem in relatives Neuland vor. 
</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Es spricht für die Offenheit und Flexibilität der 80 ausgewählten Sängerinnen und Sänger aus ganz Vorarlberg, dass sie sich völlig unvoreingenommen von Landerer auch für ein weniger populäres Werk von hohen Ansprüchen und in ungewohnter slawischer Färbung begeistern ließen. So sehr, dass die herzenstiefe Inbrunst und der hohe Level, mit denen hier gesungen wurde, auch die Zuhörer am Samstag in der zum Brechen vollen Kapelle des Landeskonservatoriums gute eineinhalb Stunden lang ereignishaft in ihren Bann geschlagen haben. Die Ovationen des Publikums waren ein einhelliges Zeichen dafür, dass hier in einer Höchstliga des Chorgesanges neue qualitative Maßstäbe gesetzt wurden.</p>
<h3>Wurzeln in der böhmischen Heimat</h3>
<p>Dvoráks als Spätwerk 1890 entstandenes düsteres Requiem in b-Moll, op. 89, steht stets etwas im Schatten seines weit populäreren, lyrisch-elegischen „Stabat Mater“. Unverdienterweise, wie wir nach dieser Aufführung meinen und wie auch Markus Landerer schon zuvor mit sicherem Spürsinn erkannt hat. Denn dieses Werk verrät in seiner Mischung aus mitreißender Dramatik und slawischer Melodienseligkeit zweifellos die Pranke des genialen Könners, der in effektvoller Instrumentierung auch die Wurzeln seiner böhmischen Heimat nicht verleugnet. Da schmettern die Hörner, schluchzen die Klarinetten mit Solosopran und Alt in Terzen um die Wette, bereiten die Streicher für manche Arie einen samtenen Teppich als „Heiligenschein“. Dazu kommt Dvoráks geheimnisvolles „Todesmotiv“, das auch der musikalisch weniger Erfahrene bald erkennt, weil es sich wie ein deutlicher, immer neu variierter roter Faden durch das gesamte Werk zieht. <br />Doch vor allem zu Beginn des zweiten Teiles, im „Offertorium“, „Hostias“ und „Sanctus“, gerät Dvorák ganz deutlich ins Fahrwasser des Opernhaften, mit Trompeten in strahlendem Dur, knalligen Pauken und einer geradezu überschäumenden Lebensfreude, wie sie etwa Verdis „Triumphmarsch“ aus seiner Oper „Aida“ entlehnt sein könnten. Freilich schwappt dieser Höhenflug sehr rasch wieder in die gebotene düstere Grundstimmung um, das „Agnus Dei“ als letzter Teil der Totenmesse mündet in das erneut vorgetragene „Requiem aeternam dona eis, Domine“ – „Ewige Ruhe gib ihnen, o Herr“ –, mit dem das Werk ganz verhalten eingeleitet wurde. Der Kreis hat sich geschlossen.</p>
<h3>Beschwörende Gestaltungskraft</h3>
<p>Bei solch emotionaler Vielfalt kann Markus Landerer aus dem Vollen schöpfen, mit seiner fast mystischen, beschwörenden Gestaltungskraft und plastischen Vorstellungsgabe all dies in voller Perfektion und höchster Konzentration abrufen, was er den Seinen zuvor in einer viermonatigen Probenzeit seit Oktober vermittelt hat. Und das ist natürlich nicht nur das Treffen der richtigen Töne, sondern vor allem die geistige Erfassung dieses Werkes in seiner Gesamtheit, mit dem Ausdruck der Schrecken des Todes ebenso wie den Tröstungen der heiligen Religion, auch seiner slawischen Tönung mit entsprechendem Vibrato. Er schärft die Diktion der Sänger, reizt ihre Dynamik zwischen Flehen und Fordern bis zum Letzten aus, verleiht ihnen in Dvoráks oft recht vertrackter Harmonik hohe Intonationssicherheit, in den Fugen die Klarheit der Linienführung. Und lässt neben der Strahlkraft des Gesamtchores auch die oft eingesetzten vierstimmigen Frauen-, bzw. Männerchöre in satter Homogenität und wunderbarer Ausdrucksvielfalt aufleuchten.</p>
<h3>Hervorragende Gesangssolisten und kongeniale Musiker</h3>
<p>Ein international besetztes Solistenquartett aus Landerers neuem Wirkungskreis als Domkapellmeister zu St. Stephan in Wien bildet dazu in Arien und Ensembles die adäquate Entsprechung: die Wiener Sopranistin Monika Riedler, die technisch exzellent, mit Leidenschaft, Verstand und makellosen Spitzentönen brilliert, die etwas verhalten agierende deutsche Altistin Anna Haas, der Kärntner Karl Jerolitsch mit seinem klaren, höhensicheren Tenor und der Münchner Thomas Dobmaier, dessen Bass mit nobler Phrasierung und Wärme das Fundament bereitet. Alle vier gemeinsam gelangen mit ihrer Stimmpracht im bittenden „Recordare, Jesu Pie“ zu höchster Verinnerlichung. Die „Sinfonietta Vorarlberg“ aus heimischen Musikern schließlich ist erneut der kongeniale instrumentale Partner für so viel vokalen Glanz, gut besetzt in allen Registern und mit feinem Gespür für farbenreiche Zwischentöne und stimmige Balance zu Solisten und Chor.<br />Zweifellos ein Markstein in der noch jungen Geschichte der Chorakademie Vorarlberg, der Markus Landerer nach eigenem Bekunden auch weiterhin als allseits verehrter Dirigent treu bleiben will. Auch wenn er nach Übernahme seines Amtes in Wien im Jahre 2007 inzwischen bereits sämtliche übrigen Verpflichtungen in Vorarlberg zurückgelegt hat.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Fritz Jurmann</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-30T05:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-30.1.-5.2.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (30.1. - 5.2. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-30.1.-5.2.-2012</link>
    <description>Diese Kinowoche dominiert die Filmreihe „Psychische Krankheiten“, die in Zusammenarbeit mit pro mente Vorarlberg am Spielboden Dornbirn veranstaltet wird. Während es in der Martin-Suter-Verfilmung „Small World“ im Rahmen einer Krimihandlung um Alzheimer geht, schildert Joseph Greco in „Aus tiefster Seele“ die Auswirkungen der schizophrenen Erkrankung einer Frau auf ihren Mann und ihren Sohn. Im Anschluss an die Vorstellungen bietet sich jeweils die Möglichkeit zum Gespräch mit Vertretern von pro mente Vorarlberg.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Small World: </b>Konrad Lang ist zwar erst um die 60, doch Ereignisse aus der unmittelbaren Vergangenheit vergisst er zunehmend. Dafür beginnt er, sich an früheste Kindheit immer genauer zu erinnern. Das passt aber der greisen Konzernchefin Elvira Senn, bei der Konrad aufwuchs, gar nicht. <br />1997 gelang dem Schweizer mit seinem ersten Roman „Small World“ ein Bestseller, gekonnt verknüpft er Krimihandlung mit der Schilderung von Alzheimer und hält den Leser mit seinen Erzählstil bei der Stange. Der Franzose Bruno Chiche hält sich bei seiner Verfilmung inhaltlich ziemlich genau an die Vorlage, lässt aber Inspiration und eigenen Ansatz.<br />Elegant sind zwar die Bilder, aber letztlich ohne Gehalt, dienen nur dazu die Geschichte zu transportieren, drücken aber nichts in sich selbst aus. Mit Kino hat das wenig zu tun, sondern erinnert ebenso wie die zahlreichen Großaufnahmen vor allem an Fernsehfilme. Dass „Small World“ mehr Fernsehen als Kino ist, zeigt sich auch im Umgang mit den Schauspielern. Erlesen ist zwar die Besetzung von Gérard Depardieu über Alexandra Maria Lara bis Nathalie Baye, aber Chiche lässt seinen Stars kaum Raum und Zeit, um ihren Figuren mehr Ecken und Kanten zu verleihen.<br />Nur der mit sichtlichem Vergnügen agierende Depardieu kann aus dem engen Handlungskorsett ausbrechen, kann seinen Konrad facettenreicher anlegen, lässt ihn nie zum bemitleidenswerten Dementen werden, sondern gibt dieser Figur trotz der schweren Krankheit Leichtigkeit und einen gewissen Schalk, wenn manchmal in der Schwebe bleibt, ob Konrad wirklich so vergesslich ist oder er die Vergesslichkeit aus gewissen und allzu verständlichen Gründen nur vortäuscht.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Di 31.1.; Mi 15.2.; Di 20.3. - jeweils 20.30 Uhr<br /><br /><b>Aus tiefster Seele: </b>Der zehnjährige Chris (Devon Gearhart) kehrt von einem Urlaub bei seiner Tante zu seinen Eltern in den Sunshine-State Florida zurück. So sommerlich aber das Klima sein mag, ungetrübt ist das Familienleben nicht, denn die Mutter (Marcia Gay Harden) leidet an Verfolgungswahn, ist stets besorgt um ihren Sohn und reagiert über alle Maßen emotional. Problematisch wird es, als sie in ihrer Paranoia nachts die Polizei alarmiert, Nachbarn mit ihrem Geschrei in der Nachtruhe stört und schließlich auch noch Chris mit einem Messer verletzt. Als die Beamten sie abführen und in eine Klinik einliefern, bleiben Vater (Joe Pantoliano) und Sohn allein zurück, müssen selbst das Leben organisieren. Während der Vater für die Mutter in Erinnerung an die glücklichen Tage ein Segelschiff baut, gibt es für Chris die erste zarte Liebe, gleichzeitig verdient er aber auch mit selbst genähten T-Shirts Geld.<br />Das ist zweifellos gut gespielt, und besticht am Beginn durch den genauen Blick für Details, kommt aber doch insgesamt viel zu glatt daher. Von der psychischen Krankheit der Mutter verschiebt sich der Fokus bald ganz auf Vater und Sohn, deren Beziehung sich gerade durch die schwierige familiäre Situation vertieft. Da bleibt letztlich nicht mehr als eine zweifellos sehr sauber inszenierte Schnulze, bei der Debütant Joe Greco alle Register zieht, um auf die Tränendrüsen zu drücken. – Mit Wehmut erinnert man sich angesichts dieses Filmchens an John Cassavetes´  „A Woman Under Influence“. Den trotz Verlust des Jobs lachenden Vater und den Mustersohn aus „Aus tiefster Seele“ – denn selbstverständlich wird am Ende eine heile Welt angedeutet – wird man morgen vergessen haben, unvergesslich bleiben dagegen die phänomenale Gena Rowlands, die die quasidokumentarische Regie ihres Mannes John Cassavetes voll zur Geltung brachte, und Peter Falk als der um seine Frau kämpfende, aber mit der Situation überforderte Mann.<br /><b>Spielboden Dornbirn:</b> Mi 1.2.; Do 14.2.; Do 22.3. - jeweils 20.30 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-29T10:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/von-der-verbindung-des-fremden-mit-dem-nahen-das-trio-201etirtha201c-im-spielboden">
    <title>                   Von der Verbindung des Fremden mit dem Nahen - Das Trio „Tirtha“ im Spielboden</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/von-der-verbindung-des-fremden-mit-dem-nahen-das-trio-201etirtha201c-im-spielboden</link>
    <description>Die Bedeutung des Namens „Tirtha“ möge man, so Interesse vorhanden, doch in der allgegenwärtigen Internet-Enzyklopädie nachschlagen, rät uns Vijay Iyer, Pianist und bekanntestes Mitglied eben jener Formation. Dort steht (stark verkürzt): „Tirtha“ heißt eigentlich „Furt“, bezieht sich aber auch auf einen Übergang zum Transzendenten. Der Name passt auf jeden Fall auch, wenn damit eine Verbindung vom Jazz mit indischer Musik gemeint ist.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Iyer, Amerikaner indischer Herkunft, widmet sich dabei schon länger vor allem der rhythmischen Komponente. Nicht weiter verwunderlich, da sein Konzertflügel für eine melodische Welt mit 22 statt 12 Zwischentönen einer Oktave denkbar ungeeignet ist. So scheint seine Musik oft auf Talas, den langen indischen Zähleinheiten, basiert zu sein. Ungerade und komplexe Metren, polyrhythmische Verschachtelungen, dafür war er auch schon mit seinem Jazz-Trio bekannt. Sein harter Anschlag sorgt dabei für die nötigen Kanten und Akzente. Mit dem souveränen Nitin Mitta an der Tabla an Stelle des Schlagzeugs ändert sich das Klangbild aber drastisch in Richtung Osten, wird offener, spielerischer und weicher. Der Dritte im Bunde ist Gitarrist Prasanna, der sein Effektboard glücklicherweise nur selten im Einsatz hat, wirkt sein „cleaner“ Ton in diesem Zusammenhang doch am stimmigsten. Er spielt sein Instrument ähnlich einer Sitar, mit vielen melismenartigen Verzierungen. Daraus folgt eine „horizontale“, weniger skalenorientierte Spielweise, die ab und an aber doch durch bluesige Licks und jazzige Phrasierungen überrascht. Von ihm und Iyer sind sämtliche Kompositionen, beide orientieren sich nach eigener Aussage eher an der karnatischen Musik, dem ursprünglicheren, meist vokalen Stil Südindiens. Wie im balladenhaften „Abundance“ singt Prasanna dann seine Melodielinien mit. Immer wieder staunenmachend ist auch der indische Scat-Gesang im Unisono mit der Tabla, komplexe Zungenbrecher auf höchstem Niveau. Aber auch gänzlich andere Einflüsse werden eingewoben, ein Stück beginnt mit einer astreinen Zwölftonreihe! Die ungewöhnliche Instrumentierung wirkt dabei wie selbstverständlich, eine durchwegs runde Sache. Als Hommage an die Bollywood-Filmmusikproduktion  endet das Konzert schließlich mit der einzigen Fremdkomposition. Ein veritabler Ohrwurm!</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Thomas Kuschny</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-28T12:50:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/theater/201eich-sehe-bedeutend-juenger-aus201c-im-herbst-feiert-premiere-beim-theater-kosmos">
    <title>„Ich sehe bedeutend jünger aus“ - "Im Herbst" feierte Premiere beim Theater Kosmos</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/theater/201eich-sehe-bedeutend-juenger-aus201c-im-herbst-feiert-premiere-beim-theater-kosmos</link>
    <description>Zwei Männer um die fünfzig – das riecht nach Krise! Auf der Aschenbahn des Lebens warten die ersten Krankheiten, die Karriere steht still, und in der Liebe gibt’s nur noch Enttäuschungen. Mit Felix Römers Komödie „Im Herbst“ beweist das Bregenzer Theater Kosmos viel Selbstironie und gediegenes Handwerk.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Robert ist Schauspieler und trägt seine Befindlichkeiten als farbenfrohes Kostüm vor sich her. Sind die Converse All Star Chucks schwarz, dann hat ihn wieder mal eine Freundin verlassen; sind sie grün, dann trainiert er sich das Selbstmitleid ab; sind sie rot, dann wandelt er auf Freiersfüßen.<br /><br />Max ist Bestsellerautor und hat „mit dem Projekt Liebe“ abgeschlossen. „Ich mag keine Zärtlichkeiten am Morgen. Abends ja. Manchmal. Aber nicht am Morgen.“ Scheinbar entspannt hat sich Max in seinem Anwesen an einem ruhigen See eingerichtet. Und als Robert wieder mal ganz heulendes Elend bei ihm eincheckt, schlägt er seinem besten Kumpel eine gemeinsame Alters-WG vor. Da könnten sie doch prima über das erste weiße Schamhaar und allfällige Krankheiten reden. „Einmal Gicht bitte“, meint Robert. Denn: „Es gibt genug Rollen, die man im Sitzen spielen kann.“</p>
<h3>„Kotz mir bitte nicht in den See!“</h3>
<p>Robert zappelt nervös auf dem Liegestuhl auf dem Bootssteg von Max. Klara ist weg, und den Trigorin in Tschechows „Möwe“ werde er auch nie spielen, immer nur den verliebten Loser Medwedenko, diesen Dorfschullehrer. Max, der den Beruf des Psychiaters aufgegeben hat, weil er jeden Patienten „schon am Klingeln erkennen“ konnte, schnauzt den theatralischen Robert an: „Leute wie du waren der Grund, warum ich mit dem Beruf des Psychiaters aufgehört habe.“ Trotzdem verpasst er seinem Freund  eine Sprechstunde. Er habe das Stück in einer „Klara-Situation“ geschrieben, sagt der Autor Felix Römer. Sein Mut zur Selbstironie bei gleichzeitig liebevollem Blick auf die beruflichen Brüche im Leben von Schauspielern, Autoren und Therapeuten macht das Funkeln dieser Komödie aus.</p>
<h3>Bestens aufgestellte "Kosmonauten"</h3>
<p>Und das Spiel wird von den „Kosmonauten“ mit ausgesprochener Eleganz weitergetrieben. Alex Kölbl baut ein Bühnenbild, das die hochgelobte heimische Holzbau-Architektur in ein Techschow’sches Landgut überführt. Lichtdesigner Markus Holdermann nimmt vorab schon planen Realismus aus der Szene, indem er einen leise kitschigen Mond und eine orange Sonne an den Himmel malt. Herwig Hammerl liefert den Soundtrack zum Gejammer der Buddies – eine Prise Lou Reed, ein bisschen Mick Jagger und etwas Reggae. Das stimmt alles so schön ironisch zusammen, dass Regisseur Augustin Jagg sich auf die tieferen Schichten des Stücks einlassen kann. Denn seine beiden grandiosen Darsteller Marko Pustisek (Max) und Hubert Dragaschnig (Robert) versagen sich die Knallchargen, die der Text durchaus anbieten würde. Sie zeichnen die Lächerlichkeiten ihrer alternden Männer so, dass deren Würde gewahrt bleibt – und das ermöglicht uns Zusehern, bei all dem Salz, das „Im Herbst“ in unser aller Wunden streut, zu lachen.</p>
<h3>„Und ich werde den Trigorin spielen“</h3>
<p>„Im Herbst“ kann man auch als Auseinandersetzung des Theater Kosmos mit eigenen, strukturellen Problemen sehen. Er werde "auf keinen Fall einen Bestseller schreiben", schmunzelt Augustin Jagg. Ob er demnächst endlich ein Stück von Tschechow inszeniert? Hubert Dragaschnig probt ja schon jetzt auf der Bühne den Trigiron-Text.</p>
<p class="callout">Weitere Termine: 28./29.1. und 2./3./4.2., jeweils 20 Uhr</p>
<p class="callout">www.theaterkosmos.at</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Ingrid Bertel</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-27T13:17:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/schottische-sirenen-aus-san-francisco-2013-haight-ashbury-im-conrad-sohm">
    <title>Schottische Sirenen aus San Francisco – Haight-Ashbury im Conrad Sohm</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/schottische-sirenen-aus-san-francisco-2013-haight-ashbury-im-conrad-sohm</link>
    <description>Am Donnerstagabend lebte die Hippie-Ära in Dornbirn wieder auf. Zu verdanken war das der schottischen Band Haight-Ashbury, die mit psychedelischem Folk, Instrumenten wie Sitar und Tamburin sowie einer elfengleichen Sängerin die Zuhörer in ihren Bann zog. Dass die drei vor vierzig, fünfzig Jahren wunderbar in den alternativen Stadtteil von San Francisco gepasst hätten, der ihnen heute als Namensgeber dient, machte der Auftritt im Conrad Sohn deutlich. Sowohl die Songs ihres Debütalbums als auch des Ende Februar erscheinenden Nachfolgers „The Ashburys“ nahmen das – leider etwas spärlich erschienene – Publikum gefangen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Hannes Hagen war bereits vor dem ersten Stück ganz begeistert. „So ein toller Live-Sound, Wahnsinn“, schwärmte der neue Geschäftsführer des Prachtclubs Conrad Sohm von einem offensichtlich sehr eindrucksvollen Soundcheck. Der Ruf einer sehr außergewöhnlichen, eigenwilligen Band eilt dem Trio aus Glasgow voraus – zu Recht, wie Hannes Hagen nur bestätigen konnte. Erstaunlich, wie es der Band, die quantitativ weder bei der Besetzung noch bei den Instrumenten aus dem Vollen schöpft, gelingt, eine derartige musikalische Breite in Top-Qualität anzubieten. Unwillkürlich möchte man die Augen schließen, weil der optische Eindruck zu täuschen scheint: Sind das wirklich nur drei Leute dort auf der Bühne?</p>
<h3>Kirsty im Zentrum der Aufmerksamkeit</h3>
<p>Sängerin und Bassistin Kirsty zieht von Anfang an alle Blicke auf sich. Trotz ihrer Platzierung am Rand der Bühne ist sie eindeutig das Zentrum des Geschehens – kein Wunder angesichts ihrer blonden Wallehaare, des flatternden weißen Shirts und nicht zuletzt ihrer glockenhellen Stimme. Ein zartes Wesen, das ein bisschen an Heather Nova und ganz stark an einen Engel erinnert. Ihr Instrument scheint nur unwesentlich weniger auf die Waage zu bringen als die Künstlerin selbst.</p>
<h3>Schwebender Sound mit Vorwärtsdrang</h3>
<p>Neben ihr geht Kirstys Bruder Scott (als Nachnamen gibt übrigens jedes Bandmitglied einfach „Ashbury“ an) völlig unaufgeregt, aber eindrucksvoll seiner Arbeit nach. Ob E-Gitarre, Sitar oder Keyboard – er sorgt maßgeblich dafür, dass zum stets schwebenden Sound noch ein ausgeprägter Vorwärtsdrang dazukommt. Ihm gelingen auch abrupte Wechsel von sanftem Hall zu kreischender Gitarre mühelos und präzise. Die Bandbreite seines Spiels ist beeindruckend.</p>
<h3>Zwei Geschwister und die beste Freundin</h3>
<p>Für Drums und Percussion ist Jen zuständig, seit Kinderzeiten die beste Freundin des Geschwisterpaares. Wenn sie mit Kirsty zum zweistimmigen Gesang ansetzt und dabei eine fast hypnotische Stimmung verbreitet, ist die Assoziation zu Odysseus und den Sirenen nicht weit. Die Songs wirken wie aus einem Guss – ohne sich jedoch dabei zu wiederholen oder zu langweilen. Neben Stücken aus ihrem neuen Album „The Ashburys“ (Erscheinungstermin: 27. Februar) spielen Haight-Ashbury Material ihres Debüts „Here In The Golden Rays“. Der eine oder andere Song ist FM4-Hörern bekannt, allen voran „Freeman Town“, der etwa zur Hälfte des regulären Sets erklingt.</p>
<h3>Schneewittchen würde Haight-Ashbury hören</h3>
<p>Auf „Everything Is Possible“, einem Titel, der den Variationsreichtum der Schotten auch textlich auf den Punkt bringt, folgt mit „Favourite Song“ ein weiterer Hit. Das Online-Portal shitessite.de erinnerte er in einer Kritik an „das Lied, von dem Schneewittchen in ihrem gläsernen Sarg träumte“. Die ehemaligen Bewohner des Stadtteils von San Francisco – benannt nach der Kreuzung von Haight Street und Ashbury Street – hätten mit Sicherheit ihre helle Freude an ihren Schwestern und ihrem Bruder im Geiste. Musiker wie Janis Joplin oder Grateful Dead hatten in den 1960er-Jahren in Haight-Ashbury ihren Wohnsitz und prägten die dortige Szene.</p>
<h3>Unterkunft mit besonderem Flair</h3>
<p>Mit „Sophomore“, der aktuellen Single des Trios, endet das Konzert. Zwei Zugaben, darunter eine wunderschöne Klavier-Ballade und eine finale Midtempo-Nummer, bei der Jen den Leadgesang übernimmt, runden den Abend im Conrad Sohm ab. Dann sollte der gemütliche Teil für die Künstler beginnen – vorausgesetzt, die Unterkunft spielt mit. Dass das nicht immer der Fall ist, beweist eine Twitter-Meldung der Band vom Vorabend des Dornbirner Gigs. Das Hostel in Ljubljana, der vorherigen Station ihrer Tournee, sei ein ehemaliges Gefängnis gewesen. Immer noch seien Fenster und Türen mit Gitterstäben versehen. Man darf wohl davon ausgehen, dass die Bleibe in Vorarlberg eine ungleich charmantere war.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Thorsten Bayer</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-27T10:31:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>





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