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  <title>Kritiken</title>
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    <title>Barockmusik kann süchtig machen: Bei „Concerto Stella Matutina“ wurde auch ein Sonderkonzert zum bejubelten Erfolg</title>
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    <description>Da ist Bernhard Lampert, dem ungemein rührigen Gründer und Organisator des Vorarlberger Barockorchesters „Concerto Stella Matutina“, ein toller Coup gelungen. Er konnte den weitum anerkannten Barockexperten und Ö1-Moderator Bernhard Trebuch aus Wien von den außerordentlichen Qualitäten seines Ensembles überzeugen. Die Folgen: „CSM“ werden am Pfingstwochenende zu den von Trebuch kuratierten Internationalen Barocktagen im Stift Melk eingeladen, Mitschnitte ihrer Konzerte sind in nächster Zeit nicht mehr nur im Lokalprogramm von Radio Vorarlberg, sondern gleich zwei Mal auch im nationalen Kulturprogramm Österreich 1 zu hören (Hinweise am Ende dieses Beitrages).</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Bernhard Trebuch ist am Donnerstag auch eigens nach Götzis angereist, wo in der Kulturbühne AmBach das Konzertprogramm für Melk als Vorpremiere für das heimische Publikum in einem Sondertermin angeboten wurde und für eine spätere CD mitgeschnitten wird. Die Zuhörer verhalten sich deshalb während der Darbietungen auch vorbildlich still, um danach ihre Begeisterung umso deutlicher in Stampfen und Jubel kundzutun. Dazu gibt es auch allen Grund. Doch die Spannung einer solchen Konstellation ist zunächst fast greifbar, man erlebt die Musiker von „CSM“ diesmal in einer ganz besonderen Mischung aus überschäumend riskanter Spielfreude und höchster Konzentration.</p>
<h3><strong>Den Draht gefunden, den Nerv getroffen </strong></h3>
<p><br />Der international profilierte deutsche Musikwissenschafter und Alte-Musik-Spezialist Christoph Hammer (47) debütiert an diesem Abend als Leiter des Ensembles. Er sitzt nach alter Kapellmeistermanier mit dem Rücken zum Publikum am Cembalo und hat offenbar in wenigen Probentagen einen Draht zu den Musikern gefunden und ihren Nerv getroffen. Es ist faszinierend mitzuerleben, wie perfekt er, zusammen mit den Stammspielern Johannes Hämmerle an der Truhenorgel und Thomas Platzgummer am Cello, die Continuo-Begleitung gestaltet, dabei doch immer wieder eine Hand frei hat, um wichtige Einsätze zu geben und beschwörend Ausdrucksmodalitäten und Dynamik abzurufen. Und die Musikerinnen und Musiker setzen diese Akzente in bester Spiellaune um, technisch auf exzellentem Niveau, in geschärfter Klangpracht, stilistisch bis ins Detail ausgefeilt. Takt für Takt setzt Hammer hier um, was er sich selber zur Maxime seiner Arbeit gemacht hat: die musikalische Sprachkunst in den Vordergrund zu stellen, mit Fantasie und Farbigkeit Geschichten zu erzählen.</p>
<p>Und deren gibt es genug in diesem Programm mit dem seltsam anmutenden Titel „Et in arcadi sum“. Auch dem Nicht-Lateiner dürfte das Wort „Arkadien“ ein Begriff sein, um den es hier zentral geht – jenes seltsame Fantasieland, wo Milch und Honig fließen. Eine Idylle, in der nichts anderes herrscht als heile Welt und die schon im Jahre 690 einer bis heute existierenden Accademia in Rom entsprungen ist, der neben Künstlern und Kardinälen auch Komponisten angehört haben. An manche von ihnen, die zu ihrer Zeit hoch berühmt waren und dann samt ihrer Musik in Vergessenheit geraten sind, will dieses Programm nun erinnern – Namen wie Francesco Gasparini, Giuseppe Valentini oder Benedetto Marcello, die auch Fachleuten heute wenig sagen.</p>
<h3><strong>Mit Frische, Unbekümmertheit und Können</strong></h3>
<p><br />Und deren Musik wird dann tatsächlich auch zu wunderbaren Entdeckungen darüber, mit welcher Frische und Unbekümmertheit, auch mit welchem Können hier im alten „Arkadien“ gearbeitet wurde. Johannes Hämmerle, seit Beginn verlässliche Konstante von „CSM“, hat manche dieser Schätze in alten Archiven von Neapel aufgestöbert und für sein Ensemble wieder spielbar gemacht. Und so erlebt man, ohne dass es eigens im Programm angeführt ist, in einem vielfältigen Pasticcio von Concerti und Kantaten wohl eine ganze Reihe von Ur- oder zumindest österreichischen Erstaufführungen. Ein faszinierender Gedanke!</p>
<p>Gerne hätte man noch etwas mehr zu den Hintergründen mancher der gespielten Werke erfahren außer in einem einzigen Moderationsblock von Bernhard Trebuch, und das war auch das einzige kleine Manko des Abends. Doch andererseits verströmt die sensationelle italienische Sopranistin Francesca Lombardi Mazzulli bei ihren Arien und vor allem in den Rezitativen eine solche Fülle an gestischen, mimischen und stimmlichen Ausdrucksvarianten, dass man auch ohne weitere Einführung mitbekommt, worum es hier geht: um so zeitlose Dinge wie Herz-Schmerz, die Liebe im Schäfermilieu, Lachen und Weinen, Leidenschaft und Tod.</p>
<h3><strong>Mit großer Sinnlichkeit</strong></h3>
<p><br />Wie sie als attraktive Bühnenpersönlichkeit mit großer Sinnlichkeit listig die Augen rollt, verzweifelt die Hände hebt, gramgebeugt Schmerz simuliert – das muss man gesehen haben. Wie sie aber ihre wunderbar ausgebildete, im Grunde liebliche Stimme einzusetzen versteht, zwischen zartesten Regungen und dramatischer Attacke, mit schier unerschöpflichen Reserven und einer tollen Technik ausgestattet, das verlangt höchsten Respekt: ein Naturereignis! Allein Ihr „Wettsingen“ in atemberaubenden Koloraturen mit der Solo-Oboe (Shai Kribus) in der Zugabe braucht Vergleiche mit ganz großen Kalibern der Szene wie Cecilia Bartoli nicht zu scheuen.</p>
<p>Die Musiker des Orchesters begleiten dezent, aber präsent vor allem in einer auf das Nötigste reduzierten Besetzung diese glänzenden vokalen Eskapaden. Den Rahmen des durch und durch italienischen Abends mit Musik des 17. Jahrhunderts (auch wenn sich ein Händel mit durchaus mediterranem Anstrich eingeschmuggelt hat) bilden effektvolle Instrumentalstücke, bei denen immer wieder auch Musiker aus dem Orchester solistisch hervortreten: Herbert Walser-Breuss und Bernhard Lampert auf extrem schwierig zu beherrschenden Naturhörnern in einem Concerto von Valentini, Herbert Walser-Breuss auf der Barocktrompete in einer Sonata von Corelli und Shai Kribus, der sich an der Oboe in einem Concerto von Marcello mit Konzertmeisterin Silvia Schweinberger thematisch lustig duelliert.</p>
<p>Bei alledem ist allein auch die Tatsache bemerkenswert, dass es dem heimischen Barockorchester „Concerto Stella Matutina“ gelungen ist, auch über die vier üblichen Abo-Konzerte hinaus den größten Teil seines Stammpublikums ein weiteres Mal für dieses „Sonderkonzert“ zu mobilisieren. Dass niemand diese zusätzliche Begegnung zu bereuen hat, dürfte wohl allen klar sein. Barockmusik kann eben süchtig machen!</p>
<p> </p>
<p><strong><i> </i></strong></p>
<p class="callout"><strong><i>Sendetermine „Concerto Stella Matutina“ im Hörfunkprogramm Österreich 1:<br /> <br /> </i></strong><i>Pfingstsonntag, 19. Mai, 11.03 Uhr – Mitschnitt des Konzertes „Omaggio a Corelli“ bei den Internationalen Barocktagen im Stift Melk mit allen Künstlern des Festivals<br /> Donnerstag, 23. Mai, 10.05 Uhr – Mitschnitt des Konzertes „Et in arcadi sum“ vom 18. Mai im Stift Melk<br /> <br /> <strong>Nächste Konzerte:<br /> <br /> </strong>Freitag, 21. Juni, 20.00 Uhr, Götzis, Kulturbühne AmBach – 2. Abokonzert, „Josephs neuer Kaiserthron“ (Solisten: Judith Scherrer, Sopran, Matthias Lucht, Alt, Jakob Pilgram, Tenor, Dominik Wörner, Bass; Musikalische Leitung: Alfredo Bernardini<br /> <br /> Donnerstag, 8. August, 20.00 Uhr, Vereinshaus Göfis – Zusatzkonzert „Alte Musik meets Jazz“, Solist und Leitung: Rolf Lislevand, Laute <br /> <br /> <br /></i></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Fritz Jurmann</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-17T21:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/klangschwelgerische-musikalische-fassaden-2013-die-artur-rubinstein-philharmonie-lodz-bot-musikalische-unterhaltung-drang-jedoch-nicht-zum-wesenskern-der-werke-vor">
    <title>Klangschwelgerische musikalische Fassaden – Die Artur Rubinstein-Philharmonie Lodz bot musikalische Unterhaltung, drang jedoch nicht zum Wesenskern der Werke vor</title>
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    <description>Das vorletzte Abonnementkonzert der Reihe „DornbirnKlassik“ ermöglichte eine Begegnung mit dem außergewöhnlichen Pianisten Antoine Françoise, der Ravels Klavierkonzert in G-Dur in einem farbenreichen Spiel humorvoll und virtuos interpretierte. Enthusiastisch musizierte die Artur Rubinstein-Philharmonie Lodz Smetanas „Moldau“ und die 6. Sinfonie von Peter I. Tschaikowsky und betonte in ihren Werkdeutungen viel mehr die große Linie als die detailreichen Facetten und Inhalte der Kompositionen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur ist ein unterhaltsames Werk, das mit vielen unterschiedlichen melodischen Einfällen die Zuhörenden bestens unterhält und in ihre eigene Welt führt. Der Solist Antoine Françoise spielte mit einer differenzierten Ausdruckskraft und formte die aus dem Jazz und baskischer Volksmusik generierten Themen und Motive plastisch aus. Damit schuf er die Grundlage, um diese in weiterer Folge tänzerisch und vielgestaltig zu fragmentieren und zu verkleiden. Ravel ist ein Meister dieses Maskenspiels, das auch in diesem Werk voll zur Geltung kam. Unaufgeregt und präzise im Detail stellte sich der Solist in den Dienst der Musik. Besonders der ätherische Mittelteil mit den changierend harmonischen Lichtverhältnissen belebte die Werkdeutung. Das Spiel mit fratzenhaften Einwürfen aus dem Orchester und die „Antworten“ des Klavierparts zog im Finalsatz die Aufmerksamkeit auf sich und bot eine bilderreiche und höchst anregende Unterhaltung.</p>
<h3><b>Mit Enthusiasmus</b></h3>
<p><br />Energiegeladen spielte die Artur Rubinstein-Philharmonie Lodz „Die Moldau“ von Friedrich Smetana. Und weil wohl alle Zuhörenden diesen Ohrwurm kennen, fühlten sich viele angesprochen. Dabei setzten das Orchester und Valentin Reymond am Dirigentenpult voll auf die Wirkung der übergeordneten Linien. Dynamisch mit aufschwellenden Klangströmen illustrierten sie die musikalischen Bilder. Manches Mal überspülte jedoch der Klangfluss an der Oberfläche die darunterliegenden musikalischen Wellenbewegungen.</p>
<h3><b>Oberflächliche Dramatik</b></h3>
<p><br />Auch in der Interpretation der sechsten Sinfonie, op. 74 von Peter I. Tschaikowsky stellte das Orchester die Kontraste und die großen Linien in den Vordergrund ihrer Darbietung. Die dahinterliegende Dramatik der kompositorischen Aussage kam jedoch meinem Empfinden nach wenig zum Ausdruck, zu oberflächlich wirkte der musikalische Zugang an dieses sehr persönlich gehaltene Werk von Tschaikowsky. Gute Steigerungen und kammermusikalisch verinnerlichte Passagen ließen zwar immer wieder aufhorchen, der Spielart des großen Orchesterapparates fehlte aber die inspirierende Kraft, von der Oberfläche aus in die tieferen Schichten vorzudringen.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-17T07:10:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/personelle-weichenstellungen-schaffen-neue-perspektiven-2013-thomas-heissbauer-ist-neuer-geschaeftsfuehrer-des-symphonieorchesters-vorarlberg">
    <title>Personelle Weichenstellungen schaffen neue Perspektiven – Thomas Heißbauer ist neuer Geschäftsführer des Symphonieorchesters Vorarlberg</title>
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    <description>Nachdem sich Anfang des Jahres die Wege von Michael Löbl und dem Symphonieorchester Vorarlberg getrennt haben, wurde die Stelle des Geschäftsführers umgehend ausgeschrieben. Aus vierundvierzig Bewerbungen erhielt der Salzburger Kulturmanager und ehemaliger Profimusiker Thomas Heißbauer den Zuschlag und wurde als neuer Mann in dieser für die Musikszene des Landes bedeutenden Stelle vorgestellt. Derzeit ist der 45-Jährige beim Mozarteumorchester in Salzbug für die Orchesterdisposition und im Projektmanagement für kulturelle Bildung tätig. Ab September 2013 wird er für die Geschicke des Symphonieorchesters Vorarlberg (Mit)Verantwortung tragen.
Im Interview mit Silvia Thurner erzählt Thomas Heißbauer von seinen Plänen, erinnert sich an MusikerInnen des SOVs, erwähnt die Musikvermittlung als sein Herzensanliegen und gibt Einblicke in die zukünftigen Vorhaben des Symphonieorchesters.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p class="frage"><b>Was hat Sie dazu bewogen, sich als Geschäftsführer des Symphonieorchesters Vorarlberg zu bewerben?</b></p>
<p>Klassische Musik ist meine Leidenschaft und ich habe viele Eindrücke und Erfahrungen auf beiden Seiten des Orchesterbetriebes sammeln können. So war es nur zu verständlich, dass der Wunsch selbst gestalten zu können und Verantwortung für ein Orchester zu übernehmen vorhanden war. Das Symphonieorchester Vorarlberg hat viel künstlerisches Potential, mit den handelnden Personen war eine große Übereinstimmung der gemeinsamen Ziele schnell erkennbar und die spezielle Struktur des Symphonieorchesters bietet viel Spielraum in der Programmgestaltung aber auch im Beschreiten neuer Konzertformate. Darüber hinaus war für mich der Wunsch nach mehr Musikvermittlung eine Forderung, die bei mir offene Türen eingerannt hat.</p>
<h3><b>Mit Gerard Korsten gemeinsam im Orchester musiziert<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Kennen Sie den Chefdirigenten Gerard Korsten bereits oder werden Sie sich erst kennen lernen?</b></p>
<p>Ja, ich kenne Herrn Korsten bereits seit langer Zeit. Wir hatten ja noch gemeinsam in der Camerata Salzburg unter dem legendären Sandor Vegh gespielt. Unsere Wege haben sich aber auch später immer wieder gekreuzt, als er zum Beispiel als Dirigent Konzerte des Mozarteumorchesters Salzburg geleitet hat.</p>
<h3><b>Studienkollege und Freund<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Haben Sie Kontakte zu anderen Musikern in Vorarlberg, eventuell aus ihrer Tätigkeit beim Mozarteum Orchester oder von der Universität Mozarteum her?</b></p>
<p>Die Musikerwelt ist ja klein, und so kenne ich doch etliche Musiker aus Vorarlberg, mit denen ich einst zusammen musiziert hatte oder mit denen ich in meiner Funktion als Orchesterdisponent in Salzburg Kontakt habe und hatte. Darunter natürlich auch Kollegen, die heute Mitglied des Symphonieorchesters Vorarlberg sind.</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich aber auch erwähnen, dass ich zu einem Vorarlberger Musiker und Mitglied des SOV eine sehr freundschaftliche Beziehung hatte, die leider durch seinen frühen Tod beendet wurde. Herwig Morscher war mein Horn-Studienkollege in Salzburg und Partner auf zahlreichen Orchestertourneen.</p>
<h3><b>Aktive Musikerlaufbahn beendet<br /></b></h3>
<p><b> </b></p>
<p class="frage"><b>Sie sind Hornist und haben 2009 Ihre aktive Laufbahn als Orchestermusiker beendet. Spielen Sie noch Kammermusik oder anderswo, z.B. im Musikverein?</b></p>
<p>Nein, ich habe meine aktive Karriere im Jahre 2009 aufgrund von Schwierigkeiten mit der Lippenmuskulatur schweren Herzens beendet. Dennoch habe ich im Hinterkopf immer noch den Wunsch, ein Streichinstrument (Cello) zu erlernen. Momentan haben aber andere Projekte Priorität.</p>
<h3><b>Projekte der Musikvermittlung<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Sie sind derzeit in der „Orchesterdisposition und im Projektmanagement für kulturelle Bildung” im Mozarteumorchester Salzburg tätig. Welche Tätigkeitsbereiche beinhaltet der Bereich „kulturelle Bildung“?</b></p>
<p>Der Tätigkeitsbereich „kulturelle Bildung“ ist eine Herzensangelegenheit von mir. Er beinhaltet im Generellen das Themen Musikvermittlung, wobei mein Hauptaugenmerk auf Projekte der Musikvermittlung speziell für Erwachsene und Senioren lag. In dieser Hinsicht möchte ich auch mit dem SOV Projekte und Konzertformate verwirklichen, die dem Zuhörer und dem Noch-nich-Zuhörer neue Hörerfahrungen vermitteln.</p>
<h3><b>Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Im Rahmen des Jugendprojektes ‚2 ORCHESTRAS’ wurden das Profiorchester und eine Jugendorchester zusammen geführt, gemeinsam wurde ein Auftragswerk realisiert. Sind derartige Projekte und Ideen für Projekte auch bei den Hearings und den Gesprächen über die Zukunft des SOV zur Sprache gekommen?</b></p>
<p>Jetzt nicht dezitiert über dieses Projekt „2 Orchestras“, aber sehr wohl ist auch über die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen wie z.B. dem Konservatorium Feldkirch gesprochen worden. Hierzu kann ich nur sagen, dass ich jemand bin, der Kooperationen sehr offen gegenüber steht, der versucht, Synergien aus den vorhandenen Ressourcen zu nutzen.</p>
<h3><b>Schulpatenschaften<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Das Mozarteumorchester bietet auch Schulpatenschaften an, um junge musikbegeisterte Kinder und Jugendliche anzusprechen. Wie gehen Sie vor?</b></p>
<p>Dem Modell Schulpatenschaft kann ich schon sehr viel Positives abgewinnen. Denn die Musikvermittlung hat schon eine völlig andere Qualität, wenn sie so verstanden wird, dass Kinder und Jugendliche über eine ganze Saison lang Kontakt mit und Betreuung durch ein Orchester haben. Die Kinder bekommen einen völlig anderen Bezug zur klassischen Musik, wenn sie sich auch aktiv mit dieser Art von Musik auseinander setzen. Also die Form der Partizipation in der Musikvermittlung ist mir sehr wichtig.</p>
<h3><b>Künstlerisches Potential des SOV<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>In welcher Form haben Sie das Symphonieorchester Vorarlberg bisher wahrgenommen. Was ist Ihnen in Erinnerung?</b></p>
<p>Ich wusste, dass das SOV in früheren Zeiten immer wieder auch in Wien gespielt hat. So kann ich mich an ein mehr oder weniger zufälliges Treffen mit vielen Musikern des SOV nach einem Konzert erinnern, als ich zur selben Zeit mit der Camerata Salzburg in Wien konzertierte. Auch dass Christoph Eberle lange Zeit der Chefdirigent des SOV war, ist und war mir bekannt, da Herr Eberle ja auch eine Zeit lang Kapellmeister im Landestheater Salzburg war. Ich habe auch das letzte Konzert des SOV am 5. Mai in Bregenz besucht und war sehr von der Qualität der Darbietung angetan. Es zeigte mir, dass viel künstlerisches Potential vorhanden ist und hat mich in meiner Absicht, nach Vorarlberg zu gehen, bestätigt.</p>
<h3><b>Projektorientiertes Arbeiten<br /></b></h3>
<p><b> </b></p>
<p class="frage"><b>Das SOV arbeitet projektorientiert. Kennen Sie auch andere derartige „Orchestervereine“, die auf einem so hohen Niveau arbeiten?</b></p>
<p>Ich denke, dass das auch einer meiner Vorteile ist, dass ich sowohl den Betrieb eines Berufsorchesters als auch eines Projektorchesters kenne. Die Camerata Salzburg ist ja ähnlich strukturiert wie das SOV. Insofern kenne ich die Vorzüge, aber auch die Nachteile, die die jeweiligen Orchesterstrukturen mit sich bringen.</p>
<h3><b>Über die Landesgrenzen hinaus wirken<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Ein wichtiges Anliegen wird es in naher Zukunft wohl sein, das Orchester auch außerhalb der Landesgrenzen bekannt zu machen. Was haben Sie diesbezüglich für Vorhaben?</b></p>
<p>In der Tat ist es mir ein Anliegen, das SOV wieder vermehrt in der österreichischen Orchesterlandschaft zu positionieren. Ich möchte versuchen durch meine Kontakte, das Orchester wieder jährlich nach Wien zu bringen, auch Konzerte in Salzburg sollten angestrebt werden. Natürlich sind Reisen mit einem großen Symphonieorchester immer auch eine finanzielle Frage, aber das Ziel muss es sein, das SOV neben den Konzertzyklen in Vorarlberg auch außerhalb der Landesgrenzen zu präsentieren.</p>
<h3><b>Moderne Musik<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Welche Erfahrungen haben Sie mit Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und welche Musikstile und Komponisten der Gegenwart liegen Ihnen nahe?</b></p>
<p>Da muss man grundsätzlich sagen, dass es ja nicht <b>die</b> Musik des 20. und <b>die</b> Musik des 21. Jhdts gibt. Es gibt ja so viele unterschiedliche Tendenzen und Stilrichtungen, auch bei zeitgenössischen Kompositionen.</p>
<p>Grundsätzlich möchte ich betonen, dass eine mit öffentlichen Geldern subventionierte Kulturinstitution auch den Auftrag hat, sich für neue Kompositionen einzusetzen und diese zu fördern, indem man diese auch auf die Spielpläne setzt. Dabei gilt es eine ausgewogene Balance auch in der Programmgestaltung zu finden, damit sich das Publikum Neuem gegenüber nicht verschließt.</p>
<p>Ich bin sozusagen ein musikalischer Gourmand und Gourmet. Ich höre gerne viel und gute Musik, kreuz und quer durch die verschiedenen Stilrichtungen. Und hilfreich dabei ist, dass ich neugierig bin. Neugierig auf Neues und Gutes.</p>
<h3><b>Orientierung im EU-Subventionstopf<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Sie haben in Kufstein den Studiengang für Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement belegt und in diesem Zusammenhang an einer Publikation über EU-Kulturförderungen mitgearbeitet. Was waren die Inhalte dieser Umfrage und inwiefern profitieren Sie von diesem Wissen auch im Hinblick auf ihre neue Herausforderung beim SOV?</b></p>
<p>In der von Ihnen angesprochenen Umfrage ging es um die Erforschung, ob und welche Erfahrungen Kulturinstitutionen bei der Antragstellung für EU-Fördergelder gemacht haben. Zu diesem Zwecke wurden Fragebögen an ca. 300 Kulturinstitutionen im deutschsprachigen Raum geschickt. Der Rücklauf war relativ ernüchternd. Die befragten Verantwortlichen berichteten mehrheitlich über massive Schwierigkeiten an EU-Fördergelder zu kommen. Gerade kleinere Institutionen resignieren oft aufgrund des hohen personellen Aufwandes bereits bei der Antragstellung und verzichten auf Gelder aus den EU-Töpfen.</p>
<p>Durch die Auswertung der Studienergebnisse bekommt man natürlich einen Überblick über grundsätzliche Hürden bei der Antragstellung, oder um es im positiven Sinne zu sagen, wie ein Konzept gestaltet sein soll, damit sich die Chancen auf Zusage von Fördergeldern erhöhen.</p>
<p>Es gilt vorerst einmal abzuwarten, wie die Kriterien für das neue EU-Programm „Kreatives Europa (2014-2020)“ tatsächlich aussehen werden, aber in meinen Überlegungen und Ideen für Projekte mit dem SOV spielt auch diese Finanzierungsmöglichkeit eine Rolle.</p>
<h3><b>Musik und Sport<br /><br /></b></h3>
<p class="frage"><b>Einem Interview habe ich auch entnommen, dass sie Marathonläufer sind. Im Bereich der Kultur und der Kulturpolitik ist es ja wohl nicht unvorteilhaft, wenn man eine gute Kondition hat. Wo sehen Sie die Verbindungslinien zwischen den beiden Interessen für Musik und Sport?</b></p>
<p>Leider Gottes bin ich in den letzten Monaten nur wenig zum Laufen gekommen, aber durch die Übersiedlung nach Vorarlberg werde ich die Teilnahme am Bodensee 3-Länder-Marathon ins Auge fassen.</p>
<p>Jetzt aber zu Ihrer eigentlichen Frage: Aus der Perspektive des aktiven Sportlers und Musikers habe ich in der Vergangenheit festgestellt, dass beide von der Psyche her sehr ähnlich ticken. Dass Motivation und Begeisterung für eine Sache sehr viel bewegen kann, dass aber andererseits auch mangelndes Selbstvertrauen oder Selbstzweifel einem Erfolg im Wege stehen können.</p>
<p>Aus der Perspektive des Publikums ist dem Sport als auch der Musik eigen, dass es sich um Unterhaltung im weitesten Sinne handelt. Und dabei spielen wiederum bei beiden Bereichen Emotionen eine große Rolle, nicht nur bei den Zuhörern resp. –schauern, sondern auch bei den handelnden Personen.</p>
<h3><b>Das SOV am Musikmarkt präsentieren<br /></b></h3>
<p><b> </b></p>
<p class="frage"><b>In welche Richtung wollen Sie das SOV im Idealfall während den nächsten Jahren führen. Was sind vorerst Ihre Prioritäten?</b></p>
<p>Wie bereits erwähnt, möchte ich das SOV wieder verstärkt am Musikmarkt präsentiert sehen. Mehr Konzerte auch außerhalb der Landesgrenzen sollen dem SOV helfen, wieder verstärkt wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Ein weiteres Anliegen meiner Geschäftsführungstätigkeit wird die Installierung nachhaltiger Musikvermittlungsaktivitäten für Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene sein, weil ich der festen Überzeugung bin, dass durch die Beschäftigung mit klassischer Musik Fantasie und Kreativität beflügelt werden können.</p>
<p class="frage"><b>Sie leben derzeit mit Ihrer Familie in Salzburg. Haben Sie vor, vorerst zu pendeln oder wird ihre Familie mit an den Bodensee übersiedeln?</b></p>
<p>Nachdem zwei meiner Kinder noch eine Schule in Salzburg besuchen, wird meine Familie zunächst noch in Salzburg bleiben. Ich werde eine kleine Wohnung in Vorarlberg beziehen, da mir Präsenz vor Ort sehr wichtig ist.</p>
<p><b>Danke für das Gespräch.</b></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-16T20:58:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/the-great-gatsby">
    <title>The Great Gatsby</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/the-great-gatsby</link>
    <description>Baz Luhrmann („Moulin Rouge!“) ist der Orgiast unter den Hollywood-Regisseuren. Rauschhafte Kamera und Farbspiele drohen schon zum Selbstzweck zu werden, bis gegen Ende doch noch der tragische Kern dieser Erzählung zum Vorschein kommt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Fast fühlt man sich bei dieser Neuauflage von „The Great Gatsby“ an die Duelle der Superhelden erinnert, die in den vergangenen Jahren so zahlreich die Leinwände okkupierten. Auch ohne dass die beiden Gegner übersinnliche Kräfte haben, prallen in „The Great Gatsby“ Universen aufeinander. Joel Edgerton (bullig, fast unverrückbar) verkörpert in der Gestalt des Tom Buchanan regelrecht den alteingesessenen Geldadel des Landes, dessen gesellschaftliche Unantastbarkeit und Privilegien sich noch aus der Gründerzeit erhalten haben. Dem Snob Buchanan hat Autor F. Scott Fitzgerald eine doppelt tragische Figur gegenübergestellt. Jay Gatsby, ein gerüchteumrankter Tycoon, der aus ärmsten Verhältnissen stammt, dessen Figur aber auf das Herz des american dream selbst abzielt: den Mythos, dass jeder es schaffen kann. Trotz des scheinbar grenzenlosen Reichtums wirkt Gatsby insbesondere in der Interpretation von Leonardo di Caprio wie zum Außenseiter verdammt. Schon die ersten Bilder des Films zeigen einen Mann, der einsam auf seinem Steg an der Bucht steht und zu einem grün pulsierenden Leuchtturm hinüberblickt, wo Daisy (Carey Mulligan), die Ehefrau Buchanans lebt. Schneeflocken, oder sind es Seifenblasen, versehen den Raum mit einem Hauch von Illusion. Aus finanzieller Vernunft geheiratet, verbindet Daisy in der Vorstellung Gatsbys auch nach Jahren noch ihre Gefühle. Doch schon vor der finalen Pointe dieser Erzählung nimmt sich das Projekt, einen Berg an Reichtum anzuhäufen, um einer Frau auf Augenhöhe begegnen zu können, als ziemlich bitterer Kommentar für Amerika aus.</p>
<h3>Die Opulenz der Bilder</h3>
<p>Dass der Leuchtturm drüben in einem eher kühlen Grün leuchtet, darf bereits als Omen verstanden werden. Überhaupt ist Baz Luhrmann („Strictly Ballroom“, „Moulin Rouge!“) seiner Vorliebe für intensive Farbgebung, Opulenz und Bewegung treu geblieben. Die USA der Zwanziger Jahre präsentieren sich hier als Horte nobler Dekadenz – bei den Buchanans kontrastieren stumme und starre schwarze Diener weiß durch den Raum wehende Tüllvorhänge – oder neureichen Übermuts, wie bei Gatsbys schrillen Parties mit mehreren Dancefloors. Luhrmann ist dabei nicht an einer restaurativen Haltung des Geschehens der Roaring Twenties interessiert. Die Feste werden zu fetten Rhythmen von Beyonce und Jay-Z abgefeiert, während der Schlund, dem Gatsby einst entstieg – die Armenviertel vor New York – sich metaphorisch als Vorhof zur Hölle präsentiert. Die Schwärze der aufgerissenen Erde und der Erdölquellen hat sich wie ein Stigma über die Menschen selbst gelegt. Rauschhafte Kamerafahrten und ein unsteter Schnitt setzen zudem einen deutlichen Kontrast zwischen der repräsentativen Menge und dem einsamen, letztlich anteillosen Dirigenten dahinter, Gatsby. Ein wenig paralysiert sich der Film bereits, wenn er viel seiner Aufmerksamkeit dafür verwendet, aus den Augen Gatsbys das Erreichte – Reichtum, Parties, Finanzmacht – zu zeigen, nicht aber das Unerreichte. Daisy, die für den verwehrten gesellschaftlichen Status des Emporkömmlings steht. Erst als sich nach zwei Stunden die Ereignisse zuspitzen, findet Luhrmann weg vom formalen Aufruhr zu einer emotionalen Intensität. In einem New Yorker Hotelzimmer will Gatsby mit leiser Verzweiflung – und vor den Augen von Tobey Maguire, der den Chronisten dieser Erzählung gibt – Daisy zu einem Bekenntnis gegenüber ihrem Ehemann bewegen. Die Art und Weise seines Scheiterns macht schließlich auch in der Verfilmung von Luhrmann am Ende deutlich, dass diese ungreifbare und geradezu unsichtbare Figur Gatsby tatsächlich eine eher untypische Verbindung von superreichem Magnat und aufrichtigen Gefühlen darstellt. Luhrmann ist alles andere als ein Romantiker, aber er gibt dieser Seite gerade so viel Raum, dass auch der Zuseher Gewissheit hat, warum vor Gatsby „The Great“ geschrieben steht.<b></b></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Gunnar Landsgesell</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-16T17:54:09Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-17.5.-23.5.-2013">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (17.5. - 23.5. 2013)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-17.5.-23.5.-2013</link>
    <description>Mit „Little Alien“ zeigt das Theater am Saumarkt diese Woche einen Dokumentarfilm über „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“. Die Grenzen zwischen Dokumentar- und Spielfilm verschwimmen dagegen in Tizza Covis und Rainer Frimmels „Der Glanz des Tages“, der vom Filmforum Bregenz gezeigt wird.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Little Alien:</b> Nina Kusturica begleitet in ihrem Dokumentarfim kommentarlos mit der Kamera zwei junge Somalierinnen und zwei Afghanen, die als „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ auf die Behandlung ihres Asylantrags warten. Das Leben im Flüchtlingslager Traiskirchen bleibt aufgrund des Drehverbots ausgeblendet, in den Mittelpunkt rückt dafür das Alltägliche: die Auswahl von Kleidern in einem Caritas-Kleiderlager, eine Geburtstagsfeier, das Rauchen einer Wasserpfeife in einem Lokal, Gespräche über Schönheitsoperationen, Jungs und Mädchen bis hin zu einer ausgelassenen Schneeballschlacht in alpinem Gelände. <br />Auch in der Ausnahmesituation eines Flüchtlingsschicksals, dessen Tragik auch in der Kopfschussverletzung der jungen Somalierin Asha oder in der traumatischen Erinnerung Achmads an seine Flucht mit dem Boot nach Lampedusa, die er als einziger überlebte, anklingt, geht das Leben irgendwie normal weiter, und trotz der wie ein Damoklesschwert über ihnen hängenden Entscheidung über ihren Asylantrag bleiben die Protagonisten Jugendliche mit ganz normalen Sehnsüchten und Wünschen.<br />Schlaglichtartig blickt Kusturica auch immer wieder an die Grenzen Europas, zu jugendlichen Flüchtlingen im griechischen Patras und  an der nordafrikanischen Küste, wo Teenager in notdürftigen Unterschlüpfen oder auf den Straßen leben und versuchen, die streng bewachten Grenzen und den Wall nach Europa zu überschreiten.<br />So weitet sich „Little Alien“ von der unaufgeregten Schilderung des Alltags jugendlicher Flüchtlinge in Österreich zum Bild eines reichen Kontinents, der sich wie eine Festung ohne Rücksicht auf menschliches Leid nach Außen abschottet.<br /><b>Theater am Saumarkt, Feldkirch:</b> Fr 17.5., 19 Uhr<br /><br /><br /><b>Der Glanz des Tages:</b> Philipp Hochmair ist ein in Hamburg und am Wiener Burgtheater gefeierter und viel beschäftigter Schauspieler. Er ist ebenso eine reale Person wie der Zirkusartist und Bärendompteur Walter Saabel, der schon in „La Pivellina“, dem letzten Film von Tizza Covi und Rainer Frimmel eine Hauptrolle spielte. Saabel besucht am Beginn von „Der Glanz des Tages“ Hochmair in Hamburg und stellt sich als sein Onkel Walter vor. Hochmair nimmt den älteren Mann für einige Tage auf, später wird Saabel ihn in Wien besuchen.<br />Real sind die Figuren, real die Proben und Bühnenauftritte Hochmairs. Unentscheidbar ist, wo hier die Fiktion beginnt, so lebensnah ist die Inszenierung. Covi/Frimmel entwickeln keine dramatische Geschichte, sondern lassen ihren Film sich von der Begegnung ausgehend anscheinend selbst entwickeln, schauen zu, was Hochmair und Saabel machen, wem sie begegnen und was sich daraus ergibt.<br />Dem klassischen Storytelling ist das diametral entgegengesetzt, entwickelt aber im genauen Blick für die Personen und ihr Umfeld – auch wenn die Begegnung von Hochmair und Saabel sowie alles Folgende reine Inszenierung ist - eine Wahrhaftigkeit und Echtheit, die packen und ihresgleichen suchen. <br />Ganz langsam dringt "Der Glanz des Tages" dabei immer tiefer, stellt immer plastischer der Theaterwelt, in der sich Hochmair zu verlieren droht, die Realität gegenüber, die Saabel geprägt hat. Behutsam kommt Stück für Stück seine schwere Lebensgeschichte zu Tage, die ihn dazu bewegen wird einer moldavischen Flüchtlingsfamilie in Wien zu helfen.<br />Ganz aus der Beobachtung der Menschen heraus entwickelt sich die Handlung, treten die unterschiedlichen Lebenskonzepte und -welten von Hochmair und Saabel, aber auch die Differenz zwischen abgehobener Theaterwelt und realen sozialen Problemen, von Schein und Sein zu Tage. <br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz: </b>Sa 18.5., 22 Uhr</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-16T09:52:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/ludovico-einaudi-in-a-time-lapse">
    <title>Ludovico Einaudi: In a Time Lapse</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/ludovico-einaudi-in-a-time-lapse</link>
    <description>Unzählige Menschen ließen sich schon von der Musik des 58-jährigen Turiner Komponisten Ludovico Einaudi gefangen nehmen – manche, ohne es zu realisieren: etwa all die Kinogänger, die sich für „Ziemlich beste Freunde“ begeisterten. Denn die Filmmusik ist eines der Genres, in denen sich der ausgebildete Klassiker, Schüler und spätere Assistent des großen Avantgarde-Komponisten Luciano Berio und Pop/Rock-Musik-Fan besonders wohlfühlt. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Wie der Soundtrack zu einem imaginären Film hört sich auch sein neuestes Album „In A Time Lapse“ an, das er mit seinem festen Ensemble, dem Streichorchester I Virtuosi Italiani und dem phänomenalen Geiger Daniel Hope als Gast in zweiwöchiger Klausur in einem Kloster bei Verona aufgenommen hat. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Albinoni und Minimal Music, zwischen Spätromantik, italienischer Folklore und dem dezent aber äußerst effektvollen Einsatz von Elektronik sind die 14 Stücke angesiedelt – eine unwiderstehliche Mischung, die mit ihrem meditativen und höchst emotionalen Charakter gefangen nimmt und tiefste Seelenregionen anzusprechen scheint. „Der Moment, in dem uns bewusst wird, dass unsere Lebenszeit endlich ist, hat eine elementare Bedeutung. Denn hier beginnt der Versuch, die Grenzen des Denkens zu überschreiten und jeden Moment so intensiv zu leben wie man es als Kind getan hat“, erklärt Einaudi den philosophischen Ansatz seiner jüngsten Arbeit. In der Tat ist ihm ein äußerst intensives Meisterwerk gelungen, mit wunderbar melancholischen Pianoläufen, romantisch-aufwühlend schönen Streicherpassagen und in Bann ziehender Rhythmik. Alles scheint einfach und ist höchst raffiniert zugleich. Ein Zauber, dem man sich nicht entziehen kann, ein Traum, aus dem man nicht aufwachen will, letztlich ein musikalisches Mysterium, das sich vielleicht analysieren, aber nicht erklären lässt – einfach schön. (Decca/Universal)</p>
<p class="callout"><strong><i>Konzerttipp:</i></strong><i> Ludovico Einaudi und sein großartiges Ensemble gastieren am 6.11.2013 im Kulturhaus Dornbirn.</i></p>
<div><i><br /></i></div>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-15T23:01:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/aktuell/die-siegerinnen-des-hohenehmser-literaturpreises-2013-stehen-fest">
    <title>Die SiegerInnen des Hohenemser Literaturpreises 2013 stehen fest</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/aktuell/die-siegerinnen-des-hohenehmser-literaturpreises-2013-stehen-fest</link>
    <description>Der “Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache”, der auf eine Idee von Michael Köhlmeier zurückgeht, wird alle zwei Jahre international ausgeschrieben. Dafür konnten unveröffentlichte Prosatexte, die nicht nur migrantische Fragen behandeln, eingereicht werden, sondern die in freier Themenwahl das Ineinandergreifen verschiedener kultureller Traditionen und biographischer Prägungen vor dem Hintergrund einer sich ständig wandelnden Gegenwart thematisieren. In diesem Jahr sind 153 Einsendungen fristgerecht eingelangt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3>Hauptpreis für Saša Stanišić</h3>
<p><br />Die hochkarätig besetzte Jury mit Anna Mitgutsch, Michael Köhlmeier, Doron Rabinovici und Zafer Şenocak wählte aus den ihr anonym vorliegenden Texten „Frau Kranž malt ein Bild von Hier“ (Romanauszug) von Saša Stanišić für den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis.<br />Der 1978 in Višegrad (heute Bosnien-Herzegowina) geborene Stanišić, übersiedelte 1992 nach Deutschland und besitzt seit März 2013 die deutsche Staatsbürgerschaft. Bereits sein Aufsehen erregender Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ (Luchterhand 2006) erhielt zahlreiche Preise und wurde in 30 Sprachen übersetzt. Vor wenigen Wochen wurde er auch mit dem Döblin-Preis ausgezeichnet.</p>
<p>Die Jury begründet ihre Wahl: <i>„Der Text besticht durch die klare Sprache und die Lakonie, wobei seine Stringenz nicht auf Kosten schöner Bilder geht. Er sucht eine Erzählform, in der die Frage nach der Heimat auf eine neue Art gestellt wird. Eine Malerin wird in wenigen Strichen dargestellt und gleichzeitig ein Artikel über sie in der Erzählung widergespiegelt. Es ist ein Text mehrfacher Brechungen, zwischen Fremde, Heimat und Dasein. Der traurige Hintergrund wird mit einer wunderbar witzigen Leichtigkeit erzählt.“</i></p>
<h3>Anerkennungspreis für Léda Forgó</h3>
<p><br />Léda Forgó erhält für „Seitenschlag“ den Anerkennungspreis in Höhe von 3.000 Euro.<br />Die 1973 in Nordungarn geborene Forgó kam 1994 nach Deutschland. Seit 2000 veröffentlicht sie literarische Texte. Ihr Roman „Vom Ausbleiben der Schönheit“ wurde 2010 bei Rowohlt verlegt.</p>
<p>Die Jury zu ihrer Entscheidung: <i>„Dies ist eine einsame, überraschende, unvergleichliche Prosa. Die Einsamkeit vermittelt sich über die Figuren, die sanft eingebettet scheinen in ihre Welt, und dennoch an keine andere angrenzen. Dies erweckt den Eindruck einer lautlosen, gläsernen Welt – schön und unnahbar. Überrascht werden wir von der Sprache. Ungewöhnliche Worte und Wortverbindungen heben uns – wieder sanft – aus unseren gewohnten Sprachfeldern. So leicht und transparent bewegen sich diese Sätze, und doch sind sie widerstandsfähig, bisweilen hart, sogar grausam.“</i></p>
<h3>Programm zur Verleihung</h3>
<p><br />Am 28. Juni um 19 Uhr findet im Salomon-Sulzer-Saal ein Abend statt, der jungen LiteratInnen und MusikerInnen ein Forum bietet. Bei der Preisverleihung am 29. Juni um 19 Uhr lesen die PreisträgerInnen nach der Begründung der Jury ihre Texte im Salomon-Sulzer-Saal. Abschließend findet am 30. Juni um 11 Uhr eine Lesematinee mit den PreisträgerInnen im Federmann Kultursaal statt.</p>
<p> </p>
<p class="callout">Der Eintritt zur Preisverleihung am 29. Juni ist frei. Eine Anmeldung bis Freitagmittag, den 28. Juni ist dennoch erforderlich: <a href="mailto:martin.hoelblinger@hohenems.at">martin.hoelblinger@hohenems.at</a>, Tel. 05576/7101-1131</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Christina Porod</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-15T08:43:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/literatur/ein-gemeinsames-wort-2013-fabian-oppolzers-romandebut-201ekein-boeses-kind201c">
    <title>Ein gemeinsames Wort – Fabian Oppolzers Romandebut „Kein böses Kind“</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/literatur/ein-gemeinsames-wort-2013-fabian-oppolzers-romandebut-201ekein-boeses-kind201c</link>
    <description>Es war ein Unfall, daran besteht kein Zweifel. Aber wenn ein Lehrer mit seinen Schülern auf Klassenfahrt geht, übernimmt er eben Verantwortung. Wie weit geht die? „Assmarragg“ hat Simon gemurmelt, bevor er starb, und das war sein gemeinsames Wort mit Lisa, das wäre für die beiden Schüler der Beginn ihrer Liebe gewesen. Fabian Oppolzer legt mit seinem Roman „Kein böses Kind“ eine beeindruckende Erkundung von Schuld und Mitschuld vor.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Literaturfreunde konnten Fabian Oppolzer bereits in der Reihe „Junge AutorInnen“ kennenlernen. Da präsentierte der in Vorarlberg aufgewachsene und jetzt in Wien lebende Autor erste Kostproben aus einem Romandebut, das vor allem mit seinen atmosphärisch dichten Bildern beeindruckt.</p>
<p><span>Nikolaus Nepomuk Nachtigall hat zwar einen Namen, der ihn für dumpfe Schülerscherze geradezu prädestiniert, aber die Scherze kommen nicht. Nachtigall ist beliebt und erlebt in der Klasse zum Beispiel eine lebhafte Diskussion über König Ödipus. „Jeder will eigene Entscheidungen treffen“, meint Simon. Und drum blendet sich Ödipus, auch wenn er sich ohne Wissen schuldig machte: „Als Ödipus erfährt, was er angerichtet hat, will er auch dafür geradestehen. Ob er nun etwas dafür kann oder nicht. Er zieht für sich und sein Leben die Konsequenzen.“</span></p>
<h3><span>Ein anderer Ödipus</span></h3>
<p><span><br />Simon ahnt nicht, dass er seinen Lehrer in genau diese Lage bringt. Zusammen mit Lukas und Samuel verunglückt er tödlich während einer Klassenfahrt nach Griechenland. Nachtigall kehrt grau, krank, zerstört zu seiner Familie zurück. Seine Frau Maria indes findet keinen Trost. Sie scheint genauso abgrundtief traurig. Den behinderten Buben Paul, den die beiden adoptiert haben, lehnt sie immer brachialer ab, gerät in den Sog von Erinnerungen an jugendliche Selbstmordversuche. Psychisch instabil sind auch die Schüler.</span></p>
<p>„Als ich ein Kind war“, erzählt Lisa, „spielte ich mit meinem kleinen Bruder ein Spiel. Wir zählten bis drei und sagten dann gleichzeitig ein erfundenes Wort. Mein Bruder war damals sieben oder acht und den ganzen Tag über im Krankenhaus. Er war davon überzeugt, geheilt zu werden, würden wir zufällig genau das gleiche Wort sagen.“ Das gemeinsame Wort finden die beiden Kinder nicht, und Lisas Bruder stirbt.</p>
<h3><span>Unerklärliche Taubheit</span></h3>
<p><span><br />Eine bedrückende Schuld zieht sich durchs Leben aller Protagonisten in diesem Buch, und eine fiebrige Suche nach dem gemeinsamen Wort, das es vielleicht doch gäbe. Doch die Suche bleibt verkapselt im getriebenen Ich. Wie Maden fressen sich Nachtigall und seine Frau, Samuel, Lisa und Simon durch ihre Tage. Erschrocken sehen sie auf die emotionale Taubheit des jeweils anderen. Nachtigall sieht auf einem Bauernhof fünf junge Kätzchen. Er greift nach einem, nimmt es auf den Arm, „spürt sein Herz in seiner Hand pochen“. Doch Sohn Paul hat nicht das geringste Interesse an diesem jungen Leben. „Paul will Sachen, die blinken, Hebel haben, Knöpfe zum Drücken.“</span></p>
<p><span>Einen wunderbar hellen Blick richtet Oppolzer auf die Schüler, die bedroht scheinen von dieser kaputten Erwachsenenwelt, der sie sich mehr oder weniger gezielt zu entziehen suchen. Samuel foltert seinen Lehrer mit beeindruckender Renitenz: „Ich darf Ihnen doch widersprechen“, fängt er an, „das ist mein Grundrecht.“ Simon lässt Nachtigall abblitzen, als der mit ihm eine rauchen will. Und Lisa, die gelegentlich bei Nachtigalls auf den Jungen aufpasst, wird von beiden gleichermaßen blind angesteuert und weist beide gleich kühl zurück. Kinder sind sie nicht mehr, auch keine bösen Jugendlichen. Auch Paul ist kein böses Kind. Und Nachtigall oder seine Frau Maria sind auch nicht bös. Nur ist nichts heil in dieser Familie, nichts unschuldig, nichts unbeschwert. Und Maria tut am Ende, was die Stimmen ihr flüstern.<br /> </span></p>
<p class="callout">Fabian Oppolzer, Kein böses Kind, Hardcover mit Schutzumschlag, 216 Seiten, 19,90 Euro, Luftschacht 2013, ISBN 978-3-902844</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Ingrid Bertel</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-15T05:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/mozart-meditation-und-201ethe-favorite-cow201c">
    <title>Mozart, Meditation und „the favorite cow“</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/mozart-meditation-und-201ethe-favorite-cow201c</link>
    <description>Sie sind einfach gut. Sehr gut. Exzellent. Superb. Aber alle Adjektive können nur umschreiben, was Igudesman &amp; Joo im Konzertsaal bieten. Ihr stupendes Können am Piano und an der Violine bescherte dem Publikum im Schaaner SAL ein Konzert der Extraklasse. Ihr Humor begeisterte das Publikum.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>„Klassische Musik muss Spaß machen“, der Meinung sind der Geiger Aleksey Igudesman und der Pianist Hyung-ki Joo. So beginnen sie ihren Konzertabend „A Little Nightmare Music“ mit Mozart. Dass dann ein Handy-Klingelton gezielt dazwischen funkt, wird flugs in den Vortrag eingebaut, Joo variiert das Thema am Klavier, Igudesmann baut die Töne in sein Geigenspiel ein. Irgendwann klingt es dann doch nach dem türkischen Marsch von Mozart, Joo beschwört seinen Partner, die Energie fließen zu lassen, das Feng Shui von Schaan zu spüren und daran zu denken, dass in Liechtenstein alles sehr klein ist und man vielleicht den türkischen Marsch etwas orientalischer spielen könnte – Der Geiger versucht es beim Spielen mit Bauchtanz, variiert das Stück ganz leicht und schon marschiert der Marsch nicht mehr, sondern schlängelt sich über die Bühne.<span> </span></p>
<h3><strong>Musik von oben und unten</strong></h3>
<p><br />Weitere populäre Stücke folgen. Beethovens „Für Elise“ wird zum Schlafstück, in dem der Pianist auf dem Boden liegend noch die berühmten Anfangstöne weiterspielt. Etwas zum Aufwachen wird der zweite Satz aus dem zweiten Klavierkonzert von Rachmaninow. Doch das Stück mutiert zur Ballade „All by myself“. Womit bewiesen ist, dass sich (fast) alle heutige Musik aus dem Gestern speist. Nicht nur die Klassik wird für die Show herangezogen. Auch selbst komponierte Werke stehen auf dem Programm. „She has a favorite cow“ singt Joo klavierspielend und Igudesmann entlockt seiner Geige die zartesten Kuhtöne. Da darf dann auch das Publikum mitmuhen.</p>
<h3><strong>Ihr Guthaben ist abgelaufen</strong></h3>
<p><br />Besondere Lacher erntet Joo mit seinem sprechenden Piano, das erst geöffnet werden kann, wenn man es mit der Kreditkarte füttert. „Für Deutsch drücken Sie bitte ein A" heißt es, dann muss der Code eingegeben werden. Für professionelle Spieler sind dies die ersten Takte aus Griegs Klavierkonzert. Kaum hat der Pianist zu spielen begonnen, quakt das Klavier: „Ihre Zeit ist abgelaufen, bitte geben Sie ihre Kreditkarte ein und drücken Sie die Raute-Taste“. Wie man eine Raute-Taste am Klavier drückt? Joo zeigt es, und noch viel mehr.<span> </span></p>
<h3><strong>Meditation zum Träumen</strong></h3>
<p><br />„Warum spielen sie nicht ein Stück vom Anfang bis Ende durch?“ werden sie oft gefragt. Und dann spielen sie eines durch. „Meditation“ von Jules Massenet aus der Oper „Thais“. Und man hört und staunt und lauscht und denkt sich verwundert: Warum spielen die beiden nicht einfach nur klassische Musik. Wozu der ganze Hokuspokus? Die Begründung: Der klassische Musikbetrieb ist den beiden einfach zu langweilig. Schon als Zwölfjährige haben sie sich in der Yehudi Menuhin School in London kennengelernt. Und sich Späße ausgedacht. Seit diesem Zeitpunkt sind sie unzertrennliche Freunde. Und wollen immer noch Spaß haben beim Spielen. Den haben sie, und das Publikum auch.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Anita Grüneis</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-14T21:55:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/ketil-bjornstad-la-notte">
    <title>Ketil Bjørnstad: La notte</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/ketil-bjornstad-la-notte</link>
    <description>Nach mehr als 40 Büchern und 50 Alben blickt der norwegische Pianist, Komponist und Schriftsteller Ketil Bjørnstad auf seine frühen Einflüsse zurück, zu denen Miles Davis ebenso zählte wie die Filmemacher Godard, Bresson oder Antonioni. Letzterem widmet er nun eine ganz besondere Hommage, die unter Mitwirkung eines Allstar-Ensembles mit Saxophonist Andy Sheppard, Cellistin Anja Lechner,  Gitarrist und Elektroniker Eivind Aarset, Kontrabassist Arild Andersen und Perkussionistin Marilyn Mazur beim norwegischen Molde Jazz Festival vor zwei Jahren live eingespielt wurde. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>„Da visuelle Kunst in unseren Köpfen Musik entstehen lässt und Musik Bilder und visuelle Ausdrücke mit derselben Intensität kreiert, sind beide Formen zutiefst und wechselseitig miteinander verbunden“, erklärt Bjørnstad, der sich von den Bildern und der Atmosphäre aus den Filmen Michelangelo Antonionis zu einer mitreißenden, dramaturgisch geschickt aufgebauten musikalischen Reise durch die Welt der Emotionen inspirieren lässt – von lyrisch verhaltenen Stimmungen über spannungsgeladene Passagen bis zu dramatischen Donnerwettern, die man aus dem reichhaltigen Oeuvre Ketil Bjørnstads so bislang nicht gekannt hat. Und faszinierenderweise lässt dieser voller Leidenschaft gespielte imaginäre Soundtrack in den Köpfen der ZuhörerInnen wiederum deren ganz eigenen inneren Film entstehen – probieren Sie es aus! <br />(ECM/Vertrieb: www.lotusrecords.at)</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2013-05-13T23:01:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>





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