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  <title>Kritiken</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/e.s.t.-esbjoern-svensson-trio-301">
    <title>e.s.t.  Esbjörn Svensson Trio: 301</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/cd-tipp/e.s.t.-esbjoern-svensson-trio-301</link>
    <description>Pianist Esbjörn Svensson, Bassist Dan Berglund und Drummer Magnus Öström spielten bereits seit 15 Jahren ausschließlich in dieser Triobesetzung, wurden weltweit zu den richtungsweisenden Jazz-Ensembles mit beachtlichen Erfolgen auch in den Pop-Charts gezählt und befanden sich unzweifelhaft auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, als sie im Jahr 2007 eine zweitägige Tourpause dazu nutzten, im legendären Studio 301 in Sidney ingesamt neun Stunden Material einzuspielen. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Gemeinsam mit ihrem Langzeit-Toningenieur Ake Linton, der für viele der überlagernden Verzerrungen und Schleif- und Halleffekte verantwortlich zeichnet und zu jenem Zeitpunkt getrost als viertes Bandmitglied betrachtet werden konnte, liefen e.s.t. zur absoluten Höchstform auf. Ohne jegliche Vorgaben entwickelten sie aus gemeinsamen Improvisationen diese für sie typischen, herrlich dynamischen Stücke, die sich meist aus lyrischen, am Piano intonierten Stimmungsbildern zu gewaltigen Soundorkanen entwickeln, zu rasenden Klangströmen, die alles mit sich reißen. Hier gibt es kein Netz und keinen doppelten Boden, braucht es auch nicht. Denn die drei vermochten mit nahezu telepathischen Fähigkeiten auf die musikalischen Impulse ihrer Partner zu reagieren und sie entsprechend voranzutreiben. „301“ ist nicht ganz so düster wie das bei derselben Session entstandene, bahnbrechende Album „Leucocyte“, das kurz nach dem Unfalltod Esbjörn Svenssons 2008 veröffentlicht worden war. Dass sich Berglund und Öström, die mittlerweile mit eigenen Projekten sehr erfolgreich sind, gemeinsam mit Linton das umfangreiche Material nochmals vorgenommen und „301“ herausdestilliert haben, ist äußerst dankenswert. Denn so kommen e.s.t.-Freunde in den Genuss neuen, fabelhaften Originalmaterials dieses epochalen Trios, fern jeglicher posthum-Geschäftemacherei.  <br />(ACT/Vertrieb: www.rottensteiner-pr.at)<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-22T04:00:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/orpheus-2013-spiegelungen-und-korrespondenzen-zwischen-modernem-tanz-und-barockmusik-hinterliessen-einen-zwiespaeltigen-eindruck">
    <title>Orpheus – Spiegelungen und Korrespondenzen zwischen modernem Tanz und Barockmusik hinterließen einen zwiespältigen Eindruck</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/orpheus-2013-spiegelungen-und-korrespondenzen-zwischen-modernem-tanz-und-barockmusik-hinterliessen-einen-zwiespaeltigen-eindruck</link>
    <description>Ein markantes musikalisches Profil verlieh das Barockorchester Concerto Stella Matutina dem zweiten Abonnementkonzert in der Kulturbühne AmBach. Die MusikerInnen stellten den Orpheusmythos ins Zentrum und präsentierten unter anderem Arien aus Opern von Claudio Monteverdi, Stefano Landi und Luigi Rossi. Die hervorragende Sopranistin Judit Scherrer und der Tenor Jakob Pilgram verliehen den Werkdeutungen eine besondere Note. Experimentierfreude bewiesen die Programmverantwortlichen, weil sie die Choreographin Rose Breuss und ihre Tanzcompany „Cie.Off.Verticality“ zur Zusammenarbeit eingeladen hatten. Barockmusik und moderner Tanz sollten eine Einheit ergeben, doch es blieb ein schwer zu benennender Widerspruch offen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das Barockorchester überließ die Bühne den TänzerInnen und spielte als eine Art „Theatermusik" quasi im Orchestergraben vor der Bühne. Diese Positionierung hatte auf die klangliche Brillanz der Instrumente gravierende Auswirkungen und verwies die Musik zu einem gewissen Teil in eine dem Tanz dienende Rolle. Bernhard Lampert und Herbert Walser-Breuss spielten dieses Mal nicht wie gewohnt die Barocktrompete, sondern den Zink. Damit verliehen sie einigen Werken eine ganz besondere klangfarbliche Nuance, die die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Den tänzerischen Duktus der dargebotenen Stücke unterstrichen die MusikerInnen mit gut eingesetzten Perkussionsinstrumenten.</p>
<h3><b>Herausragende Sänger</b></h3>
<p>Vor allem Judit Scherrer begeisterte mit ihrer natürlichen Ausdruckskraft. Sie deklamierte wortdeutlich und brillant, so dass die emotionalen Stimmungen hervorragend zur Geltung kamen. Auch Jakob Pilgram überzeugte mit seinem warmen Timbre, heller Tongebung und nuancenreich dargebotenen Partien.</p>
<h3><b>Einfallsreicher Tanz</b></h3>
<p>Die „Cie.Off Verticality Tanzcompany“ mit Pawal Dudus, Andrea Maria Handler, Tamara Kronheim, Martyna Lorenc, Rafal Pierzynski, Aurelisuz Rys und Rosalia Wanka interpretierte die Musik raumgreifend, mit modernen Ausdrucksmitteln und großem körperlichen Einsatz. Korrespondenzen zwischen der Musik und dem Tanz wirkten zu Beginn gut ausgelotet, musikalische Bewegungsimpulse spiegelten sich nachvollziehbar im Tanz wieder. Doch allmählich stellte sich – zumindest in meiner Wahrnehmung – eine Diskrepanz zwischen den Affektgehalten der Musik und den tänzerischen Bewegungsmustern ein. Die Musik und der Tanz gerieten in ein ungewolltes Konkurrenzverhältnis zueinander. Wohl auch deshalb, weil der moderne Tanz nach einer zeitgemäßen, nämlich modernen Musik verlangt. Insgesamt schienen Ausdrucksformen und die Architektonik der Renaissance- und Barockmusik wenig vereinbar mit den fließenden Bewegungsmustern des Tanzes.</p>
<h3><b>Kein ganzheitliches Erlebnis</b></h3>
<p>Die MusikerInnen, TänzerInnen und das Lichtkonzept jeweils für sich betrachtet boten beeindruckende Darbietungen und Deutungen. Ein übergeordnetes in sich geschlossenes Ganzes wurde jedoch nicht erlebbar.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-20T14:18:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/theater/verruecktes-blut">
    <title>Verrücktes Blut - Das Theater Kosmos lässt Schiller schillern</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/theater/verruecktes-blut</link>
    <description>Der Mensch, meinte Friedrich Schiller, ist "nur da ganz Mensch, wo er spielt". Den Beweis dafür liefert das Erfolgsstück des Jahres 2011: "Verrücktes Blut" von Nurkan Erpulat und Jens Hillje. Diese ausgesprochen vitale Auseinandersetzung mit den frühen Schiller-Dramen ist jetzt im Bregenzer Theater Kosmos zu sehen. Und sie ist so jung, leidenschaftlich, witzig, brutal, poetisch, tabulos und groovy, dass sie am gestrigen Premierenabend niemanden kalt ließ.

</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Schon komisch! Normalerweise stehen sie ja mit erhobenem Zeigefinger auf der Matte, wenn von Integration und Bildung die Rede ist - all die Landesräte, Bürgermeister, Bildungssprecher und Integrationsbeauftragten. Ausgerechnet diesmal - bei einem der meist diskutierten Stücke der letzten Jahre - glänzten sie durch Abwesenheit. Weil sich nur die andern bilden sollen? Weil sie den Kontakt zur Wirklichkeit eh nicht brauchen?</p>
<p>Jubel wie bei einem Popkonzert empfängt die Schauspieler. Nein, das ist kein Theater-Applaus, das ist etwas Persönlicheres. Der Abend pulsiert in den BesucherInnen. Als erster findet Kosmos-Direktor Hubert Dragaschnig zu einem trockenen Witz. "Was ist ein U-Bahn-Dieb?" Den Witz erzählten sich die Schauspieler während der Proben. "Ein Metro-Pole". So ist das! Wenn eine Migrantengruppe die Integration geschafft hat, fällt sie mit geballten Vorurteilen über die nächste her.</p>
<h3>Was geht ab, ey?</h3>
<p>Was hat das mit Friedrich Schiller zu tun? Ziemlich viel, wie die Lehrerin Sonia Kelich (Anja Pölzl) beweist. Sie verbringt mit ihrer Klasse - in der die meisten einen sogenannten "Migrationshintergrund" haben - einen Projekttag. "Die Räuber" stehen auf dem Programm und "Kabale und Liebe". Von Interesse bei den Schülern zu reden, wäre krass übertrieben. Ausnahmslos sind sie damit beschäftigt, einender zu dissen. "Du Opfer!", "Du Spast!" sind noch die freundlichsten Ausdrücke, die sie füneinander haben. Hakim (Ümit Aydemir) wird sowieso als "schwule Sau" ausgegrenzt, und Musa (Anwar Kashlan) plustert sich zum Gangsta auf. Die andern verstecken sich hinter ihren Sonnenbrillen, finden zusammen in den Gesten der Ausgrenzung, in Tanzschritten, in Fußball-Legenden. Vom legendären Kopfstoß Zinedine Zidanes wird die Lehrerin sprechen, aber erst, wenn sie Kontakt gefunden hat zu ihren bildungsresistenten Schülern.</p>
<p>Und den Kontakt schafft eine Knarre, die aus Musas Tasche fällt. Die Lehrerin reißt sie an sich. Endlich kann sie die Schüler in Schach halten, ihnen die Werte von Demokratie und Aufklärung, Menschenwürde und Schönheit einhämmern. Die Pistole ist genauso paradox wie die moralische Keule, nur wirksamer. Im Spiel mit der Gewalt passiert etwas Wunderbares - ein Ausbruch aus den Regeln, eine Poesie der Grenzüberschreitung, das frühlings-schöne Erkunden möglicher Lebenswelten. So muss es Schiller vorgeschwebt sein, als er - ein wütender Schüler - "Die Räuber" schrieb, diese wüste Auseinandersetzung mit familiärer Gewalt.</p>
<h3>Machos, Hinterhofmoscheegänger, Schwesternhasser, Ehrenmörder</h3>
<p>Anja Pölzl, wunderbar facettenreich, lässt als Lehrerin keines der bösen Klischees aus. Allem müssen sich diese Jugendlichen stellen: der Kopftuchdebatte, der erniedrigenden Sprachdressur, sogar der Frage, ob Mohammed ein Kinderschänder war. Die Gruppe reagiert verwirrt, verstört, rebellisch, erstaunt - und es ist wunderbar, dieses Ensemble aus Schauspielprofis und Amateuren zu erleben, denn an Präsenz steht keine und keiner dem andern nach. Dass eine Regieleistung (Stephan Kasimir) so verhalten, so bescheiden daherkommt - auch das ist selten und kostbar. So wie das hintergründig witzige Bühnenbild von Peter Büchele, das dem Publikum einen Spiegel vorhält. So wie das fein ironische Lichtdesign von Markus Holdermann, das den vitalen Bestemm der Jugendlichen profiliert.</p>
<p>"In Anbetracht der Situation sind wir ziemlich weitergekommen", meint die Lehrerin am Schluss. Stimmt. Es gab den Kopfstoß von Zinedine Zidane - als Input. Und es gibt eine Fußballer-Weisheit als Finale. "Verzeihen ist die edelste Form der Rache." Das war nicht Schiller, das war Eric (oh ah) Cantona!</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Ingrid Bertel</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-20T08:35:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/superindependent-klanglandschaften-abseits-ausgetretener-pfade">
    <title>Superindependent – Klanglandschaften abseits ausgetretener Pfade</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/superindependent-klanglandschaften-abseits-ausgetretener-pfade</link>
    <description>Das Soundsnoise Festival 2012 hält, was es verspricht und schafft an vier Tagen Raum für Experimentelles, Avantgardistisches, Schräges und Extremes aus der Welt der Musik. Wer also genug hat von ausgelutschten Klischeerepetitionen, findet hier eine Oase der Andersartigkeit.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Warum nicht gleich mit einem Knaller eröffnen? Eno aus der Schweiz läuteten den Freitagabend des Soundsnoise Festivals ein. Dabei hätten sie genausogut auch Headliner des Abends sein können. Ivo Münger und Christian Mikolasek sind die beiden Protagonisten. Sie singen nicht, dafür bespielen sie ein ganzes Arsenal an Instrumenten und Geräten. Wer meint, dass Instrumentalmusik irgendwann langweilig werden muss, irrt im Fall von Eno gewaltig. Wie sie ihre vielen kleinen elektronischen Helferlein bedienen und dann wieder voll in ihrem Instrument aufgehen, das ist was fürs Ohr und auch fürs Auge. Sie bauen Spannung auf, indem sie eine Klangschicht über die nächste legen. Irgendwann findet man sich in einen Soundteppich eingewickelt, bei dem die einzelnen Fäden nicht mehr erkennbar sind. Und genau dann setzen sie noch eines drauf, machen so richtig auf und explodieren förmlich. Das klingt dann nicht mehr nach einem Duo, sondern viel mehr nach einem ganzen Klangorchester. Die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums war ihnen so gewiss. Und es war klar, wohin die Reise gehen sollte.</p>
<h3>Bunt und schwungvoll</h3>
<p>Nach dieser starken Eröffnung und kurzen sieben Minuten Pause gings dann im Saal des Spielbodens zur Sache. 78plus bekräftigten gleich, dass sie sich hier schon wie zu Hause fühlen würden. Kunststück bei der Frequenz, mit der sie zu Auftritten kommen. Das Wiener Quartett war viel bunter und schriller als noch die meditative Eröffnung und auch weniger atmosphärisch. Dafür brachten sie Schwung in die Bude. Manche Arrangements erinnerten an Weltmusik aus dem Balkan, dann wieder was eher Jazziges und auch Pop. Immer durchzogen von elektronischen Beschleunigern. Die Kombination mit einem Kontrabass brachte dem Sound entsprechende Wärme und Klangfarbe. Dass der Schlagzeuger kurzfristig eingesprungen war und das ganze Konzert so perfekt mitspielte, ohne dass es davor eine Probe gab, war schwer zu glauben. Gemerkt hat man davon nichts, der Auftritt brachte das Eis zum Schmelzen und es wurde bereits getanzt.</p>
<h3>Tanzbare Schlagerromantik</h3>
<p>Aber mit Tanz Baby! erreichte der Abend seinen Höhepunkt im Saal. Wenn man mit dem falschen Ohr hinhört, sind sie eine moderne Schlagerpartie. Doch statt Musikantenstadl und Geschunkel sind sie durchaus hörbar und tanzbar. Kristian „Mu“ Musser hat über die Heimorgel zu dieser Schlagerromantik gefunden. An seiner Seite zeigt David Kleinl puren Pathos mit roter Rose im Knopfloch, Pomade im Haar und großen Gesten. Sie präsentierten beim Soundsnoise Festival ihr langersehntes zweites Album „Staub oder Stern". Das Material bleibt der Linie treu, sie scheinen sich ganz wohlzufühlen in ihrem selbst erschaffenen Genre. Die deutschsprachigen Texte zu Songs wie „Ich bin traurig“, „Vielleicht bist es du“ oder „Ich bin ein Stern“ sind einfach und lassen Platz für eigene Schwärmereien. Mit zusätzlicher Großstadtromantik und sehr viel Sehnsucht schaffen sie es, dass man gar nicht weghören kann. Und doch war der Name Programm und es wurde ausgelassen getanzt, Baby.</p>
<h3>Schwere Soundwalze</h3>
<p>Auffällig war, dass an diesem Abend von allen Bands bisher zumindest einmal in die Melodika geblasen wurde. Zum Schluss ging in der Kantine nochmal die Post ab mit I Wanna Boogie With You, einem Wiener Post-Funkcore-Trio. Damit wurde wieder der Bogen gespannt zur Eröffnungsband mit einigen Parallelen. Konventionelle Songstrukturen interessierten sie beide nicht. Und was dann auf einen zugerollt kam, wurde zu Recht als Soundwalze angekündigt. Dass da außergewöhnlich gute Musiker dahinter standen, war auch offensichtlich. Irgendwann war es dann aber auch genug, denn als leichte Kost kann man ihre Songs nicht bezeichnen.</p>
<p>Der Abend war vielseitig und ist viel zu schnell vergangen. Die Stimmung war klasse und die außergewöhnlichen Bands machten Lust auf Mehr abseits der ausgetretenen Pfade. Superindependent war für Andreas Haim und sein Team das Motto. Und es ist geglückt.</p>
<p class="callout">Wer sich noch ein Bild machen wil: Heute Samstag gibt es nochmals eine ganze Ladung Experimentelles im Spielboden zu hören. Eine Vorschau auf das heutige Programm:<br />http://spielboden.at/veranstaltungen/2012/05_mai/soundsnoise-festival-2013-andy-dixon-fm-einheit-irmler-broken-heart-collector-crazy-bitch-in-a-cave-dj-falcon-punch</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Ionian</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-19T14:51:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/201etarata-ting-tarata-tong201c-die-geschwister-pfister-begeisterten-das-freudenhaus-mit-einer-herrlich-durchgeknallten-revue">
    <title>„Tarata-Ting, Tarata-Tong“: Die Geschwister Pfister begeisterten das Freudenhaus mit einer herrlich durchgeknallten Revue</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/201etarata-ting-tarata-tong201c-die-geschwister-pfister-begeisterten-das-freudenhaus-mit-einer-herrlich-durchgeknallten-revue</link>
    <description>Vor ausverkauftem Haus zeigen Tobias Bonn und Christoph Marti, besser bekannt als Toni und Ursli Pfister, eine perfekte Show. In ihrem Programm „Servus Peter – Oh là là Mireille“ schlüpfen sie nicht nur in die Rollen der Protagonisten Peter Alexander und Mireille Mathieu. Das Publikum begleitet die beiden Berliner auf ihrer Reise in die 60er- und 70er-Jahre sehr gern, schwelgt in Erinnerungen und singt begeistert mit; ob „Akropolis Adieu“ oder „Das kleine Beisl“. Begleitet und geleitet werden sie dabei vom fulminanten Jo Roloff Trio.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Es dauert keine vier Takte, dann hat Tobias Bonn alias Peter Alexander die Zuschauer schon für sich gewonnen. Als lässiger Conférencier in schwarzem Anzug und weißem Hemd lässt er seiner Ankündigung, es gehe nun ins Land der Operettenmelodien, Taten folgen – besser gesagt: ein Lied. „Es liegt was in der Luft“. In der Tat: Ein wunderbarer Abend kündigt sich schon hier, in der „Wiener Stadthalle“, wie er das Publikum „im Saal und zuhause an den Fernsehschirmen“ begrüßt, an. Nach einem weiteren Song ist es Zeit, seinen Partner – auf der Bühne wie privat – dazuzuholen, „ein entzückendes Geschenk aus Frankreich“. Auftritt Christoph Marti in der Rolle von Mireille Mathieu, des „Spatzen von Avignon“.</p>
<h3><b>Liebevolle Revue</b></h3>
<p>Was folgt, ist eine Show, die für ungläubiges Staunen sorgt, so nah sind die beiden in Gestik und Mimik an ihren Vorbildern – vor allem aber für ausgelassene Stimmung. Ob „Blue Bayou“, „Das kleine Beisl in unserer Straße“ oder „Ganz Paris ist ein Theater“ erklingt: Im bis auf den letzten Platz ausverkauften Freudenhaus zeigt man sich text- und intonationssicher. <br /> Die Kunst der Geschwister Pfister besteht auch darin, dass sie die Zuschauer zwar großartig amüsieren und zum Lachen bringen, dies aber niemals auf Kosten der Parodierten tun, sie nicht vorführen. Im Gegenteil: Sie präsentieren eine sehr liebevolle Revue und pflegen – trotz teilweise brüllend komischer Szenen – einen sehr respektvollen Umgang mit ihren Figuren. Zugegeben: Einige Lieder sind schon im Original so herrlich neben der Spur, dass auch die beste Persiflage kaum noch einen draufsetzen könnte – wie beispielsweise bei Mathieus „Tarata-Ting, Tarata-Tong“ aus dem Jahr 1969: „Die schönen Stunden gehen viel zu schnell vorbei / Tarata-Ting, Tarata-Tong / Und darum singe ich meinen Song / Solange die Liebe noch so jung ist und so neu.“</p>
<h3><b>Auftritte als Heintje und Roy Black</b></h3>
<p>Im Laufe des Abends treten weitere Stars aus dieser Epoche auf – allesamt Höhepunkte der zweistündigen Show: die Szenen mit Kinderstar Heintje („ein richtiger Lauser“, wie ihn der Showmaster im zeittypischen Duktus vorstellt) im sehr knapp sitzenden kreischroten Pullover und der unvergleichlich schmalzige Auftritt von Roy Black, die beide von Marti dargestellt werden. Er hat, was den Wechsel der Kostüme angeht, den stressigeren Part der beiden, tritt er doch auch als Mireille Mathieu ständig in anderen – aber stets ähnlich schrillen – Kostümen auf. Umso bewundernswerter ist da die Lässigkeit, mit der die Geschwister Pfister zu Werke gehen. Zumal sie auch unter ständiger Beobachtung stehen: Das Bühnenbild erlaubt durch eine Vorhang-Attrappe einen Blick in die Garderobe der beiden, wo sie schon lange vor dem Beginn der Show in Seelenruhe beim Schminken zu beobachten waren.</p>
<h3><b>„Nichts ist erfüllender als leere Unterhaltung“</b></h3>
<p>Bis auf einen kurzen Auftritt als Anneliese Rothenberger kann sich Tobias Bonn ganz auf seine Rolle als Peter Alexander konzentrieren, was ihm in beeindruckender Weise gelingt. Er verkörpert den im Vorjahr verstorbenen Allround-Künstler, der im bundesdeutschen Fernsehen als der Wiener schlechthin galt, bis in die großzügigen toupierten Haarspitzen. Treffend sind Augenzwinkern und der im Scherz erhobene Zeigefinger, dazu der immer etwas bieder wirkende Humor. Den größten Spaß scheint zuweilen „Kapellmeister“ Johannes Roloff zu haben, der von seinem Klavier aus seine Band (Jürgen „Speedy“ Schäfer am Kontrabass und Schlagzeuger Immo Hofmann) dirigiert und die musikalischen Akzente präzise setzt.</p>
<p>Der Kritiker der Neuen Zürcher Zeitung hat die Faszination dieser extravaganten Show treffend auf den Punkt gebracht „Die Geschwister Pfister machen uns reich an Überzeugung, dass nichts erfüllender sei als leere Unterhaltung. Nichts wahrer als das falsche Gefühl, wenn mit Inbrunst vorgetragen, die von innen kommt, von ganz unten, wo am Grund des Gefühls-Sees die lustvollste Libido lagert: die Liebe zu sich selbst. Lange nicht war Entertainment so schwerelos und Mundraub so schön.“ Am heutigen Samstagabend kann man sich ein weiteres Mal beim Seelax-Festival in Bregenz davon überzeugen.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Thorsten Bayer</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-19T10:08:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/der-diktator">
    <title>Der Diktator</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/der-diktator</link>
    <description>Unverschämt – und unverschämt witzig ist der neue Film von Sascha Baron Cohen. Auch in der Rolle eines nordafrikanischen Diktators nimmt der britische Comedian kein Blatt vor dem Mund, macht Witze über Diktatur, Feminismus und westliche Demokratie. So richtig bissig ist das zwar nicht, aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam – vorausgesetzt man kann über Geschmacklosigkeiten lachen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Schon die Widmung ist eine Provokation: „In stiller Erinnerung an Kim Il Sung.“ Die Gangrichtung wird damit vorgegeben. Sascha Baron Cohens Humor unterschreitet konsequent die Grenzen des guten Geschmacks, alles und jeder bekommt hier sein Fett ab, dennoch entwickelt "Der Dikatator" keinen Biss, der wirklich weh tut, erfreut aber durch seine hemmungslose Respektlosigkeit.</p>
<p><b>Gaddafi + Achmadinedschad + Hussein = Aladeen</b></p>
<p>Nachdem der britische Comedian in „Borat“ in die Rolle eines kasachischen Fernsehjournalisten und in „Bruno“ mit wenig Erfolg in die eines schwulen österreichischen Fashion-Experten geschlüpft ist, präsentiert er sich nun als Diktator des nordafrikanischen Staates Wadiya. Die Anspielung auf Gaddafi ist unübersehbar, doch auch Elemente von Saddam Hussein und des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad mischt Baron Cohen in die Rolle.<br /> Wer nicht nach der Pfeife von Admiral General Aladeen tanzt, wird kurzerhand geköpft, westliche Stars holt er sich mit großzügiger Entlohnung ins Bett, baut an einer Atomrakete, um endlich Israel vernichten zu können, muss aber auch stets Attentate fürchten. <br />Als die UNO aufgrund des Atomprogramms des Diktators einen Präventivschlag gegen Wadiya in Erwägung zieht, reist Aladeen nach New York um eine Rede zu halten, gerät dort aber durch einen Attentatversuch plötzlich unter die New Yorker Bevölkerung.</p>
<p><b>Reiner Spielfilm</b></p>
<p>Sascha Baron Cohen ist nichts heilig – und davon leben seine Filme. Über Massenhinrichtungen macht er sich ebenso lustig wie über Feminismus, mit Scherzchen über Bin Laden und 9/11 sorgt der Diktator in einem Helikopter für Unruhe, der Westen wiederum ist nur am Geschäft interessiert und wenn Aladeen eine Rede über die Vorzüge der Diktatur hält, dann scheint vieles davon im Zuge von 9/11 in den USA schon längst verwirklicht worden zu sein.<br /> Schlanke 80 Minuten gibt Larry Charles dem Diktator nur – und das ist gut so. Schnell kommen die Pointen, herrlich spielt der britische Comedian mit dem politisch korrekten Denken und stellt diesem seine Unverfrorenheit gegenüber. <br />Den Biss seiner bisherigen Filme kann "Der Diktator" allerdings nicht erreichen, denn das (Pseudo)-Dokumentarische mit der realen oder auch gespielten Veräppelung von Prominenten, die bisher in die Handlung einfloss, gibt es hier nicht mehr. An der Realität orientiert sich der Film zwar, ist aber durch und durch inszeniert. Die Sprengkraft seiner bisherigen Filme geht damit verloren, auch mit Chaplins „The Great Dictator“, an den sich „Der Diktator“ sichtlich anlehnt, kann er sich nicht messen, weil Chaplin ungleich detaillierter und damit treffender und böser Hitler und seine Diktatur entlarvte.</p>
<p><b>Stars in Nebenrollen</b></p>
<p>Während Stars in Baron Cohens bisherigen Filmen teils unbewusst in sein Spiel involviert wurden, verleihen sie hier Nebenrollen starke Präsenz. Hinreißend ist Ben Kingsley als um die Herrschaft betrogener Onkel des Diktators, einen Kurzauftritt absolviert Megan Fox als Bettgespielin, etwas mehr Raum bekommt der wie immer wunderbare John C. Reilly als amerikanischer Sicherheitsbeamter, der ganz andere Pläne verfolgt. <br />Wie diese Stars aber ebenso wie Anna Faris in der Rolle einer veganen Öko-Aktivistin und Feministin nur als Stichwortgeber fungieren, dient auch die wild zusammengeflickte Handlung nur dazu Sascha Baron Cohen eine Plattform zu bieten, um ein Gagfeuerwerk abzubrennen. An diesem freilich kann man sich köstlich amüsieren, sofern man nicht allzu viel mitdenkt, sondern sich einfach dem Film überlässt.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-19T07:15:31Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/vom-elefantensohn-bis-zum-wahnsinn-als-methode-der-auftakt-des-fuenften-soundsnoise-festivals-im-spielboden">
    <title>Vom Elefantensohn bis zum Wahnsinn als Methode – Der Auftakt des fünften Soundsnoise Festivals im Spielboden</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/vom-elefantensohn-bis-zum-wahnsinn-als-methode-der-auftakt-des-fuenften-soundsnoise-festivals-im-spielboden</link>
    <description>Ein Aufruf vorneweg: Wer ein grundsätzliches Interesse an Musik abseits gängiger Hörgewohnheiten hat, ist bei diesem Festival bestens aufgehoben, wer nicht, möge sich einen Ruck und den neuen Klängen eine Chance geben!</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In medias res: „A Thousand Fuegos“ nennt sich Matthias Peyker polyglott und eröffnet den Abend als Solist unter Zuhilfenahme von überwiegend vorproduzierten Samples. Dies birgt oft die Gefahr einer etwas zu statisch wirkenden Darbietung in sich, der gelegentliche Griff zu seiner Gitarre wirkt da manchmal durchaus auflockernd. Im SRA, dem Archiv österreichischer Popmusik, wird sein Stil als „Folk mit verschiedenster elektronischer und psychedelischer Unterstützung“ beschrieben. Tatsächlich sind die aus der Konserve abgerufenen Sounds oft sehr abstrakt gehalten, auf ein knarziges Loop können aber auch Klänge aus der Billig-Techno-Asservatenkammer folgen, wir leben eben in einer postmodernen Welt. In eine mächtige Hallwolke gehüllt erinnern Stimme und die mitunter hymnischen Melodien sogar an die Pet Shop Boys mit angezogener Handbremse, ohne Partysause also... eine Musik doch eher für Tonträger geschaffen.</p>
<h3>Wunderschön karg</h3>
<p>Budam nennt sich der nächste Act, stammt von den Faröer Inseln und verfügt wie so viele Künstler aus dem Norden über jene musikalische Extravaganz und jenen Charme, die durch die langen dunklen Winter  entstehen mögen. Seine etwas manierierte Art ist Teil eines Gesamtkonzepts, denn Budam ist auch Schauspieler, lange gesprochene Passagen mit skurrilen Inhalten, i.e. die Geschichte über seinen Elefantenvater, sind durchaus theatralisch. Mit seinen Helfern,  Mr J an der singenden Säge oder am Schlagzeug (das er trefflich zu bedienen weiß!) und Mr. K, das ist seine Gitarre, gebiert er eine wunderschön karge Musik, die zwar textlich düster mit „Winter in my Heart“ beginnt, aber über „Storms in my Chest“ dann doch noch in „ Close your eyes“ und „Love will never die“ endet.</p>
<h3>Funktionierendes Konzept</h3>
<p>Gut zehnmal so laut folgt daraufhin die Klangdusche von Elektro Guzzi, einem österreichischen Trio, das momentan weltweit mit seinem doch sehr einzigartigen Konzept reüssiert. Man kann sich schon fragen, was es bringen soll, reduzierten, nackten Techno mit  der klassischen Rock-Trio-Besetzung möglichst genau nachzuspielen. Das Konzept geht aber ungeachtet der möglichen Antworten voll auf. Sehr elaboriert wird hier zu Werke gegangen, minimalistisch sind die melodielosen, ohne Pause aneinandergereihten Nummern, der physischen Gewalt, der monoton dröhnenden Kickdrum auf den Vierteln, dem diffus wummernden Bass kann  man sich nicht entziehen. Dabei einer Band beim Werkeln zusehen zu können, eröffnet eine neue, von den Technopionieren natürlich nicht intendierte Dimension. Damit kann auch einer was anfangen, der sich nicht nächtens auf angesagten Raves schleichend dehydriert.</p>
<h3>Ausflüge in die Dissonanz</h3>
<p>Zum Abschluß dann „Tera Melos“ aus Kalifornien, die dem Genre „Math-Rock“ zugerechnet werden. Mathematisch wird hier in diesem Sinne vorgegangen, dass überaus komplexe rhythmische Texturen die Basis bilden für reichliche Ausflüge in die Dissonanz. Das kommt irgendwie vom Progressiv-Rock vergangener Zeiten her, ist aber entschieden humorfreudiger und unterhaltsamer. „Tera Melos“, da aus dem „Sunny State“, vermischen ihre schwere Kost mit Beach-Boys-Harmonien und College Alternative Rock à la Weezer, was für eine Melange! Der Wahnsinn als Methode. Der Gitarrist meint, erklärtes Ziel sei es, zu spielen, bis das Publikum vollständig die Flucht ergriffen hat. Dies gelingt nicht. Umso verwunderter reagiert die Band, als dann auch noch eine Zugabe gefordert wird....</p>
<p>Übrigens: Das Festival dauert noch bis Samstag. Hingehen!</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Thomas Kuschny</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-17T12:41:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-18.5.-24.5.-2012">
    <title>Aktuell in den Filmclubs (18.5. - 24.5. 2012)</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/aktuell-in-den-filmclubs-18.5.-24.5.-2012</link>
    <description>Gewohnt kühl, aber ungemein präzise ist Christian Petzolds bei der heurigen Berlinale preisgekrönte DDR-Geschichte „Barbara“, die diese Woche vom Filmforum Bregenz und vom FKC Dornbirn gezeigt wird. Ein leises Drama über Trauer und Verlust bietet dagegen mit „Monsieur Lazhar“ das „Dienstagskino“ des Lindauer Club Vaudeville.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Barbara:</b> DDR 1980: Weil die Ärztin Barbara einen Ausreiseantrag gestellt hat, wird sie von Berlin in eine Provinzklinik versetzt. Weiterhin plant sie die Flucht zu ihrem westdeutschen Geliebten, muss aber ständig fürchten, dass ihr Plan auffliegt. Misstrauen bestimmt ihr Verhalten auch gegenüber ihrem Kollegen, der sich für sie zu interessieren scheint. Oder will er sie nur im Auftrag der Stasi aushören?<br />So kühl wie Nina Hoss diese Ärztin spielt, inszeniert Christian Petzold. Wie gewohnt verzichtet er auf Action, erzeugt aber durch ebenso knappe wie präzise Dialoge, durch die reduzierte, aber stimmige Einbettung ins Milieu und die gewohnt ökonomische Inszenierung, in der jede Szene, jeder Satz und jeder Blick seine Funktion haben, die geisterhaft-gespenstische Stimmung eines Landes, in dem niemand sicher ist, sondern jeder jedem misstrauen muss.<br />Nicht nur inhaltlich, sondern auch formal wird dabei das Thema der Überwachung schon in der ersten Einstellung eingeführt und zieht sich konsequent durch den Film. Trotz der historischen Komponente ist „Barbara“ aber ein universeller und zeitloser Film, der um Freiheit und Verantwortung kreist - und um die Frage, was wichtiger ist. <br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz: </b>Sa 19.5., 22 Uhr<br /><b>FKC Dornbirn im Cinema 2000: </b>Mi 23.5., 21.30 Uhr; Do 24.5., 19.30 Uhr</p>
<p><b><br />Monsieur Lazhar:</b> Eine Lehrerin hat sich in einem Klassenzimmer aufgehängt. Zurück bleibt nicht nur eine geschockte Klasse, die dringend betreut werden muss, sondern auch ein personelles Loch. Ersatz ist auf offiziellem Weg nicht so schnell zu bekommen, da meldet sich der aus Algerien stammende Monsieur Lazhar und bietet seine Dienste an. In der Not nimmt die Direktorin das Angebot an. Zunächst kommt der Migrant mit seinen altmodischen Methoden mit den Kindern nicht zurecht, doch langsam schließen sie sich gegenseitig ins Herz. Während alle anderen den Selbstmord der Lehrerin totzuschweigen versuchen, thematisiert Monsieur Lazhar den Verlust und die Trauer und lässt dabei auch in sein schweres Schicksal blicken.<br />Einen kleinen und leisen Film hat der Quebecer Philippe Falardeau gedreht. Er beschränkt sich in seiner Verfilmung eines Theaterstücks von Evelyne de la Chenelière weitgehend auf das Geschehen im Klassenzimmer, bauscht die Emotionen aber nicht auf, sondern bleibt zurückhaltend. Vertrauen kann er dabei auf wunderbar natürlich agierende Kinder und den algerischen Komiker und Schriftsteller Fellag in der Rolle des Monsieur Lazhar.<br />Wie Lazhar in seinem menschenfreundlichen Umgang die SchülerInnen aus ihrer Traumatisierung herausführt, so strahlt auch der Film in seiner Sanftheit, dem leisen Humor und dem mitfühlenden Blick auf die Menschen große Ruhe und Leichtigkeit aus. Vorsichtig balanciert „Monsieur Lazhar“ auf dem schmalen Grat zwischen echten Gefühlen und Sentimentalität, ohne je abzustürzen, wirkt allerdings in seinem Gutmenschentum und im Fehlen von Ecken und Kanten auch mehr wie ein Wunschtraum als der Realität abgeschaut.<br /><b>Club Vaudeville, Lindau: </b>Di 22.5., 20.30 Uhr<br /><b>Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:</b> Mi 6.6., 20 Uhr; Fr 8.6., 22 Uhr<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-17T09:54:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/lachsfischen-im-jemen">
    <title>Lachsfischen im Jemen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/film-kino/lachsfischen-im-jemen</link>
    <description>So absurd der Titel klingt, so ernst ist er gemeint, denn ein Scheich, der begeisterter Angler ist, will im Wüstenstaat Jemen Lachse ansiedeln. Aber nicht nur im Titel prallen in Lasse Hallströms Feelgood-Movie scheinbar unvereinbare Gegensätze aufeinander.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Die idyllischen Landschaften der schottischen Highlands hier, die gelbbraune jemenitische Wüstenlandschaft dort. Schon optisch arbeitet Lasse Hallström mit einem starken Gegensatz. Auf der Figurenebene wiederum stehen sich zunächst die Anlageberaterin Harriet Chetwode-Talbote (Emily Blunt) und der britische Fischereiexperte Alfred Jones (Ewan McGregor) gegenüber. Sie soll im Auftrag von Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked) die Ansiedlung von Lachsen im Jemen in die Wege leiten, der Wissenschaftler hält das Projekt für völligen Schwachsinn.</p>
<p><b>Von der Screwballkomödie zur RomCom</b><br /><br />Wie sich Chetwode-Talbote und Jones – lange werden sie sich konsequent mit ihren Nachnamen anreden – trockene Rededuelle liefern, steht ganz in der Tradition der klassischen Screwball-Komödie der 30er und 40er Jahre. Da geht es nicht nur um Fakten, sondern das ist auch ein Geschlechterkampf, bei dem die Funken sprühen. Bestens aufeinander eingespielt sind Emily Blunt und Ewan McGregor, man spürt, wie die Chemie zwischen ihnen stimmt. Vorauszusehen ist, dass sich da zwei über kurz oder lang zusammenraufen werden, sich aus dem verbalen Schlagabtausch eine romantische Komödie entwickeln wird. Denn zudem ist einerseits die Ehe von Jones längst erkaltet und Chetwode-Talbotes frischer Freund gilt im Irak als verschollen.</p>
<p><b>Famose Kristin Scott Thomas</b></p>
<p>Beeindruckt ist Jones zunächst, wie Chetwode-Talbote auch die unmöglichsten Forderungen erfüllt, einsteigen will er ins Projekt aber dennoch nicht. Dazu ist schon mehr Druck nötig, der bald von der Regierung kommt. Denn auf der Suche nach einer positiven Schlagzeile aus dem Mittleren Osten stößt die PR-Agentin (Kristin Scott Thomas) des britischen Premierministers auf die Lachsgeschichte. Schnell erkennt sie, dass man damit nicht nur ein Beispiel für Völkerverständigung vermarkten, sondern auch die Sympathien der zwei Millionen britischen Angler gewinnen könnte. Als große One-Woman-Show spielt Kristin Scott-Thomas diese mit allen Wassern gewaschene Pressefrau, ihr zuzuschauen ist pures Vergnügen.</p>
<p><b>Der Scheich und der Wissenschaftler</b></p>
<p>Jones aber ist nicht nur Gegenpol zur Beraterin des Scheichs, sondern auch zum Scheich selbst. Zählen für den Wissenschaftler nur trockene Fakten, betont der märchenhafte Scheich die Menschlichkeit und den Glauben an Utopien. Am Fischen interessiert ihn eben nicht so sehr der Fang als vielmehr Geduld, Demut und Toleranz, die man hier lerne. So wandelt und öffnet sich der Brite unter diesem Einfluss und feste Überzeugungen zerbröckeln. Neu geboren wird er förmlich, lebt auf wie die im jemenitischen Fluss ausgesetzten Lachse.<br />Manche Hindernisse werden zwar zu überwinden sein, denn auch ein so gütiger Herrscher wie der Scheich hat radikale Gegner und gar arge Bocksprünge schlägt die Handlung, am guten Ende können aber nie ernsthaft Zweifel aufkommen.</p>
<p><b>Lasse-Hallström-Film</b></p>
<p>Unverkennbar ist dies in seinem Gutmenschentum und seiner zwischen zum Süßlichen tendierenden gefühlvollen Erzählweise ein Film von Lasse Hallström, dem schon vor etwa zwölf Jahren mit „Chocolat“ ein großer Erfolg gelang und der sich auch sonst auf Literaturverfilmungen von John Irvins „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ bis zu Annie Proulx´ „Schiffsmeldungen“ spezialisierte.<br />Da mag Kristin Scott Thomas noch so entfesselt spielen, wirklichen Biss entwickelt „Lachsfischen im Jemen“ kaum. Statt aufzurütteln will Hallström vielmehr die Publikumssehnsucht nach Harmonie und heiler Welt befriedigen und den Glauben stärken, dass mit unermüdlichem Einsatz auch das Unmögliche machbar ist. <br />In den zwar sorgfältig gewählten, aber auch sehr glatten Bildern des seit rund 20 Jahren in Amerika arbeitenden Schweden haben Ecken und Kanten keinen Platz. Attentäter verschwinden so unvermittelt, wie sie auftauchen, und mag auch eine Katastrophe über das Projekt und alle Beteiligten hereinbrechen, so wird am Ende doch der Triumph stehen. – Man muss eben nur lange genug gegen den Strom schwimmen.<br />Sicherlich kein großer Film ist das, aber doch sehr solide gemachte Unterhaltung alter Schule, die es versteht das Publikum zum Lachen ebenso wie zum Weinen zu bewegen.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Walter Gasperi</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-17T07:24:23Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/tollkuehne-frauen-in-der-volksmusik-2013-evelyn-fink-mennel-stellt-volkslieder-in-einem-erfrischend-neuen-licht-dar">
    <title>Tollkühne Frauen in der Volksmusik – Evelyn Fink-Mennel stellt Volkslieder in einem erfrischenden Licht dar</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/tollkuehne-frauen-in-der-volksmusik-2013-evelyn-fink-mennel-stellt-volkslieder-in-einem-erfrischend-neuen-licht-dar</link>
    <description>Evelyn Fink-Mennel hatte zur CD-Buchpräsentation „Wib ischt Ma, Ma ischt Wib“ geladen und der Besucherandrang im Frauenmuseum Hittisau war derart groß, dass zahlreiche Interessierte nicht eingelassen werden konnten. Ein Tag zuvor war die neue Ausstellung über „Tollkühne Frauen“ eröffnet worden und frelich gab und gibt es diese auch im Bereich der Volksmusik. Live musizierte Darbietungen mit zahlreichen Freunden der Musikerin und Buchautorin machten das Gesprächskonzert zu einem Fest. Darüber hinaus erfuhren die Zuhörenden viel über das Zusammenwirken der Volksmusik mit der Alltagskultur und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Seit Mitte der 90er-Jahre betreibt die Musikerin, Pädagogin und Musikethnologin Evelyn Fink-Mennel Feldforschung, recherchiert über das Liedgut und die Volksmusik im Bregenzerwald in den vergangenen Jahrhunderten. Vielfältige Erfahrungen bewirkten bei Evelyn Fink-Mennel eine veränderte musikalische Praxis. Sie lenkt die Aufmerksamkeit weg von der Volksmusikpflege hin zu einem kreativen Umgang mit dem Liedgut und Musikschaffen, das die Volkslieder (wieder) in das Alltagsleben zu integrieren versteht.</p>
<h3><b>Musik hören und über Musik lesen</b></h3>
<p>Im Team mit Margret Broger vom kulturbahnhof Andelsbuch und Stefania Soraperra sowie Elisabeth Kopf und Eva Engel ist in der „edition bahnhof“ nun ein ansprechendes CD-Buch entstanden, das einlädt, mit Augen und Ohren in die Welt der Volksmusik des Bregenzerwaldes einzutauchen.</p>
<p>Einen Gutteil der eingespielten Lieder und Musikstücke musizierte Evelyn Fink-Mennel beim Präsentationsabend. Dazu sprach und erklärte die Autorin zahlreiche Wirkzusammenhänge. Amüsant machte sie auf die vielen Symbole und Anspielungen in Volksliedern aufmerksam. Die zahlreichen Lieder über Mühlen beispielsweise boten hervorragende Gelegenheiten, um Liebschaften zu pflegen. Einflüsse von Außen aufzunehmen und diese in der Talschaft weiter zu entwickeln, war immer schon eine besondere Fähigkeit der BregenzerwälderInnen, die sich selbstverständlich auch im Liedgut niedergeschlagen hat. Musikbeispiele, die die Grenzenlosigkeit der Volkslieder illustrierten, wurden mit der „Jungfern Vesper“ angesprochen. Auch die Verbindung des allseits bekannten Wälderbähnle mit einem Lied aus Mittelamerika und einem niederösterreichischen Wirtshauslied sowie die Beziehungen zwischen dem kroatischen Volkslied „Divoj ica“ und dem Lied „Ufom Waso“ wurden erlebbar. Volkslieder als Ventil und Ausdruckmittel für Unaussprechliches stellten die MusikerInnen mit dem Lied „Dort beim See da drunt“ vor. Eine Delikatesse war die rapartige Interpretation der „Vogelhochzeit" mit Johannes Bär als Vokalpartner.</p>
<p>In welcher Form und inwieweit die ZuwandererInnen und soziokulturelle Veränderungen auch in der Vergangenheit die Dialektlieder beeinflusst haben, ist ein spannendes Thema, das ein weites Forschungsfeld eröffnet. Im CD-Buch sind derartige Verbindungslinien minutiös aufgearbeitet und mit Quellen versehen, so dass die Wirkungsgeschichte und die Herkunft mancher Lieder oft mit einem anderen Blick auf die Geschichte nachvollziehbar werden.</p>
<h3><b>Kreative MusikerInnen</b></h3>
<p>Alle MusikpartnerInnen (Johannes Bär, Isabella Fink, Wilma Fink, Felipe Jauregui, Carlos Peralta, Sergio Wagner und der Schwendechor), die Evelyn Fink-Mennel zur Zusammenarbeit eingeladen hat, zeichnen sich durch eine kreative Spielfreude und spontane Experimentierlust aus. Diese Spontaneität ist auch das Markenzeichen von Evelyn Fink. Bemerkenswert ist der interpretatorische Zugang, den die MusikerInnen und auch der Schwendechor beim Konzert in Hittisau wählten. Nie ging es lärmend oder gar oberflächlich und spektakulär zu. Viel mehr musizierten und sangen alle feinsinnig und auf das Wesentliche konzentriert, um so die Charakterzüge der Lieder zu betonen.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Buchtipp</b><br />Fink-Mennel, Evelyn: Wib ischt  Ma, Ma ischt Wib. Musikgeschichten von gestern bis heute. Edition bahnhof Andelsbuch, 2012.<b><br /><br />Konzerttipp</b><br />Am 20. Mai 2012 um 10:15 Uhr wird die CD-Buchpräsentation und das Konzert im kulturverein bahnhof in Andelsbuch wiederholt.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-14T13:30:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>





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