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Kritiken

Bruckner mit ganzer Hingabe zelebriert – Die Chorakademie und die Sinfonietta Vorarlberg sowie Markus Landerer beeindruckten auf mehreren Ebenen
Die Chorakademie Vorarlberg, die Sinfonietta Vorarlberg und Markus Landerer nehmen künstlerische Herausforderungen an. Wenn die Werkdeutungen gelingen, sind die Freude und das Erfolgserlebnis umso größer.
Kritiken
02.02.2015 Silvia Thurner

Die Aufführung großer Sakralwerke ist den Sängerinnen und Sängern der Chorakademie Vorarlberg eine Herzensangelegenheit. Seit dem Jahr 2008 stellen sich die Chormitglieder unter der professionellen Leitung des Domkapellmeisters am Wiener Stephansdom, Markus Landerer, immer wieder großen Herausforderungen. Dieses Jahr stand Anton Bruckner mit der frühen Messe in d-Moll und seinem Meisterwerk, dem „Te Deum“, im Mittelpunkt. Zusammen mit der gut aufgestellten „Sinfonietta Vorarlberg“ und dem Solistenquartett mit Tünde Szaboki (Sopran), Anna Haase (Alt), Alexander Pinderak (Tenor) sowie Thomas Dobmeier (Bass) fügte sich das Konzert in der Kapelle des Landeskonservatoriums zu einem abgerundeten Ganzen, das einen erfrischenden und positiven Gesamteindruck hinterließ.

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Zwei ungleich gleiche Landschaftsmaler - Ferdinand Hodler und Jean-Frédéric Schnyder im Kunsthaus Zürich
Jean-Frédéric Schnyder: "Murtenstrasse Bern", 1983, Öl auf Leinwand
Ausstellung
01.02.2015 Karlheinz Pichler

Zusammen mit David Weiss bildete Peter Fischli das weltberühmte Künstlerduo Fischli/Weiss. Seit sein Partner Weiss gestorben ist, ist Fischli offensichtlich auch unter die Kuratoren gegangen. Für eine von ihm betreute Ausstellung im Kunsthaus Zürich hat sich Fischli ein überaus ungleiches Maler-Gespann ausgesucht. Ferdinand Hodler, ein Säulenheiliger der Schweizer Kunst, und Jean-Frédéric Schnyder, der durch seine frech-verspielten Farberuptionen bekannt ist.

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„ein geheimnisvolles Tier, grundsonderbar von Natur“ - Arno Geiger legt ein „Selbstporträt mit Flusspferd“ vor
Literatur
31.01.2015 Ingrid Bertel

„Alles über Sally“ war ein Eheroman. „Der alte König in seinem Exil“ war ein Roman über das Alter. Auch in seinem neuesten Werk bleibt Arno Geiger programmatisch: Das Jungsein ist Thema seines „Selbstporträts mit Flusspferd“. Eine „Herzensangelegenheit“ sei ihm dieses Buch, an dem er zwei Jahre lang gearbeitet hat, es gehe ihm um die Besonderheiten der Jugend, betont der Autor im Gespräch. Es gehe um Risikobereitschaft und Neugier; „alles ist offen, alles ist instabil – und darin liegt eine so große Herausforderung“. Wer sage, die Jugend sei ein schwieriges Alter, da müsse man durch, sei schlicht oberflächlich. Der 20-Jährige „wohnt noch in mir“, sagt Arno Geiger. Und er sagt es mit Recht, denn kaum ein Autor ist dem hellen, nervösen Ton, dem offenen Blick, der Verletzbarkeit, dem bisweilen ungelenken, bisweilen überwältigend sensitiven Erleben junger Menschen so nahe gekommen wie Arno Geiger. „Mit halboffenen Augen in der Sonne liegen und die Blätter hören, die Tage sind lang wie Kaugummi“, liest man – und das Faszinosum des Arno Geiger-Tons zieht einen vom ersten Satz an in den Roman.

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Geschichten zwischen Fiktion und Wirklichkeit - Amrei Wittwer und André Willimann in der Galerie allerArt Bludenz
Amrei Wittwer: "wher do u com frm", 2014, Öl auf Hol
Ausstellung
30.01.2015 Karlheinz Pichler

Im Rahmen einer neuen Ausstellungsreihe spannt die Galerie allerArt in der Remise Bludenz jeweils eine weibliche und eine männliche künstlerische Position zusammen, in deren Schaffen Parallelitäten im inhaltlichen und technischen Vorgehen erkennbar sind. Den Auftakt zu dieser Serie bestreiten Amrei Wittwer und André Willimann, die kleinformatige Ölbilder präsentieren, die mit narrativen Anspielungen gespickt sind.

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Wie rettet man das Leben literarischer Helden? – BlöZinger zeigen dies in der Kulturwerkstatt Kammgarn in Hard
Das wunderbar humorvolle Duo BlöZinger
Kleinkunst / Kabarett
30.01.2015 Christina Porod

Viele Figuren tummelten sich am gestrigen Donnerstagabend auf der Bühne der Kulturwerkstatt Kammgarn. Aber nicht alle waren direkt sichtbar, denn „man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Das österreichische Kabarett-Duo BlöZinger entführt in seinem neuen Programm „Kopfwaschpulver“ in die Welt der Klassiker samt ihrer Literaturhelden und -heldinnen. Darin verkörpern Robert Blöchl und Roland Penzinger Dutzende Figuren. So fliegt Mary Poppins mit ihrem Regenschirm, Don Quijote reitet auf seinem Pferd Rosinante oder Tarzan schwingt am Kronleuchter im Schloss von Graf Dracula. Moment: Tarzan bei Dracula? Dazu später mehr. Vorerst: Eine aberwitzige Geschichte mit einem originellen Einstieg, haufenweise Höhepunkte und einem wahrlich schlagfertigen Schluss verwöhnte die Zuschauer und ließ deren Phantasie aufblühen.

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Der Monk der Gitarre - James „Blood“ Ulmer am Dornbirner Spielboden
Das "Music Revelation Ensemble" diesmal zu dritt
Musik / Konzert
30.01.2015 Thomas Kuschny

Eine Erscheinung wie Herr Ulmer hat es definitiv leichter, ein nach Authentizität strebendes weißes europäisches Publikum in seinen Bann zu ziehen, noch bevor der erste Ton erklungen ist. Mächtig und ganz in Schwarz wankt er auf die Bühne, weißer Bart, schwarze Sonnenbrille, das einschlägige Käppi: die Assoziation mit Thelonius Monk liegt auf der Hand. Als er dann noch mit abgründiger Grabesstimme à la John Lee Hooker die zahlreichen Anwesenden begrüßt, geht ein Raunen durch die Reihen. Ein Original!

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Gruber geht
Sarkasmus als Haltung - und dessen Untauglichkeit für eine Beziehung.
Film / Kino
30.01.2015 Gunnar Landsgesell

Ein Zyniker zeigt menschliche Züge, als er an Krebs erkrankt. Paradox, aber das könnte die Beziehung dieses Mannes retten. Manuel Rubey als softe Variante aus Doris Knechts Romanvorlage, und Bernadette Heerwagen spielt jene DJ aus Berlin, die Grubers Schale knackt.

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Aktuell in den Filmclubs (30.1. - 5.2. 2015)
Auf den Barockaden (c) Matthias Heckmann
Film / Kino
29.01.2015 Walter Gasperi

Der Spielboden Dornbirn zeigt diese Woche noch einmal Doris Kittlers Dokumentarfilm "Auf den Barockaden". Tommy Lee Jones und Hilary Swank kann man dagegen beim TaSKino Feldkirch im Western "The Homesman" sehen.

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Diana Krall: Wallflower
CD-Tipp
29.01.2015 Peter Füssl

Die mit fünf Grammys ausgezeichnete kanadische Pianistin und Sängerin Diana Krall ist vergangenen November 50 geworden, möglicherweise ist das der Grund, weshalb sie ein Album vorwiegend mit den Songs ihrer Kindheit und Jugendzeit aufgenommen hat. So kommt es, dass die attraktive Blondine, die sich mit Erfolgsproduzent T Bone Burnett auf ihrem letzten Album „Glad Rag Doll“ noch in die Welt der Music Hall-Revuen der 1920er/30er-Jahre hineinversetzt hatte, nun mit dem legendären Pop- und Filmmusik-Produzenten, 15-fachen Grammy-Gewinner und „Verve“-Label-Chef David Foster tief in die Welt des Pop eintaucht.

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Ein Jahrmarkt der Einfälle ergibt noch lange keine gute Opernregie – Warum Bizets „Carmen“ am Landestheater trotzdem zum Publikumserfolg wurde
In einem einfachen Bühnenbild wird diese Dreiecksgeschichte um Carmen von einem ambitionierten Ensemble realisiert.
Musik / Konzert
28.01.2015 Fritz Jurmann

Aller guten Dinge sind drei. So oft hat sich Landestheater-Intendant Alexander Kubelka in den vergangenen Jahren in Bregenz als Neuling im Bereich der Opernregie mit viel Fantasie und unkonventionellen Einfällen ein Terrain geschaffen und bewährt. Seine vierte Inszenierung mit Bizets Oper „Carmen“, die am Dienstag vor viel Prominenz und Insidern im ausgebuchten Bregenzer Kornmarkttheater Premiere hatte, kann an diese Erfolgsserie nicht anschließen. Zu aufgesetzt, oft unlogisch oder auch jenseits des guten Geschmacks ist sein bunter „Jahrmarkt der Einfälle“, als dass dieser ein wirklich sinnvolles Ganzes ergeben würde.

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