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07.08.2010 |  Silvia Thurner

Die Faszination eines Pioniergeistes - Morton Subotnick gewährte Einblicke in seine künstlerische Denkwelt der vergangenen fünfzig Jahre

Bei einem Vortragskonzert im Club der Werkstattbühne hatten Interessierte die Möglichkeit, den amerikanischen Komponisten Morton Subotnick und seine kompositorische Denkwelt kennen zu lernen. Er steht mit seiner Kammeroper „Jacob’s Room“ inhaltlich im Zentrum des diesjährigen KAZ-Programmes. Auf sympathische und unterhaltsame Weise erläuterte der Komponist seinen Weg zur elektronischen Musik. Dabei kamen sein Pioniergeist und seine kompositorische Energie, mit der er sich die Elektronik zunutze machte, gut zum Ausdruck. Das Werk „Silver Apples of the Moon“ machte Subotnick Anfang der 60er Jahre berühmt. Nun gab es eine bemerkenswerte Aufführung zusammen mit dem Berliner Videokünstler Lillevan.

Ursprünglich war Morton Subotnick als Klarinettist und Komponist mit traditionellem Instrumentarium erfolgreich. Doch seit den 50er Jahren hatte er die Idee, dass ein Komponist in der gleichen Art wie ein bildender Künstler, quasi mittels einer Klangstaffelei, seine akustischen Kunstwerke kreieren können müsse. Die Offenheit gegenüber technischen Errungenschaften leiteten den umtriebigen Künstler. Als schließlich Anfang der 60er Jahre preislich erschwingliche Transistoren auf den Markt kamen und Don Buchla mit Morton Subotnick einen Synthesizer entwickeln konnte, war der Weg frei für die künstlerische Entfaltung und akustische Darstellung kompositorischer Ideen.

Technik im Dienste der Kunst

Anhand von Tonbeispielen erläuterte Morton Subotnick die Entwicklung des „Buchla-Synthesizers“. Dabei erfuhren die ZuhörerInnen, dass der Komponist von einem großen Entdeckergeist, Spieltrieb und musikalischer Inspirationskraft geleitet wurde und wird. Auf sympathische Art vergegenwärtigte Subotnick den Zeitgeist zur Mitte des 20. Jahrhunderts, der die Kompositionstechnik maßgeblich beeinflusst hatte. Heute ist die elektronische und elektroakustische Musik längst fixer Bestandteil von bestimmten Kompositionstechniken und ergänzt das traditionelle Instrumentarium.
 
Tanzende Klanggestalten und Seelenlandschaften im Video

In der Aufführung von „Silver Apples of the Moon“, gemeinsam mit dem Videokünstler Lillevan wurde anschließend die kompositorische Welt von Morton Subotnick erfahrbar. Unzählige Klangqualitäten beinhaltete dieses Werk, von warmen und erdigen Passagen über kristalline, flirrende und filigrane Muster bis hin zu hämmernden Rhythmen. Dementsprechend kurzweilig war das eingängig konzipierte Synthesizerstück, das die Natur ebenso evozierte wie innere Seelenlandschaften.
Diese Ebene wurde durch das musikalisch genau auf die Musik abgestimmte Video von Lillevan maßgeblich verstärkt.  Unter anderem unterstrichen Farben die Klangeigenschaften, Formen korrelierten mit musikalischen Verläufen, Bewegungsverläufe und Aggregatzustände der Bilder ließen den individuellen Assoziationen freien Lauf.
Weil das Konzert in Clubatmosphäre stattgefunden hat, funktionierte dieser Abend gut. Es zeigte sich jedoch auch, dass diese Art der Musik Anfang des 21. Jahrhunderts eher in Clubs anzusiedeln ist als im Konzertsaal.

 

Morton Subotnick, Pionier der Computermusik, erklärte die Funktionsweise des Buchla-Synthesizers

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Morton Subotnick und der Videokünstler Lillevan imaginierten große musikalische und optische Bilderwelten

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