Momente des Lebens in Jazzliedern festgehalten – „Dee Dolen“ boten am Dornbirner Spielboden gute Unterhaltung.
Ingrid Moser hat eine gute Bühnenpräsenz. Mit einem spannenden Erzählduktus entfaltete sie die Songs, die sie entweder selbst oder in Zusammenarbeit mit ihrem Partner Achim Kirchmair komponiert. Zu Beginn wirkte ihre Stimme eher wenig flexibel, doch im Laufe des Abends entwickelte die Jazzsängerin viele Facetten ihres Könnens und verlieh auch den höheren Lagen Strahlkraft. Einige Nummern wurden im Dialekt gesungen, anderen waren englische oder anderssprachige Lyrics zugrunde gelegt. Drive hatten vor allem jene Passagen, in denen Ingrid Moser ihre Stimme mit Vokalisen rhythmisch prägnant ausformulierte.
Naturverbunden und humorvoll
Die einzelnen Songs zogen auch durch die spannenden und Atmosphäre schaffenden einleitenden Instrumentalpassagen Aufmerksamkeit auf sich. Besonders in Erinnerung blieb beispielsweise das Stück „Zerbrechlich“. Ingrid Moser und Achim Kirchmair sind naturverbundene Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für den Bewegungsfluss in der Musik. Dies war aus den Charakteren der Stücke erkennbar Eine besondere Würze erhielten einige Stücke zudem durch ihre humoristischen Züge. Im Laufe des Abends stellte sich jedoch der Eindruck ein, dass ähnliche Stiltypen mitunter zu oft wiederholt wurden. Den Fans und der guten Stimmung im Saal tat dies jedoch keinen Abbruch.
Starke Partner
Ingrid Moser hatte fünf starke Musiker an ihrer Seite. Schattenhaft und feinsinnig nuancierte der Akkordeonist Christian Bakanic die Gesangslinie, ein lyrisches Solo verlieh „Eisblume“ eine besondere Note. Todd Isler beeindruckte mit seinen ausdrucksstarken Soli. Beispielsweise transformierte er im mitreißenden Stück „Fünfeinhalb Knödel“ die Vokallinie und brachte sie raffiniert zum Stillstand. Bei Achim Kirchmair liefen die musikalischen Fäden zusammen. Er hielt guten Kontakt zu den Bandmitgliedern und steuerte einige funkige Soli bei. Peter Herbert bot am Kontrabass ein inspiriertes und inspirierendes Fundament. Besonders im Duett „A time for love“ mit Ingrid Moser kamen seine individuelle Spieltechnik und sein großes Klangpotential variantenreich zur Geltung.
