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  <title>Musik / Konzert</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/orpheus-2013-spiegelungen-und-korrespondenzen-zwischen-modernem-tanz-und-barockmusik-hinterliessen-einen-zwiespaeltigen-eindruck">
    <title>Orpheus – Spiegelungen und Korrespondenzen zwischen modernem Tanz und Barockmusik hinterließen einen zwiespältigen Eindruck</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/orpheus-2013-spiegelungen-und-korrespondenzen-zwischen-modernem-tanz-und-barockmusik-hinterliessen-einen-zwiespaeltigen-eindruck</link>
    <description>Ein markantes musikalisches Profil verlieh das Barockorchester Concerto Stella Matutina dem zweiten Abonnementkonzert in der Kulturbühne AmBach. Die MusikerInnen stellten den Orpheusmythos ins Zentrum und präsentierten unter anderem Arien aus Opern von Claudio Monteverdi, Stefano Landi und Luigi Rossi. Die hervorragende Sopranistin Judit Scherrer und der Tenor Jakob Pilgram verliehen den Werkdeutungen eine besondere Note. Experimentierfreude bewiesen die Programmverantwortlichen, weil sie die Choreographin Rose Breuss und ihre Tanzcompany „Cie.Off.Verticality“ zur Zusammenarbeit eingeladen hatten. Barockmusik und moderner Tanz sollten eine Einheit ergeben, doch es blieb ein schwer zu benennender Widerspruch offen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das Barockorchester überließ die Bühne den TänzerInnen und spielte als eine Art „Theatermusik" quasi im Orchestergraben vor der Bühne. Diese Positionierung hatte auf die klangliche Brillanz der Instrumente gravierende Auswirkungen und verwies die Musik zu einem gewissen Teil in eine dem Tanz dienende Rolle. Bernhard Lampert und Herbert Walser-Breuss spielten dieses Mal nicht wie gewohnt die Barocktrompete, sondern den Zink. Damit verliehen sie einigen Werken eine ganz besondere klangfarbliche Nuance, die die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Den tänzerischen Duktus der dargebotenen Stücke unterstrichen die MusikerInnen mit gut eingesetzten Perkussionsinstrumenten.</p>
<h3><b>Herausragende Sänger</b></h3>
<p>Vor allem Judit Scherrer begeisterte mit ihrer natürlichen Ausdruckskraft. Sie deklamierte wortdeutlich und brillant, so dass die emotionalen Stimmungen hervorragend zur Geltung kamen. Auch Jakob Pilgram überzeugte mit seinem warmen Timbre, heller Tongebung und nuancenreich dargebotenen Partien.</p>
<h3><b>Einfallsreicher Tanz</b></h3>
<p>Die „Cie.Off Verticality Tanzcompany“ mit Pawal Dudus, Andrea Maria Handler, Tamara Kronheim, Martyna Lorenc, Rafal Pierzynski, Aurelisuz Rys und Rosalia Wanka interpretierte die Musik raumgreifend, mit modernen Ausdrucksmitteln und großem körperlichen Einsatz. Korrespondenzen zwischen der Musik und dem Tanz wirkten zu Beginn gut ausgelotet, musikalische Bewegungsimpulse spiegelten sich nachvollziehbar im Tanz wieder. Doch allmählich stellte sich – zumindest in meiner Wahrnehmung – eine Diskrepanz zwischen den Affektgehalten der Musik und den tänzerischen Bewegungsmustern ein. Die Musik und der Tanz gerieten in ein ungewolltes Konkurrenzverhältnis zueinander. Wohl auch deshalb, weil der moderne Tanz nach einer zeitgemäßen, nämlich modernen Musik verlangt. Insgesamt schienen Ausdrucksformen und die Architektonik der Renaissance- und Barockmusik wenig vereinbar mit den fließenden Bewegungsmustern des Tanzes.</p>
<h3><b>Kein ganzheitliches Erlebnis</b></h3>
<p>Die MusikerInnen, TänzerInnen und das Lichtkonzept jeweils für sich betrachtet boten beeindruckende Darbietungen und Deutungen. Ein übergeordnetes in sich geschlossenes Ganzes wurde jedoch nicht erlebbar.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-20T14:18:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/superindependent-klanglandschaften-abseits-ausgetretener-pfade">
    <title>Superindependent – Klanglandschaften abseits ausgetretener Pfade</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/superindependent-klanglandschaften-abseits-ausgetretener-pfade</link>
    <description>Das Soundsnoise Festival 2012 hält, was es verspricht und schafft an vier Tagen Raum für Experimentelles, Avantgardistisches, Schräges und Extremes aus der Welt der Musik. Wer also genug hat von ausgelutschten Klischeerepetitionen, findet hier eine Oase der Andersartigkeit.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Warum nicht gleich mit einem Knaller eröffnen? Eno aus der Schweiz läuteten den Freitagabend des Soundsnoise Festivals ein. Dabei hätten sie genausogut auch Headliner des Abends sein können. Ivo Münger und Christian Mikolasek sind die beiden Protagonisten. Sie singen nicht, dafür bespielen sie ein ganzes Arsenal an Instrumenten und Geräten. Wer meint, dass Instrumentalmusik irgendwann langweilig werden muss, irrt im Fall von Eno gewaltig. Wie sie ihre vielen kleinen elektronischen Helferlein bedienen und dann wieder voll in ihrem Instrument aufgehen, das ist was fürs Ohr und auch fürs Auge. Sie bauen Spannung auf, indem sie eine Klangschicht über die nächste legen. Irgendwann findet man sich in einen Soundteppich eingewickelt, bei dem die einzelnen Fäden nicht mehr erkennbar sind. Und genau dann setzen sie noch eines drauf, machen so richtig auf und explodieren förmlich. Das klingt dann nicht mehr nach einem Duo, sondern viel mehr nach einem ganzen Klangorchester. Die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums war ihnen so gewiss. Und es war klar, wohin die Reise gehen sollte.</p>
<h3>Bunt und schwungvoll</h3>
<p>Nach dieser starken Eröffnung und kurzen sieben Minuten Pause gings dann im Saal des Spielbodens zur Sache. 78plus bekräftigten gleich, dass sie sich hier schon wie zu Hause fühlen würden. Kunststück bei der Frequenz, mit der sie zu Auftritten kommen. Das Wiener Quartett war viel bunter und schriller als noch die meditative Eröffnung und auch weniger atmosphärisch. Dafür brachten sie Schwung in die Bude. Manche Arrangements erinnerten an Weltmusik aus dem Balkan, dann wieder was eher Jazziges und auch Pop. Immer durchzogen von elektronischen Beschleunigern. Die Kombination mit einem Kontrabass brachte dem Sound entsprechende Wärme und Klangfarbe. Dass der Schlagzeuger kurzfristig eingesprungen war und das ganze Konzert so perfekt mitspielte, ohne dass es davor eine Probe gab, war schwer zu glauben. Gemerkt hat man davon nichts, der Auftritt brachte das Eis zum Schmelzen und es wurde bereits getanzt.</p>
<h3>Tanzbare Schlagerromantik</h3>
<p>Aber mit Tanz Baby! erreichte der Abend seinen Höhepunkt im Saal. Wenn man mit dem falschen Ohr hinhört, sind sie eine moderne Schlagerpartie. Doch statt Musikantenstadl und Geschunkel sind sie durchaus hörbar und tanzbar. Kristian „Mu“ Musser hat über die Heimorgel zu dieser Schlagerromantik gefunden. An seiner Seite zeigt David Kleinl puren Pathos mit roter Rose im Knopfloch, Pomade im Haar und großen Gesten. Sie präsentierten beim Soundsnoise Festival ihr langersehntes zweites Album „Staub oder Stern". Das Material bleibt der Linie treu, sie scheinen sich ganz wohlzufühlen in ihrem selbst erschaffenen Genre. Die deutschsprachigen Texte zu Songs wie „Ich bin traurig“, „Vielleicht bist es du“ oder „Ich bin ein Stern“ sind einfach und lassen Platz für eigene Schwärmereien. Mit zusätzlicher Großstadtromantik und sehr viel Sehnsucht schaffen sie es, dass man gar nicht weghören kann. Und doch war der Name Programm und es wurde ausgelassen getanzt, Baby.</p>
<h3>Schwere Soundwalze</h3>
<p>Auffällig war, dass an diesem Abend von allen Bands bisher zumindest einmal in die Melodika geblasen wurde. Zum Schluss ging in der Kantine nochmal die Post ab mit I Wanna Boogie With You, einem Wiener Post-Funkcore-Trio. Damit wurde wieder der Bogen gespannt zur Eröffnungsband mit einigen Parallelen. Konventionelle Songstrukturen interessierten sie beide nicht. Und was dann auf einen zugerollt kam, wurde zu Recht als Soundwalze angekündigt. Dass da außergewöhnlich gute Musiker dahinter standen, war auch offensichtlich. Irgendwann war es dann aber auch genug, denn als leichte Kost kann man ihre Songs nicht bezeichnen.</p>
<p>Der Abend war vielseitig und ist viel zu schnell vergangen. Die Stimmung war klasse und die außergewöhnlichen Bands machten Lust auf Mehr abseits der ausgetretenen Pfade. Superindependent war für Andreas Haim und sein Team das Motto. Und es ist geglückt.</p>
<p class="callout">Wer sich noch ein Bild machen wil: Heute Samstag gibt es nochmals eine ganze Ladung Experimentelles im Spielboden zu hören. Eine Vorschau auf das heutige Programm:<br />http://spielboden.at/veranstaltungen/2012/05_mai/soundsnoise-festival-2013-andy-dixon-fm-einheit-irmler-broken-heart-collector-crazy-bitch-in-a-cave-dj-falcon-punch</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Ionian</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-19T14:51:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/vom-elefantensohn-bis-zum-wahnsinn-als-methode-der-auftakt-des-fuenften-soundsnoise-festivals-im-spielboden">
    <title>Vom Elefantensohn bis zum Wahnsinn als Methode – Der Auftakt des fünften Soundsnoise Festivals im Spielboden</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/vom-elefantensohn-bis-zum-wahnsinn-als-methode-der-auftakt-des-fuenften-soundsnoise-festivals-im-spielboden</link>
    <description>Ein Aufruf vorneweg: Wer ein grundsätzliches Interesse an Musik abseits gängiger Hörgewohnheiten hat, ist bei diesem Festival bestens aufgehoben, wer nicht, möge sich einen Ruck und den neuen Klängen eine Chance geben!</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>In medias res: „A Thousand Fuegos“ nennt sich Matthias Peyker polyglott und eröffnet den Abend als Solist unter Zuhilfenahme von überwiegend vorproduzierten Samples. Dies birgt oft die Gefahr einer etwas zu statisch wirkenden Darbietung in sich, der gelegentliche Griff zu seiner Gitarre wirkt da manchmal durchaus auflockernd. Im SRA, dem Archiv österreichischer Popmusik, wird sein Stil als „Folk mit verschiedenster elektronischer und psychedelischer Unterstützung“ beschrieben. Tatsächlich sind die aus der Konserve abgerufenen Sounds oft sehr abstrakt gehalten, auf ein knarziges Loop können aber auch Klänge aus der Billig-Techno-Asservatenkammer folgen, wir leben eben in einer postmodernen Welt. In eine mächtige Hallwolke gehüllt erinnern Stimme und die mitunter hymnischen Melodien sogar an die Pet Shop Boys mit angezogener Handbremse, ohne Partysause also... eine Musik doch eher für Tonträger geschaffen.</p>
<h3>Wunderschön karg</h3>
<p>Budam nennt sich der nächste Act, stammt von den Faröer Inseln und verfügt wie so viele Künstler aus dem Norden über jene musikalische Extravaganz und jenen Charme, die durch die langen dunklen Winter  entstehen mögen. Seine etwas manierierte Art ist Teil eines Gesamtkonzepts, denn Budam ist auch Schauspieler, lange gesprochene Passagen mit skurrilen Inhalten, i.e. die Geschichte über seinen Elefantenvater, sind durchaus theatralisch. Mit seinen Helfern,  Mr J an der singenden Säge oder am Schlagzeug (das er trefflich zu bedienen weiß!) und Mr. K, das ist seine Gitarre, gebiert er eine wunderschön karge Musik, die zwar textlich düster mit „Winter in my Heart“ beginnt, aber über „Storms in my Chest“ dann doch noch in „ Close your eyes“ und „Love will never die“ endet.</p>
<h3>Funktionierendes Konzept</h3>
<p>Gut zehnmal so laut folgt daraufhin die Klangdusche von Elektro Guzzi, einem österreichischen Trio, das momentan weltweit mit seinem doch sehr einzigartigen Konzept reüssiert. Man kann sich schon fragen, was es bringen soll, reduzierten, nackten Techno mit  der klassischen Rock-Trio-Besetzung möglichst genau nachzuspielen. Das Konzept geht aber ungeachtet der möglichen Antworten voll auf. Sehr elaboriert wird hier zu Werke gegangen, minimalistisch sind die melodielosen, ohne Pause aneinandergereihten Nummern, der physischen Gewalt, der monoton dröhnenden Kickdrum auf den Vierteln, dem diffus wummernden Bass kann  man sich nicht entziehen. Dabei einer Band beim Werkeln zusehen zu können, eröffnet eine neue, von den Technopionieren natürlich nicht intendierte Dimension. Damit kann auch einer was anfangen, der sich nicht nächtens auf angesagten Raves schleichend dehydriert.</p>
<h3>Ausflüge in die Dissonanz</h3>
<p>Zum Abschluß dann „Tera Melos“ aus Kalifornien, die dem Genre „Math-Rock“ zugerechnet werden. Mathematisch wird hier in diesem Sinne vorgegangen, dass überaus komplexe rhythmische Texturen die Basis bilden für reichliche Ausflüge in die Dissonanz. Das kommt irgendwie vom Progressiv-Rock vergangener Zeiten her, ist aber entschieden humorfreudiger und unterhaltsamer. „Tera Melos“, da aus dem „Sunny State“, vermischen ihre schwere Kost mit Beach-Boys-Harmonien und College Alternative Rock à la Weezer, was für eine Melange! Der Wahnsinn als Methode. Der Gitarrist meint, erklärtes Ziel sei es, zu spielen, bis das Publikum vollständig die Flucht ergriffen hat. Dies gelingt nicht. Umso verwunderter reagiert die Band, als dann auch noch eine Zugabe gefordert wird....</p>
<p>Übrigens: Das Festival dauert noch bis Samstag. Hingehen!</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Thomas Kuschny</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-17T12:41:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/tollkuehne-frauen-in-der-volksmusik-2013-evelyn-fink-mennel-stellt-volkslieder-in-einem-erfrischend-neuen-licht-dar">
    <title>Tollkühne Frauen in der Volksmusik – Evelyn Fink-Mennel stellt Volkslieder in einem erfrischenden Licht dar</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/tollkuehne-frauen-in-der-volksmusik-2013-evelyn-fink-mennel-stellt-volkslieder-in-einem-erfrischend-neuen-licht-dar</link>
    <description>Evelyn Fink-Mennel hatte zur CD-Buchpräsentation „Wib ischt Ma, Ma ischt Wib“ geladen und der Besucherandrang im Frauenmuseum Hittisau war derart groß, dass zahlreiche Interessierte nicht eingelassen werden konnten. Ein Tag zuvor war die neue Ausstellung über „Tollkühne Frauen“ eröffnet worden und frelich gab und gibt es diese auch im Bereich der Volksmusik. Live musizierte Darbietungen mit zahlreichen Freunden der Musikerin und Buchautorin machten das Gesprächskonzert zu einem Fest. Darüber hinaus erfuhren die Zuhörenden viel über das Zusammenwirken der Volksmusik mit der Alltagskultur und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Seit Mitte der 90er-Jahre betreibt die Musikerin, Pädagogin und Musikethnologin Evelyn Fink-Mennel Feldforschung, recherchiert über das Liedgut und die Volksmusik im Bregenzerwald in den vergangenen Jahrhunderten. Vielfältige Erfahrungen bewirkten bei Evelyn Fink-Mennel eine veränderte musikalische Praxis. Sie lenkt die Aufmerksamkeit weg von der Volksmusikpflege hin zu einem kreativen Umgang mit dem Liedgut und Musikschaffen, das die Volkslieder (wieder) in das Alltagsleben zu integrieren versteht.</p>
<h3><b>Musik hören und über Musik lesen</b></h3>
<p>Im Team mit Margret Broger vom kulturbahnhof Andelsbuch und Stefania Soraperra sowie Elisabeth Kopf und Eva Engel ist in der „edition bahnhof“ nun ein ansprechendes CD-Buch entstanden, das einlädt, mit Augen und Ohren in die Welt der Volksmusik des Bregenzerwaldes einzutauchen.</p>
<p>Einen Gutteil der eingespielten Lieder und Musikstücke musizierte Evelyn Fink-Mennel beim Präsentationsabend. Dazu sprach und erklärte die Autorin zahlreiche Wirkzusammenhänge. Amüsant machte sie auf die vielen Symbole und Anspielungen in Volksliedern aufmerksam. Die zahlreichen Lieder über Mühlen beispielsweise boten hervorragende Gelegenheiten, um Liebschaften zu pflegen. Einflüsse von Außen aufzunehmen und diese in der Talschaft weiter zu entwickeln, war immer schon eine besondere Fähigkeit der BregenzerwälderInnen, die sich selbstverständlich auch im Liedgut niedergeschlagen hat. Musikbeispiele, die die Grenzenlosigkeit der Volkslieder illustrierten, wurden mit der „Jungfern Vesper“ angesprochen. Auch die Verbindung des allseits bekannten Wälderbähnle mit einem Lied aus Mittelamerika und einem niederösterreichischen Wirtshauslied sowie die Beziehungen zwischen dem kroatischen Volkslied „Divoj ica“ und dem Lied „Ufom Waso“ wurden erlebbar. Volkslieder als Ventil und Ausdruckmittel für Unaussprechliches stellten die MusikerInnen mit dem Lied „Dort beim See da drunt“ vor. Eine Delikatesse war die rapartige Interpretation der „Vogelhochzeit" mit Johannes Bär als Vokalpartner.</p>
<p>In welcher Form und inwieweit die ZuwandererInnen und soziokulturelle Veränderungen auch in der Vergangenheit die Dialektlieder beeinflusst haben, ist ein spannendes Thema, das ein weites Forschungsfeld eröffnet. Im CD-Buch sind derartige Verbindungslinien minutiös aufgearbeitet und mit Quellen versehen, so dass die Wirkungsgeschichte und die Herkunft mancher Lieder oft mit einem anderen Blick auf die Geschichte nachvollziehbar werden.</p>
<h3><b>Kreative MusikerInnen</b></h3>
<p>Alle MusikpartnerInnen (Johannes Bär, Isabella Fink, Wilma Fink, Felipe Jauregui, Carlos Peralta, Sergio Wagner und der Schwendechor), die Evelyn Fink-Mennel zur Zusammenarbeit eingeladen hat, zeichnen sich durch eine kreative Spielfreude und spontane Experimentierlust aus. Diese Spontaneität ist auch das Markenzeichen von Evelyn Fink. Bemerkenswert ist der interpretatorische Zugang, den die MusikerInnen und auch der Schwendechor beim Konzert in Hittisau wählten. Nie ging es lärmend oder gar oberflächlich und spektakulär zu. Viel mehr musizierten und sangen alle feinsinnig und auf das Wesentliche konzentriert, um so die Charakterzüge der Lieder zu betonen.</p>
<p> </p>
<p class="callout"><b>Buchtipp</b><br />Fink-Mennel, Evelyn: Wib ischt  Ma, Ma ischt Wib. Musikgeschichten von gestern bis heute. Edition bahnhof Andelsbuch, 2012.<b><br /><br />Konzerttipp</b><br />Am 20. Mai 2012 um 10:15 Uhr wird die CD-Buchpräsentation und das Konzert im kulturverein bahnhof in Andelsbuch wiederholt.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-14T13:30:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/heile-welt-andere-welt.-gemeinsame-welt-2013-201emarie-im-buchenwald201c-war-viele-mitwirkende-schufen-ein-beeindruckendes-ganzes">
    <title>Heile Welt? Andere Welt. Gemeinsame Welt! – in „Marie im Buchenwald“ schufen viele Mitwirkende ein beeindruckendes Ganzes</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/heile-welt-andere-welt.-gemeinsame-welt-2013-201emarie-im-buchenwald201c-war-viele-mitwirkende-schufen-ein-beeindruckendes-ganzes</link>
    <description>Das musikalische Märchen „Marie im Buchenwald“ stellten kleine und große BewohnerInnen der Gemeinde Buch auf die Beine und erhielten dafür von den begeisterten ZuschauerInnen standing ovations. Mit ganzem Einsatz, überschäumender Spielfreude und hervorragenden schauspielerischen, sängerischen und musikalischen Leistungen zogen die Mitwirkenden im voll besetzten Cubus in Wolfurt das Publikum in ihren Bann. Auf herzerfrischende Weise und mit allen Sinnen war das kreative Miteinander erfahrbar.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das Projektteam „CoolTour!Buch“ mit Christian Tomasini, Marcus Peschek, Stefan Meusburger und Alexander Eberle hatte eine Idee, die über die Gemeinde- und Landesgrenze hinaus Aufmerksamkeit erregte. Nach einem Drehbuch von Marc Gustav Eberle und Max Steegmüller sowie Texten von Burghard M. Zlimnig wurde das musikalische Märchen „Marie im Buchenwald“ umgesetzt. Darin wird die Geschichte eines außergewöhnlichen Mädchens erzählt, das vorverurteilt und als Hexe abgestempelt in den Wald vertrieben wird. Dort lernt das Kind im Einklang mit der Natur seine individuellen Fähigkeiten kennen. Doch auch Marie muss akzeptieren, dass die Elemente der Natur nur mit einem positiven Geist erfahr- und nutzbar sind. Mit Hilfe ihres Freundes, dem Elb, kehrt Marie ins Dorf zurück und kann mit ihren besonderen Kräften den BewohnerInnen helfen. Gemeinsam erkennen sie, dass alle „Kinder der Erde“ sind.</p>
<p class="frage"><b>Wandlungsfähige Musik</b></p>
<p>Die Musik zur Geschichte komponierten Stefan Meusburger und Thomas Ludescher in einer Gemeinschaftsarbeit. Dabei fingen sie in einer traditionsgebundenen Musiksprache die Stimmung und das Ambiente der Geschichte ein, beispielweise in der Ouvertüre, wo über einem Klanggrund von unten die Musik aufwallte und eine Erwartungshaltung weckte. Später verdichtete sich der Klangteppich und entwickelte einen choralartigen Charakter mit homophon geführten Stimmen. Der Chor sang von der heilen Welt, die jedoch schnell in Frage gestellt wurde. Musikalisch wurde die zwiespältige Idylle ins Wanken gebracht, indem rhythmische Floskeln nicht mehr miteinander vereinbar waren und den musikalischen Fluss aus den Fugen hoben.</p>
<p>Vielgestaltig war die Musik instrumentiert, sodass die Stimmungen im Dorf und vor allem jene im Wald in einem besonderen musikalischen Licht zur Geltung kamen. Flöte, Violoncello und Klavier übernahmen weitgehend die Szenen in der Natur. Kauzig mit spitzen Rhythmen und markant konturierten Themen wurde der Elb, Maries Freund und guter Geist, charakterisiert. Dramatik erzeugte der volle Bläsersatz in der Feuerszene, in der das Inferno mit Sirene verstärkt wurde. Unterschiedliche Marschtypen und der Aufmarsch der jungen MusikantInnen sorgten für Abwechslung. Lyrische Songs, die Marie und ihre Mutter sangen, vermittelten eine Botschaft. Eine gute Klammer zum Inhalt des musikalischen Märchens schufen die Komponisten, indem sie gegen Ende Reminiszenzen zum Beginn schufen. Dadurch ergab sich eine gut nachvollziehbare Abfolge und Bogenform. Einen hymnischen Schlusspunkt stellte das gemeinsam gesungene Lied „Wir sind Kinder der Erde“ dar.</p>
<p class="frage"><b>Vielgestaltige Blasorchesterbesetzung</b></p>
<p>Das groß besetzte Blasorchester unter der Leitung von Stefan Meusburger agierte hervorragend. Zahlreiche solistische Passagen, mit Kantilenen der Klarinette, Oboe, Violoncello – um nur einige zu nennen – schufen eine besondere Atmosphäre und unterstrichen die Gefühle der Protagonisten sowie den emotionalen Gehalt der Handlung. Darüber hinaus waren die Chorszenen gut in das Gesamtgefüge integriert.</p>
<p class="frage"><b>Hervorragende SchauspielerInnen und SängerInnen</b></p>
<p>Alle DarstellerInnen, von den Kindergartenkindern über Menschen mit besonderen Bedürfnissen bis zu den PensionistInnen, waren mit großem Einsatz bei der Sache und beeindruckten jeweils auf ihre eigene Art und Weise. Melanie Stadelmann als Marie und Patrizia Juen als Mutter spielten die Hauptrollen. Besonders ihre natürliche Ausstrahlung und die schönen Stimmen verströmten eine große Wirkung. Auch Yvonne Böhler als Elb begeisterte mit ihrem schauspielerischen Talent. Die Waldfee (Sandra Eberle) und der Waldgeist (Gerhard Stofleth) vermittelten ihre Werte mit Humor und brachten mit markanten Sprüchen die Leute zum Lachen.</p>
<p class="frage"><b>Zweckmäßige und einfallsreiche Bühnengestaltung</b></p>
<p>Dagmar Ullmann-Bautz führte die Regie in diesem groß angelegten Gemeinschaftsprojekt, unterstützt wurde sie von Andreas Neusser. Für das Bühnenbild kreierten sie einen transparenten Vorhang, auf den Bilder projiziert wurden. Damit wurde ein zweigeteilter Raum geschaffen, einesteils für das Blasorchester, das hinter der Kulisse platziert war, und andernteils für die Handlung, die im Bildvordergrund über die Bühne ging. Die jeweiligen Bildprojektionen vom Dorf und dem Wald, sowie eine sparsame, jedoch wirkungsvolle Lichtgestaltung gliederten den Bühnenraum zweckmäßig und vielseitig.</p>
<p class="frage"><b>Farbige Gruppenszenen</b></p>
<p>Der Auftritt der vier Elemente ermöglichte es auch den kleinsten DorfbewohnerInnen, mit schönen Kostümen bei diesem musikalischen Märchen mitzuwirken. Erde, Wind, Feuer und Wasser wurde mit unterschiedlichen Tänzen dargestellt, jeweils unterstützt von speziellen Instrumentalfarben, wie Oboe, Marimba, Glockenspiel und Klavier sowie musikalischen Allusionen.</p>
<p class="frage"><b>Imponierendes Zusammenwirken</b></p>
<p>Herz, Mut, Geduld und Verständnis sind nötig, um Hilfe zu geben. Das erfuhr Marie während ihres Aufenthaltes im Wald. Genau diese Eigenschaften und noch einige mehr waren auch erforderlich, um dieses Großprojekt zu realisieren. Hinter dem großen Erfolg dieser Gemeinschaftsproduktion stehen unzählige ungenannte Beteiligte und HelferInnen. Kultur im besten Sinne wurde hier erfahrbar. Die Begeisterung der Mitwirkenden und der BesucherInnen sind vielleicht Initialzündung für weitere kreative Menschen im Land.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-13T20:47:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/mit-bodenhaftung-fliegenden-fingern-und-mitreissender-gestaltungskraft-2013-das-symphonieorchester-vorarlberg-praesentierte-ein-herausragendes-musikereignis">
    <title>Mit Bodenhaftung, fliegenden Fingern und mitreißender Gestaltungskraft – das Symphonieorchester Vorarlberg präsentierte ein herausragendes Musikereignis</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/mit-bodenhaftung-fliegenden-fingern-und-mitreissender-gestaltungskraft-2013-das-symphonieorchester-vorarlberg-praesentierte-ein-herausragendes-musikereignis</link>
    <description>Einen fulminanten Abschluss der diesjährigen Abonnementkonzerte feierte das Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung von Gérard Korsten. Gleich zwei Highlights zeichneten das Konzert im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg aus. Sehr gut aufgenommen wurde das Konzert für zwei Bratschen und Orchester von Wladimir Rosinskij, das die Solisten Andreas Ticozzi und Karoline Kurzemann-Pilz souverän zur Uraufführung brachten. Immer wieder aufs Neue begeistert die Geigerin Patricia Kopatchinskaja das Publikum, weil sie wie keine andere mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit und einer mitreißenden Freude musiziert.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Einleitend erklang die zweite Symphonie von Franz Schubert. Gérard Korsten animierte das Orchester mit energischen Gesten, entwickelte den vorwärtsdrängenden Duktus der Musik, betonte die harmonischen Eckpfeiler und formte die Musik mit zahlreichen dynamischen Kontrasten. Die MusikerInnen spielten konzentriert, wirkten jedoch eher angestrengt. Dementsprechend ließ die Werkdeutung einige Wünsche offen. Erst im Nachhinein wurde klar, dass die Anspannung im Hinblick auf die nachfolgenden Werke zu erklären war. Denn das Orchester hatte noch Herausragendes vor und bündelte die Energien dahin. Deshalb fungierte Schuberts Symphonie eher als „Aufwärmer" für die folgenden Konzerte, die die Zuhörenden zum Teil von den Sesseln rissen.</p>
<h3><b>Innen- und Außenbetrachtungen musikalischer Landschaften</b></h3>
<p>Wladimir Rosinskij komponierte im Auftrag des Symphonieorchesters Vorarlberg (SOV) das Konzert für zwei Bratschen und Orchester. Die Musik schrieb er den befreundeten Solisten Andreas Ticozzi und Karoline Kurzemann-Pilz sozusagen auf den Leib. Der aus Russland stammende Komponist ist selbst Bratschist und spielte einige Jahre in den Reihen des SOV. Geschaffen hat er ein in sich bündiges und kompaktes Werk, das die ZuhörerInnen von Beginn an in seinen Bann zog und die Spannung bis zum Schluss hielt.</p>
<p>Die eruptiven Klangflächen im Orchesterpart waren sehr gut instrumentiert und die stringent ineinander verschachtelten rhythmischen Floskeln bildeten einen Klanghintergrund, auf den die Soloinstrumente vielgestaltige Beziehungsmuster projizierten. Im Gespräch erwähnte der Komponist die sibirische Landschaft und zwei Volksliedmelodien, die er in seinem Werk verwoben hat. Damit legte er eine mögliche Hörspur, der die Zuhörenden folgen konnten.</p>
<p>Spannung erzeugte sogleich die Einleitung, in der flirrende Gesten und kristalline Tongruppen eine musikalische Weite erzeugten, die viel Platz für individuelle Assoziationen ermöglichte. Eingeschriebene Floskeln der Holzbläser bewirkten interessante Dialogmuster mit den beiden Solobratschen, das Verhältnis zum Orchester war durchwegs gut ausgelotet. Markante Akkordballungen setzten rasende Passagen in Gang, die in außergewöhnlichen Klangmischungen mit Celesta, Vibraphon, gestrichenen Zimbeln sowie Perkussion den musikalischen Linien Profil verliehen.</p>
<h3><b>Musikalischer Gag</b></h3>
<p>Etwas unvermittelt setzte die E-Bratsche ein, die Andreas Ticozzi spielte. Über diese Passage, in der mit verzerrten Klängen der Musik noch eins draufgesetzt wurde, lässt sich diskutieren. Meiner Meinung war der Einsatz der E-Bratsche unnötig. Allerdings weckte genau dieser Abschnitt im Rahmen des Konzertes die Aufmerksamkeit des Publikums und sorgte für Abwechslung. Viel Zustimmung und begeisterten Applaus konnten die hervorragenden Solisten und der Komponist für das kraftvolle und aussagekräftige Werk entgegennehmen.</p>
<p>In der originellen Zugabe, ebenfalls von Wladimir Rosinskij, begegneten sich die russische Volksweise „Kalinka" und das allseits bekannte „Wälderbähnle" auf amüsante Weise.</p>
<h3><b>Unkonventionell und mitreißend</b></h3>
<p>Im zweiten Konzertteil musizierte Patricia Kopatchinskaja Beethovens Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, op. 61. Die aus Moldawien stammende Musikerin ist eine der Besten und jedenfalls in ihrer originären musikalischen Ausdruckskraft wohl kaum zu überbieten. Ihr Spiel spricht unmittelbar an, man glaubt ihr jeden Ton und folgt ihren musikalischen Darbietungen staunend und mit Bewunderung. Stellt sich die Frage, was ihr Spiel und ihre Werkdeutung so unvergleichlich auszeichnen. Meiner Meinung nach ist es der sprechende Duktus, mit dem Patricia Kopatchinskaja die musikalischen Themen und Motive, Läufe und Verzierungen formt. Sie hört sich selbst, entwickelt eine kindliche Freude im Dialog mit dem Instrument sowie den MusikpartnerInnen. Es hat den Anschein, als ob sie die musikalischen Linien selbst immer wieder neu hört und naiv – im besten Sinne des Wortes – mit Phrasen und Verzierungen spielt. Dies geschah auf einem unerhört hohen Niveau. Ein besonderes Musikerlebnis boten die Kadenzen, die Alfred Schnittke für das Beethoven Violinkonzert komponiert hatte. Von der Solistin inspiriert und beflügelt und nach der gelungenen Uraufführung waren die OrchestermusikerInnen in bester Musizierlaune.</p>
<p>Mit der Zugabe von Jorge Sanchez-Chiong stellte Patricia Kopatchinskaja ihren Humor, ihre souveräne Spielart und ihr Interesse an der aktuellen Musik noch einmal eindrücklich unter Beweis.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-12T11:42:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/vom-gelingen-im-scheitern-2013-musik-in-der-pforte-bot-im-frauenmuseum-interessante-und-anregende-einblicke-in-musikalische-und-kompositorische-wirkzusammenhaenge">
    <title>Vom Gelingen im Scheitern – „musik in der pforte“ bot im Frauenmuseum interessante und anregende Einblicke in musikalische und kompositorische Wirkzusammenhänge </title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/vom-gelingen-im-scheitern-2013-musik-in-der-pforte-bot-im-frauenmuseum-interessante-und-anregende-einblicke-in-musikalische-und-kompositorische-wirkzusammenhaenge</link>
    <description>Es ist ein Markenzeichen der Kammermusikreihe „musik in der pforte“, dass die Werkauswahl den interessierten ZuhörerInnen Einblicke in das musikalische Schaffen von Komponisten gewährt, die andernorts in dieser Art nicht möglich sind. Beispielsweise stellten Klaus Christa und seine Freunde im Frauenmuseum eine sehr frühe Komposition von Robert Schumann vor, die ihn als Lernenden am Beginn seines künstlerischen Werdeganges erlebbar machte. Daneben wurde das Klavierquartett von Johannes Brahms gestellt, das aus dieser Perspektive wiederum aus einem neuen Blickwinkel gehört werden konnte. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das schöne Ambiente im Frauenmuseum in Hittisau bildet einen idealen Rahmen für die nun am späten Nachmittag stattfindenden Kammerkonzerte. Berit Cardas (Violine), Klaus Christa (Viola), Bjørg Værnes Lewis (Violoncello) und Charles Owen (Klavier) musizierten in einem harmonischen Einverständnis miteinander. So gelangen die Interpretationen der Klavierquartette in einem lebendigen musikalischen Austausch, den die Zuhörenden unmittelbar miterleben konnten.</p>
<h3><b>Leidenschaftlicher Überschwang </b></h3>
<p>Das Klavierquartett in c-Moll komponierte Robert Schumann als 19-jähriger Student. Er selbst hinterließ es unvollständig, weil er es als „verpfuschtes Quartett“ zur Seite gelegt hatte. Joachim Draheim ergänzte einige Stimmen und machte die Komposition der Öffentlichkeit zugänglich.</p>
<p>Es war ein spannendes und auch amüsantes Erlebnis, dieses gänzlich unbekannte Werk zu hören. Robert Schumann komponierte es in einem Überschwang an Ideen, die sich einen Weg bahnten. Aufgeregte Tonlinien und ungestüme Motive, Tonrepetitionen und Akkordzerlegungen verströmten eine energiegeladene Wirkung. Theatralische Schlüsse und tänzerische Passagen, liedhafte Melodien und darauf folgende dramatische Entwicklungen sowie galoppierende Rhythmen, um nur einige Merkmale zu nennen, zeichneten das Bild dieses Klavierquartettes. Interessant an der Darbietung war die Erfahrung, dass auch so renommierte Komponisten wie Robert Schumann einmal angefangen haben und als Lernende ihren Weg zur Meisterschaft erst suchen und finden mussten.</p>
<h3><b>Virtuose Leidenschaft</b></h3>
<p>Die Gegenüberstellung des Klavierquartettes von Schumann mit dem bekannten Opus 25  von Johannes Brahms war ein geschickter Schachzug von Klaus Christa. Auch das Quartett von Brahms ist ein frühes Werk. Doch es ist in seiner formalen Anlage ausgewogen und durchdacht in der Linienführung, sozusagen entschlackt von unnützem Figurenwerk. Orchestral und mit einem satten Grundton führten die MusikerInnen die homophonen Passagen. Zusammen fanden sie einen gut proportionierten Ausdruck, so dass die Linien transparent verflochten erklangen und die Tonartenfarben schön zum Ausdruck kamen. Emotional und in einem spannenden Rollentausch der Streichinstrumente und des Klaviers erregte das Andante con moto die Aufmerksamkeit. Das Rondo alla Zingarese erklang temperamentvoll und mit Esprit und es entwickelte sich eine Werkdeutung, die das gute Einvernehmen der Quartettmusiker eindrücklich unter Beweis stellte. Jeder nahm seine Rolle selbstbewusst wahr, stets vom Gedanken geleitet, den PartnerInnen einen musikalischen Entfaltungsraum zu geben, einesteils im Verhältnis der StreicherInnen zum Klavier und andernteils in den Themen führenden Stimmen zum Fundament.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-06T21:45:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/musik-die-aus-dem-leben-gegriffen-ist-2013-vor-allem-die-cellistin-sol-gabetta-faszinierte">
    <title>Musik, die aus dem Leben gegriffen ist – vor allem die Cellistin Sol Gabetta faszinierte</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/musik-die-aus-dem-leben-gegriffen-ist-2013-vor-allem-die-cellistin-sol-gabetta-faszinierte</link>
    <description>Beim letzten Bregenzer Meisterkonzert dieser Saison musizierte das BBC Philharmonic aus Großbritannien unter der Leitung von Juanjo Mena. Im Mittelpunkt stand die hinreißende Cellistin Sol Gabetta mit ihrer Deutung des ersten Cellokonzertes von Dmitri Schostakowitsch. Die vielschichtigen Verwandlungsprozesse in Mahlers Symphonie Nr. 5 stellte das Orchester zwar plastisch dar, allerdings kristallisierten sich die musikalisch sinnstiftenden Details nicht durchwegs heraus.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Sol Gabetta betrat die Bühne im Bregenzer Festspielhaus und faszinierte sogleich mit ihrer im positiven Sinn quirligen Art. So stellte sie selbstbewusst das charakteristische Viertonmotiv, das Dmitri Schostakowitsch im ersten Cellokonzert so dominant in Szene setzte, in den Raum. Nuanciert in der Farbgebung jedes einzelnen Tones und mit Nachruck spielte sie die zahlreichen motivischen Wiederholungen. Bemerkenswert war dabei Sol Gabettas Freude an den perkussiven Elementen, denn die schwungvoll hingesetzten Töne mit hohem Geräuschanteil belebten die Musik. Vor allem in diesen Passagen wurde deutlich, dass die Cellistin ihre beeindruckende Technik auch aus den Spielarten der zeitgenössischen Musik schöpft und damit maßgeblich bereichert. Mit inniger Zurückhaltung sang Sol Gabetta mit ihrem Cello das Lamento im langsamen Satz. Den Höhepunkt bildete die Solokadenz im Finalsatz, in dem die musikalische und technische Meisterschaft voll zum Ausdruck kam. Irrwitzig gesteigerte Tempi und atemberaubend vorwärtstreibende Passagen machten die Interpretation zum Ereignis.</p>
<h3><b>Im Dialog</b></h3>
<p>Das Orchester war Sol Gabetta ein guter Partner und zahlreiche anregende musikalische Dialoge wurden geführt. Durch die ausgeklügelte Stimmführung stellten sich darüber hinaus plastische Perspektivenwechsel ein. Nachhaltig in Erinnerung blieb beispielsweise eine Passage im langsamen Mittelteil. Dort wurde die bedrückende Stimmung verstärkt, indem das Orchester die Solostimme immer mehr „bedrängte", bis sie sich energisch aus diesem Bann befreite. So wurden die Enge des musikalischen Raumes und der daraus folgende suchende Gestus der Musik eindringlich dargestellt.</p>
<h3><b>Unterschiedliche Hörebenen</b></h3>
<p>Die fünfte Symphonie von Gustav Mahler ist ein komplexes musikalisches Gefüge, das an den riesigen Orchesterapparat und den Dirigenten enorme Anforderungen stellt. Mahler fügte unzählige Idiome und unterschiedliche musikalische Stiltypen zusammen und demontierte diese wieder. Dieser Verwandlungsprozess durchzieht das gesamte Werk.</p>
<p>In der Werkdeutung der BBC Philharmonic gelang zwar die fortlaufende Darstellung und Verwandlung, allerdings fehlte etwas die in sich zusammenfügende Kraft der Detaildarstellungen. Dies lag zu einem gewissen Teil auch am Dirigat von Juanjo Mena. Denn er konzentrierte sich weitgehend auf die Streicher, so dass die Bläser über weite Strecken auf sich allein gestellt agierten. Im dritten Satz wurden die vorgegebenen Bilder allzu sehr ins Idyllische gekehrt und wirkten mitunter sogar missverständlich. Die OrchestermusikerInnen spielten auf sehr hohem Niveau, herausragende Soli stellten die Qualitäten unter Beweis. Und das berühmte Adagietto wurde in einem ausgewogenen Gesamtklang mit dynamisch schwebenden Klangwirkungen ausgebreitet. Selbstverständlich verfehlte auch hier der hymnisch gesteigerte Schluss seine überhöhende Wirkung nicht.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-05T23:09:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/grandiose-verzweiflungstaeterin-2013-soap-skin-am-spielboden">
    <title>Grandiose Verzweiflungstäterin – Soap&amp;Skin am Spielboden</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/grandiose-verzweiflungstaeterin-2013-soap-skin-am-spielboden</link>
    <description>Vor drei Jahren eroberte die damals blutjunge, in Wien lebende Steirerin Anja Plaschg aka Soap&amp;Skin mit ihrem Debutalbum „Lovetune For Vacuum“ die deutschen Feuilletonseiten ebenso im Sturm wie die Herzen der fortgeschrittenen Singer-Songwriter-Aficionados. Kürzlich veröffentlichte die mittlerweile Zweiundzwanzigjährige den außergewöhnlichen, ihrem früh verstorbenen Vater gewidmeten, dreißigminütigen Songzyklus „Narrow“, den sie gemeinsam mit Stücken aus ihrem ersten Album am ausverkauften Dornbirner Spielboden präsentierte. Das Konzert geriet trotz Streichquintetts, Flügelhornisten und Backgroundsängerin erwartungsgemäß zur eindrucksvollen One-woman-Show.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3>Drama-Queen<br /><br /></h3>
<p>Es ist wahrlich keine leichte Kost, die Soap&amp;Skin ihren Fans zumutet – Leiden, Tod und Trauer, Einsamkeit und Entfremdung sind die Themen all ihrer Songs, ob nun zu klassisch-romantischen Pianotönen oder postindustrial-mäßigen Noise-Attacken vorgetragen. Verzweiflung, Unzufriedenheit, Verstörtheit, Unsicherheit spiegeln auch die körperlichen Signale wider, die sie gewollt oder ungewollt über den Bühnenrand hinaus und ins Publikum hinein sendet, wo sie dann ebenfalls für Ratlosigkeit und Verwirrung sorgen. Beim Opener, dem mit seinen knallharten, metallenen Beats aufschreckenden „Deathmental“, richtet sie ihren Blick direkt ins Publikum, um es dann eine Stunde lang so gut wie möglich zu ignorieren. Nur zwischendurch gehen ihr mal die paar Dauerquatscher, Handybimmler und Türenzuklopfer, denen man auch als interessierter Zuhörer gerne mal in den Arsch treten würde, dermaßen auf den Geist, dass sie entnervt alles hinzuschmeißen droht, nur um dann nach diesem kurzen Intermezzo mit der durch die Wut der Verzweiflung gesteigerten Energie weiter am Rad des düsteren Geschehens zu drehen. Eine Drama-Queen allererster Güte!</p>
<h3>Schönheit und Grausamkeit<br /><br /></h3>
<p>Mit zarten Balladen schmeichelt sich Soap&amp;Skin in die Gehörgänge hinein und jagt dann gnadenlos bombastische Streicherklänge, wummerndes Bassgedröhn, beinharte Beats und schmerzhaft Schrilles aus dem Laptop und aus dem Kehlkopf hinterher. Sie weiß wie man die Dramatik steigert, versteht es, Schönheit und Grausamkeit in perfekte Harmonie zu bringen: „Thanatos“ – „Fall Foliage“ – „Meltdown“ – „Lost“ – „The Sun“. Selbst der banale 80er-Jahre Disco-Hit „Voyage voyage“ von Desireless gerät zum Rührstück. Kein Augenzwinkern, keine Ironie. Und dann zielt sie mit dem einzigen deutschsprachigen Song, im Gedenken an ihren toten Vater, noch direkter in die Magengrube, wenn sie sich als Made im Körper, der im Sarg zerfällt, imaginiert: „Lass mich rein, rein, beinhart wie du sein / lass mich in dein Aug’ hinein / Ich will es seh’n, die Prüfung besteh’n / ohne Pein, ohne Pein / lass mich rein, du Stein / Mir hilft kein Warten und kein Wein / kein Schreien.“</p>
<h3>Katharsis<br /> <br /></h3>
<p>Mit gleißend hellen Stroboskopgewittern wird man aus der bislang vorherrschenden, durch gleichermaßen sparsamen wie geschickten Lichteinsatz in die Inszenierung integrierten Finsternis gerissen. Die beiden letzten Songs  „Marche Funèbre“ und „Sugarbread“ treiben Soap&amp;Skin wieder an den Bühnenrand. Mit ins Publikum gerichtetem Blick geht’s in Richtung Ekstase – wilde, zwischen Maschinenhaftigkeit und seltsamer Ungelenkigkeit oszillierende Bewegungen. Die Kanten und Ecken ihrer Songs und ihrer Seele zeigen sich auch im Tanzstil. War das wirklich ein Lächeln? Katharsis ist angesagt – für Soap&amp;Skin und für das Publikum.</p>
<h3>"The End"<br /><br /></h3>
<p>Die Zugaben schippern dann in ruhigen Gewässern dahin, der Sturm ist vorüber, die Seele geläutert. „Pale Blue Eyes“ als Verneigung vor Velvet Underground und Nico, die als eines ihrer ganz großen Vorbilder gilt. Gefolgt von „She is crazy“ von der Kelly Family – heute ist Frau Plaschg in ihrem (un)erwarteten Humoranfall noch gnädig, denn in anderen Konzerten hat sie auch schon deren unerträglichen Platin-Hit „An Angel“ intoniert. Und abschließend noch eine kleine Referenz an einen der ganz großen Tragöden der Rockgeschichte: Jim Morrison. Ehrlich, mit welchem Song könnte man nach solch einem Abend ein aufgewühltes Publikum, das irgendwie ahnt, dass es heute mal ein bisschen mehr erlebt hat als nur ein Konzert, besser nach Hause schicken als mit dem Doors-Klassiker „The End“?</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-05T14:46:24Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/humorvoll-romantisch-und-dramatisch-2013-zum-abschluss-der-abonnementreihe-201edornbirn-klassik201c-boten-die-stuttgarter-philharmoniker-ein-gehaltvolle-werkdeutungen">
    <title>Humorvoll, romantisch und dramatisch – zum Abschluss der Abonnementreihe „Dornbirn Klassik“ boten die Stuttgarter Philharmoniker gehaltvolle Werkdeutungen</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/humorvoll-romantisch-und-dramatisch-2013-zum-abschluss-der-abonnementreihe-201edornbirn-klassik201c-boten-die-stuttgarter-philharmoniker-ein-gehaltvolle-werkdeutungen</link>
    <description>Unter dem Leitgedanken „Die Macht des Schicksals“ präsentierten die Stuttgarter Philharmoniker im Rahmen von „Dornbirn Klassik“ mit Werken von Haydn, Bruch und Prokofieff ein abwechslungsreiches Konzertprogramm. Im Mittelpunkt stand die Geigerin Nicola Benedetti, die im berühmten Violinkonzert von Max Bruch vor allem die emotionale Tiefe der Themen auslotete. So richtig in Fahrt kamen die OrchestermusikerInnen mit Stefan Blunier am Dirigentenpult in Prokofieffs Orchestersuite „Romeo und Julia“. Vor allem die Konflikte der verfeindeten Familien der Montecchi und Capuleti mit allen Konsequenzen wurden dramatisch dargestellt.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Wie ein „Vorspann“ wirkte die Interpretation der Sinfonie Nr. 96 in D-Dur von Joseph Haydn. Eher unsicher zu Beginn formten die Musiker die anschließenden Hauptthemen vor allem mit dynamischen Konstrastwirkungen aus. Detailreich führte Stefan Blunier die Orchestermusiker im Andante, in dem der für Haydn so typische Humor mit einer feinsinnigen Themenführung und Tongebung unterstrichen wurde.</p>
<h3><b>Selbstbewusst</b></h3>
<p>Die attraktive Geigerin Nicola Benedetti hatte als Solistin mit dem Violinkonzert Nr. 1 von Max Bruch einen überzeugenden Auftritt. Temperamentvoll stellte sie die raumgreifenden Gesten im Eröffnungssatz in den Raum. Den langsamen Satz entfaltete die Solistin leidenschaftlich und empfindsam im Ausdruck. Vor allem die nuancierte Tongebung und die Korrespondenzen mit dem Orchester bewirkten stimmungsvolle Steigerungen. Nicola Benedetti begeisterte durch ihre natürliche Ausstrahlung. Darüber hinaus intensivierte die Hingabe, mit der das Orchester den Violinpart trug, die musikalische Ausdruckskraft. Etwas kantiger hätte der erste Einsatz des Hauptthemas im abschließenden Finale erklingen können. Doch energisch steigerten das Orchester und Stefan Blunier den Duktus. Sogleich nahm die Solistin die Herausforderung an und es entstand ein lustbetonter musikalischer Wettstreit.</p>
<h3><b>Kraftvoll</b></h3>
<p>Nach der Pause stellte Stefan Blunier mit dem großen Orchesterapparat seine Meisterschaft in der Klanggestaltung und Klangmalerei unter Beweis. Höchst dramatisch wurden die tragischen Ereignisse rund um das Schicksal von Romeo und Julia und den verfeindeten Familien dargestellt. Gleißende Blechbläserklänge stellten die MusikerInnen schubartig in den Raum, unmittelbar daraus wurde ein feinsinnig gewobener Klangteppich entwickelt. Wer die tragischen Ereignisse rund um die Liebe von Romeo und Julia kennt, verstand die unterschwellige, emotionale Gewalt, die von dieser Passage ausging. So wurden die ZuhörerInnen mitten ins Geschehen geführt. Die Interpretation der berühmten Szene von Romeo und Julia gelang nicht optimal und bot deshalb wenig Entspannung. Vorherrschend war eine geballte musikalische Kraft, die im Abschnitt „Tybalts Tod“ kulminierte. Die Stuttgarter Philharmoniker folgten den klaren Gesten von Stefan Blunier prompt und lieferten eine energiegeladene Werkdeutung.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Silvia Thurner</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-04T15:27:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>





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