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  <title>Tanz</title>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/hightech-tanz-wayne-mcgregor-random-dance-beim-201ebregenzer-fruehling201c">
    <title>Hightech-Tanz - Wayne McGregor/Random Dance beim „Bregenzer Frühling“</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/hightech-tanz-wayne-mcgregor-random-dance-beim-201ebregenzer-fruehling201c</link>
    <description>Zum Auftakt beleuchten vier FackelträgerInnen einen fast schon traditionell anmutenden Pas de deux, wobei die Bewegungen zunehmend aus den gewohnten Mustern ausbrechen und schon angedeutet wird, was da in der nächsten Stunde alles auf die in Massen erschienenen „Bregenzer Frühling“-Fans zukommen wird. Denn Wayne McGregor und Random Dance wollen mit der vor eineinhalb Jahren uraufgeführten Produktion „FAR“ – nach Roy Porters Buch „Flesh in the Age of Reason“ – Licht in die Zusammenhänge der vermeintlichen Gegensatzpaare Körper und Geist, Kunst und Wissenschaft bringen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3>Technoides Spektakel<br /><br /></h3>
<p>Eine riesige, rechteckige, weiße, mit Leuchtpunkten übersäte Lichtinstallation dominiert die ansonsten leere Bühne. Das Gehirn, die Schaltzentrale der Produktion? Jedenfalls gibt sie mit ihren exakten Leuchtmustern Stimmungen und Tempi vor. Weiß man um McGregors Interesse und aktive Teilnahme an der Erforschung kognitiver Prozesse und an der wissenschaftlichen Untersuchung künstlerischer Bewegungsabläufe, so eröffnet die Lichtinstallation Assoziationen zu Hirnströmungen, Nervenbahnen, Reizwahrnehmungen, Gedankenblitzen, Impulsen aller Art. Die passende Musik zu diesem etwas unterkühlt wirkenden technoiden Spektakel liefert der dreißigjährige in Australien geborene und in Island lebende Komponist, Musiker und einflussreiche Musikproduzent Ben Frost, der in der elektronischen Musikszene in etwas denselben Kultstatus genießt wie Wayne McGregor auf den Tanzböden dieser Welt. Nur selten setzt Frost Frauenstimmen im konventionellen Sinn ein, zumeist erfüllt er die Szenerie mit minimalistischen, noisigen Musikfragmenten, die sich in ihrer Intensität durchaus in unangenehme Hörbereiche steigern können.</p>
<h3>Außergewöhnliches Bewegungsvokabular</h3>
<p><br />Ein ideales Umfeld für die zehn Tänzerinnen und Tänzer, um solo, im Duo oder in kleineren Tanzformationen jenes Bewegungsvokabular auszubreiten, für das McGregor berühmt geworden ist. Die einzelnen Körperteile scheinen völlig ungewohnten Bewegungsmustern zu gehorchen: Verblüffende Verrenkungen, irrwitzige Verdrehungen und Verzerrungen verlangen von allen Akteuren eine perfekte, mitunter akrobatische Körperbeherrschung. Hightech also nicht nur bei Sound und Bühnenbild, sondern auch im Tanz. Man staunt und möchte vielleicht mehr über Wayne McGregors Forschungen erfahren, auf der Gefühlsebene kommt „FAR“ aber nicht wirklich an. Will es vermutlich auch gar nicht.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-05-07T08:03:20Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/zauberhaftes-tanzduo-maria-pages-sidi-larbi-cherkaoui-begeisterten-beim-bregenzer-fruehling">
    <title>Zauberhaftes Tanzduo - Maria Pagés &amp; Sidi Larbi Cherkaoui begeisterten beim Bregenzer Frühling</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/zauberhaftes-tanzduo-maria-pages-sidi-larbi-cherkaoui-begeisterten-beim-bregenzer-fruehling</link>
    <description>María Pagés ist eine der prominentesten Erscheinungen im Flamenco-Business, Sidi Larbi Cherkaoui ging aus dem Stall von Les Ballets C. de la B. hervor und zählt mit seinen unterschiedlichste Kulturen, Religionen und Kunststile vereinenden Produktionen zu den interessantesten Choreographen der Gegenwart. Das ungleiche Paar demonstrierte bei der Österreichpremiere von „Dunas“ eindrucksvoll, dass sich die gekonnte Kombination von Gegensätzlichem durchaus befruchtend aufeinander auswirken und zu grandiosen Ergebnissen führen kann.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Aus relativ einfachen Mitteln wie elastischen und transparenten Stoffbahnen und einem ausgeklügelten Lichtdesign entstanden traumhaft schöne Bilder, die ein perfektes Spielfeld für die mannigfaltigen tänzerischen Mann-Frau-Erkundungen boten. Alles spielt sich in einer sonnendurchfluteten Wüstenwelt ab, in einer Welt voller Magie, in der durch interessante Spiegelungen, Schattenspiele und krasse Gegenlichteffekte verblüffend schöne Bilder entstehen. Buchstäblich in den Sand Gemaltes nimmt eine Zeitlang gefangen, um dann wie vom Winde verweht wieder der nächsten Sensation Platz zu machen. Und Sidi Larbi Cherkaoui sorgt mit seinem feinen Gespür für Komik und Ironie zuverlässig dafür, dass das Ganze nie ins nur noch Schöne, Geschmäcklerische abdriftet.</p>
<p>Beeindruckend ist auch, wie die Spanierin und und der marokkanisch-stämmige Flame in die Tanzwelt ihres Gegenübers eintauchen und aus diesen Erfahrungen tänzerischen Gewinn ziehen, Bewegungsvokabular austauschen und sich behutsam auf neue Experimente einlassen, ohne jedoch die eigenen Grundhaltungen aufzugeben. Unglaublich wie stimmig und geschmackssicher sich da zeitgenössischer Tanz und Flamenco wechselseitig inspirieren. Wesentlichen Anteil an diesem stimmungsvollen Abend haben auch der polnische Komponist Szymon Brzoska und der spanische Musiker Rubén Lebaniegos, die mit einer Mischung aus Flamenco, klassisch anmutender und arabischer Musik für den perfekten Soundtrack sorgten. Live perfekt dargeboten von Barbara Drzkowska (Klavier), Ana Ramón (Gesang), El Arabi-Serghini (Gesang) Fyty Carillo (Gitarre), David Moniz (Violine) und Chema Uriarte (Perkussion) hätte man mit diesen Stücken durchaus auch einen passablen Konzertabend bestreiten können.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-04-15T19:00:55Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/perfekt-getanzte-bilder-zu-liebe-leben-und-vergaenglichkeit-2013-das-nederlands-dans-theater-1-sorgt-fuer-fulminanten-auftakt-beim-201ebregenzer-fruehling201c">
    <title>Perfekt getanzte Bilder zu Liebe, Leben und Vergänglichkeit – Das Nederlands Dans Theater 1 sorgte für einen fulminanten Auftakt beim „Bregenzer Frühling“</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/perfekt-getanzte-bilder-zu-liebe-leben-und-vergaenglichkeit-2013-das-nederlands-dans-theater-1-sorgt-fuer-fulminanten-auftakt-beim-201ebregenzer-fruehling201c</link>
    <description>Dass das bereits 1959 gegründete Nederlands Dans Theater 1 nichts an kreativem Schwung und Experimentierfreude verloren hat und zurecht zu den Top-Compagnien des zeitgenössischen Tanzes gezählt wird, stellte die Den Haager Truppe im bis auf den letzten Platz ausverkauften Bregenzer Festspielhaus wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis. Das ist nicht zuletzt dem brillanten Choreographen-Duo Paul Lightfoot und Sol León zu verdanken, das in den letzten zwanzig Jahren mehr als vierzig aufsehenerregende Produktionen für das NDT geschaffen hat. Mit „Sehnsucht“ und „Schmetterling“ standen zwei von der internationalen Kritik hochgelobte, neuere Stücke auf dem Programm.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<h3>Beziehungskiste wortwörtlich ins Bild gesetzt</h3>
<p><br />Silas Henriksen, Parvaneh Scharafali und Medhi Walerski sind die hervorragenden Solisten der 2009 uraufgeführten 25 Minuten-Produktion „Sehnsucht“. Zu dramatisch bewegenden Klängen aus Beethovens Klavierkonzerten Nr. 3 und 4 und aus seiner  5. Sinfonie lassen Lightfoot/León getanzte Bilder zur Liebe und zu deren Vergänglichkeit entstehen, die vor allem durch das außergewöhnliche Bühnenbild an Eindrücklichkeit gewinnen. Ein Paar bewegt sich in einem über dem Bühnenboden aufgehängten langsam rotierenden, als kleines Wohnzimmer eingerichteten Würfel und kommuniziert manchmal mit einem außerhalb dieses Würfels tanzenden Mann. Es entstehen eindrucksvolle Bilder von Nähe, aber auch des Auseinanderdriftens. Manchmal erinnert der rotierende Würfel an ein Hamsterrad, in dem die Akteure gefangen sind, klaustrophobische Gefühle kommen hoch, das breite Spektrum an Emotionen wird in dieser wortwörtlich genommenen Beziehungskiste eindrucksvoll ins Bild gesetzt. Und wenn durch die Drehung des Zimmers buchstäblich „schräge“ Perspektiven entstehen, entfernen sich auch die Bewegungen der Akteure immer weiter vom klassischen Bewegungsrepertoire und gewinnen zunehmend an Schrägheit. Manchmal ist auch akrobatisches Geschick gefragt, wenn das Zimmer und die Gefühlswelt sozusagen auf dem Kopf stehen und es darum geht, sich trotz aller Freiheitssuche gegenseitig zu stützen, um nicht auch noch den letzten Halt zu verlieren.</p>
<h3>„Schmetterling“ – getanzte Todesvisionen</h3>
<p><br />Für die 2010 entstandene Produktion „Schmetterling“ ließen sich Lightfoot/León von der tragischen Geschichte ihres Solisten Medhi Walerski inspirieren, der vor der Uraufführung ein Sabbatical einlegte, um seine todkranke Mutter in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten. Hier geht es also um den Schmetterling und seine Metamorphose in seinen unterschiedlichen mythologischen Bedeutungen als Todesbote, aber auch als Symbol für Wiedergeburt und Unsterblichkeit, oder für die Seele selber, die mit Hilfe von Schmetterlingsflügeln in die Freiheit entschwinden kann. Auch auf der Bühne tanzt Walerski nun mit seiner mittels grauen Haarsprays zur alten Frau gestylten Partnerin dem Tod entgegen, was aber keineswegs tragisch melancholisch vonstatten geht. Vielmehr bieten die vierzig Minuten ein Feuerwerk aus grandiosen Soli, Pas de deux, Trios und Ensemblepassagen, in denen die erstklassigen Tänzerinnen und Tänzer ihr riesiges Repertoire an zeitgenössischem Bewegungsvokabular präsentieren. Trotz aller Todessymbolik geraten manche Passagen durchaus witzig, was vor allem auch den skurrilen Texten einiger Lieder aus den genialen, 1999 erschienen „69 Love Songs“ der Indie-Pop-Band Magnetic Fields zu verdanken ist. Wer aber mit einem hoffnungsfrohen Ausblick rechnet, wenn sich ein schwarzer Vorhang nach dem anderen hebt und den Blick auf ein gewaltiges, von vereinzelten Sonnenstrahlen durchsetztes, dramatisches Wolkenpanorama freigibt, hat sich zu früh gefreut. Denn auch dieses strahlend eindrucksvolle Bild wird wie ein Vorhang  weggeschoben und legt schließlich ein schwarzes Universum frei. Der Tod gibt seine letzten Geheimnisse nicht preis. Grandioses Finale eines eindrucksvollen Tanzabends. Dieser „Frühling“ hatte schon mal einen perfekten Start und lässt noch Großes erwarten!</p>
<p class="callout"><br />Weiter Aufführung: 31.3.2012, 20 Uhr, Festspielhaus Bregenz<br />www.bregenzerfruehling.at<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-03-31T16:45:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/virtuoses-spiel-mit-realitaeten-und-identitaeten-angesichts-des-grassierenden-medienwahns-2013-chris-haring-liquid-loft-beschliesst-ein-grossartiges-tanz-ist-festival">
    <title>Virtuoses Spiel mit Realitäten und Identitäten angesichts des grassierenden Medienwahns – Chris Haring/Liquid Loft beschließt ein großartiges tanz ist Festival</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/virtuoses-spiel-mit-realitaeten-und-identitaeten-angesichts-des-grassierenden-medienwahns-2013-chris-haring-liquid-loft-beschliesst-ein-grossartiges-tanz-ist-festival</link>
    <description>Mit der Iceland Dance Company gastierte erstmals eine der spannendsten und innovativsten internationalen Tanzkompagnien im Land, dann gab es ein Wiedersehen mit Renate Graziadei, die ein starkes Tanz-Solostück aus Berlin mitbrachte, und zum Schluss brillierte mit Chris Haring/Liquid Loft, Österreichs Kreativpool und Aushängeschild in Sachen zeitgenössischer Tanz, sozusagen ein „Stammgast“ beim tanz ist Festival am Spielboden. Festival-Organisator Günter Marinelli bewies einmal mehr, dass sich mit Mut, einer konsequente Haltung und dem richtigen Gespür für echte Qualität und wahren Innovationsgeist auch ohne Riesenbudgets durchaus sehenswerte Tanz-Festivals programmieren lassen. Erfreulicherweise kommt mittlerweile auch das Publikum zuhauf.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Ein wahnwitziges Vergnügen</b><br /><br />Viel anschaulicher könnte man den ganzen unerträglichen Rummel um die neuen Kommunikationsmöglichkeiten und –gepflogenheiten in den gehypten Social Networks nicht auf den Punkt bringen: diese unüberschaubare Flut an Informationen, Pseudo-Informationen und Desinformationen, an aufdringlicher Werbung und Verlockung, dieses unverfroren auf die Sensationsgeilheit der Menschen abzielende Kommerzdenken zu Ehren der durch weitere Werbaufträge geheiligten Quote. Der Turmbau zu Babel, das war gestern, in Zeiten des World Wide Web geht alles viel einfacher, leichter und schneller von der Hand. Zwei Laptops und die entsprechenden Programme genügen schon. „Talking Head“ heißt das neue Stück von Chris Haring/Liquid Loft, und die übergroßen Köpfe reden und reden und reden und reden. Manchmal unverständlich, manchmal verständlich, aber sinnfrei, manchmal in nachvollziehbaren Dialogen, etwa zwischen Kunstexpertin und Künstler oder zwischen Tanzinteressierter und Choreograph. Hinter all diesen Gesprächen steckt keine große Bedeutung, das Leben verkommt mehr und mehr zum Chatroom, wo Banalitäten durch eitle Selbstdarstellung mit vermeintlicher Bedeutung aufgeladen werden. <br /><br /><b>Komödie statt Tragödie</b><br /><br />Stephanie Cumming und Luke Baio beherrschen dies in Perfektion. Ihre via Laptop geskypten Dialogbilder werden nebeneinander großformatig an die Wand projiziert. Mit Hilfe optischer und akustischer Verfremdungstechniken wechseln sie permanent ihre Identitäten, versuchen mit skurril verzerrten Gesichtern und wild verdrehten Körpern Eindruck zu schinden. Mit fließenden Übergängen treten sie aus dem virtuellen Net-Geschehen ins reale Bühnenleben und wieder zurück, alles beeinflusst sich wechselseitig, verschränkt und überlagert sich. In grandios witzigen Tanzpartien treiben sie mitunter mit ihren visuellen Bildschirmerscheinungen ihren Schabernack, ahmen mit Spezialeffekten bizarr verdrehte Körperbilder auch auf der Bühne nach. Hier greifen moderne Technik und virtuose Tanzkunst nahtlos ineinander, bis die Grenzen immer mehr verschwimmen und der ganze Spuk schließlich zusammenbricht. Am Ende verstecken sich die Akteure unter riesigen Kartondecken, tauchen wieder in die Anonymität ab, aus der sie am Anfang des Stückes aufgetaucht waren – jegliche Ähnlichkeiten mit dem real irrealen Internetgeschehen ist rein zufällig.  <br />Streng genommen müsste man aus all dem eine Tragödie basteln, Chris Haring und Liquid Loft haben sich aber dankenswerterweise dazu entschlossen, das Kommunikationsdilemma der Gegenwart als Komödie abzuhandeln. Vielen Dank!<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-06-16T20:01:37Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/ein-kurzes-aber-inniges-vergnuegen-2013-die-iceland-dance-company-eroeffnete-das-tanz-ist-festival-am-spielboden">
    <title>Ein kurzes, aber inniges Vergnügen – die Iceland Dance Company eröffnete das tanz ist Festival am Spielboden</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/ein-kurzes-aber-inniges-vergnuegen-2013-die-iceland-dance-company-eroeffnete-das-tanz-ist-festival-am-spielboden</link>
    <description>Mit dem rund zwanzigminütigen Stück „The Swan“ der jungen isländischen Choreographin Lára Stefánsdóttir gelang es der Iceland Dance Company eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, dass sich die außergewöhnliche Kreativität auf dieser Insel am Rande Europas keineswegs nur auf den Musikbereich beschränkt. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Bubble Chair, eine durchsichtige, an vier Seilen hängende Plastikhalbkugel, des finnischen Designers Eero Aarnio, ein Kultobjekt aus den 60-er Jahren, ist Anfangs- und Endpunkt des Stückes. In ihm schwingt der männliche Hauptdarsteller, wenn man sich an Tschaikowskis „Schwanensee“ orientieren will also der Prinz, und scheint sich in fieberhaften Träumen zu wälzen. Die dazwischen liegende Viertelstunde kann man als getanzte Traumsequenz interpretieren, ein fulminantes Pas de deux von Emilia Benedikta Gisladóttir und Hannes pór Egilsson. Mit der märchenhaften Handlung von „Schwanensee“ hat das nichts mehr zu tun, vielmehr ist es sozusagen die Essenz des berühmten Klassikers, die da tänzerisch dargestellt wird. Es geht um die Mann-Frau-Polarität, Anziehung und Abstoßung, Sexualität und Erotik, ewige Liebe und bodenlose Enttäuschung. Gisladóttir und Egilsson verbinden in ihrem Tanz klassische und zeitgenössische Elemente, toben über die Bühne, schmiegen sich und reiben sich aneinander, ahmen immer wieder Flügelschlagbewegungen nach und lassen auch kurz humorvolle Elemente aufblitzen. Aus den Lautsprechern ertönt eine rasante Mischung aus elektronischen Tönen von BJ Nilson und Thom Willems und Sergei Prokofjew-Musik, Lichtdesigner Adalsteinn Stefánsson und Bühnen- und Kostümdesignerin Filippia Elisdóttir setzen auf einfache, aber wirkungsvolle Effekte. Ein durch und durch gelungenes Stück, aber nach zwanzig Minuten schon wieder den Saal verlassen zu müssen, wo man es gerade einmal geschafft hatte, den Alltagsstress abzuschütteln und sich voll und ganz auf den Tanz einzulassen – man hätte sich mehr gewünscht ...</p>
<p><b>Videofilm als Ergänzung</b></p>
<p>„The Swan“ wird immer mit einem zweiten, meistens sogar gemeinsam mit einem dritten Kurzstück aufgeführt, erklärt Katrin Hall, künstlerische Leiterin, Herz und Hirn der Iceland Dance Company, die in 15 Jahren aus einem klassischen Allerweltsballett eine der kreativsten und originellsten Kompagnien des zeitgenössischen Tanzes gemacht hat. Was diese Kompagnie wirklich drauf hat, konnte man sich im Kinosaal anhand eines erst kürzlich fertiggestellten Videofilms über mehrere Produktionen der Isländer zu Gemüte führen. Die ideale Ergänzung  zu „The Swan“, die auch von vielen BesucherInnen genutzt wurde.<b></b></p>
<p><b><br />Weitere tanz ist-Veranstaltungen:</b><br />So, 12.6., 20.30 Uhr: <b>Labor Gras.Com Production: "Rückwärts" mit Renate Graziadei</b><br />Mi, 15.6./Do, 16.6., 20.30 Uhr: <b>Liquid Loft/Chris Haring: "Talking Head"</b><br />Sa, 18.6., 20 Uhr tanz ist Finale: <b>Mitwirkende des Research-Programmes von Renate Graziadei präsentieren ihre tänzerische Arbeit</b></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-06-12T15:39:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/sexuell-aufgeladene-schneewittchen-version-als-kroenender-abschluss-des-bregenzer-fruehlings">
    <title>Sexuell aufgeladene Schneewittchen-Version als krönender Abschluss des Bregenzer Frühlings</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/sexuell-aufgeladene-schneewittchen-version-als-kroenender-abschluss-des-bregenzer-fruehlings</link>
    <description>Die Geschichte von Schneewittchen und der bösen Stiefmutter gehört seit der Veröffentlichung der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen vor ziemlich genau zweihundert Jahren zum Allgemeingut. Während bei den Gebrüdern Grimm die Sexualität als Triebfeder der Geschichte aber höchstens von erwachsenen LeserInnen zwischen den Zeilen erahnt werden kann, lässt Angelin Preljocaj in seinem 2008 uraufgeführten „Blanche Neige“ keinerlei Zweifel offen. Hier knistert es, nicht nur dank der extravaganten Kostümideen Jean Paul Gaultiers.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Stiefmutter als Latex-Domina</b><br /><br />Bereits der erste furiose, von Blitz und Donner und wummerndem, hart an der Schmerzgrenze angesiedeltem Bassdröhnen begleitete Auftritt der Stiefmutter in einem schwarz-weiß-roten Latex-Dress, das auch aus dem Kleiderkasten der einstmals ebenfalls von Gaultier ausgestatteten Madonna stammen könnte, macht klar, was Preljocaj unter „Schneewittchen-Komplex“ versteht: diese Stiefmutter ist ein Vamp und wird ihren Status als „sexiest woman alive“ ganz sicher nicht freiwillig an ihre Stieftochter weitergeben. Die Katzen in ihrem finsteren Schloss unterstreichen noch diese triebhaft aufgeheizte Raubtierwelt. Erst ganz zum Schluss, am bitteren Ende, wird sie in ihren glühenden Pantoffeln einen ganz und gar nicht mehr erotischen Tanz aufführen.<br /><br /><b>Traumhafte Bilder</b><br /><br />Aber nicht nur diese finsteren Bilder – allen voran natürlich das überdimensionale „Spieglein, Spieglein an der Wand“ mit seinen traumhaften Zeitlupensequenzen – werden sich in das Gedächtnis der Zuschauer einprägen. Auch die mitunter grotesk anmutenden Tänze des Hofstaates oder die Szene, in der die zu Soldaten mutierten Jäger statt Schneewittchen einen Hirsch töten, waren beeindruckend. Vor allem aber natürlich die sieben Zwerge, die Preljocaj an einer acht Meter hohen Steilwand ihre akrobatischen Fähigkeiten demonstrieren lässt– heitere Momente inmitten höchst dramatischer Bilder. Bühnenbildner Thierry Leproust und Lichtdesigner Patrick Riou tragen auf grandiose Weise dazu bei, die extravaganten Ideen Angelin Preljocajs  auf der Bühne zu verwirklichen, der permanent die Gothic-Rock-Welt der bösen Königin auf die idyllischen Bilder des lieblichen Schneewittchen prallen lässt.<br /><br /><b>Großartiger Pas de deux</b><br /><br />Geschickt führt Angelin Preljocaj das Stück zum dramatischen Höhepunkt, inszeniert die berühmte Apfelszene als brutale Gewaltorgie, und lässt Schneewittchens tote Mutter nochmals spektakulär vom Himmel herunterschweben. In einem großartigen Pas de deux versucht der verzweifelte Prinz, Schneewittchen zum Leben zu erwecken, was letzten Endes – Happy-end muss natürlich sein – auch ohne sein direktes Zutun gelingt. Die großartigen tänzerischen Leistungen zur Musik von Gustav Mahler und den elektroakustischen Einschüben von 79D in Angelin Preljocajs epochaler „Schneewittchen“-Interpretation waren ein angemessenes Finale für diesen „Bregenzer Frühling“, der sein 25 Jahre-Jubliläum mit Top-Produktionen vor weitestgehend ausverkauften Häusern feierte.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-06-05T20:18:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/babel-lustig-sidi-larbi-cherkaouis-praesentiert-201esein-eigenes-ding201c-zum-thema-sprachverwirrung-und-sorgte-fuer-begeisterungsstuerme">
    <title>Babel lustig - Sidi Larbi Cherkaoui präsentiert „sein eigenes Ding“ zum Thema Sprachverwirrung und sorgte für Begeisterungsstürme</title>
    <link>http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/babel-lustig-sidi-larbi-cherkaouis-praesentiert-201esein-eigenes-ding201c-zum-thema-sprachverwirrung-und-sorgte-fuer-begeisterungsstuerme</link>
    <description>Die bekannte biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel bietet natürlich jede Menge Stoff für alle Arten von Tragödien, aber kann man, darf man diese ernsthafte Thematik um die Hybris der Menschheit und deren göttliche Bestrafung durch die Sprachverwirrung und alle daraus resultierenden Probleme auch auf humorvolle Weise abhandeln? Ja, man kann und man darf, vorausgesetzt man verfügt über die genialen Fähigkeiten des Sidi Larbi Cherkaoui. Das Bregenzer Publikum verabschiedete den mit internationalen Preisen überhäuften Choreographen und seine traumhafte Compagnie „Eastman“ jedenfalls mit stehenden Ovationen.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Das Geheimnis des Erfolges liegt sicherlich in der lässigen Coolness, mit der Cherkaoui die verschiedensten Künste, Stile und Welten aufeinander treffen lässt. „Ich begann zu choreographieren und mixte das mit dem und das mit dem und machte mein eigenes Ding und dann sagten die Leute: Das ist zeitgenössischer Tanz, was Du da machst und ich sagte: zeitgenössischer was?“ – so beschreibt Cherkaoui seine Anfänge und seine Grundhaltung, die auch beim mittlerweile 35-jährigen Starchoreographen durchaus noch spürbar ist. Das „Was?“ ist im Fall von „Babel“ eine geniale, weil gleichermaßen witzige wie anspruchsvolle Mischung aus Texten, Tanz, Musik und Bühnenbild. So genial, dass man gar nicht weiß, wo man mit dem Loben anfangen soll.<br /><br /><b>Stagedesign: große Wirkung mit einfachsten Mitteln</b><br /><br />Vielleicht in der Aufzählung von hinten: Die fünf riesigen, aus Stahlrohren zusammengesetzten Quader, die alle unterschiedliche Formate haben, aber über dasselbe Volumen verfügen, wirken auf den ersten Blick vielleicht nicht spektakulär, sind es aber. Denn sie sind ebenso wie die dreizehn TänzerInnen permanent in Bewegung, werden von diesen dauernd zu neuen Landschaften formiert, dienen als überdimensionale Requisiten und scheinen trotz ihres enormen Gewichts ab und zu selbst ein kleines Tänzchen zu wagen. So ein Stahlobjekt kann den Turm von Babel ebenso symbolisieren, wie einen mit Immigranten gefüllten Autobus, eine Gefängniszelle oder einen „Zeittunnel“, durch den ein Akteur von der Gegenwart in die Steinzeit und wieder retour gelangen kann – in dieser Perfektion der Ausführung ist dafür nicht einmal mehr allzu viel Phantasie seitens des Betrachters notwendig. Ein Geniestreich von Antony Gormley, dessen hundert stählerne Betrachterfiguren im Bregenzerwald und in der Arlbergregion an diesem Abend wohl interessiert Richtung Bregenz geblickt haben.<br /><br /><b>Von Ethno bis HipHop</b><br /><br />Auf der Bühne bewegten sich Menschen aus dreizehn Ländern zu den vielgestaltigen Rhythmen, Tönen und Gesängen von sechs Live-Musikern, die im Bühnenhintergrund etwas erhöht und somit gut sichtbar das Geschehen musikalisch kommentierten, untermalten und vorantrieben. Diese zumeist ziemlich rasante, mitunter auch sehr trancige Mischung aus den verschiedensten ethnischen Ingredienzien bis hin zum HipHop wäre mitunter auch als Konzertabend durchgegangen, und sie konterkarierte, was die verbale Kommunikation etwa in chauvinistischen Ergüssen weiszumachen versuchte: Die Vielsprachigkeit und Unterschiedlichkeit der Menschen wirft nicht nur Probleme auf, sondern kann durchaus auch als Bereicherung und belebendes Element erfahren werden.<br /><br /><b>Tanz, Schauspiel, Akrobatik ... und zugleich Programm</b><br /><br />Die Anforderungen, die Sidi Larbi Cherkaoui an seine Compagnie stellt, sind so grenzenlos wie sein Kunstverständnis. Sie haben Tänzer, Schauspieler und Akrobaten in einem zu sein – eine Tänzerin hält einen langen Monolog zum Thema Kommunikation, wird dann zu einer mechanischen Puppe, die auf Knopfdruck funktioniert, mutiert schließlich zu einer Art Luftballon, der aufgeblasen wird und durch die Gegend fliegt, bis die letzte Luft wieder entwichen ist. Nur mal als kleines Beispiel, gleich vom Anfang des Stückes. Und in ihrer Multinationalität und Buntheit sind die Akteure zugleich Programm. Ebenso wie Sidi Larbi Cherkaoui selber, dessen muslimischer Vater Marokkaner ist und dessen katholische Mutter aus Flandern stammt. So werden ernste Themen – wie etwa die schicksalshafte Überprüfung von Immigranten durch die Einwanderungsbehörde – zwar nicht ihrer Ernsthaftigkeit beraubt, aber mit Witz und Ironie abgehandelt. Denn trotz aller Spannungen soll offen bleiben, ob der Turmbau zu Babel nicht vielleicht doch sogar als erfolgreiches Projekt betrachtet werden kann. Man muss nur mit einem wachen Bewusstsein leben, wie die Schlussszene eindrucksvoll zeigt: dort stehen alle Akteure in einer Reihe nebeneinander, die Beine ineinander verhakt. So kann jeder einzelne mit der kleinsten Bewegung in der gesamten Reihe eine Kettenreaktion auslösen. Eine wichtige Botschaft, die wie alle anderen an diesem Abend nicht mit dem Zeigefinger präsentiert wurde, sondern eher im Sinne Dario Fos, der daran glaubt, durch das Lachen Nägel in die Köpfe der Zuschauer treiben zu können.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-05-07T22:13:00Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/perfekt-unperfekt-2013-marie-chouinard-verweigert-sich-beim-bregenzer-fruehling-den-gewohnten-vorstellungen-von-tanz-und-verwickelt-sich-in-widersprueche">
    <title>Perfekt unperfekt – Marie Chouinard verweigert sich beim Bregenzer Frühling den gewohnten Vorstellungen von Tanz und verwickelt sich in Widersprüche</title>
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    <description>Der Komponist Louis Dufort hat Glenn Goulds geniale Einspielung von  J.S. Bachs berühmten Goldberg-Variationen sowie Interviewausschnitte mit dem Tastenstar genommen und sie gnadenlos durch den elektronischen Fleischwolf gedreht – zerdehnt, beschleunigt, zerstückelt und neu montiert. Der ideale Soundtrack zu "bODY_rEMIX". Denn der Name Marie Chouinard ist nicht zufällig gleichermaßen mit großen Skandalen wie mit wichtigen Auszeichnungen verbunden. Die Kanadierin geht keinerlei Kompromisse ein.</description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p><b>Unglaublich perfektes Humpeln und Kriechen ...</b><br /><br />In "bODY_rEMIX" sieht man alles, nur nicht das übliche Tanzvokabular. Auch nicht das zeitgenössische. Die Tänzerinnen und Tänzer mühen sich nämlich eineinhalb Stunden lang mit den unterschiedlichsten Arten von Krücken, Gehgestellen und Gehwägen über die Bühne, sie kriechen, schweben an Seilen oder hüpfen an Gummibändern, humpeln auf nur einem Spitzenschuh oder bemühen sich zu zweit aneinander gefesselt um ein Fortkommen. Sie kämpfen zwischen Barren eingeklemmt und lieben sich im Trapez hängend. Manchmal treiben sie es auf die Spitze, indem sie neben den Krücken auch noch eine an der Stirn befestigte Metallstange und eine Stange im Mund in den Tanz mit einbeziehen. All dies geschieht mit einer unglaublichen Perfektion und Präzision, was sich natürlich nur durch eine perfekte Körperbeherrschung erreichen lässt. <br /><br /><b>Besondere ästhetische Dimensionen des Deformierten ...</b><br /><br />So gewinnt das Deformierte, das Unperfekte ganz besondere ästhetische Dimensionen, der Begriff der Vollkommenheit wird gleichzeitig in Frage gestellt und erweitert. So wie die Akteure nur mit knappsten Bandagen (un)verhüllt ihre Körper zur Schau stellen, wird auch der Tanzbegriff aus allen Konventionen herausgeschält. <br /><br /><b>... aber auch ein Widerspruch in sich selbst</b><br /><br />Das Ganze erscheint aber als ein wohl kalkuliertes Experimentierfeld, irgendwie ein Widerspruch in sich selbst, wenn an sich perfekte Körper in einer Art Krüppel-Parade (im Sinne des Geusenwortes verstanden) präsentiert werden, sodass mitunter Erinnerungen an die vorzügliche DanceAbility-Workshops mit Alito Alessi wach werden, wo allerdings tatsächlich Behinderte in den Tanz eingebunden werden. Mit der Zeit schlichen sich auch gewisse Längen ein, und man hätte sich das Ganze in einer ein bisschen geraffteren Form gewünscht, dann hätte man sich auch die Pause ersparen können, die den Fluss des Geschehens empfindlich gestört hat.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
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    <dc:date>2011-05-01T18:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/sensationeller-auftakt-zum-bregenzer-fruehling-2011-mit-dem-australian-dance-theatre">
    <title>Sensationeller Auftakt zum Bregenzer Frühling 2011 mit dem Australian Dance Theatre</title>
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    <description>Das Konzept des „Bregenzer Frühlings“ lässt sich leicht auf einen Nenner bringen: hochkarätige internationale Compagnien präsentieren erstklassige Produktionen, die am Puls der Zeit liegen. Was das Australian Dance Theatre zum Auftakt des 25 Jahre-Jubiläums des renommierten Tanzfestivals im ausverkauften Bregenzer Festspielhaus bot, ragt aber nochmals aus diesem ambitionierten Programm der choreographischen und tänzerischen Superlativen heraus. Garry Stewart, der ungemein einfallsreiche künstlerische Leiter der international äußerst gefragten Truppe, legt mit dem 2010 uraufgeführten „Be Your Self“ ein absolutes Meisterstück vor. </description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[<p>Der Auftakt von „Be Your Self“ verdeutlicht eindrucksvoll, was man dann für den Rest des eindrucksvollen Tanzabends zwar im Hinterkopf behält, angesichts der sich nahezu überschlagenden choreographischen Einfälle und deren meisterhaften, tänzerischen Umsetzungen aber leicht wieder vergisst: nämlich, welch kompliziertes Zusammenspiel von Körper und Geist denn da eigentlich auf der Bühne abläuft. Allein um verbal minutiös zu beschreiben, was im Körper und im Gehirn eines Tänzers vor sich geht, der im Zeitlupentempo seinen Fuß hebt, ihn in der Luft streckt und wieder senkt, muss eine Schauspielerin einen gigantischen, äußerst rasant gesprochenen Wortschwall vom Stapel lassen. Mit der verbalen Schilderung des eine gute Stunde dauernden Stückes wäre die gute Frau vermutlich monatelang beschäftigt. <br /><br /><b>Genialer Soundtrack zum außergewöhnlichen Bewegungsvokabular</b><br /> <br />Die folgenden Sequenzen konnte man dann mit vor Staunen offenem Mund genießen, denn dem unkonventionellen Sounddesigner Brendan Woithe ist es gelungen, alle Vorgänge in den Körpern der Tanzakteure auf gleichermaßen stimmige wie witzige Weise akustisch umzusetzen. Da werden Muskelbewegungen hörbar gemacht, Gelenke knarren, Körpersäfte blubbern, Nervenströme knistern, Herzen klopfen zum Zerspringen, die Atmungsgeräusche signalisieren Hochbetrieb. Den Tänzerinnen und Tänzern gelingt es, dies in einer unglaublichen Präzision, energiegeladen, kraftvoll und punktgenau umzusetzen, noch dazu in einem Tanzvokabular, das nur möglich ist, weil sie nicht nur in klassischen und zeitgenössischen Tanztechniken ausgebildet sind, sondern auch Kampfkunst, Breakdance, Gymnastik, Yoga und Kontakt-Improvisation trainieren. Spannender und vergnüglicher lassen sich Überlegungen zum kartesianischen Bild vom Geist/Körper-Dualismus oder auch modernere neurobiologische Konzepte wohl kaum visualisieren.<br /><br /><b>Multifunktionales Stage-Design</b><br /><br />Garry Stewart ist es überzeugend gelungen, durch die keineswegs aufgesetzt, sondern durchwegs organisch wirkende Kooperation mit anderen Künstlern „Be Your Self“ als multimediales Gesamtkunstwerk auf die Bühne zu bringen. So haben die New Yorker Architekten Diller, Scofido + Renfro ein einfach wirkendes, aber unglaublich effizientes und vielseitig einsetzbares Bühnenbild entworfen – eine schiefe, weiße Ebene über die ganze Bühnenbreite, mit Stoff bespannt und zahlreichen Schlupflöchern gespickt. Dieses Bühnenelement dient als Projektionsfläche für die Videos von Brenton Kempster, die oftmals auf verblüffende Weise mit den Bewegungen der TänzerInnen kombiniert und nahtlos ins Tanzgeschehen integriert werden. Es wird auch als Auftrittshilfe genutzt, um die Akteure wirkungsvoll ins Geschehen hineinrutschen zu lassen, oder um sie wie von Geisterhand gelenkt wieder wegzuzaubern. Am Ende von „Be Your Self“ gewinnt die weiße Fläche nochmals ganz zentrale Bedeutung, wenn ein seltsames Ballett fragmentierter Körperteile kombiniert mit bildnerischen Elementen und einem eher einlullenden Sound den ganzen Saal in einen trancehaften Zustand versetzt. Aus dieser traumartigen Sequenz in die Wirklichkeit zurückgekehrt verabschiedete das Publikum die unkonventionellen Australier mit begeistertem Applaus. Ob es den ewigen Fragen nach dem „Ich“ und dem „Selbst“, nach Körper-Seele-Geist auch gedanklich näher gekommen ist, bleibt offen, ein fulminanter Tanzabend war es auf jeden Fall.</p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Peter Füssl</dc:creator>
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    <dc:date>2011-03-20T13:33:42Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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  <item rdf:about="http://kulturzeitschrift.at/kritiken/tanz/einsam-zappelt-der-mensch-1">
    <title>Einsam zappelt der Mensch</title>
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    <description>Alain Platels Produktion „Out of Context – For Pina“ wurde am Freitag auf der Werkstattbühne des Festspielhauses im Rahmen der "KAZ - Kunst aus der Zeit"-Schiene der Bregenzer Festspiele gezeigt. Die belgische Tanzgruppe „les ballets C de la B“ löste damit sowohl Begeisterung als auch Irritation und Unverständnis aus.</description>
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<![endif]-->  </meta></meta></meta></meta>Nachdem der Choreograph Alain Platel in den letzten Jahren mit dem Genre Oper flirtete und eher opulente Bühnenwerke mit Livemusik und Sängern präsentierte, kehrte er mit seiner jüngsten Performance &bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; zu seinen Wurzeln zurück. Das Tanzstück, das in erster Linie auf die Körperkunst der Tänzer setzt, kommt ohne Kostüme, ohne Bühnenbild, mit reduzierter Musik und Geräuschen aus. Sechs Tänzer und drei Tänzerinnen kommen in <span style="">&nbsp;</span>Alltagskleidung auf die Bühne, legen alles bis auf die Unterwäsche ab und hüllen sich in Decken. Zwei Mikroständer mit Mikrophon stehen im Raum. <br /><br /><b>Berührendes und Abstoßendes<o:p></o:p></b><br /><br />Hysterische Bewegungsabläufe, Fragmente, kleine Geschichten über Begegnungen, Annäherung und Entfernung, über Einsamkeit inmitten vieler Menschen beherrschen den Abend. Achtzig Minuten lang erlebt der Zuschauer kollektive Ausgelassenheit neben individueller Einsamkeit, Berührendes neben Abstoßendem. Eingeflochten in die einzelnen Szenen, immer wiederkehrend, ist die Entstehung des Menschen &ndash; Evolution, Begattung, Schwangerschaft, Geburt.<o:p></o:p><b><i><br /><br /></i>Ausdrucksstarke Körperlichkeit</b><br /><br />Platel, der einige Jahre als Heilpädagoge mit Kindern mit Behinderung gearbeitet hat, verwendet mit größtem Respekt die Körpersprache von Menschen mit Behinderung. Dies ist - in dieser Form - für manche Zuschauer peinlich und befremdend. Die Stücke von Alain Platel kann man nicht einfach nur anschauen und genießen. Zum Genuss werden sie erst, wenn man sich eingehend damit beschäftigt, wenn man sich einlässt und zulässt. Nicht nur mit seinen Tänzern geht er bis an die Grenzen des Möglichen, er verlangt auch dem Zuschauer einiges ab.<br />Die Unterschiedlichkeit der Tänzerinnen und Tänzer fasziniert, ihre auffallende und prägnante Individualität, die ausdrucksstarke Körperlichkeit mit höchst differierender Persönlichkeit.<br />&bdquo;les ballets C de la B&ldquo; präsentiert modernen Tanz, der den Menschen ganz tief im Innersten berührt, auf archaischste Weise direkt das Nervenzentrum des Zuschauers zum Vibrieren bringt, aufwühlt.&nbsp; <br /><br /><b>Schön, lustig, aufreibend &hellip;<i><o:p></o:p></i></b><br /><br /><o:p></o:p>&bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; ist eine Hommage an die 2009 verstorbene Pina Bausch, der Choreografin, die im letzten Jahrhundert begonnen hat, Tanz mit anderen Genres zu mischen und eine ganz eigene zukunftsweisende Bühnensprache entwickelte.<br />&quot;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; ist anmutend schön, wenn sich die TänzerInnen ganz langsam aus ihren Decken schälen, schlüpfen wie Küken, mit großer Eleganz und Körperbeherrschung. <br />&bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; ist in vielen Momenten unglaublich berührend, wenn zwei sich annähern, beschnuppern, aber einer immer alleine ist.<br />&bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; ist auch wahnsinnig amüsant, wenn die TänzerInnen im Technofieber raven, sich jeder versucht <span style="">&nbsp;</span>aufs einmaligste zu präsentieren, sich aufbläht, körperlich schwadroniert.<br />&bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; ist aufreibend mit seinen hysterischen Bewegungsabläufen, um dann gleich wieder mit kleinen sehr langsamen Movements zu beruhigen.<br />&bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; irritiert und verunsichert, wenn spastische, vermeintlich unkoordinierte Bewegungsabläufe die Szene dominieren.<br />&bdquo;Out of Context &ndash; For Pina&ldquo; lässt lächeln und begeistert, wenn die Tänzer sich auf und unter ihren Decken in Babies verwandeln, mit einer Großartigkeit neun kleine eigenständige Individuen präsentieren.<br /><br />Kunst aus der Zeit bringt mit &bdquo;les ballets C de la B&ldquo; ein international gefeiertes Ensemble nach Bregenz, mit Alain Platel einen der führenden, stilbildenden Choreographen unserer Zeit.<o:p></o:p></p>]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Dagmar Ullmann-Bautz</dc:creator>
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    <dc:date>2010-08-14T12:54:16Z</dc:date>
    <dc:type>Kritik</dc:type>
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