Süt - Milch
Türkei 10, S. Kaplanoglu
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- 28.01.2012 22:00
- Kategorie
- Film / Kino
- Veranstaltungsort
Metrokino, Filmforum
Rheinstrasse 25
6900 Bregenz
05574 71843
http://www.filmforum.at
kontakt@filmforum.at
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Wenn weniger mehr ist, dann ist Mirel Wagner unschlagbar. Die 23-jährige, die schon als Baby aus Äthiopien zu ihren Adoptiveltern in Finnlands zweitgrößte Stadt Espoo kam, legt mit ihrem schlicht und einfach „Mirel Wagner“ betitelten Debutalbum in jeglicher Hinsicht ein Meisterstück gegen die alltägliche Reizüberflütung vor.
Mit „Dreiviertelmond“ läuft diese Woche im Kino Madlen in Heerbrugg ein deutsches Feelgood-Movie, das zwar filmisch nicht allzu viel zu bieten vermag, aber aufgrund der beiden Hauptdarsteller Elmar Wepper und Mercan Türkoglu dennoch sehenswert ist. Klassische Filmkunst steht dagegen am Spielboden Dornbirn auf dem Programm, wo Peter Madsen und ein Teil seines CIA-Orchester zu Paul Wegeners und Carl Boeses Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ live improvisiert.
Ausdauer hat er, das muss man ihm lassen, Unverwüstlichkeit dazu: In einem – von einer kurzen Pause unterbrochenen – rund dreistündigen Set ließ sich Bernd Begemann von keiner Panne beeindrucken. Ob der Akku seines Handys (von dem er Instrumentalparts einspielte) schlappmachte, eine Saite an der ersten Gitarre riss und auch die zweite beinahe zu Bruch ging, der Publikumschor weder stimmgewaltig noch intonationssicher genug war – der Singer-Songwriter aus Hamburg zog seine sehr unterhaltsame Show weiter durch. Rampensau bleibt Rampensau.
Nicht nur für eingefleischte Opernfreunde lohnt sich derzeit ein Besuch der aktuellen Produktion am Vorarlberger Landestheater mit Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore“, geläufiger unter der Bezeichnung „Der Liebestrank“. Darin verbinden sich musikalische und szenische Elemente einer spritzigen italienischen Spieloper mit Bühne, Licht, Schauspiel und zumeist überragenden sängerischen und musikalischen Darbietungen zu einem kleinen Gesamtkunstwerk und damit etwas vom Besten, was man in dieser langjährigen Koproduktionsreihe bisher erlebt hat. Ein solches Ergebnis ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass die beiden wichtigsten Leute im Leading Team, nämlich der Regisseur und der Dirigent, mit dieser Arbeit im Bereich der klassischen Oper debütierten.
Eine lokale Rettungsaktion von Walen, die im Eis von Alaska eingeschlossen sind, löst landesweites Medieninteresse aus. Die illustren Helfer, die „Der Ruf der Wale“ am Eisloch versammelt, verfolgen aber vor allem Eigeninteressen. Die Wale sind ihnen eher egal. So entpuppt sich dieser Film weniger als Naturfilm mit human touch sondern als sarkastische Mediensatire.
Wer meint, erstklassiger Jazz könne nicht lustig sein, der hat „Mostly Other People Do The Killing“ noch nicht gesehen. MOPDTK-Konzerte gleichen einer musikalischen Achterbahnfahrt, wenn das New Yorker Quartett die Trommelfelle mit seinem wilden Mix aus allen Jazzstilen zwischen New Orleans und Free Jazz bombardiert. Für das Konzert, das am Samstag, 18.2.2012 über die Bühne des Dornbirner Spielboden gehen wird, werden 2x2 Karten verlost.
Die Karriere des amerikanischen Ausnahme-Cellisten und Komponisten Hank Roberts, der seit mehr als drei Jahrzehnten zu den Aushängeschildern der New Yorker Avantgarde-Szene gehört, ist eng mit jener des genialen Gitarristen Bill Frisell verbunden, in dessen Band er schon in den 1980er Jahren spielte, was auf einigen großartigen, bei ECM und Nonesuch erschienenen Platten dokumentiert ist.
Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche mit "Nader und Simin - Eine Trennung" ein brillant konstruiertes packendes Drama, das einen tiefen Einblick in die Zerrissenheit der iranischen Gesellschaft gibt. Vor allem mit prachtvollen Bildern punktet dagegen "Russlands Wildnis - Im Reich der Bären, Tiger und Vulkane", der im Takino Schaan auf dem Programm steht.
Martin Scorsese trägt eine Last auf den Schultern und eine Vision in sich. Die Last hat etwas mit der Lobpreisung des größten Regisseurs aller Zeiten zu tun, die Vision damit, das Kino selbst zum Sprechen zu bringen. Beides verknüpft sich zu einer Aufgabe, die nicht leicht zu bewältigen scheint. Das macht das moderne Märchen „Hugo Cabret“ deutlich.
Zuerst denkt man vielleicht an Joanna Newsom oder Björk, in den schrulligeren Stücken auch an Cocorosie, doch nach 43 Minuten und 2 Sekunden gibt es keinen Zweifel mehr, dass Dominique Dillon de Byington, kurz Dillon genannt, schon mit ihrem Debutalbum ihre eigene Stimme gefunden hat.
„Dee Dolen“ mit der Jazzsängerin Ingrid Moser, dem Gitarristen Achim Kirchmair sowie dem Akkordeonisten Christian Bakanic haben für ihr aktuelles Projekt die beiden Musiker Todd Isler und Peter Herbert als Partner eingeladen. Im Rahmen der Jazz&-Reihe gastierten die Fünf am Dornbirner Spielboden. Unter dem Leitgedanken „Moments of life“ präsentierten sie eine breite musikalische Palette. Im Mittelpunkt stand Ingrid Moser mit ihrer wandlungsfähigen Stimme. Ausgezeichnet unterstützt und ergänzt wurde sie von den gut miteinander kommunizierenden Bandmusikern an ihrer Seite.
Das Filmforum Bregenz zeigt diese Woche im Metrokino Bregenz Pedro Almodóvars kühnen Mix aus Horror- und Psychothriller „Le piel que habito - Die Haut in der ich wohne“. Am Spielboden Dornbirn wird die „Filmreihe Psychische Krankheiten“ mit dem Dokumentarfilm „Schnupfen im Kopf“ fortgesetzt. Die Filmemacherin Gemma Bak dokumentiert darin ihre eigene langjährige „paranoide halluzinatorische Psychose“.
Nach dem autobiographischen Animationsfilm „Persepolis“ erzählen Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud nach Satrapis eigener Graphic Novel die unglückliche Liebesgeschichte ihres Großonkels Nasser-Ali als Realfilm mit Animationselementen.
Es gibt Filme, die sich in der Wahrnehmung von Filmkritik und Kinopublikum nahezu in zwei Werke aufzuspalten scheinen. Das britische Agentendrama Tinker Tailor Soldier Spy ist so ein Fall. Im Netz schön ablesbar: Zuerst die Elogen der Kritiker, dann vielfach enttäuschte Postings. Liegt es nur daran, dass dieser Agentenfilm sich bestimmten Genreregeln verweigert?
Die Mitgliederausstellung 2012 der Berufsvereinigung Bildender KünstlerInnen Vorarlbergs im Bregenzer Palais Thurn und Taxis steht ganz im Zeichen des „Drucks“.