-
Ein markantes musikalisches Profil verlieh das Barockorchester Concerto Stella Matutina dem zweiten Abonnementkonzert in der Kulturbühne AmBach. Die MusikerInnen stellten den Orpheusmythos ins Zentrum und präsentierten unter anderem Arien aus Opern von Claudio Monteverdi, Stefano Landi und Luigi Rossi. Die hervorragende Sopranistin Judit Scherrer und der Tenor Jakob Pilgram verliehen den Werkdeutungen eine besondere Note. Experimentierfreude bewiesen die Programmverantwortlichen, weil sie die Choreographin Rose Breuss und ihre Tanzcompany „Cie.Off.Verticality“ zur Zusammenarbeit eingeladen hatten. Barockmusik und moderner Tanz sollten eine Einheit ergeben, doch es blieb ein schwer zu benennender Widerspruch offen.
-
Der Mensch, meinte Friedrich Schiller, ist "nur da ganz Mensch, wo er spielt". Den Beweis dafür liefert das Erfolgsstück des Jahres 2011: "Verrücktes Blut" von Nurkan Erpulat und Jens Hillje. Diese ausgesprochen vitale Auseinandersetzung mit den frühen Schiller-Dramen ist jetzt im Bregenzer Theater Kosmos zu sehen. Und sie ist so jung, leidenschaftlich, witzig, brutal, poetisch, tabulos und groovy, dass sie am gestrigen Premierenabend niemanden kalt ließ.
-
Das Soundsnoise Festival 2012 hält, was es verspricht und schafft an vier Tagen Raum für Experimentelles, Avantgardistisches, Schräges und Extremes aus der Welt der Musik. Wer also genug hat von ausgelutschten Klischeerepetitionen, findet hier eine Oase der Andersartigkeit.
-
Vor ausverkauftem Haus zeigen Tobias Bonn und Christoph Marti, besser bekannt als Toni und Ursli Pfister, eine perfekte Show. In ihrem Programm „Servus Peter – Oh là là Mireille“ schlüpfen sie nicht nur in die Rollen der Protagonisten Peter Alexander und Mireille Mathieu. Das Publikum begleitet die beiden Berliner auf ihrer Reise in die 60er- und 70er-Jahre sehr gern, schwelgt in Erinnerungen und singt begeistert mit; ob „Akropolis Adieu“ oder „Das kleine Beisl“. Begleitet und geleitet werden sie dabei vom fulminanten Jo Roloff Trio.
-
Unverschämt – und unverschämt witzig ist der neue Film von Sascha Baron Cohen. Auch in der Rolle eines nordafrikanischen Diktators nimmt der britische Comedian kein Blatt vor dem Mund, macht Witze über Diktatur, Feminismus und westliche Demokratie. So richtig bissig ist das zwar nicht, aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam – vorausgesetzt man kann über Geschmacklosigkeiten lachen.
-
Ein Aufruf vorneweg: Wer ein grundsätzliches Interesse an Musik abseits gängiger Hörgewohnheiten hat, ist bei diesem Festival bestens aufgehoben, wer nicht, möge sich einen Ruck und den neuen Klängen eine Chance geben!
-
Gewohnt kühl, aber ungemein präzise ist Christian Petzolds bei der heurigen Berlinale preisgekrönte DDR-Geschichte „Barbara“, die diese Woche vom Filmforum Bregenz und vom FKC Dornbirn gezeigt wird. Ein leises Drama über Trauer und Verlust bietet dagegen mit „Monsieur Lazhar“ das „Dienstagskino“ des Lindauer Club Vaudeville.
-
So absurd der Titel klingt, so ernst ist er gemeint, denn ein Scheich, der begeisterter Angler ist, will im Wüstenstaat Jemen Lachse ansiedeln. Aber nicht nur im Titel prallen in Lasse Hallströms Feelgood-Movie scheinbar unvereinbare Gegensätze aufeinander.
-
Evelyn Fink-Mennel hatte zur CD-Buchpräsentation „Wib ischt Ma, Ma ischt Wib“ geladen und der Besucherandrang im Frauenmuseum Hittisau war derart groß, dass zahlreiche Interessierte nicht eingelassen werden konnten. Ein Tag zuvor war die neue Ausstellung über „Tollkühne Frauen“ eröffnet worden und frelich gab und gibt es diese auch im Bereich der Volksmusik. Live musizierte Darbietungen mit zahlreichen Freunden der Musikerin und Buchautorin machten das Gesprächskonzert zu einem Fest. Darüber hinaus erfuhren die Zuhörenden viel über das Zusammenwirken der Volksmusik mit der Alltagskultur und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten.
-
Jene technische, aber nie blutleere Perfektion und das untrügliche Gespür für Ästhetik, das den Gitarristen Wolfgang Muthspiel auszeichnet, charakterisiert ihn nun erstmals auch als Sänger.
-
Das musikalische Märchen „Marie im Buchenwald“ stellten kleine und große BewohnerInnen der Gemeinde Buch auf die Beine und erhielten dafür von den begeisterten ZuschauerInnen standing ovations. Mit ganzem Einsatz, überschäumender Spielfreude und hervorragenden schauspielerischen, sängerischen und musikalischen Leistungen zogen die Mitwirkenden im voll besetzten Cubus in Wolfurt das Publikum in ihren Bann. Auf herzerfrischende Weise und mit allen Sinnen war das kreative Miteinander erfahrbar.
-
Einen fulminanten Abschluss der diesjährigen Abonnementkonzerte feierte das Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung von Gérard Korsten. Gleich zwei Highlights zeichneten das Konzert im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg aus. Sehr gut aufgenommen wurde das Konzert für zwei Bratschen und Orchester von Wladimir Rosinskij, das die Solisten Andreas Ticozzi und Karoline Kurzemann-Pilz souverän zur Uraufführung brachten. Immer wieder aufs Neue begeistert die Geigerin Patricia Kopatchinskaja das Publikum, weil sie wie keine andere mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit und einer mitreißenden Freude musiziert.
-
In seiner neuesten Produktion „SALZ BURG“ nach einer Textvorlage des Vorarlberger Autors Wolfgang Mörth nimmt das aktionstheater ensemble von Martin Gruber den Kniefall des Hochkulturbetriebs vor der Wirtschaft unter die Lupe und aufs Korn. Gestern feierte die Stückcollage im Rahmen des diesjährigen „Bregenzer Frühlings“ auf der Bregenzer Werkstattbühne seine Uraufführung.
-
Auch ohne ihren langjährigen Mitstreiter Klaus Huber, der Anfang des Jahres starb, bleiben die beiden verbliebenen Mitglieder von Ars Vitalis ihrem Stil treu. Dadaistisches Kabarett, skurrile Texte mit viel Wortwitz und musikalische Könnerschaft zeichnen auch „Das wüste Gobi“ aus. Peter Wilmanns und Buddy Sacher zeigen sich am Freitagabend bei ihrem Auftritt beim Seelax-Festival als Ornithologen der schrägen Art.
-
Zwei ausgewachsene Kerle werden als Polizisten in eine Highschool eingeschleust, um ein Drogenlabor auszuheben. Das ergibt eine überraschend sympathische Komödie.