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CD-Tipp

Daniel García Trio: Vía de la Plata
CD-Tipp
12.10.2021 Peter Füssl

Der aus Salamanca stammende und in Madrid lebende Pianist Daniel García und seine exzellenten, langjährigen Trio-Partner, die beiden Kubaner Reinier Elizarde „El Negrón“ am Kontrabass und Drummer Michael Olivera, machen dort weiter, wo sie vor zwei Jahren mit ihrem ACT-Debüt „Travesuras“ begannen: einem eingängigen, im Detail aber durchaus auch experimentierfreudigen und mit Unerwartetem aufwartenden Mix aus zeitgenössischem Piano-Jazz und Einflüssen der spanischen Musiktradition. García ließ sich für dieses Album vor allem von der geschichtsträchtigen Bedeutung Salamancas inspirieren, bereits zur Römerzeit eine wichtige Station auf der Via de la Plata, der „Silberstraße“, die zur Hauptschlagader der iberischen Halbinsel wurde und sie zu einem Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen machte.

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Halsey: If I Can’t Have Love, I Want Power
CD-Tipp
05.10.2021 Peter Füssl

Den Song „More“ auf ihrem Anfang 2020 erschienenen Album „Manic“ richtete Halsey, die davor drei Fehlgeburten zu beklagen hatte, an ihr vorerst leider nur imaginäres Kind. Nun präsentiert sie sich auf dem Cover ihres aktuellen Albums in einer Madonna-lactans-Pose, die frappant an das berühmte Frührenaissance-Gemälde „Die thronende Madonna mit dem Jesuskind“ von Jean Fouquet aus dem Jahr 1456 erinnert. Oder Halsey in der Rolle der heiligen Hure? Für Verfechter:innen radikaler Sittlichkeit ist übrigens in den USA auch eine keusche Cover-Variante erschienen, auf der das Baby den rechten Arm computergeneriert in die Höhe streckt und damit wenigstens die Brustwarze verdeckt.

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Mathias Eick: When We Leave
CD-Tipp
30.09.2021 Peter Füssl

Mit seinem fünften ECM-Album schließt der norwegische Trompeter Mathias Eick musikalisch an das vor drei Jahren erschienene Album „Ravensburg“ an, eine wunderschöne Hommage an den Geburtsort einer seiner Großmütter. Nach dem Motto „never change a winning team“ hat er im August 2020 wieder Geiger Håkon Aase, Pianist Andreas Ulvo, Bassist Audrun Erlien und die beiden Drummer Torstein Lofthus und Helge Andreas Norbakken ins legendäre Osloer Rainbow Studio eingeladen, um gemeinsam mit Produzent Manfred Eicher sieben Eigenkompositionen einzuspielen. Neu dazugekommen ist ein weiterer alter Weggefährte Eicks, der Pedal-Steel-Gitarrist Stian Carstensen, der erwartungsgemäß einiges an zusätzlichen neuen Klangfarben einbringt.

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Little Simz: Sometimes I Might Be Introvert
CD-Tipp
27.09.2021 Peter Füssl

„Pressure makes diamonds“ lautet eine der Kernaussagen im umwerfenden, neuen Hip-Hop-Epos von Simbiatu Abisola Abiola Ajikawo, die als Little Simz seit rund zehn Jahren von London aus das Rap-Genre auf höchstem Niveau an ständig erweiterte Grenzen treibt. Pressure, also Druck, war von klein auf ein ständiger Begleiter der Tochter nigerianischer Einwanderer, die in einem Sozialbau im Nordlondoner Stadtteil Islington aufgewachsen ist. Soziale Unterdrückung und gesellschaftliche Missachtung gleich im Doppelpack – als Schwarze und als Frau. Mittlerweile hat die wortgewaltige Rapperin, Musikerin und Schauspielerin, ohne jegliche Abstriche an Glaubwürdigkeit oder irgendwelche Konzessionen an einen musikalischen Massengeschmack einen Status erreicht, wo sie sich nach vier Alben, doppelt so vielen EPs und Hauptrollen in erfolgreichen Fernsehserien als „diamond“ fühlen kann. „I’m a black woman, and I’m a proud one“ tönt sie selbstbewusst, „I get what I want when I want it” oder “Know it’s in my DNA to only be great”.

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Martin Tingvall: When Light Returns
CD-Tipp
16.09.2021 Peter Füssl

„Vor einem Jahr schien die Welt plötzlich still zu stehen. Als würden die Menschen den Atem anhalten über den ersten Schock der Pandemie. Gleichzeitig war dieses Frühjahr in Nordeuropa ungewöhnlich schön. Wochenlang strahlte die Sonne vom Himmel, die Knospen der Pflanzen und die Insekten kamen früher als sonst nach dem langen skandinavischen Winter. Ich war in dieser Zeit viel draußen in der Natur. Während dieses menschlichen Stillstands erschien mir die Kraft der Natur umso stärker – wie ein Zeichen, welches uns Menschen zeigen wollte, dass wir nicht aufgeben sollen.“ So schildert der sowohl mit seinem Trio als auch allein höchst erfolgreiche Martin Tingvall den Entstehungsprozess der 13 neuen Stücke für sein viertes Solo-Album, die er im März 2020 innerhalb weniger Tage in seiner südschwedischen Heimat komponierte.

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KUU!: artificial sheep
CD-Tipp
09.09.2021 Peter Füssl

„It’s easier to believe fiction than real life“ lautet die erste Zeile des sechs Minuten lang nervös dahinpreschenden Openers „Crimes That Bring Me Joy“ – und das darf man ruhig als programmatisch verstehen. Der Albumtitel „artificial sheep“ verweist auf den 1968 erschienen Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?” des genialen US-Science Fiction-Autors Philip K. Dick. Das Quartett KUU! wollte die Texte des neuen Albums zwar ohnehin dystopisch anlegen, die Vorgänge um die das gewohnte Leben abrupt ins Wanken bringende Corona-Pandemie machten Themen wie Machtausübung, das Implementieren von Ängsten, Zwang, Kontrolle, Überwachung, Infragestellen von gewohnten Rechten einerseits und Misstrauen, Paranoia, Verschwörungstheorien, Fake-News anderseits aber mit einem Mal alltagstauglich und sorgten für Verunsicherung.

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Torres: Thirstier
CD-Tipp
02.09.2021 Peter Füssl

„The more of you I drink, the thirstier I get“ singt Mackenzie Scott, die sich nach ihrem Großvater Torres nennt, im Titelsong ihres fünften Albums. Dieses – mitunter euphorisch wirkende – Gefühl von Begierde, Liebe und Leidenschaft zieht sich als Grundstimmung durch die zehn neuen Songs der mittlerweile Dreißigjährigen und ist der glücklichen und in der künstlerischen Wechselwirkung fruchtbaren Beziehung zu ihrer Frau, der Malerin Jenna Gribbon, zu verdanken.

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Andrew Cyrille Quartet: The News
CD-Tipp
26.08.2021 Peter Füssl

Der 81-jährige Andrew Cyrille hat 60 Jahre Jazz-Geschichte intus – Coleman Hawkins, Roland Hanna, Rahsaan Roland Kirk, Cecil Taylor, Carla Bley, Anthony Braxton, Marilyn Crispell, Reggie Workman, David Murray, Muhal Richard Abrams – das ist nur eine kleine Auswahl ehemaliger musikalischer Arbeitgeber:innen und Partner:innen, die ihn beeinflussten, die aber auch von seinem außergewöhnlichen Talent, Zeit und Raum zu formen und für seine Mitmusiker:innen zu öffnen, profitieren konnten. Er ist ein Meister der Reduziertheit und gedämpften Lautstärke, umspielt die Metren, deutet an, setzt kommunikative Akzente, kreiert außergewöhnliche Sounds und Stimmungen – ein komponierender Timekeeper. Immer dezent, stets präsent. Mit „The News“ schließt Cyrille – nach dem erfolgreichen 2018 erschienenen Trio-Album „Lebroba“ – nun wieder im Quartettformat an das erfolgreiche 2016-er Album „The Declaration of Musical Independence“ an.

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Paier / Valcic / Preinfalk: Fractal Beauty
CD-Tipp
20.07.2021 Peter Füssl

Seit mehr als zwanzig Jahren spielt der Akkordeonist Klaus Paier im Duo mit dem Saxophonisten/Klarinettisten Gerald Preinfalk und seit 2009 mit der Cellistin Asja Valcic, mit der er vier exzellente Alben bei ACT herausgebracht hat. Die Idee, diese beiden Duos zum Trio zusammenzuspannen, lag natürlich nahe, zumal die drei Virtuosen über „eine Art identischen Puls, dasselbe Feeling und dieselbe Energie“ verfügen, wie Paier betont.

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Julian Lage: Squint
CD-Tipp
13.07.2021 Peter Füssl

Der 33-jährige Kalifornier Julian Lage hat längst das Gitarren-Wunderkind-Image des Achtjährigen, der mit Carlos Santana auf der Bühne stand und in einem Aufsehen erregenden Dokumentarfilm porträtiert wurde, hinter sich gelassen und ist mit elf Alben unter seinem Namen und unzähligen Engagements bei prominenten Kollegen zu einer der herausragenden Persönlichkeiten auf seinem Instrument geworden. Diesen Ruf wird er nun auch mit seinem exzellenten Blue-Note-Debüt zementieren, das er gemeinsam mit seinem Langzeit-Bassisten Jorge Roeder und The Bad Plus-Drummer Dave King aufgenommen hat. Eigentlich sollte es schon nach einem sechstägigen Engagement im legendären Village Vanguard im Jänner 2020 ins Studio gehen, aber corona-bedingt trat eine längere Zwangspause ein, die laut Lage dazu führte, dass das Ausgangsmaterial unter dem Eindruck der Pandemie, aber auch der Black-Lives-Matter-Bewegung manches von seiner unbeschwerten Schönheit verlor und an Tiefe gewann, bis es dann letzten August endlich ins Studio in Nashville ging.

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Black Midi: Cavalcade
CD-Tipp
06.07.2021 Peter Füssl

Es war die unerwartete, brachiale Wucht in Kombination mit komplexem Können, das die aus vier knapp 20-Jährigen bestehenden Black Midi 2019 mit ihrem Debütalbum „Schlangenheim“ gleich in Richtung Kult-Status katapultierte. Der Gitarrist Matt Kwasniewski-Kelvin hat sich zwischenzeitlich mit mentalen Problemen verabschiedet, was für den kreativen Wahn des verbleibenden Trios mit Gitarrist/Sänger Geordie Greep, Bassist/Sänger Cameron Picton und Drummer Morgan Simpson freilich keinerlei Abbruch bedeutet. Vielmehr geht die explosive, vielfach nervenaufreibende, aber stets beeindruckende Mischung aus Prog-Rock, High-Speed-Fusion-Jazz, Punk und Noise auf dem zweiten Album „Cavalcade“ wieder voll ab, neu ist aber, dass auch manche akustische Ruheinsel (etwa „Diamond Stuff“) eingerichtet wurde.

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Amythyst Kiah: Wary + Strange
CD-Tipp
29.06.2021 Peter Füssl

„Wary + Strange“, vermutlich in etwa mit „misstrauisch + seltsam“ zu übersetzen, ist der zwar passende, aber die Großartigkeit maßlos untertreibende Titel des zweiten Albums von Amythyst Kiah - einer der eindrucksvollsten Stimmen unter den jungen US-Singer-Songwriter*innen. Erste Erfolge feierte die 33-Jährige im schwarze Befindlichkeiten und Roots-Music gleichermaßen auslotenden Frauen-Power-Gesangsquartett Our Native Daughters zusammen mit Rhiannon Giddens, Allison Russell und Leyla McCalla. Nun läuft Kiah aber mit maßgeblicher Unterstützung des Produzenten Tony Berg, der vor ihr unter anderem auch schon mit Phoebe Bridgers, Amos Lee, Aimee Mann oder Andrew Bird gearbeitet hat, zu ganz großer Form auf.

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Fabia Mantwill Orchestra: EM.PERIENCE
CD-Tipp
15.06.2021 Peter Füssl

Der Titel „EM.PERIENCE“ ist eine eigenwillige Wortschöpfung aus den Begriffen Empathie und Experience – an beidem fehlt es der in Berlin lebenden Saxophonistin, Sängerin, Komponistin und Bandleaderin Fabia Mantwill – obwohl erst 27 Jahre alt – keineswegs. Sie begann bereits mit 12 Jahren Jazz zu spielen, studierte später am Jazz-Institute Berlin, an der Sibelius-Akademie in Helsinki und an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Vince Mendoza engagierte sie als Komponistin und Arrangeurin für das Metropole Orkest, das aus einer Bigband und einer vollständigen Streicherformation besteht, und billiger gibt es Fabia Mantwill auch bei ihrem eigenen Orchester nicht.

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Paolo Fresu: P60LO FR3SU
CD-Tipp
10.06.2021 Peter Füssl

Der sardische Trompeter und Flügelhornist Paolo Fresu hat sich zum 60. Geburtstag selbst ein beeindruckendes Geschenk gemacht: ein aufwändig ausgestattetes und sehr geschmackvoll gestaltetes drei CD-Set auf seinem eigenen Label Tǔk Music. 1961 im kleinen Dorf Berchidda zur Welt gekommen, begann er mit 12 Jahren Trompete zu spielen, studierte in Bologna unter anderem beim italienischen Star-Trompeter Enrico Rava und eroberte ab Mitte der 1980-er Jahre zuerst die italienische, dann die europäische Jazzszene, mit deren Crème de la Crème er ebenso musizierte wie mit US-Jazzikonen à la Carla Bley, David Liebman oder Ralph Towner.

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Tony Allen: There Is No End
CD-Tipp
08.06.2021 Peter Füssl

Der am 30. April 2020 im Alter von 79 Jahren in seiner Wahlheimat Paris plötzlich an einem Aneurysma der Bauchaorta verstorbene Drummer Tony Allen war einerseits eine echte Legende der Musikgeschichte, andererseits aber auch bis zuletzt mit ungebrochener Abenteuerlust und beispielhaftem Forscherdrang am Hier und Jetzt der jungen Szene interessiert. Der 1940 in Lagos geborene, diverse Einflüsse aus dem amerikanischen Jazz und der traditionellen Musik seiner Heimat mit großem Einfallsreichtum kombinierende Autodidakt erlangte Berühmtheit als Drummer und musikalischer Leiter von Fela Ransome Kutis stilbildender Band Africa ’70. Diese mitreißende, unter der Bezeichnung Afrobeat firmierende Mischung aus Jazz, Highlife und traditionellen afrikanischen Rhythmen ist auf mehr als vierzig Alben festgehalten. In seine eigenen Projekte integrierte Allen zudem diverse elektronische Spielarten, Dub und Hip-Hop und schuf so seinen ganz speziellen Afrofunk. Aufsehen erregten auch Kollaborationen mit Ginger Baker oder mit Blur- und Gorillaz-Mastermind Damon Albarn in der Band The Good, The Bad & The Queen.

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Birgit Minichmayr: As An Unperfect Actor
CD-Tipp
01.06.2021 Peter Füssl

Die aus Oberösterreich stammende Schauspielerin Birgit Minichmayr, Jahrgang 1977, ist eine ganz Große ihres Fachs. Sie ist – mit Unterbrechungen durch Engagements an der Berliner Volksbühne und am Münchner Residenztheater – seit 1999 Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, spielte drei Jahre lang die Buhlschaft in Salzburg, wirkte in rund fünfzig Filmen und in zahlreichen Hörspiel- und Hörbuchproduktionen mit und wurde mit zahlreichen Theater- und Filmpreisen ausgezeichnet. Aber es gibt auch unerwartete Facetten ihres Schaffens. So trat sie musikalisch etwa mit den Toten Hosen in Erscheinung, als Duett- und Videoclip-Partnerin Campinos im intimen Love-Song „Auflösen“ und als Co-Texterin des Mega-Hits „An Tagen wie diesen“. Mit ihrem ersten Longplayer „As An Unperfect Actor“ schlägt Birgit Minichmayr nun ein weiteres Kapitel ihres Oeuvres auf, noch dazu ein ausgesprochen vielversprechendes.

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Sons of Kemet: Black To The Future
CD-Tipp
25.05.2021 Peter Füssl

Shabaka Hutchings steht mit seinen drei Bands Sons of Kemet, The Comet is Coming und Shabaka And The Ancestors, einer Formation mit südafrikanischen Musikern, im Rampenlicht der seit einiger Zeit enorm boomenden britischen Jazz-Szene. Der 37-jährige Tenorsaxophonist und Klarinettist, der jüngst auch die Welt der Flöten für sich entdeckt hat, liebt allumfassende Konzepte mit philosophischem und gesellschaftspolitischem Tiefgang, legt den Finger in die aus dem Kolonialismus resultierenden Wunden ebenso wie in jene der traumatischen rassistischen Vorfälle der Gegenwart, verbindet die Welt uralter Mythen mit den Ängsten, Sehnsüchten und Hoffnungen der Gegenwart und wirft einen optimistischen Blick in die Zukunft.

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Dry Cleaning: New Long Leg
CD-Tipp
20.05.2021 Peter Füssl

Florence Shaws stoischer Sprechgesang über zumeist kryptisch präsentierte Alltagsthemen – von Meghan Markle, den Brexit, ihrer toten Katze und Social Media-Blödsinn bis hin zu den Krümeln in ihrer Brotschublade – spielt sich innerhalb einer halben Oktave ab, lässt sich aber in Kombination mit Tom Dowses Gitarre, Lewis Maynards Bass und Nick Buxtons Drums an unterkühlter Lässigkeit kaum mehr überbieten.

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Thomas Strønen / Marthe Lea / Ayumi Tanaka: Bayou
CD-Tipp
18.05.2021 Peter Füssl

Würde man nur das erste und das achte Stück dieses Albums kennen, hätte man den Eindruck, es mit einer wunderschönen, etwas ausgefalleneren Spielart der „Nordic Music“ zu tun zu haben. Denn das in zwei Varianten realisierte Titelstück „Bayou“ geht auf ein altes Traditional zurück und wird von der jungen Norwegerin Marthe Lea unglaublich stimmungsvoll, voller Melancholie und Wärme, intoniert. Dabei ist sie sich erst durch dieses Stück der außerordentlichen Wirkung ihrer Stimme bewusst geworden. Mittlerweile konnte sie aber schon mehrere Preise für traditionellen, unbegleiteten Sologesang einheimsen, wenngleich ihr bevorzugtes Instrumentarium eigentlich aus diversen Flöten und Saxophonen besteht, sie auf „Bayou“ wiederum aber ausschließlich zur Klarinette greift.

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Wollny – Parisien – Lefebvre - Lillinger: XXXX
CD-Tipp
13.05.2021 Peter Füssl

Wenn der deutsche Pianist Michael Wollny, sein Landsmann Christian Lillinger an den Drums, der französische Sopransaxophonist Emile Parisien und der amerikanische E-Bassist Tim Lefebvre erstmals zu einem viertägigen Gipfeltreffen außergewöhnlicher Spitzenmusiker zusammenkommen, darf man sich natürlich einiges erwarten. Dennoch dürften die wenigsten Fans dieser gleichermaßen kreativen wie virtuosen Individualisten mit dem nun Vorliegenden, das für die jeweils reichhaltigen und vielschichtigen Diskographien der Protagonisten ziemliches Neuland bedeutet, auch nur ansatzweise gerechnet haben.

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