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CD-Tipp

Wollny – Parisien – Lefebvre - Lillinger: XXXX
CD-Tipp
13.05.2021 Peter Füssl

Wenn der deutsche Pianist Michael Wollny, sein Landsmann Christian Lillinger an den Drums, der französische Sopransaxophonist Emile Parisien und der amerikanische E-Bassist Tim Lefebvre erstmals zu einem viertägigen Gipfeltreffen außergewöhnlicher Spitzenmusiker zusammenkommen, darf man sich natürlich einiges erwarten. Dennoch dürften die wenigsten Fans dieser gleichermaßen kreativen wie virtuosen Individualisten mit dem nun Vorliegenden, das für die jeweils reichhaltigen und vielschichtigen Diskographien der Protagonisten ziemliches Neuland bedeutet, auch nur ansatzweise gerechnet haben.

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How Noisy Are The Rooms? – Almut Kühne / Joke Lanz / Alfred Vogel
CD-Tipp
11.05.2021 Peter Füssl

How Noisy Are The Rooms? nennt sich das Trio der deutschen Vokalistin Almut Kühne, des Schweizer Turntablisten und Performance-Künstlers Joke Lanz – beide leben in Berlin – und des in Bezau stationierten Schlagzeugers und Produzenten Alfred Vogel. Gemeinsam reiten sie eine gnadenlose Attacke gegen alle üblichen Hörgewohnheiten.

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Marius Neset: A New Dawn
CD-Tipp
06.05.2021 Peter Füssl

Der nach vielen Jahren in Kopenhagen mittlerweile wieder in Oslo lebende norwegische Saxophonist Marius Neset nutzte die corona-bedingte Zwangspause, um endlich ein lange gehegtes Wunschprojekt zu realisieren: ein Solo-Album auf dem Tenorsaxophon – pur, ohne jegliche Overdubs, ohne technische Effekte. Neset lässt sich von der Pandemie nicht die Stimmung vermiesen, sondern legt – dem optimistischen Titel „A New Dawn“ gemäß – ein nicht nur vor Spielfreude, sondern auch vor musikalischen Ideen sprühendes Konvolut aus zehn Titeln vor, die er ursprünglich für seine Bands oder sogar für Sinfonieorchester geschrieben hatte – man erinnere sich etwa an seine atemberaubenden Großprojekte „Snowmelt“ und „Viaduct“ mit der London Sinfonietta.

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London Grammar: Californian Soil
CD-Tipp
04.05.2021 Peter Füssl

Befürchtungen, das sympathische Trio um Sängerin Hannah Reid, Gitarrist Dan Rothman und Dot Major an Drums und Keyboards könnte sich mit seinem für Indie-Verhältnisse zu angepassten und für den blanken Kommerz zu unangepassten Sound unglücklich zwischen den Stühlen platzieren, wurden angesichts drei Millionen verkaufter Tonträger, einer Million verkaufter Tickets sowie einer Milliarde Streams längst pulverisiert. Pünktlich im Vierjahres-Rhythmus meldet sich London Grammar nach dem 2013 erschienenen Debüt „If You Wait“ und dem 2017 veröffentlichten, kommerziell noch erfolgreicheren „Truth Is a Beautiful Thing“ nun mit „Californian Soil“ mit neuem Selbstverständnis und gewohnt makellos angenehmem Sound zurück.

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Sinikka Langeland: Wolf Rune
CD-Tipp
29.04.2021 Peter Füssl

Die norwegische Sängerin und Kantele-Virtuosin Sinikka Langeland erforschte über viele Jahre hinweg die an der südöstlichen Grenze zu Schweden liegende norwegische Region Finnskogen, die ab dem 16. Jahrhundert von Finnen besiedelt wurde. Als Musikwissenschafterin tauchte sie tief in die Welt uralter Mythen ein und studierte Runenlieder, Zaubersprüche und urtümliche Musikformen, was ihr als Musikerin zahlreiche Preise im Bereich traditioneller Folklore einbrachte.

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Duo Dominik Fuss / Jörg Leichtfried: Little Tales of Light And Sorrow
CD-Tipp
20.04.2021 Peter Füssl

Der 37-jährige niederösterreichische Pianist Jörg Leichtfried und der 1989 in Wien geborene Trompeter und Flügelhornist Dominik Fuss sind an zahlreichen Musikprojekten beteiligt, widmen sich nun aber erstmals gemeinsam der hohen Kunst des Duo-Spiels. Das Beethoven-Lied „Lisch aus, mein Licht“ ist die einzige Fremdkomposition des Debütalbums, verweist aber auf den klassischen Background, aus dem die beiden ohnehin genreübergreifend tätigen Jazzer auch in ihren Eigenkompositionen schöpfen.

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Archie Shepp & Jason Moran: Let My People Go
CD-Tipp
13.04.2021 Peter Füssl

Mit diesen 2017 in Paris und 2018 in Mannheim live aufgenommenen sieben Titeln tauchen der 83-jährige Archie Shepp und der 46-jährige Jason Moran tief in die Black Music und somit auch in die Geschichte der Black Community ein. Beiden gemeinsam ist ein tiefes Wissen um die gesamte Jazztradition von den Wurzeln bis zum Free-Jazz, aus der sie jederzeit mit großem Selbstverständnis und enormer Geschmackssicherheit schöpfen können. Die authentische Kraft von Spirituals, Gospels und Blues erlebte klein Archie bereits als Kind an der Seite seiner Großmutter beim sonntäglichen Besuch der Piney Grove Baptist Church, später dann bei den „Battles of Song“ in Philadelphia. Unvergessliche Eindrücke, die selbst noch in seiner avantgardistischen Phase im New York der 1960-er Jahre stets spürbar waren.

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Julien Baker: Little Oblivions
CD-Tipp
06.04.2021 Peter Füssl

Selbstzweifel, Schmerz, Seelenpein, Identitätskonflikte, Schuldgefühle, religiöse Obsessionen, Verzweiflung, Zerrissenheit, Selbstbetrug, Kontrollverlust, Leid und Leidenschaft – die Welt der Singer-Songwriterin Julien Baker aus Memphis/Tennessee war immer schon ein Jammertal, aber eines, das der expressiven Sängerin in der Welt des Alternative-Folk und des Indie-Pop zu einem glänzenden Renommee verhalf.

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Valerie June: The Moon and Stars. Prescriptions for Dreamers
CD-Tipp
01.04.2021 Peter Füssl

Valerie June Hockett ist in Memphis/Tennessee aufgewachsen, wo sie als Valerie June mit Roots Music auf zwei selbstverlegten Alben erstmals auf sich aufmerksam machte, ehe sie nach Brooklyn zog und 2013 unter Mithilfe von „The Black Keys“-Gitarrist Dan Auerbach mit dem Album „Pushin‘ Against a Stone“ den Sprung auf ein Major-Label und die stilistische Erweiterung in Richtung, Funk, Soul und R’n’B schaffte. Ein Karrieresprung, den sie mit dem 2017 erschienenen „The Order of Time“ festigte. Mit ihrem fünften Album feiert die 39-Jährige nun mit ihren poetischen Texten die subversive Kraft des Träumens – ideologisch angelehnt an große, gesellschaftlich relevante Träumer wie Martin Luther King oder John Lennon – gepaart mit Meditationen, Gedanken zur Selbstfindung, zur Selbstermächtigung, zur Kraft der Phantasie, zur Liebe, zum Scheitern.

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Charles Lloyd & The Marvels: Tone Poem
CD-Tipp
30.03.2021 Peter Füssl

The Marvels, also „die Wunder“, nennt Charles Lloyd seine seit 2016 bestehende Band mit Gitarrist Bill Frisell, Steelgitarrist Greg Leisz, Bassist Reuben Rogers und Drummer Eric Harland – und das wirkt angesichts des nunmehr dritten Albums dieses exzellent aufeinander eingespielten Quintetts keineswegs übertrieben. Im Gegensatz zu den Vorgängeralben, auf denen Norah Jones, Willie Nelson und Lucinda Williams für vokale Glanzlichter sorgten, verlässt man sich dieses Mal völlig auf die instrumentale Brillanz der Akteure, die mit großer Entspanntheit, aber durchaus nicht unspannend ans Werk gehen.

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David Helbock: The New Cool
CD-Tipp
24.03.2021 Peter Füssl

Vorarlbergs (wenn nicht Österreichs) Jazz-Export Nr. 1 David Helbock wächst im renommierten Münchner Jazz-Label ACT langsam aber sicher zu einer der zentralen Künstlerpersönlichkeiten heran. So platziert ihn der legendäre Musikproduzent und ACT-Chef Siggi Loch im aktuellen Sampler „Romantic Freedom: Blue in Green“, einem Überblick über die hervorragenden Pianisten des Labels (unter anderem Michael Wollny, Joachim Kühn, Esbjörn Svensson, Iiro Rantala, Bugge Wesseltoft) in der Pole-Position. Beinahe gleichzeitig erscheint das neue Album „téchne“ der Münchner Jazzrausch Bigband, die mit ihrer innovativen Mischung aus Techno-Sound und Bigband Jazz gerade international einiges Aufsehen erregt – auf zwei Titeln ist David Helbock als „special guest“ zu hören, einmal solo, einmal mit seinem Trio Random/Control mit Johannes Bär und Andreas Broger. Das alles tritt aber in den Hintergrund in Anbetracht von David Helbocks eigenem neuen Album „The New Cool“, das er mit seinem neuen Trio mit dem Trompeter Sebastian Studnitzky und dem Gitarristen Arne Jansen präsentiert.

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Larry Coryell & Philip Catherine: Jazz at Berlin Philharmonic XI: The Last Call
CD-Tipp
18.03.2021 Peter Füssl

Jazz at Berlin Philharmonic XI: The Last Call Das 1980 aufgenommene und ein Jahr später erschienene Album „Friday Night In San Francisco” von Paco de Lucía, John McLaughlin und Al Di Meola mag zwar das bekannteste und finanziell erfolgreichste Live-Akustikgitarren-Album aller Zeiten sein, manche Jazz-Fans erinnern sich aber an eine Europa-Tournee 1979/80, wo noch Larry Coryell anstelle Di Meolas spielte. Gitarristische Feinspitze, die nicht ausschließlich im Schnelle-Finger-Superlativ dachten, wussten aber ohnehin auch die schon ein paar Jahre früher – nämlich 1977 und 1978 – veröffentlichten Duo-Alben „Twin-House“ und „Splendid“ des Texaners Coryell und des in London geborenen Belgiers Philip Catherine zu schätzen. Ersterer zählte zu den Jazz-Rock-Pionieren, während Letzerer von Django Reinhardt beeinflusst war, was eine spannende, atmosphärisch höchst ansprechende Melange ergab.

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Joachim Kühn: Touch the Light
CD-Tipp
11.03.2021 Peter Füssl

Der 77-jährige Joachim Kühn bewegte sich seit mehr als einem halben Jahrhundert in den unterschiedlichsten Konstellationen und Formationen souverän im Spannungsfeld zwischen Bach und Free Jazz, Fusion und Ethno-Jazz. Er kann auch auf ein Dutzend exzellenter Solo-Alben verweisen – zuletzt etwa auf das 2019 erschienene „Melodic Ornette Coleman“, eine spannende Auseinandersetzung mit dem Free Jazz-Titanen und seinen nicht immer ganz leicht verdaulichen „Harmolodics“. Während er damals auf faszinierende Weise mit unglaublicher Intensität und teils wahnwitziger Piano-Artistik den melodischen Reichtum innerhalb der komplexen Strukturen freilegte, geht Kühn auf der neuen Produktion gänzlich andere Wege.

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Jakob Bro / Arve Henriksen / Jorge Rossy: Uma Elmo
CD-Tipp
09.03.2021 Peter Füssl

Es sind wundervoll lyrische, dunkle, irgendwie mystisch wirkende Seelenlandschaften, durch die uns der dänische Gitarrist Jakob Bro auf seinem fünften ECM-Album führt. Unaufgeregt, meditativ, in gemessenem Tempo, zurückhaltend, ohne große Ausbrüche, aber immer von einer inhärenten, unterschwelligen Spannung getragen, die eine wundervolle Stunde über neun Titel hinweg anhält.

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Black Country, New Road: For the First Time
CD-Tipp
04.03.2021 Peter Füssl

Die seit einiger Zeit unglaublich angesagte Szene um den Windmill-Club im Südlondoner Stadtteil Brixton spuckt eine unkonventionelle Band nach der anderen aus – Black Midi, Goat Girl, Fat White Family und nun auch Black Country, New Road. Der Bandname wurde originellerweise mittels Zufallsgenerators aus einem Verzeichnis englischer Straßennamen ausgewählt. Die drei Frauen und vier Männer, alle in den Zwanzigern, zur Hälfte klassisch ausgebildet, der Rest autodidaktisch unterwegs, entwickeln sich mit ihrem knapp 40 Minuten langen Debüt-Album „For the First Time“ gerade zu den absoluten Lieblingen des internationalen Musik-Feuilletons. Zu Recht!

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Celeste: Not Your Muse
CD-Tipp
02.03.2021 Peter Füssl

Referenzgrößen wie Amy Winehouse, Adele, Sade, Aretha Franklin oder gar Billie Holiday werden bemüht, um für die 26-jährige Celeste (bürgerlich: Celeste Epiphany Waite) die Werbetrommel zu rühren. Wäre nicht nötig, denn die bereits von der BBC als „Sound of 2020“ dekorierte, gleich auch mit dem „Rising Star Award“ der Brit Awards ausgezeichnete und nun mit dem für den Film „The Trial of The Chicago 7“ geschriebenen Song „Hear My Voice“ für den Golden Globe nominierte Sängerin, die seit zehn Jahren komponiert und veröffentlicht, hat eigentlich genügend Eigenprofil.

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Shai Maestro: Human
CD-Tipp
25.02.2021 Peter Füssl

Lyrische Schönheit und explosive Ausbrüche, Struktur und Dekonstruktion, Sinn für Tradition und unerschöpflicher Forschergeist – im sechsten Album unter seinem Namen, dem zweiten bei ECM, versucht der israelische Pianist Shai Maestro nicht weniger als eine musikalische Zusammenschau dessen, was sein mit verschiedenartigsten Eindrücken gespicktes Leben ausmacht. Es ist das Leben eines 34-jährigen Senkrechtstarters zwischen angesagter New Yorker Szene und seiner Heimat, in die ihn die Pandemie zurückgeführt hat.

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Kathrine Windfeld Big Band: Orca
CD-Tipp
18.02.2021 Peter Füssl

Obwohl „Orca” bereits das vierte Album der 2014 gegründeten Kathrine Windfeld Big Band ist, dürfte die 36-jährige dänische Pianistin, Komponistin und Bandleaderin jenseits Skandinaviens selbst unter Big Band-Fans nur ein Geheimtipp sein. Dabei vermögen die impressionistischen Klangmalereien, die zwischen feingliedrigen, sensibel arrangierten Passagen und sich gewaltig auftürmenden Klanggewittern oszillieren, durchwegs zu fesseln.

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Diego Pinera: Odd Wisdom
CD-Tipp
16.02.2021 Peter Füssl

„Die krumme Metrik verleiht meiner Musik Leichtigkeit“ – um solch eine Aussage glaubwürdig tätigen zu können, muss man schon ein Rhythmiker vom Format Diego Pineras sein, der sich mit neun neuen Stücken auf seinem zweiten ACT-Album auch als einfallsreicher Komponist erweist. Latin-Rhythmen hat er quasi schon mit der Muttermilch in seiner Heimatstadt Montevideo aufgesogen, später an der Musik- und Kunsthochschule in Havanna verfeinert und schließlich am Berklee College of Music in Boston und an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig mit den Raffinessen des zeitgenössischen Jazz-Drumming kombiniert.

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Mario Rom’s Interzone: Eternal Fiction
CD-Tipp
09.02.2021 Peter Füssl

Mit „Eternal Fiction“ feiern Trompeter Mario Rom, Kontrabassist Lukas Kranzelbinder und Drummer Herbert Pirker ihr zehnjähriges Band-Jubiläum und gehen mit einer perfekt stimmenden Bandchemie wie schon auf den drei Vorgänger-Alben unglaublich kraftvoll, kreativ und abwechslungsreich ans Werk. Gestartet wird mit dem gleichermaßen lässig swingenden wie nachdenklich stimmenden Rumba „Are We Real?“, der unvermittelt in das nervös quirlige Bebop-Stück „No Measure of Health“ umschlägt, gefolgt vom kraftvoll-vorantreibenden Titelstück „Eternal Fiction“, das vom mystisch-melancholischen Ruhepol „You’ll Find Me No More“, dem einzigen Kranzlbinder-Stück unter lauter Rom-Kompositionen, abgelöst wird. Die Musiker hatten Ornette Coleman als Inspirationsquelle im Kopf, folglich ist stets mit Überraschungen zu rechnen.

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