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01.03.2018 |  Peter Füssl

Black Panther The Album: Music From And Inspired By

Es hat immerhin mehr als fünfzig Jahre gedauert, bis auch der afroamerikanische Marvel-Held T'Challa alias Black Panther seinen eigenen Film bekommen hat, noch dazu einen wirklich intelligenten und sehenswerten. Umso erfreulicher ist es, dass die Mainstream-Filmindustrie für den Soundtrack mit dem vielleicht wichtigsten Musiker der aktuellen Black Community zusammengearbeitet hat, mit Kendrick Lamar, der mit Alben wie "To Pimp A Butterfly" und "Damn" die Black Music sowohl inhaltlich als auch musikalisch auf ein neues Level gehievt hat.

Zwar haben es nur wenige der vierzehn Titel tatsächlich in den Soundtrack geschafft, Lamar ließ sich aber vom vielschichtigen, mitunter durchaus auch tiefgründigen, afrikanische Traditionen und Science-Fiction kombinierenden Filmspektakel inspirieren und holte sich gemeinsam mit seinem Label-Boss Anthony ‚Topdawg‘ Tiffith prominente und weniger bekannte, jedenfalls aber erstklassige und genreverschränkende Verstärkung. So basteln unter anderem auch The Weeknd, Schoolboy Q, SZA, Vince Staples, Anderson Paak, Jay Rock, Future, Travis Scott, 2Chainz, Khalid, die Briten James Blake und Jorja Smith oder die südafrikanische Rapperin Yugen Blakrok an dieser zumeist mitreißenden, manchmal auch düster wummernden Mixture aus Hip-Hop, R’n’B, Industrial-Sounds und diversen Dancefloor-Stilen. Egal ob die Massenkompatibilität eher minimalistisch oder reichlich bombastisch ausgelebt wird, Kendrick Lamars politisches Bewusstsein bleibt keinesfalls auf der Strecke. Vielmehr werden brennende Themen wie Abschottung oder Integration, Unterdrückung, Rassismus, soziale Missstände und Zwänge oder Gewalt zur Durchsetzung gesellschaftspolitischer Ziele permanent ins Blickfeld gerückt. Das Album funktioniert natürlich auch unabhängig vom Film perfekt als eine Art Status quo des aktuellen gesellschaftskritischen Diskurses zur schwarzen Kultur, den Film zu kennen, bereitet aber noch ein zusätzliches Vergnügen. „Black Panther The Album“ ist sicher Kendrick Lamars am leichtesten zugängliches Werk, ohne dass man ihm große mainstream-bedingte Kompromisse vorwerfen könnte.
(Aftermath/Interscope/Universal)  

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