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15.10.2019 |  Peter Füssl

Black String: Karma

Es ist eine faszinierend fremde Welt, in die uns das südkoreanische Black String-Quartett da eintauchen lässt, eine, in der sich Archaisches und Zeitgenössisches im Zeitlosen aufzulösen scheinen, eine, die uns ab dem ersten Ton gefangen nimmt und eine knappe Stunde nicht mehr loslässt.

Die komplexen und dennoch eingängigen Rhythmen klinken sich sogleich in unsere Biorhythmen ein, und die auf koreanischen Instrumenten wie der überdimensionalen Kastenzither Geomungo, den Bambusflöten Daegeum, Tungso und Danso, dem Holzblasinstrument Taepyeongso, dem hackbrettartigen Yanggeum oder der Sanduhrtrommel Janggu erzeugten Klänge klingen so exotisch wie ihre Namen und halten eine für unsere Ohren ungewohnte Soundpalette bereit – sie harmonieren allerdings auch wunderbar mit den E-Gitarren von Jean Oh und des vietnamesisch-französischen Gastsolisten und einschlägigen Weltmusik-Erneuerers Nguyên Lê. Black String, die bereits 2017 mit „Mask Dance“ ein vielfach ausgezeichnetes Debüt vorlegten, ergehen sich keineswegs in klischeehafter fernöstlicher Folklore-Romantik, vielmehr erschaffen sie einen pulsierenden Mix aus koreanischer Tradition, Jazz, Rock, orientalischen Einflüssen, Schamanengesängen und Electronics, in den sich auch „Exit Music (For A Film)“ von Radiohead oder ein auf einer Ornette Coleman-Komposition basierendes Gitarrensol0 nahtlos einfügen. Und dem außergewöhnlichen Quartett gelingt auch stets die perfekte Balance aus kraftvollem, ja wuchtigem Drive und meditativer, manchmal fast schon mystisch wirkender Ruhe. Wie gerne würde man diese Band einmal live erleben, denn es ist eine faszinierend fremde Welt, in die ...

(ACT)

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