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02.12.2020 |  Peter Füssl

Elina Duni: Lost Ships

Die in Albanien geborene, seit 1992 in der Schweiz lebende und dort auch musikalisch ausgebildete, multilinguale Sängerin Elina Duni hat bereits mit ihrem aus eidgenössischen Musikern (Colin Vallon am Piano, Bänz Oester oder Patrice Moret am Bass, Norbert Pfammater an den Drums) zusammengestellten Quartett einige hervorragende Alben produziert. Auch auf den bei ECM erschienen „Matanë Malit“ (2012), „Dallëndyshe“ (2015) und ihrem Solo-Projekt „Partir“ (2018) beschäftigte sich Duni noch vorwiegend mit Traditionals aus dem albanischen oder mediterranen Raum.

Die gibt es auch auf „Lost Ships“, aber die Sängerin lässt nun erstmals mit sechs in Kooperation mit dem Gitarristen Rob Luft entstandenen Eigenkompositionen aufhorchen. Mit dem jungen Engländer arbeitet sie seit drei Jahren an einem Konzept, das Einflüsse aus dem Mittelmeerraum, aber auch aus Jazz, amerikanischer Folklore und französischem Chanson vereint und somit den künstlerischen Spielraum doch beträchtlich erweitert. So werden das Titelstück, „Numb“, „Brighton“ oder „Empty Street“ zu idealen Vehikeln für Dunis klare, exakt intonierende und dennoch ungemein ausdrucksstarke Stimme. In den Texten dieser nachdenklich-melancholischen Kleinode spiegelt sich Dunis waches Bewusstsein für die großen Probleme unserer Zeit, etwa Massenmigration oder Umweltzerstörung wider, aber natürlich dient ihr auch Zwischenmenschliches als Inspirationsquelle. Rob Luft versteht es auf seinem ECM-Debüt, Dunis Stimme auf sensible, geschmackvolle und einfallsreiche Weise ins Rampenlicht zu rücken und auf dezente Weise auch selbst zu glänzen, ohne sich jemals in den Vordergrund zu spielen. Die letzten drei der zwölf Stücke interpretieren Duni und Luft im Duo, davor werden sie vom versierten englischen Multiinstrumentalisten Fred Thomas an Piano und Drums und vom Schweizer Matthieu Michel auf dem Flügelhorn stimmungsvoll unterstützt. Grandios gelingen auch die von bereits unzähligen Sängerinnen und Sängern gecoverten Schmachtfetzen „I’m A Fool To Want You“ von Frank Sinatra oder „Hier encore (Yesterday, When I Was Young“) von Charles Aznavour, denn gerade sie werden zu eindrucksvollen Beweisen für die Einzigartigkeit von Elina Dunis Stimme. 

(ECM/Vertrieb: www.lotusrecords.at  /digital: www.universalmusic.at)

Konzerttipps: Herzbaracke Zürich (6.12.), Kammgarn Schaffhausen (18.12.), Uster (12.3.)

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