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15.06.2021 |  Peter Füssl

Fabia Mantwill Orchestra: EM.PERIENCE

Der Titel „EM.PERIENCE“ ist eine eigenwillige Wortschöpfung aus den Begriffen Empathie und Experience – an beidem fehlt es der in Berlin lebenden Saxophonistin, Sängerin, Komponistin und Bandleaderin Fabia Mantwill – obwohl erst 27 Jahre alt – keineswegs. Sie begann bereits mit 12 Jahren Jazz zu spielen, studierte später am Jazz-Institute Berlin, an der Sibelius-Akademie in Helsinki und an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Vince Mendoza engagierte sie als Komponistin und Arrangeurin für das Metropole Orkest, das aus einer Bigband und einer vollständigen Streicherformation besteht, und billiger gibt es Fabia Mantwill auch bei ihrem eigenen Orchester nicht.

24 Musikerinnen und Musiker aus Jazz und Klassik – „eine Gemeinschaft von Menschen, die der Musik Gutes will“, so die Orchesterleiterin – haben sich zusammengefunden, um vielschichtigen und farbenreichen Orchester-Jazz zu spielen, wie er schon lange nicht mehr zu hören war. Ein siebenköpfiger Bläsersatz, sechs Violinen, drei Violas, zwei Celli, Kontrabass, Harfe, Vibraphon, Gitarre, E-Bass und Drums plus Stimme, das ergibt zusammengenommen ein riesiges Potential an Soundkombinationen, die Fabia Mantwill geschickt zu nützen weiß. Viele der Inspirationen hat sie vor allem auch auf ausgedehnten Reisen gewonnen. So hat etwa Lokalkolorit von der schottischen Isle of Skye, aus einem kleinen Nest in der französischen Schweiz, von einem Musikfestival in Nepal oder von einer ausgedehnten Reise durch Ostafrika Eingang in den Jazzorchester-Sound gefunden. Auf Letzterer basiert das afrikanisch-infizierte Orchesterwerk „Sasa ndio Sasa“, das in der Elbphilharmonie in Hamburg uraufgeführt wurde und von dem zwei Titel auch auf diesem Album zu finden sind. Für besondere Highlights sorgen Gastsolisten wie der Gitarrist Kurt Rosenwinkel, Posaunist Nils Landgren, Tenorsaxophonist Ben Wendel und Perkussionist Marcio Doctor. Ein Debütalbum, das aus amerikanischem Jazz und europäischer klassischer Musik gespeist ist, aus afrikanischen und lateinamerikanischen Einflüssen, dessen besonderer Reiz aber darin begründet ist, dass Fabia Mantwill die ganze breite Palette nützt und mit Soundfarben malt, dass es eine wahre Freude ist. Hauchzart, wuchtig, verspielt, kraftvoll, düster, sonnenbeschienen, verträumt, mitreißend, fremdartig und vertraut zugleich. Der ideale Soundtrack für das Reisen im Kopf.

(XJAZZ music)

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