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24.05.2016 |  Peter Füssl

Jan Lundgren: The Ystad Concert

Ob Renaissancemusik oder Kraftwerks „Computer Liebe“, das Great American Songbook oder virtuos-abenteuerliche Erkundungen mit Richard Galliano und Paolo Fresu im „Mare Nostrum“, der schwedische Pianist Jan Lundgren liebt die Abwechslung und hält auch nichts von stilistischen Beschränkungen. Den ersten großen Erfolg feierte er 1997 mit dem vielfach ausgezeichneten Album „Swedish Standards“, dessen Kirchenlied- und Volkslied-Bearbeitungen sogar in den Pop-Charts landeten.

In diesem Genre hat sich der heute 50-jährige Pianist immer wieder gerne bewegt – zuletzt und besonders eindrucksvoll 2015 beim Ystad Sweden Jazz Festival, das Lundgren auch kuratiert. Gemeinsam mit seinem Langzeit-Weggefährten  Mattias Svensson am Kontrabass und dem jungen Bonfiglioli Weber String Quartet hat er jene schwedischen, russischen und ungarischen Volkslieder neu eingespielt, die in den 1960er Jahren die schwedische Jazzlegende Jan Johansson im Duo mit dem Bassisten Georg Riedel auf drei Alben aufgenommen und populär gemacht hatte. Was damals für manche Jazzpuristen ein Skandal war, weil es ihren Vorstellungen gemäß nicht wirklich swingte, ist heute ein Meilenstein der nordischen Jazzgeschichte. Das Songmaterial hat in Lundgrens Interpretation nichts von seinem Reiz,  einer melodischen und rhythmischen Eingängigkeit, gepaart mit einer mitreißenden Spritzigkeit, verloren. Gute-Laune-Musik exzellent musiziert, was auch das damalige Ystad-Publikum mit donnerndem Applaus belohnte. Als ungemein witzig arrangierte Draufgabe gibt’s noch jene weltweit bekannte Jan Johansson-Komposition, die seit 1968 jedem Kind bekannt ist – die Titelmelodie zu „Här kommer Pippi Långstrump“.

(ACT)

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