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15.10.2015 |  Peter Füssl

John Scofield: Past Present

Manchmal habe ich ja fast schon Mitleid mit den Jazz-Puristen, die gerade von John Scofield auch immer mal bitter enttäuscht werden – man denke nur an das grandiose und ausgesprochen experimentierfreudige Überjam-Projekt. Endlich kommen auch „straight ahead“-Hardliner wieder einmal ohne große Kompromisse voll auf ihre Kosten, denn auf „Past Present“ bietet „Sco“ erstklassigen Mainstream mit Joe Lovano am Tenorsax und Bill Stewart an den Drums, mit denen er schon in den frühen 1990er Jahren erfolgreich unterwegs war.

Und selbstverständlich ist auch Kontrabassist Larry Grenadier eine erstklassige Wahl, wenn es darum geht, sich mit kongenialen Partnern genussvoll in Post-Bop-Gefilden zu tummeln oder dem „futuristic blues“ zu frönen – so bezeichnet Scofield den Titeltrack, den er wie die anderen acht Songs für die Herren maßgeschneidert hat. An Ecken und Kanten und spieltechnischen Raffinessen mangelt es ohnehin nicht, so könnte man zum Beispiel die Eingangsphase von „Chap Dance“ analog zur Titeltrack-Bezeichnung locker auch als „futuristic country music“ bezeichnen. Eingängige Melodien, satte Grooves, elegante Soli, packende Gitarre-Sax-Dialoge, perfekte Rhythmusarbeit – Scofield hat viel Herzblut in dieses Album einfließen lassen, nicht zuletzt auch, weil einige der Kompositionen als Hommage an seinen vor zwei Jahren an Krebs verstorbenen Sohn Evan verstanden werden dürfen.

(impulse!/Universal)

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