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16.11.2021 |  Peter Füssl

Sinfonia de Carnaval: Sweeping Dragon

„Instrumental Art Pop & Jazz” nennen die im oberösterreichischen Gmunden lebende Cellistin Anna Lang und der Posaunist/Akkordeonist Alois Eberl, die als Duo unter dem Namen Sinfonia de Carnaval firmieren, ihre gleichermaßen einfallsreiche wie virtuose musikalische Mixtur. Beide haben ein klassisches Studium am Salzburger Mozarteum absolviert, sich aber auch die höheren Weihen des Jazz an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz erworben – ein fundierter Background, der sich in den elaborierten Kompositionen widerspiegelt.

So startet etwa das Titelstück mit einer klassisch anmutenden Posaunen-Melodie, von dramatisch gestrichenem Cello unterlegt, nimmt an Fahrt und Dringlichkeit auf, erreicht einen elektronisch verhallten Höhepunkt und schlägt in einen auf dem Cello stoisch gezupften Monstergroove um, über den sich mit Dämpfer stimmungsvoll verhallte und schließlich elektronisch verzerrte Posaunentöne legen. „Totale Nebelfinsternis“ beginnt mit einem noise-mäßig aufgewühlten Rhythmus, der in zauberhafte Posaunenwolken entschwindet, ehe düster Gespensterhaftes Oberhand gewinnt und sich gegen Ende in einem orgiastisch stampfenden Rhythmus auflöst. Die zehn Stücke sind also mit überraschenden Wendungen und extravaganten Ideen gespickt, lassen etwa klassisch-romantisches Vokabular auf funkige Rhythmen oder auch Ethno-Elemente treffen – wie im afrikanisch angehauchten Gesang von „Der Mond kommt auch Eiswürfel essen“. Lang und Eberl holen eine unglaublich breite Palette an Sounds aus ihren Instrumenten heraus, die wenn nötig gleichermaßen geschmackssicher wie effektvoll mit Elektronik angereichert werden. Alles ist in stetem Wandel und bleibt trotzdem auch irgendwie angenehm im Fluss. Großes Hörvergnügen!

(Preiser Records)

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