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13.03.2018 |  Peter Füssl

Tuomas A. Turunen: Ornaments of Time

Jazzfans kennen den finnischen Pianisten Tuomas A. Turunen vor allem aus dem angesagten Trio des schwedischen Drummers Emil Brandqvist, mit "Ornaments of Time" beweist er nun aber eindrucksvoll, dass er auch als Solist viel zu sagen hat. Zwar lebt Turunen seit vielen Jahren in Südfrankreich, aber die zehn Eigenkompositionen und naturgemäß auch die beiden Traditionals "Vårvindar Friska" und "Tuonne Taakse Metsämaan" bezaubern durch ihr nordisches Flair.

Seit er fern der Heimat lebe, fühle er sich seinen Wurzeln nur noch mehr verbunden, erklärt Turunen, der an der Music Academy in Göteborg Jazz-Piano studierte und bereits 2010 den Spezialpreis der Jury bei der Montreux Jazz Festival Piano Competition gewann. Turunen ist aber in der Tradition der europäischen Klaviermusik wohl ebenso zuhause, wie im poetischen Piano-Jazz. Mit seinen romantisch anmutenden Stimmungsbildern, die selbst in ihren beschwingtesten Ausformungen und rasantesten Läufen noch einen Tick Melancholie in sich tragen, trifft der Finne direkt in die Seele seiner Hörer. Im aufwühlend nachdenklichen „Held Her Hand And Said Goodbye“ beschreibt er den Tod seiner Großmutter, im quirligen „Sun-Run“ feiert er die Geburt seines Sohnes – Turunen versteht viel von Melodien und von dramatischen Wirkungen. Er liefert große  Emotionen, aber niemals aufdringlich oder gar oberflächlich. Vielmehr schleicht sich seine Musik beim ersten Zuhören eher unspektakulär in die Gehörgänge, um dort dann allerdings rasch die Wirkung einer Droge zu entfalten, die einen dazu bringt, nach 52 Minuten und 1 Sekunde wieder und wieder und wieder auf die Repeat-Taste zu drücken.
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