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11.06.2015 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (12.6. - 18.6. 2015)

Filmforum Bregenz und TaSKino Feldkirch zeigen diese Woche Andrei Zvjagintsev eindrucksvolle Russland-Parabel „Leviathan“. Die Alpinale wiederum stimmt mit einer Ländle-Tour mit Siegerfilmen des letzten Jahres aufs heurige Kurzfilmfestival ein.

Leviathan: Idyllisch liegt in Andrei Zvyagintsevs "Leviathan" das Dorf zwar an der arktischen Barentsee und majestätisch sind die Landschaftsaufnahmen, aber nicht nur das hier herrschende Klima, sondern auch die Schiffwracks an der Küste und das Gerippe eines Wals stimmen auf ein dunkles Drama ein.
Im Mittelpunkt steht der Automechaniker Kolya, von dessen Haus man einen prächtigen Blick über die Küste hat. Gerade auf dieses Grundstück hat es nun aber der Bürgermeister abgesehen und will Kolya enteignen. Dieser wiederum hat einen befreundeten Anwalt aus Moskau zu Hilfe gerufen, der den Bürgermeister mit Informationen über verbrecherische Geschäfte unter Druck setzt. Doch nur kurz lässt sich der Bürgermeister in die Enge treiben, holt dann Rat bei der Kirche und setzt seine Helfer ein.
In starken Landschaftsaufnahmen und kompromissloser Inszenierung zeichnet Zvyagintsev dicht und packend einerseits eine private Tragödie, andererseits freilich auch eine Parabel auf ein durch und durch korruptes Russland, in dem das Individuum wie der biblische Hiob auf verlorenem Posten steht gegen einen Staat, der wie in Thomas Hobbes staatstheoretischer Schrift "Leviathan" ein Monster ist. Ein Bild von Wladimir Putin im Büro des Bürgermeisters reicht hier, um deutlich zu machen, um was es Zvyagintsev geht, wer hier kritisiert wird.
TaSKino Feldkirch im Kino Rio:
bis Di 16.6.
Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz:
Mi 17.6., 20 Uhr

 

Alpinale Ländle-Tour: Zur Einstimmung auf das Nenzinger Kurzfilmfestival ALPINALE, das heuer vom 11. bis 15. August stattfindet, werden in mehreren Städten und Orten des Rheintals, aber auch in Schruns und Andelsbuch die fünf Siegerfilme des letzten Jahres gezeigt.
In „House of Dust“, der mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde, erzählt der Franzose Jean-Claude Rozec von einer Frau, die in ihr früheres Wohnhaus, das abgerissen werden soll, zurückkehrt. Erinnerungen steigen so bald auf und Gegenwart und Vergangenheit beginnen sich in dem Animationsfilm zu vermischen.
Um das Thema Kindesentführung geht es in dem amerikanischen Film „Penny Dreadful“, Erwartungshaltungen des Publikums werden dabei von Shane Atkinson aber geschickt unterlaufen.
Selbstreferentiell mit dem Filmemachen setzt sich dagegen Johann Dulat auseinder, der schon mit dem Titel „Breathless“ auf Jean-Luc Godards legendären „Außer Atem“ anspielt. Ganz ohne Worte kommt der Animationsfilm „Wind“ aus, in dem Robert Löbel in vier Minuten den Alltag der Bewohner eines sehr windigen Landes zeigt. Scheinen sie zunächst schutzlos dem Wetter ausgesetzt, so gelingt es ihnen dennoch mit Einfallsreichtum den Alltag zu meistern. Die Jury der letztjährigen ALPINALE überzeugte hier nicht nur die Reduziertheit der Illustration, sondern auch die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten.
Last but not least wird noch Erik Schmitts 2014 mit dem Publikumspreis ausgezeichneter „Nashorn im Galopp“ zu sehen sein, in dem sich ein Mann auf die Suche nach der „Seele der Stadt“ macht und dabei ständig die Dinge hinterfragt.
Rio Kino, Feldkirch:
12. + 13.6., 22 Uhr
Kammgarn Hard:
12. 6. 20.30 Uhr
FH Dornbirn:
12.6., 20 Uhr
Jöslar, Andelsbuch:
12.6., 21 Uhr
Kulturbühne Schruns:
12. + 13.6., 20 Uhr
Tiefgarage Sagmeister, Bregenz (Montfortstraße):
13.6., 20 Uhr

Leviathan

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Nashorn im Galopp

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