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05.05.2016 |  Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (6.5. - 12.5. 2016)

Das Filmforum Bregenz zeigt in Zusammenarbeit mit den Bregenzer Festspielen zwei Filme von Isabel Coixet. Im Lustenauer Gutshof Heidensand wiederum geht die Filmwoche mit dem fulminanten Animationsfilm „Alles steht Kopf" zu Ende.

Alles steht Kopf: Was geht im Kopf eines elfjährigen Mädchens vor, welche Gefühle treten auf? – Nicht von außen blicken Pete Docter und Co-Regisseur Ronaldo del Carmen im 15. Pixar-Langfilm auf die kleine Riley, sondern erzählen aus dem Innern ihres Kopfes heraus. Während der Alltag Rileys nach einem Umzug von Minnesota nach San Francisco grau in grau ist, ist es im Innern ihres Kopfes, in dem sich die inhaltlich unglaublich reiche Haupthandlung abspielt, knallbunt: Die immer optimistische Freude in Gelb leuchtendem Kleid, die blaue, stets niedergeschlagene und langsame Traurigkeit, der rote Zorn, der grüne Ekel und die hagere graue Angst sitzen hier in einer Kommandozentrale, die an „Raumschiff Enterprise“ erinnert, und steuern Rileys Gefühle. Probleme gibt es, als Freude und Traurigkeit durch ein Missgeschick aus der Zentrale herausgerissen werden. Mühsam müssen sie sich jetzt nämlich quer durch das Gehirn zurückkämpfen.
Im Minutentakt wird man hier mit psychologischen Themen konfrontiert, doch perfekt ist diese „wissenschaftliche“ Ebene in die rasante Erzählung integriert, bei der Docter leichthändig zwischen dem Mädchen, den Aktionen von Wut, Angst und Ekel in der Kommandozentrale und der im Zentrum stehenden und mit zahlreichen spektakulären Momenten gespickten Reise von Freude und Traurigkeit wechselt.
Gutshof Heidensand, Lustenau: Sa 7.5., 15 Uhr


Zwei Filme von Isabel Coixet:
Anlässlich der Aufführung von Miroslav Srnkas Oper „Make no Noise“, für die dem tschechischen Komponisten Isabel Coixets Film „The Secret Life of Words“ als Vorlage diente, bei den Bregenzer Festspielen (17. und 19. August) zeigt das Filmforum Bregenz in Zusammenarbeit mit den Festpielen diesen Film der katalanischen Regisseurin sowie ihr Sterbedrama „My Life Without Me.“ Die Hauptrolle spielt in beiden Filmen die Kanadierin Sarah Polley.
In „The Secret Life of Words“ (Mi 11.5., 20 Uhr) verkörpert Polley eine schwerhörige Krankenschwester, die auf einer Bohrinsel einen bei einem Unfall vorübergehend erblindeten Arbeiter (Tim Robbins) pflegt. Beide sind traumatisiert, ziehen sich in ihrem Schmerz zurück und erst die körperliche Nähe lässt sie in diesem konzentriert inszenierten und von starken Schauspielern getragenen Melodram sich öffnen und das Trauma und die Schuldkomplexe vielleicht überwinden.
In „My Life Without Me“ (Do 12.5., 20 Uhr) spielt Polley dagegen eine junge Ehefrau und Mutter, die erfährt, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Doch statt in Niedergeschlagenheit zu verfallen, macht sie eine Liste, was sie noch alles tun möchte und denkt vor allem an ihre Kinder und ihren Mann.
Das Sterben und die Gewissheit des nahen Todes sind zwar der Ausgangspunkt dieses bittersüßen Dramas, aber dennoch ist „My Life Without Me“ ein Film über das Leben. Jeder Anflug von Sentimentalität wird durch leise Komik gebrochen, prägnant, aber die Symbolik nie übertreibend ist die Bildsprache mit der kalten Klinik, dem Fastfood-Restaurant mit der sich drehenden, in kaltes Licht getauchten fast leeren Kuchen-Vitrine, die wie eine Sanduhr die abgelaufene Zeit anzeigt, oder mit den klirrenden Gläsern, die auf die Zerbrechlichkeit des Lebens verweisen.
Filmforum Bregenz im Metrokino Bregenz: Mi 11.5., 20 Uhr bzw. Do 12.5., 20 Uhr

Alles steht Kopf

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The Secret Life of Words

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