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01.07.2016 |  Gunnar Landsgesell

Central Intelligence

Der Comedian Kevin Hart als Kleinbürger am Rand des Nervenzusammenbruchs und Action-Held Dwayne Johnson als CIA-Agent werden zu einer Buddy-Komödie zusammengespannt, die zwar formelhaft, aber mit geradezu romantischen Untertönen arbeitet.

Central Intelligence beginnt mit einer Demütigung: ein schwarzer Junge, viel zu dick, wird bei einer High-School-Veranstaltung von ein paar üblen Mitschülern nackt in den Saal gestoßen. Das Publikum johlt, bis auf einen: Calvin, ein schwarzer Vorzugsschüler, reicht ihm seine Jacke. Zwanzig Jahre später treffen beide wieder aufeinander. Da ist aus Bob (Dwayne „The Rock“ Johnson) ein CIA-Agent mit Bodybuilder-Statur geworden und aus Calvin (Kevin Hart) ein Angestellter, der weder das Draufgängertum noch die Muskelmasse von Bob besitzt. Soweit die übliche Paarbildung von Buddy-Komödien, die hier ganz zwanglos mit dem Action-Genre überkreuzt wird. Irgendwer ist der „black bagder“, also der schwarze Dachs, der die Welt vernichten will. Das zu verhindern ist der völlig nebensächliche Plot.

Selbstironie und Eklektizismus


Wieviel Selbstironie im wüsten Eklektizismus dieses Films (Regie: Rawson Marshall Thurber) steckt, ist bemerkenswert. Hier wird alles aufgegriffen, was irgendwie nach politischer Aufladung klingt, egal ob Homophobie, race oder schlicht die eigene Schauspieler-Persona wie jene von Dwayne Johnson. Ähnlich wie bei Schwarzenegger in „Der Kindergarten-Cop“ werden weniger die Kampfkünste dieses Hünen abgerufen, sondern seine physische Erscheinung in einen grotesken Gegensatz zu seiner sanften Seite gesetzt. Da schleicht sich Bob, der harte Kerl, schon mal als Gesprächstherapeut in die Paarbeziehung von Calvin und seiner Frau und zeigt sich in einem ostentativen Bild als Tröster: Kevin Hart liegt auf dem Schoß von Johnson und wird nicht nur in dieser Szene zum Ausdruck des duckmäuserischen Kleinbürgers, der in einen Agentenkrimi geraten ist, den er mit seinen hysterisch artikulierten Ängsten parodistisch auflädt. Auch wenn „Central Intelligence“ eine recht flache Angelegenheit ist, generiert sich doch einiger Humor aus den extra-platten Setzungen dieser Figuren: Dwayne Johnson, der CIA-Alleskönner, der sich von seiner Exponierung als Schüler bis heute nicht erholt hat; Kevin Hart, der alles tun würde, nur um endlich wieder in sein bürgerliches Leben zu finden. Der romantic touch zwischen den beiden Kerlen, übrigens auch in einem Kurzauftritt von Melissa McCarthy auf andere Weise gebührlich zugespitzt, verleiht dem Film dann doch einen gewissen Unterhaltungswert.

Auf der Couch: "Black people don’t go to therapists. They go to barbershop, or they watch the movie Barbershop." (Kevin Hart)

Auf der Couch: "Black people don’t go to therapists. They go to barbershop, or they watch the movie Barbershop." (Kevin Hart)

"Central Intelligence" beruht auf dem ständigen Zweifel, ob dieser ehemalige Schulfreund und CIA-Agent im gelben T-Shirt nicht ein anderer ist, als er vorgibt.

"Central Intelligence" beruht auf dem ständigen Zweifel, ob dieser ehemalige Schulfreund und CIA-Agent im gelben T-Shirt nicht ein anderer ist, als er vorgibt.

Spiel der Gegensätze, nicht forciert, eher ironisch auf die Spitze getrieben.

Spiel der Gegensätze, nicht forciert, eher ironisch auf die Spitze getrieben.

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  • Auf der Couch: "Black people don’t go to therapists. They go to barbershop, or they watch the movie Barbershop." (Kevin Hart) Auf der Couch: "Black people don’t go to therapists. They go to barbershop, or they watch the movie Barbershop." (Kevin Hart)
  • "Central Intelligence" beruht auf dem ständigen Zweifel, ob dieser ehemalige Schulfreund und CIA-Agent im gelben T-Shirt nicht ein anderer ist, als er vorgibt. "Central Intelligence" beruht auf dem ständigen Zweifel, ob dieser ehemalige Schulfreund und CIA-Agent im gelben T-Shirt nicht ein anderer ist, als er vorgibt.
  • Spiel der Gegensätze, nicht forciert, eher ironisch auf die Spitze getrieben. Spiel der Gegensätze, nicht forciert, eher ironisch auf die Spitze getrieben.