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16.07.2011 |  Walter Gasperi

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2

Nachdem der Endkampf zwischen Harry Potter und Lord Voldemort letzten Herbst mit dem ersten Teil der auf zwei Filme aufgeteilten Verfilmung des siebten Bandes von Joanne K. Rowlings Roman-Serie eröffnet wurde, folgt nun das große Finale. Neues bringt der achte und letzte „Harry Potter“-Film nicht, bewegt sich vielmehr im gewohnten Rahmen, doch immerhin hat Regisseur David Yates eine solide Arbeit mit einem gelungenen Wechsel von Action und ruhigeren Szenen abgeliefert.

Eine eher undankbare Aufgabe ist es einen Bestseller zu verfilmen, besonders dann, wenn die Autorin wie in diesem Fall Joanne K. Rowling als Produzentin auch in das Filmprojekt involviert ist. Sehr begrenzt ist die künstlerische Freiheit, sollen doch auch die Fans der Vorlage nicht durch gravierende Änderungen vor den Kopf gestoßen werden. Mehr als eine Bebilderung des Romans kann man so kaum erwarten, Production Values sind wichtiger als eine eigene künstlerische Handschrift des Regisseurs.

Vom Licht ins Dunkel, von der Kindheit ins Erwachsenenalter

So wird auch „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2“ wie schon sein Vorgänger ganz entscheidend von der Kameraarbeit von Eduardo Serra und der Ausstattung von Stuart Craig bestimmt. Fantastische Räume und Figuren schaffen Craig und Serra taucht den Film konsequent in dunkle Farben, die das Vordringen der Mächte des Bösen signalisieren. Zunehmend dunkler wurden die Filme im Lauf der Serie und erzählten dabei auch von einer Reise von der Kindheit ins Erwachsenenalter – nicht nur der Figuren, sondern auch ihrer DarstellerInnen und schließlich auch des Publikums, das mit den „Harry Potter“-Romanen und –Filmen aufwuchs. In dieser kollektiven Coming-of-Age-Geschichte liegt letztlich wohl auch der große Erfolg der Bücher und Filme begründet.

Finale in Hogwarts

Yates Leistung als Regisseur besteht in der gegenüber dem letzten Film ungleich kompakteren und zielorientierten Erzählweise. Ohne Exposition setzt der Film ein, knüpft direkt ans Ende des Vorgängers an und setzt die dort begonnene Suche nach den Horkruxen fort, durch deren Zerstörung man die Macht Valdemorts (Ralph Fiennes) brechen kann. Rasch führt die Handlung zurück zur Zauberschule Hogwarts und schließt damit den Kreis zum Anfang der Serie.
Bald schon setzt in Hogwarts der große Endkampf ein, in dem auch Steinsoldaten und Riesen aktiviert werden, doch zur reinen Materialschlacht verkommt der Film dennoch nicht, denn die spektakulären Kämpfe werden immer wieder von ruhigeren Momenten unterbrochen. Geschickt wird so das finale Duell zwischen den beiden großen Kontrahenten hinausgezögert und Szenen eingeschoben, die Einblick in die Herkunft Harry Potters geben.Auf Erklärungen verzichtet Yates, erwartet dass auch die diversen Nebenfiguren oder Verstorbene, an die sich Harry Potter erinnert, dem Zuschauer bekannt sind. Für den Nicht-Eingeweihten bleiben hier viele Details im Dunkeln, der Handlung kann man aber dennoch folgen.

Kino fürs Auge, aber keine Poesie und Magie

Enormer Aufwand wird so betrieben, wirkliche Poesie und Magie entfaltet diese Zauberergeschichte aber dennoch nicht. Durchaus interessiert folgt man zwar der Handlung, ver- und bezaubert wie beispielsweise bei Guillermo del Toros „Pans Labyrinth“ oder „Hellboy 2“ wird man aber nie.
Da fehlt es nicht an spektakulären Szenen vom Besenflug über eine wilde Achterbahnfahrt bis zur Flucht mit einem Flugdrachen, doch kommen diese Momente nie über den reinen Schaueffekt hinaus. So routiniert, aber letztlich auch uninspiriert und kühl das inszeniert ist, so solide, aber ohne Herzblut ist das auch gespielt. Kaum Platz um ihren Figuren wirklich Profil zu verleihen, wird den SchauspielerInnen eingeräumt. Emma Watson als Hermine und Rupert Grint als Ron stehen zumeist hilflos herum, Daniel Radcliffe als Harry ist zu sehr Repräsentant des Guten, als dass er wirklich faszinieren könnte. Interessanter ist da schon die Figur des Severus Snape, doch Alan Rickman wird zu wenig Möglichkeit gegeben dessen Ambivalenz voll zu vermitteln. Ralph Fiennes verkörpert zwar, unterstützt von einer starken Maske, eindrucksvoll das absolute Böse, aber wirklich zu begeistern nur Helena Bonham Carter, die mit ihrer Leinwandpräsenz dafür sorgt, dass man die Nebenfigur Bellatrix Lestrange nicht so schnell vergisst.

Ein letztes Mal darf Harry Potter (Daniel Radcliffe) seine Zauberkräfte demonstrieren

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Potter (Daniel Radcliffe) gegen Lord Voldemort (Ralph Fiennes): Das Gute hat gegen das übermächtige Böse scheinbar keine Chance

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Kleine, aber einprägsame Rolle: Helena Bonham Carter als Bellatrix Lestrange

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