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02.04.2020 |  Walter Gasperi

Kino-Unterstützung durch Streaming

Auch die Kinos leiden unter ihrer Schließung aufgrund der Corona-Krise. In Österreich gibt es zwei Wege sie zu unterstützen: Kino-Werbung online anschauen oder Kino-Filme – vor allem österreichische – über Kino VOD Club zu streamen.

Unter hilfdeinemkino.at kann man sein Lieblingskino auswählen – in Vorarlberg das Cinema Dornbirn, die Kinothek Lustenau und das Kino Bludenz - und die Werbung anschauen, die derzeit dort als Vorprogramm gezeigt würde. Das Kino erhält je nach Häufigkeit der Aufrufe dieser Werbe-Spots eine Vergütung.

Schon lange vor Zeiten von Corona wurde der Kino VOD Club eingeführt, mit dem der österreichische Film und die heimischen Kinos unterstützt werden sollen. Auch hier kann man direkt Kinos anwählen – in Vorarlberg das Feldkircher Kino Rio und die Kinothek Lustenau – und (vor allem) österreichische Filme gegen Entgelt streamen. Ein Drittel des Tickets geht dabei an das ausgewählte Kino.
Das Angebot im Kino VOD Club umfasst frühe Filme von Michael Haneke wie „Der siebente Kontinent“ (1989), „Bennys Video“ (1992) und „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994) ebenso wie Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilme „Abendland“, in dem kommentarlos in Momentaufnahmen ein Bild des nächtlichen Europa gezeichnet wird, oder „Die bauliche Maßnahme“, in dem die Brennerregion vor dem Hintergrund des Plans zur Errichtung eines Grenzzauns beobachtet wird.
Karl Markovics´ meisterhaftes Debüt „Atmen“, in dem ein junger Häftling langsam den Weg zurück ins Leben findet, kann hier ebenso gestreamt werden wie Andreas Prochaskas starker Alpen-Western „Das finstere Tal“. Wer Lust auf schräge Krimis hat, kann sich an Wolfgang Murnbergers Wolf-Haas-Verfilmungen „Komm, süßer Tod“, „Silentium“, „Der Knochenmann“ und „Das ewige Leben“ erfreuen, für Fans von Thrillern gibt es beispielsweise Stefan Ruzowitzkys "Die Hölle".
Auch drei Filme, die derzeit im Rahmen der pro mente Filmreihe am Spielboden Dornbirn gezeigt werden sollten, sind hier zu finden: Marie Kreutzer erzählt in ihrem Spielfilm „Der Boden unter den Füßen“ von einer Managerin, die durch ihren Zwang zur Selbstoptimierung immer mehr in ein Burn-out schlittert, dies aber lange verdrängt.
Gregor Schmidinger versetzt den Zuschauer in seinem Spielfilmdebüt „Nevrland“ mit visuell und akustisch aufregender Gestaltung, die freilich ihre Wirkung nur im Kino richtig entfalten kann, in die Erfahrungswelt eines 18-Jährigen, der an Angstattacken leidet. Und Stefan A. Lukacs zeichnet in „Cops“ mitreißend ein Bild des Gruppendruckes innerhalb der WEGA, einer Spezialeinheit der österreichischen Polizei, und, wie ein junger Polizist dadurch zunehmend in eine psychische Krise stürzt.
Daneben werden aber auch Erwin Wagenhofers Dokumentarfilme „We Feed the World“, „Let´s Make Money“ und „Alphabet“ und Jakob Brossmanns und David Paedes vielschichtiger Blick hinter die Kulissen von Ö1 „Gehört gesehen – Ein Radiofilm“ angeboten.
Erleichtert wird die Wahl der Filme, unter denen sich mit Andrew Haighs großartigem Ehedrama „45 Years“ auch ein - aber seltsamerweise eben nur EIN - internationaler Film findet, dadurch, dass nach Genres ebenso wie nach Regisseuren gesucht werden kann.

71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (Michael Haneke)

71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (Michael Haneke)

Cops (Stefan A. Lukacs)

Cops (Stefan A. Lukacs)

45 Years (Andrew Haigh)

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  • 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (Michael Haneke) 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (Michael Haneke)
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