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13.10.2019 |  Dagmar Ullmann-Bautz

15 Jahre Salon d'amour – eine Gala?

15 Jahre Salon d'amour - die Kunstlounge des Aktionstheater Ensembles – das sollte sich doch eine Gala verdient haben. Und so war auch eine angekündigt – nicht, wie sonst üblich nur an einem, sondern gleich an zwei hinter einander folgenden Abenden und, wie üblich, im bewährten Magazin 4. Doch was nur – und das frage ich mich schon seit vorgestern – war an diesem Salon d'amour diesmal anders, enervierender, „galahafter“ als bisher? Vielleicht einige der zahlreichen Gäste, die sich dafür ganz besonders in Schale geworfen haben? Ja – doch ganz sicher nicht das Programm dieses Abends. Schade!!

Sex sells – aber nicht immer!

Dieses war nämlich weder er- noch aufregend. Alle Mitwirkenden haben ihre Sache gut gemacht, kein Wunder, sind doch alle tolle SchauspielerInnen, die ihr Handwerk zu 100% beherrschen. Maria Fliri in ihrer Parodie des Sebastian Kurz war immer wieder ein Hingucker, Martin Hemmers kraftvolle Ausstrahlung und Isabella Jeschkes naive Weiblichkeit fesselnd! Nicht jedoch der Inhalt, der weder großartig amüsierte, mich weder auf- oder erregte noch knisternd war und auch nicht peinlich, wie von Martin Gruber als Leitbild der Veranstaltung postuliert. Gruber, sowohl fürs Konzept verantwortlich als auch Mitwirkender, scheint sich diesmal gerade für eine Jubiläumsveranstaltung leider zu wenig Gedanken gemacht zu haben. Das, was nämlich seine Stücke so fantastisch macht, die absolute Genauigkeit, die kribbelnden Gratwanderungen, der humorvolle Scharfsinn, all das ließ dieser Salon vermissen. Eine Sexsequenz aus „Fifty Shades of Grey“ wird nun mal auch nicht besser, wenn sie mit einem asexuellen Sebastian Kurz in Verbindung gebracht wird. Und braune Scheiße in Form von ausgespucktem Schokokuchen stinkt nicht wirklich.

Appetit auf mehr

Schön, dass Autor Stephan Eibel Erzberg aus seinem noch nicht veröffentlichtem Roman gelesen und damit auch Appetit auf diesen gemacht hat. Auch seine Gedichte waren eine Erhellung an diesem Abend.

Geile Musik

Und zum Glück gab es da noch die beiden Bands, die einfach großartig waren. Nadine Abado-PH LIONs Stimme und ihre Sounds waren zum Niederknien, begleitet von dem großartigen Schlagwerker Alexander Yannilos. The FiCTIONPLAY, in halber Besetzung mit Dominik Essletzbichler und Daniel Neuhauser begeisterten mit schnellen Riffs, fettem Schlagzeug, very noisy und mitreißend.

Die großartigen MusikerInnen: Daniel Neuhauser, Nadine Abado-PH LION, Alexander Yannilos, Dominik Essletzbichler

Die großartigen MusikerInnen: Daniel Neuhauser, Nadine Abado-PH LION, Alexander Yannilos, Dominik Essletzbichler

Martin Ojster, Stephan Eibel Erzberg, Martin Gruber

Martin Ojster, Stephan Eibel Erzberg, Martin Gruber

Martin Hemmer, Daniela Jeschke, Maria Fliri. (alle Fotos: Gerhard Breitwieser)

Martin Hemmer, Daniela Jeschke, Maria Fliri. (alle Fotos: Gerhard Breitwieser)

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  • Die großartigen MusikerInnen: Daniel Neuhauser, Nadine Abado-PH LION, Alexander Yannilos, Dominik Essletzbichler Die großartigen MusikerInnen: Daniel Neuhauser, Nadine Abado-PH LION, Alexander Yannilos, Dominik Essletzbichler
  • Martin Ojster, Stephan Eibel Erzberg, Martin Gruber Martin Ojster, Stephan Eibel Erzberg, Martin Gruber
  • Martin Hemmer, Daniela Jeschke, Maria Fliri. (alle Fotos: Gerhard Breitwieser) Martin Hemmer, Daniela Jeschke, Maria Fliri. (alle Fotos: Gerhard Breitwieser)