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12.02.2015 |  Christina Porod

„Andere tuan hackeln, wir tuan packeln“ - Freunderlwirtschaft am Spielboden Dornbirn mit dem Kultkabarett Messner – Baumann – Blaikner

Die drei Musikkabarettisten Fritz Messner, Manfred Baumann und Peter Blaikner knüpften am gestrigen Mittwochabend Seilschaften, präsentierten eine Einkoch-Show oder erklärten die Finanzwelt anhand einer Wette auf Germknödel. Unter dem Motto „Freunderl sucht Wirtschaft“ bot das Trio leichtfüßige Polit-Comedy, die herzliche Lacher entlockte. Und zu lachen gab es so einiges.

Schon mit der Eröffnungsnummer durchblickt das Publikum die Richtung: Aus dem Off hört man heftiges Schnauben und Stöhnen. Nach und nach ziehen sich die drei Salzburger mit Hilfe eines dicken Seils auf die Bühne. „Man braucht einen Freund, der einen kennt, der einen Freund hat“, so läuft’s eben bei Seilschaften. Jetzt weiß jeder: Klamauk auf Kosten von Politik und Wirtschaft steht auf dem Programm. Dabei treiben es Messner, Baumann und Blaikner bunt – allein oder zu dritt im Wechsel und in unterschiedlichen Rollen. Denn die politischen und wirtschaftlichen Zustände liefern ihnen eine Fülle an Gags.

Unterschiedliche Bühnenfiguren


Allein übt Manfred Baumann beispielsweise Kurssprünge mit einem Rollmeter oder er versucht mittels Germknödel-Preise die Spekulationspraktiken zu erklären und quasselt sich dabei fast außer Puste. Für ihn liegt ein Übel schon in der Kindererziehung: Man sollte schon den Kleinen beibringen, „backe, backe Kohle, wo’s was gibt, das hole“. Außer man möchte ein Leben lang der Brave sein und immer das kleinste Kuchenstück nehmen. Fritz Messner brilliert als Messias des Mammon und huldigt mit einem Dankeslied der Schutzpatronin Mitzi oder erklärt Karl Heinz Grasser zum Märtyrer. Als Person des „öffentlichen Dunstes“ glänzt Peter Blaikner, der als Sesselfurzer ja nicht wegen jedes Schas’ vor die Tür gehen kann. Und er weiß auch, Beamte dürfen nichts annehmen, nicht mal Vernunft.

Im Trio inszenieren sie die große Einkoch-Show: „für alle, die gerne abschöpfen möchten, ohne sich die Finger zu verbrennen“. Das Publikum lernt, dass man beim Falschen Hasi das Unschuldslamm immer durchschmeckt, dass man beim GRÜNEN-Gemüse aufpassen muss, dass man die SCHWARZwurzel nicht durchschmeckt, oder dass BLAUschimmelkäse das ganz Kuchl vollstinkt. Es gilt auch: Keine Restelverwertung, sondern Endlagerung für Politiker, die man nicht mehr braucht.

Gesucht und gefunden


Die drei haben sich gesucht und gefunden. Sie harmonieren auch dank ihrer unterschiedlichen Vorzüge perfekt. Dennoch braucht man zunächst ein wenig Zeit - auch nach der Pause, um in den Sog dieser „Kasperl-Comedy“ oder „Polit-Blödelei“ zu kommen. Aber dann entlockt das wortgewandte, erfrischende und zuweilen einfach schräge Programm herzliche und erfrischende Lacher.
Mit Spielfreude und Wortwitz begeistern die lebendigen Unterhalter nicht nur mit dem gesprochenen, sondern auch mit dem gesungenen Wort, ab und an samt Gitarrenbegleitung. Teils umgeschriebene Texte zu bekannten Melodien sorgen obendrein für ausgelassene Stimmung.

Das Programm endet wie es begonnen hat: Das Trio seilt sich wieder auf die Bühne, denn „man kann sich ja abseilen, wenn’s in die Hosen geht“. In die Hosen ist der Abend nicht gegangen und so dankt ein gelöstes Publikum dem Trio mit langanhaltendem Applaus.

 

„Freunderl sucht Wirtschaft“ vom Kultkabarett Messner – Baumann – Blaikner war eine Veranstaltung der Grünen Wirtschaft Vorarlberg anlässlich der Wirtschaftskammer-Wahl

Sie haben sich gesucht und gefunden: Manfred Baumann, Fritz Messner und Peter Blaikner

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