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21.02.2014 |  Christina Porod

„Und wenn der Humor mir flöten geht, na und, warum soll der nicht auch mal Musik machen“ – Uta Köbernick in der Kulturwerkstatt Kammgarn

Mehr als ein Jahr ist es her, dass Uta Köbernick die Kulturwerkstatt Kammgarn in Hard besuchte, da noch mit dem österreichischen Kabarettisten Günther Paal, alias Gunkl, als Bühnenpartner. Am gestrigen Donnerstagabend schaute sie allein vorbei, begleitet von Gitarre, Ukulele, Geige und Klavier. Die in Berlin aufgewachsene, jetzt in Zürich lebende Künstlerin präsentierte ihr Musikkabarett „auch nicht schlimmer: Uta Köbernick singt Rabenlieder“.

Was Uta Köbernick zweifellos hat, ist ein Gespür für Worte, das zeigt sie nicht nur in ihren Liedtexten, sondern auch in ihren Aphorismen und Erzählungen. Wort-Kunst, das ist ihr Steckenpferd. Feinsinnig und raffiniert verarbeitet die 38-Jährige damit sämtliche Themen, geht es um Politisches singt sie nicht einfach nur Protestlieder, nein, sie singt Wider-Ständchen.

Überschaubares Publikum


Ihre Lieder hören abrupt auf und fangen unvermittelt an. „Wenn man glaubt ein Lied ist zu Ende, einfach dem Impuls folgen und applaudieren, dann aber durchhalten. Warum sollte man nur der Mehrheit folgen...? Heute von Mehrheit sprechen, na ja...“ . Mit diesem Satz spielt sie auf das doch recht überschaubare Publikum an. Bei ihrer Zugabe, einem Lied mit dem Titel „Reste“ kokettiert sie nochmals damit und findet „passt auch“. Denn offensichtlich haben sich einzelne Zuschauer schon vorzeitig verabschiedet.

Unaufgeregter Abend


Man freut sich ob ihrer charmanten Art, der nuancierten Sprache, der kreativen, anregenden und zweifelsohne humorvollen Texte. „Und wenn der Humor mir flöten geht, na und, warum soll der nicht auch mal Musik machen“, so die Liedermacherin. Der Humor geht ihr zwar nicht flöten und die Begeisterung nimmt auch immer wieder einen Anlauf, doch zum Höhenflug kommt es nicht. Der Abend bleibt durchwegs unaufgeregt, obwohl die Wortkünstlerin in einen Topf voller wunderbarer Fähigkeiten greifen kann.

Nichtsdestotrotz kann mit diesem Programm ein feiner Abend verbracht werden, der obendrein zum Nachdenken anregt und das Publikum honoriert ihn auch mit verdientem Applaus.

 

Die nächsten Kabarett-Programme in der Harder Kulturwerkstatt Kammgarn:
Do, 13.3., Martin Grossmann, „Des Wahnsinns fette Beute“
Do, 27.3., Mike Supancic, „Ich bin nicht allein“
jeweils 20.30 Uhr

Trotz der Wort-Kunst und des feinen Gespürs von Uta Köbernick bleibt der Höhenflug aus

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