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17.09.2014 |  Christina Porod

Le Cubitus du Manchot – Die Magie des Neuen Zirkus begeistert mit rockiger Live-Musik beim schau★lust-Festival in Lustenau

In die Welt des Nouveau Cirque, der sich in den 80er-Jahren in Frankreich aus dem traditionellen Zirkus herausgebildet und auf verschiedenste Weise fortentwickelt hat, entführte am gestrigen Dienstagabend die Compagnie „Le Cubitus du Manchot“. Zehn ArtistInnen und eine fünfköpfige Band wirbelten das Zirkuszelt, das neben dem Freudenhaus im Millenniumpark aufgebaut ist, gehörig auf. Unter dem Titel „Ballet Manchot“ verschmolz die Truppe aus Frankreich, jenem Land, in dem Artisten und Clowns offiziell als Künstler anerkannt sind, Akrobatik, Musik, Tanz, Humor und Schauspiel auf besonders anschauliche Weise und höchstem Niveau.

Dass die Vorstellung so gar nichts mit einer konventionellen Zirkusvorstellung zu tun hat, bemerkt man schnell. Skurrile Männer, schwarz gekleidet mit dichtem Vollbart, erwarten die Besucher schon vor Beginn. Man weiß zwar nicht gleich, was die unheimlichen, dunklen Gestalten vorhaben, merkt aber bald, zu befürchten gibt es nichts.

Jeder Winkel wird erobert


Jeweils an den Seiten ist eine erhöhte Plattform aufgebaut. Die eine dient der Band als Bühne, die andere, geschmückt mit Federboas und einem großen goldenen Spiegel, nutzt der eitle Zeremonienmeister als Loge. Vorest – denn die Truppe erobert im Lauf der Show jeden Winkel. Und keiner bleibt an einem Platz oder gar am Boden. Die mystische Figur des Zeremonienmeisters, die irgendwo zwischen Mephisto, Mick Jagger und Spiderman anzusiedeln ist, kraxelt an einer Stange durch eine Öffnung ins Zeltdach. Unter einem Podium ist eine Bar aufgebaut, an der die Artisten verweilen, sollte sie der Zeremonienmeister rasten lasten. Das kommt allerdings nicht oft vor und wenn, nur sehr kurz. Die meiste Zeit treibt die androgyne Figur mit schneeweißem Gesicht ihre Truppe lieber an. Die Artisten wirbeln, marschieren, stampfen oder tanzen durchs Zelt. Oft geschieht an allen Ecken und Enden gleichzeitig etwas. Doch es entsteht immer wieder Ordnung im vermeintlichen Durcheinander, Über- und Untereinander. Auch die Band ist alles andere als bloßes musikalisches Beiwerk. Die fünf Mitglieder fügen sich mit Musik, Gesang, ihrer Performance und der teils extravaganten Optik harmonisch ein.

Perfekt inszenierte Ensembleleistung


Das Kollektiv aus Nîmes begeistert mit waghalsiger Akrobatik. Eine magische Synthese aus Rhythmik, Akrobatik und Humor entsteht beispielsweise mit dem Teeterboard. Mit scheinbarer Leichtigkeit rotieren die Artisten durch die Luft, kraftvoll-stark und geschmeidig zugleich. Ebenso eindringlich wie magisch ist die Nummer mit dem Cyr Wheel. Beim Klaviertransport zeigt sich die ausgefeilte Form ihrer Clownerie. Der Humor kommt aber nie zu kurz. Laute, schrille und berührende Momente sind ständig mit witzigen Ingredienzen gewürzt.

„Ballet Manchot“ ist eine perfekt inszenierte Ensembleleistung mit großartiger Musik und tollen Kostümen. Eine solche Performance gibt es nicht alle Tage, aber noch bis zum 27.9. im Millenniumpark in Lustenau. 8 Vorstellungen der Compagnie stehen noch auf dem Programm. Näheres auf: www.schaulust.net

Die Compagnie „Le Cubitus du Manchot“ verschmilzt in „Ballet Manchot“ Akrobatik, Musik, Tanz, Humor und Schauspiel auf besonders anschauliche Weise und hohem Niveau

Die Compagnie „Le Cubitus du Manchot“ verschmilzt in „Ballet Manchot“ Akrobatik, Musik, Tanz, Humor und Schauspiel auf besonders anschauliche Weise und hohem Niveau

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