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07.09.2012 |  Christina Porod

Unvorarlbergerische Vorarlberger – Stefan Vögels „Achtung Ländle 2“ feierte Premiere

Am gestrigen Donnerstagabend erlebte das Premierenpublikum die Fortsetzung der Multi-Kulti-Komödie „Achtung Ländle“ auf der Kulturbühne Ambach. Stefan Vögels Stück nimmt dabei die Vorarlberger Jungfamilie nicht nur unter die Lupe, sondern auch aufs Korn. Wie sieht es hinter der Fassade des Fertigteilhauses mit Schallschutzfenstern aus?

Die ehemaligen FH StudentInnen aus Syrien, Frankreich, Italien und Wien sind erwachsen geworden: Tarik und Virginie haben eine Familie gegründet, leben mit ihrem Baby in einem Fertigteilhaus zwischen Autobahn und Eisenbahn. Mit der Aussicht den BIVOMI 2012 (Bestintegrierte Vorarlberger mit Migrationshintergrund) zu gewinnen, startet die Komödie mit ihren turbulenten Entwicklungen. Der Überraschungsbesuch der ehemaligen WG Kollegen, dem Wiener Rudi sowie Enzo aus Italien und seiner aktuellen Geliebten Carla bringt den scheinbaren Familienfrieden ins Wanken. Wegen des aussichtsvollen Preises reist schlussendlich noch Tariks schmuggelnder Vater aus Syrien an.

Was macht den typischen Vorarlberger aus?

Durchgängiges Thema ist der Vorarlberger mit seinen Marotten. Stefan Vögels Stück bedient alle Klischees. Überzeichnet und zugespitzt wird das Leben des körigen Vorarlbergers durchleuchtet: In der Küche steht der Riebelgrieß, der selbstgebrannte Schnaps ist prämiert, das Regal im Kär ist in Arbeit, die Schallschutzfenster sind von der Firma Zech und was wäre das Haus in Klaus ohne Garage? In der Multi-Kulti-Komödie verträgt sich dies alles hervorragend mit dem syrischen Wandteppich und dem Eiffelturm auf dem Regal. Beste Voraussetzungen für den Hauptpreis sind gegeben.

Die jungen Schauspieler zeigen einen authentischen Auftritt

Die junge Truppe, unter der Regie von Hajo Förster, überzeugt das Publikum mit ihrer energiegeladenen Lust am Spiel. Alle Charaktere sind gut besetzt und verkörpern ihre jeweilige Rolle ausdrucksstark. Die unterschiedlichen Nationalitäten werden durch die Akzentuierung glaubhaft präsentiert. Lässt sich nur noch auf typisch vorRADLbergerisch sagen: Mol mol, körig gsi.

Kann Schwarzer Humor kippen?

Das Publikum reagierte auf mehrfache Andeutungen der Kellerkinder in Amstetten und den Namen Kampusch. Vielleicht fühlten sich manche doch unbehaglich bei solchen Späßen? Jedenfalls veränderte sich die Geräuschkulisse des Publikums bei der dritten Andeutung hör- und spürbar.

Noch ist alles scheinbar harmonisch... (Fotos: Dietmar Mathis)

Noch ist alles scheinbar harmonisch... (Fotos: Dietmar Mathis)

... doch heftige Turbulenzen gefährden den BIVOMI 2012...

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... denn der Landesbeamte Hotz taucht auf.

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  • Noch ist alles scheinbar harmonisch... (Fotos: Dietmar Mathis) Noch ist alles scheinbar harmonisch... (Fotos: Dietmar Mathis)
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