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15.07.2009 |  Silvia Thurner

Heile Welt im Rittersaal - Schloss- und Palaiskonzerte in Feldkirch sind ein Treffpunkt für Freunde der Kammermusik

Die Konzerte in der Feldkircher Schattenburg haben eine lange Tradition. Inzwischen füllen Kammermusikfreunde den Rittersaal, so auch beim Konzert mit Karin-Regina Florey und Anna Adamik (Violine und Klavier) sowie dem „Offenburger Streichtrio“. Gespielt wurden Werke von Dvorak, Beethoven und Hans-Udo Kreuels. Das Konzerterlebnis zeichnete sich durch die impulsive und lebendige Art des Musizierens aus. Über die offenen Fenster drang die Alltagswelt mit Verkehrsgeräuschen, Signalhörnern und Kirchturmglocken in die konzentrierte Atmosphäre des Kammermusikkonzertes. Die zwei aufeinander treffenden Welten öffneten anregende Hörperspektiven.

Karin-Regina Florey und Anna Adamik, zwei Professorinnen am Landeskonservatorium in Feldkirch, spielten einleitend die „Sonatine in A“, op. 52 von Hans-Udo Kreuels. Quasi als Stilstudie einiger Facetten der Musik von Sergej Prokofjew wurde dieses Werk komponiert. So gesehen wurde eine spannende Auseinandersetzung geboten, die die Musikerinnen mit einem betont emotionalen Duktus ausgestaltet haben. Beziehungsreich waren die musikalischen Dialoge, das Hindeuten und Kommentieren einzelner Phrasen, das Beharren auf einem Standpunkt in der einen Stimme und die Reaktionen in der anderen. Im Finalsatz kamen die humorvollen Züge gut zum Ausdruck, Reminiszenzen an den lyrischen Mittelteil ergaben eine inhaltliche Klammer. Wirkungsvoll gestaltet wurde der Schluss, bei dem quasi ein „Wettlauf“ einzelner Gedanken erklang.

Anregende Dialoge

Auch Antonin Dvoraks „Sonatine G-Dur“, op. 100 musizierten Karin-Regina Florey und Anna Adamik in einem angeregten Dialog miteinander. Ein paar Ungenauigkeiten schmälerten den positiven Eindruck nicht, denn die Hauptthemen wurden dynamisch ausgeklügelt geformt. Stimmungen führten im Mittelteil von erdigen Grundtönen in lichte Höhen. Mit viel Esprit, der vor allem vom Klavier ausging, gestalteten die Musikerinnen den episodenartig aufgebauten, tänzerischen Schlusssatz.

Gut aufeinander abgestimmtes Trio

Die Qualitäten des „Offenburger Streichtrio“ (Frank Schilli, Violine; Rolf Schilli, Viola und Martin Merker, Violoncello) kamen in Ludwig van Beethovens Streichtrio in c-Moll, Op. 9/3 gut zum Ausdruck. Sie eröffneten das Werk mit einem ausgeglichenen, in sich abgerundeten Gesamtklang und fein ziselierten Themengestaltungen, ein starkes Fundament bildete vor allem das Cello. Expressiv zelebrierten die Musiker das Adagio, in dem sie das Spannungsverhältnis zwischen Klangereignissen und Pausen gut ausloteten. Das rhythmische Scherzo wirkte etwas indifferenziert. Als Impulsgeber wurden die kontrastreichen Floskeln der musikalischen Hauptgedanken im abschließenden Presto eingesetzt.

Farbenreiche Lebensfreude

Abschließend interpretierten das „Offenburger Streichtrio“, Karin-Regina Florey und Anna Adamik das berühmte Klavierquintett A-Dur, OP. 81 von Antonin Dvorak. Zwar gab es vereinzelt koordinatorische bzw. intonatorische Mängel, doch der Elan der Themenführungen und die Spielfreude fesselten das Publikum beim Hören dieses wirkungsvollen Werkes. Durchdacht formte das Ensemble die Themenvergrößerungen und die vielen Charakteränderungen einzelner Motive. Auf diese Weise entstanden Modulationen und Transformationen von Gedankengängen, die die unterschiedlichen Stimmungen und Tonfärbungen abwechslungsreich beleuchteten.

Karin-Regina Florey und Anna Adamik in einem anregenden Dialog miteinander

Karin-Regina Florey und Anna Adamik in einem anregenden Dialog miteinander

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