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08.10.2021 |  Silvia Thurner

Kreatives Musikcamp bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik

Nach einjähriger Pause gastieren nun wieder zahlreiche internationale Musikschaffende bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik (btzm). Zur Eröffnung präsentierte das Ensemble Mosaik unter der Leitung von Magnus Loddgard vier österreichische Erstaufführungen, darunter zwei Kompositionsaufträge der btzm. Dass in der jungen Komponistengeneration der Mix aus Electronics, Live-Elektronik, akustischer Musik sowie manipulierten Instrumenten selbstverständlich ist und originelle Zugänge möglich sind, war mit Kompositionen von Andrea Mancianti und Kelley Sheehan zu erleben. Sara Glojnaric setzte sich in ihrem Werk „sugarcoating“ mit der soziokulturellen, auch für die btzm relevanten Frage auseinander, was uns an Revivals und ‚Retro‘ begeistert.

Das herausragende, aus Deutschland stammende Ensemble „Mosaik“ hat sich spezialisiert auf das zeitgenössisches Musikschaffen junger, experimentierfreudiger Komponist:innen und präsentierte zur Eröffnung der btzm eine passende Auswahl unterschiedlicher Werke, die den Medienmix von realen Instrumentalklängen, manipulierten Instrumenten, mit Elektronik erweiterte und korrespondierende Apparaturen und Live-Elektronik vielseitig zum Ausdruck brachten.

Am ehesten in tradierten Klanggestalten formte Sara Glojnaric ihre Musik. Die aus Stuttgart stammende Künstlerin ging in „sugarcoating“ für großes Ensemble von Idiomen der Popmusik aus und entwickelte daraus eine auf Clustern beruhende, rhythmusbetonte Musik. Musikalische Artefakte erklangen in einem kräftigen Energiefluss geschichtet und gleichschaltet. Bewusst thematisierte die Komponistin mit ihrem Werk die Rückbesinnung auf Vergangenes und regte damit zum Weiterdenken an.

Erweitertes Klangspektrum

Am meisten Eindruck hinterließ das Werk „Autophagy II" des italienischen Komponisten Andrea Mancianti. Er fabrizierte aus rückkopplungsgesteuerten E-Gitarren und Tam-Tam raumgreifende Sounds, die eine ideale Verbindung zwischen manipulierten Klängen und ausgeklügelt eingesetztem, elektronischem Instrumentarium aufbaute. Auch Kelley Sheehans Werk mit dem außergewöhnlichen Titel „()*, The Drummer“, das im Auftrag der btzm entstanden ist, beeindruckte durch seinen originellen Einsatz des erweiterten Drumsets. Musikalisch humorvoll wurde der Hegemonieanspruch des Perkussionisten vom Saxophonpart und Spielzeuginstrumenten in Frage gestellt.

Als Gewinner des Meisterklassewettbewerbs, der seit einigen Jahren bei den btzm angeboten wird, erhielt Joshua Alvarez Mastel im Jahr 2019 einen Kompositionsauftrag. Das eher im herkömmlichen Sinn konzipierte Werk „spread in lobes like lichen on rock“ präsentierten die Musiker:innen unter der Leitung von Magnus Loddgard in großer Ensemblebesetzung. Fein verwobene Spaltklänge der Bassklarinette, des Saxophons und Tonqualitäten, die aus bekannten Streicher-Spieltechniken resultierten, traten in einen Dialog mit Natur evozierenden Sounds des Synthesizers.

Publikum mitgebracht

In Bludenz gastieren zahlreiche Musikschaffende aus Europa und den USA, alle zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt. Sechs davon nehmen auch an der Meisterklasse für Komposition teil, die Clara Iannotta leitet. Die btzm haben sich zu einem Camp bzw. einer Plattform für Komponierende der jungen Generation entwickelt. Selbstverständlich besuchen die Teilnehmer:innen die abendlichen Konzerte und feiern die Aufführungen der Kolleg:innen gebührend. Dies schafft eine lockere und gute Konzertatmosphäre und füllt die Publikumsreihen, denn Musikinteressierte aus Vorarlberg nehmen die Einladung zu den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik kaum an. In welche Richtung sich die btzm in den kommenden Jahren entwickeln werden, und ob Clara Iannotta parallel zu ihrer neuen Tätigkeit als Intendantin der Klangspuren Schwaz auch die btzm weiterhin kuratieren wird, bleibt eine spannende Frage.

 

Tipp
Die Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik dauern noch bis Sonntag.
Samstag, 9.10., Trio Catch und weitere Musiker:innen, Remise Bludenz, 20 Uhr
Sonntag, 10.10., Quartetto Maurice, Musikschule Bludenz, 11 Uhr
Sonntag, 10.10., Faint Noise, Remise Bludenz, 17 Uhr

Hörtipp
12.11., Zeit-Ton, Ö1, 23.06 Uhr: eliane radigue/bludenzer tage
30.11., Zeit-Ton, Ö1, 23.06 Uhr: bludenzer tage / ensemble mosaik

Die Musiker:innen des Ensemble Mosaik aus Deutschland stellten ihre Vielseitigkeit und ihr Können bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik eindrücklich unter Beweis, unter anderem mit dem Werk "Autophagy II" für Schlagzeug, Live-Elektronik und rückkopplungsgesteuerte E-Gitarren und Tam-Tam.

Die Musiker:innen des Ensemble Mosaik aus Deutschland stellten ihre Vielseitigkeit und ihr Können bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik eindrücklich unter Beweis, unter anderem mit dem Werk "Autophagy II" für Schlagzeug, Live-Elektronik und rückkopplungsgesteuerte E-Gitarren und Tam-Tam.

Als Instrumentalensemble im traditierten Sinn interpretierte das Ensemble Mosaik unter der Leitung von Magnus Loddgard zwei Werke von Joshua Alvarez Mastel und Sara Glojnaric.

Als Instrumentalensemble im traditierten Sinn interpretierte das Ensemble Mosaik unter der Leitung von Magnus Loddgard zwei Werke von Joshua Alvarez Mastel und Sara Glojnaric.

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  • Die Musiker:innen des Ensemble Mosaik aus Deutschland stellten ihre Vielseitigkeit und ihr Können bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik eindrücklich unter Beweis, unter anderem mit dem Werk "Autophagy II" für Schlagzeug, Live-Elektronik und rückkopplungsgesteuerte E-Gitarren und Tam-Tam. Die Musiker:innen des Ensemble Mosaik aus Deutschland stellten ihre Vielseitigkeit und ihr Können bei den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik eindrücklich unter Beweis, unter anderem mit dem Werk "Autophagy II" für Schlagzeug, Live-Elektronik und rückkopplungsgesteuerte E-Gitarren und Tam-Tam.
  • Als Instrumentalensemble im traditierten Sinn interpretierte das Ensemble Mosaik unter der Leitung von Magnus Loddgard zwei Werke von Joshua Alvarez Mastel und Sara Glojnaric. Als Instrumentalensemble im traditierten Sinn interpretierte das Ensemble Mosaik unter der Leitung von Magnus Loddgard zwei Werke von Joshua Alvarez Mastel und Sara Glojnaric.