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30.03.2020 |  Manuela Schwaerzler

Magdalena Grabher präsentiert ihr neues Album "Find Out": Heute und als Home Concert

Zu Redaktionsschluss unserer April-Ausgabe - die Sie übrigens spätestens heute in Ihrem Briefkasten haben sollten - war zwar klar, dass Magdalena Grabher ihre Album Release Tour absagen muss, aber noch nicht, wie's weiter geht. Das kristallisierte sich erst nach und nach heraus und heute, am 30.3. ist es soweit: Um 20 Uhr wird die Harder Musikerin eine One Woman Show von zu Hause aus geben, der wir alle per Live Stream beiwohnen können. Aus diesem Anlass stellen wir hier das Interview, das Pete Ionian mit Magdalena Grabher geführt hat und in der aktuellen Printausgabe der KULTUR veröffentlicht wurde, zum Nachlesen zur Verfügung:

Herausfinden, welche Chance darin liegt


Eine junge Vorarlberger Künstlerin, die exemplarisch für viele Kunstschaffende zur Zeit aufgrund der aktuellen Situation vor großen Herausforderungen steht: Sie hat all ihr Erspartes in eine CD-Produktion investiert, Zeit und Energie rein gesteckt, eine internationale Tour organisiert und ein ganzes soziales Netzwerk in die Planungen miteinbezogen. Und dann: Abgesagt. Dennoch bleibt die Harder Künstlerin optimistisch und kann auch dieser Situation Positives abgewinnen.

Pete Ionian: Du bist jetzt wohl, so wie alle, vorwiegend zu Hause. Was tust du üblicherweise unter der Woche und was hast du in letzter Zeit getan?
Magdalena Grabher: Ich arbeite am Jazzseminar Lustenau und als Musikpädagogin an der Musikschule Lustenau. Ich gebe Gesangsunterricht, leite die Schulband und kann mit den Kindern tanzen, singen und Spaß haben. Alles, was nichts mit Noten lernen zu tun hat. Davor habe ich für ein Jahr in London gelebt – Musik machen, Kontakte knüpfen – und war auf Europa Tournee nur mit dem Zug, wo ich mich halb tot geschleppt habe.
Ionian: Auf Tour hast du die Lieder geschrieben und gespielt, die jetzt als Album erscheinen. Wie ist diese Produktion entstanden und was bedeutet dir „Find Out“?
Grabher: „Find Out“ entstand als Titel spontan bei einem Livekonzert in Bruchsal. Zurück zu Hause, nach zwei Tagen Pause, hab ich alle angerufen und angefangen zu arbeiten. „Find Out“ bedeutet für mich, das innere Kind zu finden. Es kennenzulernen, zu trösten und die Trauer in sich selbst aufzulösen. Diese Energie umzuwandeln. Das löst etwas aus, in uns Menschen und das braucht die Welt. Die Produktion war extrem intensiv, hat viele Loslösungsprozesse beinhaltet und mich auch an Grenzen gebracht.

Weniger Loopstation, mehr Spielraum für die Band

Ionian: Du schreibst die Lieder selbst, tourst auch oft alleine, aber wer war sonst noch an dieser Produktion beteiligt und wer ist die Kinderstimme auf dem Album?
Grabher: Die Band besteht aus Joachim Huber und Michael Naphegi, die man von Killa Tofu oder Rosi Spezial kennt. Im Studio war Florian Jauker und dann später Joachim. Er hat viel Energie rein gesteckt, nicht nur als Bandmitglied, auch als Techniker. Gemastert wurde bei Lorenz Häusle. Geplant war, dass  die Gesangsklasse und junge Musiker/innen beim Release dabei sind. Die Stimme ist meine fünfjährige Nichte, die auch schon auf dem Debütalbum zu hören war.
Ionian: Früher war dein Fokus vor allem auf der Loopstation, inwiefern hast du als Singer-Songwriterin da eine Entwicklung durchgemacht?
Grabher:  Beim ersten Album gab es vor allem die Loopstation und wenig Spielraum für die Band. Inzwischen höre ich schon während dem Komponieren die Band im Kopf. Außerdem bedeutet Loopstation auch viel Stress, alles muss diszipliniert und fehlerfrei sein. Diese Steifheit raubt viel Freiheit. Jetzt kann ich auch mal nur am Klavier oder der Gitarre längere Passagen gemeinsam mit der Band improvisieren. Das Looping ist trotzdem noch ein wichtiger Teil, weil es mir auch riesigen Spaß macht und es viele Möglichkeiten eröffnet.
Ionian: Nun musstest du aufgrund der gesundheitspolitischen Situation deine ganze Tour absagen. Wie gehst du damit um und hast du schon neue Pläne?
Grabher: Ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken, was in Zukunft passiert. Am 28. März wird das erste Video im Netz veröffentlicht, dann mal sehen. Finanziell ist die Situation herausfordernd, ich muss Musiker und Produktion bezahlen und hätte mit der Tour zumindest einen Teil davon wieder verdienen können. Darum brauchen Künstler*innen jetzt und nach diesen Maßnahmen jede mögliche Unterstützung. Ansonsten kann ich der Situation auch Gutes abgewinnen. Man konzentriert sich wieder auf das Wesentliche, die Natur bekommt ein wenig Luft zum Atmen und als Musikerin bin ich gewohnt, zu Hause an neuen Lieder zu arbeiten.

https://www.magdalenagrabher.com/
www.youtube.com/magdalenchien

 

Heute um 20 Uhr gibt Magdalena Grabher ein Home Concert (© Michal Lukac)

Heute um 20 Uhr gibt Magdalena Grabher ein Home Concert (© Michal Lukac)

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  • Heute um 20 Uhr gibt Magdalena Grabher ein Home Concert (© Michal Lukac) Heute um 20 Uhr gibt Magdalena Grabher ein Home Concert (© Michal Lukac)