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11.05.2015 |  Fritz Jurmann

Saison 2015/16 beim Symphonieorchester Vorarlberg - Mit lieb gewonnenen Traditionen und vielen neuen Ideen ins 30. Bestandsjahr

Die von Martina Zudrell, von der Agentur Pzwei, moderierte Programmpräsentation des SOV für die kommende Saison fand Montagvormittag im neuen Feldkircher Montforthaus statt, nach dem Umbau seit Jänner neben dem Bregenzer Festspielhaus wieder eine der beiden Konzertstätten des Orchesters in seinem sechsteiligen Abo-Zyklus. Dieser umfasst zwischen Oktober 2015 und Mai 2016 wie gewohnt fünf Konzerte und eine Oper. Zu feiern gibt es dabei das Jubiläum des 30-jährigen Bestehens des SOV und zehn Jahre, in denen Gérard Korsten erfolgreich als Chefdirigent wirkt. Weiters geplant sind CD-Einspielungen, ein Auslandsgastspiel, ein Familienkonzert und praktische Musikvermittlung in Schulen.

Erstmals wurde bei diesem Anlass auch das bei der Generalversammlung im April neu gewählte Präsidium des SOV vorgestellt. Der Dornbirner Rechtsanwalt Dr. Manfred Schnetzer, bisher Vizepräsident an der Seite von Eduard Konzett, ist nun Präsident. Als Vizepräsidenten neu bestellt wurden der ehemalige ORF-Landesdirektor Dr. Wolfgang Burtscher und Bundesrat Dr. Magnus Brunner. Schnetzer attestierte in einem ersten Statement dem Orchester fantastische Arbeit, die auch zu sehr positiven Zukunftsaussichten Anlass gebe. Verbessert werden müssten vor allem die Rahmenbedingungen der Musiker mit einer ihrer Leistung entsprechenden Honorierung.

„Die Suppe am Köcheln halten“

Die künstlerische Verantwortung für die Programmgestaltung des SOV liegt gemeinsam bei Chefdirigent Gérard Korsten, der dem Orchester bereits seit 1995 verbunden ist, und dem seit 2013 amtierenden Geschäftsführer Thomas Heißbauer. Gemeinsam ist beiden auch für die kommende Saison wieder der berühmte „Spagat“ gelungen: die „Suppe“ mit spannenden, aufregenden Werken und Künstlern „am Köcheln“ zu halten und zugleich mit einem bestimmten Anteil von klassisch-romantischem Repertoire auch das relativ deutliche Traditionsbedürfnis der Vorarlberger Konzertfreunde zu befriedigen.

Wie sehr dieses Konzept zuletzt erfolgreich war, zeigt bei jeweils 13 Produktionen allein die Zunahme der Zahl der Abonnenten von 1.761 in der Saison 2013/14 auf 1.828 in der am Wochenende abgeschlossenen Saison 2014/15. Die Gesamteinnahmen konnten in diesem Zeitraum von 1.173 Mill. Euro auf 1.312 Mill. Euro gesteigert werden, die Eigenfinanzierung stieg von 52,35 auf 60,63 Prozent, die Subventionen dagegen verringerten sich in dieser Zeit von 558.000 auf 518.000 Euro. Das liegt nach allgemeiner Einschätzung weit unter vergleichbaren Förderungen und wirft die Frage auf, wie lange unter solchen Bedingungen die von Spitzenmusikern aus der Region abhängige, heute längst absolut professionelle Qualität des Orchesters auf Dauer zu halten sein wird.

Zu Gast bei der EXPO in Mailand

Ein paar Highlights aus dem aktuellen Programmangebot sollen helfen, die Abos beim SOV um ein Jahr zu verlängern oder neu zu buchen (Details dazu am Ende dieses Beitrages). Die Saison beginnt rund um den Staatsfeiertag mit einem ur-österreichischen Programm der Wiener Klassik mit Schubert und Beethoven.
Dirigent ist Hans Graf, lange Zeit Chef des Mozarteumsorchesters Salzburg, bevor er zuletzt von den USA aus eine internationale Karriere startete, Solist in Beethovens 3. Klavierkonzert ist der von vielen Schubertiade-Konzerten her bekannte Wiener Pianist Till Fellner. Das SOV wird mit diesem Konzertprogramm nach Feldkirch und Bregenz, als einziges österreichisches Symphonieorchester außer den Wiener Philharmonikern und den Wiener Symphonikern, am 26. Oktober auch bei der EXPO in Mailand gastieren.

John Adams gegen Dvorak

Besonders gewagt, aber auch hoch spannend ist im zweiten Konzert unter Chef Korsten die Kombination von Dvoraks Symphonie „Aus der Neuen Welt“ mit einer Komposition des amerikanischen Minimal-Music-Komponisten John Adams, der darin auch Jazzig-Rockiges und neue Romantik originell vereint. Als Solist ist in seinem Werk „Absolute Jest“ gleich ein ganzes Streichquartett mit, es ist das namhafte „Apollon Musagète“, bei dem der Erste Konzertmeister des SOV, der Pole Pawel Zalejski, auch als erster Geiger wirkt. Dieses Konzert wird vom ORF für eine Live-CD mitgeschnitten, außerdem wird an diesem Abend zum eigenen 30-Jahr-Jubiläum und Korstens 10-Jahr-Jubiläum eine CD mit „Sternstunden“ dieser Zusammenarbeit präsentiert.

Der französische „Magier der Oboe“, Francois Leleux, der bereits zweimal als Solist hier gastierte, wird im Jänner 2016 ein drittes Mal kommen und dann auch noch das Orchester mit Bizet, Hummel und Brahms dirigieren, frei nach dem Motto „play and conduct“.

Mozarts „Entführung“ als Oper am Kornmarkt

Natürlich gibt es auch in der kommenden Saison wieder eine Opernproduktion in Zusammenarbeit mit dem Vorarlberger Landestheater, die in den vergangenen Jahren in jeweils elf Aufführungen im Theater am Kornmarkt zu Publikumsrennern wurden. Im 27. Jahr dieser Zusammenarbeit hat man sich für Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ entschieden, das übrigens 1980, ein Jahr nach der missglückten ersten „Turandot“, bereits einmal als Spiel auf dem See der Bregenzer Festspiele zu erleben war. Mit Ingo Ingensand steht ein perfekter Theaterkapellmeister im Graben, der bereits mehrfach mit dem SOV gearbeitet hat. Ihre Debütarbeit in Bregenz wird die prominente Regisseurin Sigrid Herzog abliefern.

Der Dornbirner Thomas Thurnher hat es nach längerer Zeit als erster Vorarlberger Komponist geschafft, vom Symphonieorchester Vorarlberg wieder im normalen Abo-Programm mit einem Werk aufgeführt zu werden, der Elegie „Pour Camille“. Heimisches Musikschaffen wird sonst vom SOV gerne in das jeweils im November stattfindende Spezial-Festival „Texte & Töne“ im ORF verbannt. Dieses Konzert zu Ostern wird wieder von Gérard Korsten geleitet, der dazu seine Künstlergattin eingeladen hat, die namhafte Sopranistin Eva Mei. Sie ist zwar eigentlich dem Belcanto zugetan, besitzt aber auch starke Neigung zu Richard Strauss und dessen „Vier letzten Liedern“. In gewaltiger Besetzung wird dieses Konzert mit Ottorino Respighis „Pini di Roma“ beschlossen.

Kontraste zum Finale

Im letzten Konzert gastieren erstmals drei internationale Künstler mit dem SOV. Der Tenor Allan Clayton überzeugte im Vorjahr bei den Festspielen mit Brittens „War Requiem“, der Hornist Johannes Hinterholzer blies dieses Instrument Seite an Seite mit Heißbauer früher bei der Camerata Salzburg, wo auch der schwedische Dirigent Ola Rudner durch die Schule des unvergessenen Sándor Végh ging. Schreker, Britten und die „Vierte“ Beethoven werden für deutliche Kontraste sorgen.

Daneben liegt Thomas Heißbauer auch die Musikvermittlung am Herzen, mit der er junge Menschen für die aktive und kreative Auseinandersetzung mit Musik begeistern möchte. So wird ab diesem Jahr jährlich ein Schul-, bzw. Familienkonzert veranstaltet. Im September steht das szenische Konzert „Musiknotruf 443 – Ein Fall für Kommissarin Flunke“ von und mit Lilian Genn und Stefan Dünser auf dem Programm. Das bereits in der abgelaufenen Saison installierte Projekt einer Schulpartnerschaft wird fortgesetzt. Und nicht genug damit, will Heißbauer als neue Idee bei den Vorbereitungen zum Osterkonzert auch Abonnenten einladen, einmal eine Orchesterprobe „Mitten im Orchester“ (so der Titel der Aktion) mitzuerleben.

 

Terminübersicht Symphonieorchester Vorarlberg 

Konzert 1
Sa, 24. Oktober 2015, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
So, 25. Oktober 2015, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Hans Graf | Dirigent
Till Fellner | Klavier

Franz Schubert: Ouvertüre im italienischen Stil C-Dur D 591
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-moll  op. 37
Franz Schubert: Symphonie Nr. 6 C-Dur D 589

Konzert 2
Fr, 4. Dezember 2015, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
So, 6. Dezember 2015, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Apollon Musagète Quartett

Antonín Dvořák: Symphonische Variationen op. 78
John Adams: „Absolute Jest“ für Streichquartett und Orchester
Antonín Dvořák: Symphonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“ e-moll op. 95

Konzert 3
Sa, 16. Jänner 2016, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
So, 17. Jänner 2016, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

François Leleux | Oboe, Dirigent

Georges Bizet: Symphonie Nr. 1 C-Dur
Johann Nepomuk Hummel: Introduktion, Thema und Variationen für Oboe und Orchester op. 102
Johannes Brahms: Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11

Oper
Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater
11 Aufführungen um 19.30 im Vorarlberger Landestheater im Februar / März 2016

Ingo Ingensand | Dirigent
Sigrid Herzog | Regie

Wolfgang A. Mozart: Die Entführung aus dem Serail
Singspiel in 3 Akten

Konzert 4
So, 27. März 2016 (Ostern), 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Mo, 28. März 2016, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Gérard Korsten | Dirigent
Eva Mei | Sopran

Thomas Thurnher: „Pour Camille“ Elegie für Orchester
Richard Strauss: Vier letzte Lieder AV150
Edward Elgar: Ouvertüre „In the South (Alassio)” op. 50
Ottorino Respighi: „Pini di Roma“

Konzert 5
Sa, 30. April 2016, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
So, 1. Mai 2016, 19.30 Uhr, Festspielhaus Bregenz

Ola Rudner | Dirigent
Johannes Hinterholzer | Horn
Allan Clayton | Tenor

Franz Schreker: Kammersinfonie für 23 Soloinstrumente
Benjamin Britten: Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester op. 31
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 4 in B-Dur op. 60

Zum 30-Jahr-Jubiläum hat das SOV ein Foto-Shooting im Foyer des attraktiven neuen Montforthauses gemacht. Die Aufstellung entspricht dem Logo des Orchesters (Foto Thomas Schrott).

Zum 30-Jahr-Jubiläum hat das SOV ein Foto-Shooting im Foyer des attraktiven neuen Montforthauses gemacht. Die Aufstellung entspricht dem Logo des Orchesters (Foto Thomas Schrott).

Das Leading Team des Orchesters,  v.l.n.r. Chefdirigent Gérard Korsten, Präsident Manfred Schnetzer, Geschäftsführer Thomas Heißbauer (Foto SOV/Lisa Mathis).

Das Leading Team des Orchesters, v.l.n.r. Chefdirigent Gérard Korsten, Präsident Manfred Schnetzer, Geschäftsführer Thomas Heißbauer (Foto SOV/Lisa Mathis).

Der Vorstand mit Orchestervertretern, hintere Reihe v. l. Vizepräsident Magnus Brunner, Orchestervertreter Christoph Ellensohn und Vizepräsident Wolfgang Burtscher, vordere Reihe Gschäftsführer Thomas Heißbauer, Orchestervertreterin Heidrun Wirth-Metzler und Präsident Manfred Schnetzer (Foto SOV/Lisa Mathis).

Der Vorstand mit Orchestervertretern, hintere Reihe v. l. Vizepräsident Magnus Brunner, Orchestervertreter Christoph Ellensohn und Vizepräsident Wolfgang Burtscher, vordere Reihe Gschäftsführer Thomas Heißbauer, Orchestervertreterin Heidrun Wirth-Metzler und Präsident Manfred Schnetzer (Foto SOV/Lisa Mathis).

Der Raum für die Pressekonferenz im obersten Stockwerk des Montforthauses bot einen atemberaubenden Blick auf die gegenüberliegende Schattenburg (Foto SOV/Lisa Mathis).

Der Raum für die Pressekonferenz im obersten Stockwerk des Montforthauses bot einen atemberaubenden Blick auf die gegenüberliegende Schattenburg (Foto SOV/Lisa Mathis).

Die Weltklasse-Sopranistin Eva Mei, Gattin von Chefdirigent Gérard Korsten, konnte als Solistin für das Konzert zu Ostern 2016 gewonnen werden.

Die Weltklasse-Sopranistin Eva Mei, Gattin von Chefdirigent Gérard Korsten, konnte als Solistin für das Konzert zu Ostern 2016 gewonnen werden.

Das junge „Apollon Musagète Quartet“ mit Pawel Zalejski, dem Ersten Konzertmeister des SOV, wirkt beim 2. Abokonzert mit (Foto Marco Borggreve).

Das junge „Apollon Musagète Quartet“ mit Pawel Zalejski, dem Ersten Konzertmeister des SOV, wirkt beim 2. Abokonzert mit (Foto Marco Borggreve).

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  • Zum 30-Jahr-Jubiläum hat das SOV ein Foto-Shooting im Foyer des attraktiven neuen Montforthauses gemacht. Die Aufstellung entspricht dem Logo des Orchesters (Foto Thomas Schrott). Zum 30-Jahr-Jubiläum hat das SOV ein Foto-Shooting im Foyer des attraktiven neuen Montforthauses gemacht. Die Aufstellung entspricht dem Logo des Orchesters (Foto Thomas Schrott).
  • Das Leading Team des Orchesters,  v.l.n.r. Chefdirigent Gérard Korsten, Präsident Manfred Schnetzer, Geschäftsführer Thomas Heißbauer (Foto SOV/Lisa Mathis). Das Leading Team des Orchesters, v.l.n.r. Chefdirigent Gérard Korsten, Präsident Manfred Schnetzer, Geschäftsführer Thomas Heißbauer (Foto SOV/Lisa Mathis).
  • Der Vorstand mit Orchestervertretern, hintere Reihe v. l. Vizepräsident Magnus Brunner, Orchestervertreter Christoph Ellensohn und Vizepräsident Wolfgang Burtscher, vordere Reihe Gschäftsführer Thomas Heißbauer, Orchestervertreterin Heidrun Wirth-Metzler und Präsident Manfred Schnetzer (Foto SOV/Lisa Mathis). Der Vorstand mit Orchestervertretern, hintere Reihe v. l. Vizepräsident Magnus Brunner, Orchestervertreter Christoph Ellensohn und Vizepräsident Wolfgang Burtscher, vordere Reihe Gschäftsführer Thomas Heißbauer, Orchestervertreterin Heidrun Wirth-Metzler und Präsident Manfred Schnetzer (Foto SOV/Lisa Mathis).
  • Der Raum für die Pressekonferenz im obersten Stockwerk des Montforthauses bot einen atemberaubenden Blick auf die gegenüberliegende Schattenburg (Foto SOV/Lisa Mathis). Der Raum für die Pressekonferenz im obersten Stockwerk des Montforthauses bot einen atemberaubenden Blick auf die gegenüberliegende Schattenburg (Foto SOV/Lisa Mathis).
  • Die Weltklasse-Sopranistin Eva Mei, Gattin von Chefdirigent Gérard Korsten, konnte als Solistin für das Konzert zu Ostern 2016 gewonnen werden. Die Weltklasse-Sopranistin Eva Mei, Gattin von Chefdirigent Gérard Korsten, konnte als Solistin für das Konzert zu Ostern 2016 gewonnen werden.
  • Das junge „Apollon Musagète Quartet“ mit Pawel Zalejski, dem Ersten Konzertmeister des SOV, wirkt beim 2. Abokonzert mit (Foto Marco Borggreve). Das junge „Apollon Musagète Quartet“ mit Pawel Zalejski, dem Ersten Konzertmeister des SOV, wirkt beim 2. Abokonzert mit (Foto Marco Borggreve).