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27.09.2020 |  Anita Grüneis

Tangente Eschen : Weltmusik mit dem Christos Asonitis Quintett

Zum zweiten Konzert nach der langen Sommerpause waren so viele Interessierte gekommen, dass der Eschner Jazzclub – mit den entsprechenden Sicherheitsabständen – richtig gut gefüllt war. Dies auch zur Freude des Christos Asonitis Quintetts, denn die fünf Musiker haben ebenfalls eine längere Durststrecke hinter sich. Entsprechend erwartungsvoll zeigten sich Künstler und Publikum. Am Ende des Abends waren sich alle einig: Das war ein Jazzkonzert der Sonderklasse.

Der Einstieg in den Jazzabend war eher leise und besinnlich und damit genau richtig für das Thema des Abends: «Eine Ode ans Licht». So lautet der Titel des Debütalbums des Schlagzeugers Christos Asonitis. Fast alle Stücke sind von ihm notiert und arrangiert. Dabei schrieb sich der Schlagzeuger nicht etwa fette Soli auf den Leib, eher das Gegenteil. Alle Instrumente sind in seinen Stücken gleichberechtigt. Einzig beim Stück «Ancient Dance 490 B.C.», in dem eine Schlacht der Griechen gegen die Perser musikalisch thematisiert wird, leistete er sich eine Solo-Intro und zeigte damit, dass er mit seinem Schlagzeug eine ganze Schlacht beschreiben kann.

Ein ungewöhnliches Paar

Seit rund acht Jahren lebt der 46-jährige Grieche in München, dort ist auch der Pianist Maruan Sakas zuhause, der nicht nur optisch an Jonas Kaufmann erinnert. Auch sein Spiel ist so virtuos wie der Gesang des Tenors. Die beiden Künstler Christos Asonitis und Maruan Sakas verbindet eine besondere Leidenschaft: Sie sind im Jazz ebenso zuhause wie in der Klassik und sie lieben Klangwanderungen. Dass sich ein Schlagzeug mit einem Piano derart gut verbinden kann, ist selten zu hören. Die beiden entfalteten gemeinsam Geschichten, ließen Landschaften duften und gaben den Hörern ein Gefühl von Vertrautheit und Harmonie. Dabei entlockte Christos Asonitis seinem Schlagzeug Töne, die von einem anderen Instrument zu kommen schienen oder von weit her. Entrückte und doch weiche Klänge, die Maruan Sakas am Piano aufnahm und weitertrug, wiederum weit weg und doch so nah. Ein Duo, das für sich einsame Klasse ist.

Orient und Andalusien

Und doch sind beide im Quintett nur je einer von fünfen. Auch die anderen Musiker bekamen das gleiche Anrecht auf Beachtung, denn die Stücke von Asonitis sind auf Ebenbürtigkeit aufgebaut. Im Vordergrund steht die Gemeinschaft, das Zusammenwirken. So konnten der Schwabe Christian Eberhard an der Trompete und der Ungar Mark Pusker am Altsaxophon und der Klarinette ebenfalls ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Dies gelang besonders eindrücklich bei einem Werk mit orientalischen Anklängen, dabei entführte Mark Pusker das Publikum auch mal kurz in eine Klezmer Session. Oder waren es doch ungarische Klänge auf seiner Klarinette? Egal, orientalische und andalusische Harmonik sowie arabische Rhythmik bestimmten das Stück, das alle im Zuschauerraum mitriss.

Eine Clave vom Feinsten

Bei der Zugabe – dem einzigen Stück, das nicht aus der Feder des Bandleaders Christos Asonitis stammte, zeigte unter anderem Lorenz Heigenhuber am Kontrabass, wie feinfühlig und zugleich virtuos er sein Instrument beherrscht. Seine Kommunikation mit dem Pianisten Maruan Sakas war geprägt vom Hören, Einstimmen und Weiterführen. Bei dieser Clave nahm der Rhythmus noch einmal alle Zuhörerinnen und Zuhörer mit in die wunderbare weltweite Jazzwelt des Christos Asonitis Quintetts. In allen Stücken an diesem Abend hielt immer eines der Instrumente den roten Faden, während die anderen frei zu improvisieren schienen. So entstand ein dichter Klangteppich voller Muster und Sprachen, der nie langweilig wurde und immer aufs Neue faszinierte. Jazz at it’s best.

Das nächste Konzert in der Tangente mit dem Lang-Känzig Duo und der Präsentation der neuen CD «Celebration» findet am 17. Oktober statt. «So Gott will», meinte der Leiter der Tangente Karl Gassner, der gleichfalls hofft, dass die geplanten Jazztage in der Tangente am 7./14.und 21. November stattfinden werden. Es gab allerdings bereits eine Umbesetzung, da die Musiker aus den Vereinigten Staaten nicht ausreisen können. Aber noch ist ja nicht November.

 

 

 

 

 

Das Christos Asonitis Quintett mit seiner "Ode ans Licht"  in der Tangente Eschen

Das Christos Asonitis Quintett mit seiner "Ode ans Licht" in der Tangente Eschen

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