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21.09.2020 |  Silvia Thurner

Zusammenspiel selbstbewusster Instrumente – Zwei Trompeter und die Orgel füllten den Kirchenraum bei den Rankweiler Basilikakonzerten auf imposante Weise

Regelmäßig vergeben die Initiatoren der „Basilika Rankweil“ Kompositionsaufträge. Der letzte erging an die Komponistin Gerda Poppa, und so konnte der Organist Bruno Oberhammer das Konzert mit der Uraufführung ihres ausdrucksvollen Werkes „Zdritt“ abschließen. Zuvor machten Gabriel Maria Morre, Thomas Vötterl und der Organist mit Werken von G. Fantini, G. Viviani, G. Torelli sowie A. Plog kompositionstechnische Entwicklungslinien vom Einsatz der Naturtrompete hin zu modernen Instrumenten und jazzphrasierten Spieltechniken nachvollziehbar. Die Pflügerorgel in der Basilika Rankweil brachte Bruno Oberhammer unter anderem mit einer Toccata, Fuge und Partita von Bach und Petr Eben zum Klingen.

Die Dreiheit in Motiven, Rhythmen und der Dreistimmigkeit bildete das musikalische Fundament für das Werk „Zdritt“ für zwei Trompeten und Orgel. Innerhalb der drei Sätze kristallisierten sich drei unterschiedliche Grundcharaktere heraus. Während der erste Abschnitt tänzerisch groovig konzipiert war, entfaltete der langsame Mittelteil gut nachvollziehbare Linienverknüpfungen, und im abschließenden Finale zielte eine fast schubartige Betriebsamkeit auf eine markante Schlussfloskel hin. Gerda Poppa schuf mit „Zdritt“ ein vielgestaltiges Werk, das vor allem durch die unterschiedlichen Charakterzuschreibungen viel Abwechslung bot und seine Sinnlichkeit besonders im langsamen Mittelteil zum Ausdruck brachte.

Seinem Temperament ließ Bruno Oberhammer in der imposanten Toccata und Fuge BWV 538 von Johann Sebastian Bach freien Lauf. Die monothematisch angelegte Toccata entwickelte einen mitreißenden Drive, der durch die markanten Registerwechsel zwischen den Manualen gut zur Geltung kam. Insbesondere die chromatischen Vorhalte zogen in der Fuge die Aufmerksamkeit auf sich und hinterließen einen großen Eindruck. Hörvergnügen bereiteten auch die Partita über den Choral „O Jesu, all mein Leben bist du“ und fünf Variationen des tschechoslowakischen Komponisten Petr Eben. Dabei stellte Bruno Oberhammer plastische musikalische Bilder und Zustandsbeschreibungen in den Raum und hielt als Reminiszenz das Choralthema stets an der Klangoberfläche.

Unterschiedliche Charaktereigenschaften der Trompete

Mit den Trompetern Gabriel Maria Morre und Thomas Vötterl verbindet den Organisten eine bereits länger dauernde Zusammenarbeit. Dementsprechend eingespielt ist das Trio, und so kamen die Klangfarbenwirkungen der Trompeten im Zusammenspiel mit der Orgel gut zur Geltung. In den Barocksonaten von Fantini und Viviani spielte Gabriel Morre die Naturtrompete. Im Vergleich dazu lenkten die kompositorischen und spieltechnischen Entwicklungen in Torellis Sonata in D-Dur die Aufmerksamkeit auf sich. Mit schönem Klang bis in höchste Lagen musizierte Thomas Vötterl an der Piccolotrompete. In Erinnerung blieben auch die „Three Postcards for Trumpet“ des amerikanischen Komponisten Anthony Plog, die Gabriel Maria Morre mit reizvollen räumliche Perspektivenwechseln darbot. Insbesondere im Mittelteil bildete sich ein spannender Klangvorder- und Hintergrund aus, und die chromatisch fallenden Linien implizierten einen Blues.

Dem Leitgedanken "Königin der Instrumente, Instrumente der Könige" gemäß, gestalteten Thomas Vötterl, Bruno Oberhammer und Gabriel Maria Morre ein vielseitiges Konzertprogramm. Zur Uraufführung kam auch das Werk "Zdritt" von Gerda Poppa.

Dem Leitgedanken "Königin der Instrumente, Instrumente der Könige" gemäß, gestalteten Thomas Vötterl, Bruno Oberhammer und Gabriel Maria Morre ein vielseitiges Konzertprogramm. Zur Uraufführung kam auch das Werk "Zdritt" von Gerda Poppa.

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