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Musik / Konzert

Weinbergs 17. Symphonie bei den Bregenzer Festspielen – Musik für die Rumpelkammer?
Der russische Dirigent Vladimir Fedoseyev und die Wiener Symphoniker © Bregenzer Festspiele, Dietmar Mathis
Musik / Konzert
26.07.2010 Fritz Jurmann

Hatte Mieczyslaw Weinberg so etwas wie eine Vorahnung, als er 1984 seine späte Symphonie Nr. 17, op. 137 zu Papier brachte? „Solche Werke haben ihren Platz in der Rumpelkammer“, meinte er damals in einem bemerkenswerten Anfall von Selbstironie. In Wirklichkeit hatte er wohl geahnt, wie altvaterisch und verstaubt diese Symphonie gewirkt haben mag und es heute noch tut, wie man sich am Sonntag bei der Matinee der Wiener Symphoniker überzeugen konnte. Das Werk ist beim Festspielpublikum schlicht durchgefallen, obwohl man sich für eine möglichst authentische Interpretation den russischen Pultstar Vladimir Fedoseyev eingeladen hatte, dem dieses Werk bei der Uraufführung auch gewidmet wurde.

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Bregenzer Festspiele: „Aida“ als Tourismusobjekt – auch in zweiter Auflage mehr Event als Oper
"Aida" ist gestern buchstäblich ins Wasser gefallen (© Bregenzer Festspiele/Kamil Kloch)
Musik / Konzert
23.07.2010 Fritz Jurmann

Die Bregenzer Festspiele haben sich schon im Vorjahr damit gebrüstet, die Wüstenoper „Aida“ von Giuseppe Verdi ins Gegenteil zu verkehren und im Wasser spielen zu lassen. Daran hat sich auch bei der Wiederaufnahme am Donnerstag nichts geändert, nur kam noch eine Komponente dazu: das Wasser von oben. Schon von Beginn an war es immer wieder zu kurzen Schauern gekommen, doch Akteure und das Publikum auf der ausverkauften Tribüne hielten tapfer durch. Erst als es im Nilakt, nach etwa drei Vierteln der Gesamtspielzeit, wie aus sprichwörtlichen Kübeln zu gießen begann, wurde der Rest der Vorstellung ins Haus verlegt, verkündet von einer von diesem Umstand offenbar völlig überraschten, stotternden Ansagerin.

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Alles unter Kontrolle - Archive in der poolbar
Archive - bei aller Wucht, die ihre Stücke entwickeln, eher Dienst nach Vorschrift
Musik / Konzert
23.07.2010 Thorsten Bayer

Kontrolle ist ihr Thema. Sie haben ihre Zuhörer im Griff. Wie könnte es auch anders sein, wenn das aktuelle Album einer Band „Controlling Crowds“ (Massen kontrollieren) heißt? 
Der Titelsong ist auch der Opener an diesem Abend in der Feldkicher poolbar. Kaum hat Sänger Pollard Berrier zum Mikrofon gegriffen, sind die geschätzt 800 Fans auf seiner Seite und singen mit. Es wird ein intensiver Abend, der Einiges von den Zuhörern verlangt – mit düsteren Texte über Abschied, Einsamkeit und Todessehnsucht in ebenso düsterer musikalischer Atmosphäre, die die sechs Musiker immer wieder neu gestalten. Links und rechts der Bühne laufen auf Leinwänden Filme, die traurige Bilder liefern, unter anderem von einer Armee aus Gesichtlosen.

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Bregenzer Festspiele: Holocaust-Oper „Die Passagierin“ – eine Entdeckung, die unter die Haut geht
Elena Kelessidi als Martha und Michelle Breedt als Lisa
Musik / Konzert
22.07.2010 Fritz Jurmann

Maßgeschneiderter Auftakt zum heurigen Motto der Bregenzer Festspiele, „In der Fremde“. Beklemmender als mit der szenischen Erstaufführung der Holocaust-Oper „Die Passagierin“ von Mieczyslaw Weinberg hätte man dieser Vorgabe nicht gerecht werden können. So sehr, dass dem erlauchten Premierenpublikum mit viel Politprominenz am Mittwoch im Festspielhaus am Ende der dreistündigen Aufführung der Jubel fast im Hals stecken blieb. Uneingeschränkter Respekt gebührt vorab der Festspielleitung für ihren Mut, damit das Werk eines im Westen praktisch unbekannten polnisch-russischen Komponisten jüdischer Abstammung ins künstlerische Zentrum des Festivals gehievt zu haben. Und gleich noch mit einem Programmschwerpunkt in weiteren Konzerten zu garnieren.

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Spielen, was und soviel das Herz begehrt - die Kids des Pforte-Streichorchestercamps versetzten alle in Staunen
Das "Pforte Streichorchester-Camp" war ein Ereignis für alle Beteiligten
Musik / Konzert
18.07.2010 Silvia Thurner

Schon im vergangenen Jahr hinterließ das Abschlusskonzert des Pforte-Streichorchestercamps unter der Leitung von Alexandra Ruth Rappitsch einen nachhaltigen Eindruck. Gespannt versammelten sich zur Generalprobe im Ritter-von-Bergmannsaal in Hittisau zahlreiche Familien und KonzertbesucherInnen. Dargeboten wurden Werke, unter anderem von Vivaldi, Rossini, Mozart und Haydn, die in nur einer Woche einstudiert worden sind. Vor allem der satte und ausgewogene Gesamtklang und die Gestaltungskraft beeindruckten bei den Darbietungen der hochmotivierten jungen MusikerInnen.

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Ein einziger superlanger, hypnotisierender und echt geiler Song – Everlast im Conrad Sohm
Everlast begeisterte mit seinen "Greatest Hits" im Conrad Sohm
Musik / Konzert
16.07.2010 Peter Füssl

Erik Schrody alias Everlast aka Whitey Ford hat alles richtig gemacht bei seinem Gig im Conrad Sohm. Was kann auch schon groß schief gehen, wenn man ein Konzert mit Songs wie „Today (Watch Me Shine)“, „Blinded By The Sun“ oder „Love For Real“ startet. Seine gloriose „House Of Pain“-Vergangenheit ließ er ruhen und seinen aktuelles Projekt auf dem HipHop-Sektor mit der Allstar-Band „La Coka Nostra“ ebenfalls. Stattdessen brillierte Everlast mit den „Greatest Hits“ seiner vier Soloalben.

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Wenig belebte, aber vielfältige und niveauvolle Szene der Neuen Musik in Vorarlberg - das „ensemble plus“ gewährte Einblicke, die leider viel zu selten stattfinden
Das "ensemble plus" präsentierte neue Werke aus Vorarlberg auf hohem Niveau
Musik / Konzert
06.07.2010 Silvia Thurner

Ein Konzert mit Werken von ausschließlich Vorarlberger Komponisten spielte das Ensemble Plus im „Kleinen Haus“ des Bregenzer Kornmarkttheaters. Der musikalische Gesamteindruck des aufschlussreichen Abends war sehr positiv. Die individuellsten Werkideen kamen von Gerald Futscher und Gerold Amann. Andere Wirkzusammenhänge erkundeten Georg Furxer und Lucas Dietrich und ein musikalisch ausbalanciertes Werk offerierte Peter Engl.

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Die Legende lebt! Wenigstens eine Halbzeit lang. Bob Dylans Dornbirn-Konzert hinterließ gemischte Gefühle
Musik / Konzert
21.06.2010 Peter Füssl

Googelt man „Bob Dylan“, so dauert es genau 0,08 Sekunden bis 17.300.000 Einträge gefunden sind. Was sollte man also über diesen Mann noch schreiben, das nicht schon tausendmal geschrieben wurde? Okay, googelt man „Bob Dylan + Dornbirn“ reduzieren sich die Einträge gleich einmal auf gute 19.000 Stück – da kann einer mehr auch nicht schaden. Das dürfte sich auch Bob Dylan denken, wenn er Auftritt an Auftritt reiht in seiner „Never Ending Tour“, die er 1988 startete. Rund 100 Tage im Jahre steht er seither auf der Bühne, so auch in der Dornbirner Messehalle, die gerammelt voll ist mit Fans aller Altersklassen – wobei die grauen Panther offensichtlich in der Überzahl sind.

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Das Ensemble "NewTonArt" präsentierte zeitgenössische Musik aus Israel - Ein nachahmenswertes Projekt
Das Ensemble "NewTonArt" bot im Salomon-Sulzer Saal beste Unterhaltung
Musik / Konzert
14.06.2010 Silvia Thurner

Es gibt MusikpädagogInnen, die schaffen unglaublich viel und setzen musikalische Grundsteine, die nachhaltig wirken. Seit einiger Zeit unterrichten die Klarinettistin Petra Stump und der Klarinettist Heinz-Peter Linshalm an der „TonArt Musikschule“ in Hohenems, wo sie auch das „NewTonArt Ensemble“ mit MusikschülerInnen gegründet haben. Im Salomon-Sulzer-Saal waren sie kürzlich mit zeitgenössischer Musik aus Israel zu hören. Neben den Ausführungen des Ensembles stellte das Duo Stump/Linshalm drei neue Werke vor, die ihnen auf den Leib geschrieben wurden. Das Konzert wirkte anregend und weckte den Wunsch, bald wieder von diesem engagierten Ensemble zu hören.

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Viel vorgenommen, wenig erreicht - das Ensemble „Accroche Note“ erfüllte die Erwartungen beim Feldkirch Festival nicht
Die Sopranistin Françoise Kubler  ©Feldkirch Festival
Musik / Konzert
13.06.2010 Silvia Thurner

Das Ensemble „Accroche Note“ aus Straßburg gastierte beim Feldkirch Festival mit einem bunten Programm. Werke russischer Komponisten, die unterschiedlichen kompositorischen Orientierungen folgten, wurden aufgeführt, doch die Überlegungen zur Programmgestaltung, die Werkauswahl sowie die nicht unbedingt überzeugende Spielart des Ensembles ergaben insgesamt einen wenig positiven Eindruck. Nicht einmal das Kabarett „La vie en rouge“ von Edison Denisow konnte überzeugen. Einzig die Uraufführung „Five pictures of invisibility“ erregte Aufmerksamkeit.

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