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Panzerkreuzer Potemkin

Russland 25, S. Eisenstein, Stummfilm

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Anfang
17.01.2019 19:00
Kategorie
Film / Kino
Veranstaltungsort

vorarlberg museum
Kornmarktplatz 1
6900 Bregenz
→ Di - So 10 - 18
+43 (0)5574 46 0 50
http://www.vorarlbergmuseum.at
info@vorarlbergmuseum.at

Artikelaktionen
abgelegt unter: Film / Kino
CD-Tipp 11.05.2021
Peter Füssl

How Noisy Are The Rooms? – Almut Kühne / Joke Lanz / Alfred Vogel

How Noisy Are The Rooms? nennt sich das Trio der deutschen Vokalistin Almut Kühne, des Schweizer Turntablisten und Performance-Künstlers Joke Lanz – beide leben in Berlin – und des in Bezau stationierten Schlagzeugers und Produzenten Alfred Vogel. Gemeinsam reiten sie eine gnadenlose Attacke gegen alle üblichen Hörgewohnheiten.

Musik / Konzert 09.05.2021
Silvia Thurner

Mit einem persönlichen Zeit-Ort-Stempel – Der Lyriker Gerald Rauscher und der Komponist Thomas Heel setzten Wort und Ton geistreich in Beziehung zueinander
Der Lyriker Gerald Rauscher, Hubert Sander (Perkussion), Bertram Müller (Trompete, Flügelhorn und Sprecher), Thomas Heel (Posaune, Melodica, Sprecher), Emmanuel Schöch (Posaune) und Patrik Haumer (Trompete, Flügelhorn, Melodica und Sprecher) eröffneten die Saison des Kulturvereins "Illitz" mit einer vielschichtigen Performance. (v.l.n.r.)

„Kontumaz“, eine alte Bezeichnung für Quarantäne, nennt Thomas Heel sein neuestes Projekt. Beeindruckt von dem im vergangenen Jahr veröffentlichten Gedichtband „Wenn der Schnee reift“, lud der Komponist und Musiker den Lyriker Gerald Rauscher zur Zusammenarbeit ein. Der Kunstverein „Illitz“ initiierte die musikalische Lesung an einem reizvollen Ort. Die Tischlereiwerkstatt von Werner Salzgeber in Tschagguns bot ein schönes Ambiente für die anregende, aber teilweise auch anstrengende Begegnung von Text und Musik.

Theater 08.05.2021
Peter Niedermair

KASPAR von Peter Handke. Ein Theaterprojekt von Andreas Jähnert im Wildpark Feldkirch, Premiere, Fr 7. Mai 2021
KASPAR von Peter Handke. Ein Theaterprojekt von Andreas Jähnert im Wildpark Feldkirch (© Heidi Salmhofer)

Das leerstehende Steinwildgehege im Feldkircher Wildpark ist Schauplatz einer außergewöhnlichen Theaterinszenierung. Andreas Jähnert ist Theaterbesucher*innen einerseits als Mitglied des aktionsheater ensembles von Martin Gruber bekannt, andererseits als Regisseur und Gründer des „theater der sprachfehler“. Im Steinwildgehege inszeniert er das Stück „Kaspar“ von Peter Handke. Die Wahl des außergewöhnlichen Ortes ist durchaus auch der Pandemie geschuldet. Der Regisseur hat sich bei der Inszenierung sehr an den Text gehalten und kaum gestrichen. Ursprünglich wollte Jähnert in Innenräumen spielen, die Situation zwang ihn jedoch zum Umdenken, was laut Jähnert schlussendlich auch eine Chance war, denn für ihn passt „Kaspar“ in den Wildpark. Das Stück, das Peter Handke in den 1960er Jahren geschrieben hatte, wurde von zahlreichen Kritiker*innen als eines der wichtigsten deutschsprachigen Theaterstücke rezipiert. Es erzählt von Kaspar, dem sprachlosen Individuum, der durch Einsager der Sprache mächtig wird und erst mit dem Aneignen der Sprache die Wirklichkeit gewinnt.

Aktuell 07.05.2021
Peter Niedermair

Tage der Utopie. Samstag, 1. Mai 2021, Workshop Bildungshaus Arbogast, und Vortrag Götzis AMBACH: Nora Wilhelm – „Systemwandel vorantreiben: Die Reise ins Unbekannte“ - Wo-Man is the Measure - Change als Haltung und Manifest
Nora Wilhelm bei den "Tagen der Utopie" (© Lucas Breuer)

Ouverture. Die Skulptur. Drüben im Garten bei M und M. Anstoß zum aufrechten Gang. Dabei muss ich um sie herumgehen. Vor mir dekliniert sie das Alphabet der Augen. Komponiert die Flächen und Linien. Die Syntax. Die Stele als Symbol für den aufrecht stehenden und gehenden Menschen. Wie bei Giacometti. Die Figuration ist das Elementare. Da kann Christo in Basel im Park hinter dem Beyeler die Bäume einpacken. Bis er Gaiß kriegt. So wie der Geiger der Geige den Ton gibt. Oder Lucas die Viola d’amore spielt. Man hört auch John Coltrane. Wie immer bei ihm. U. würde sich derweil bei M einen Koffer ausleihen. Führe nach Varese. Wieder einmal. Zeige Plastik als Tektonik. In der Semantik der Übergänge. Aus der Katamnese der Traumatisierungen. So als formte U. seine Figuren aus der Erinnerung. Diese Transformation in Plastizität erscheint als die nach Innen geschichtete Form. Und wenn die Figur da ist, ist alles schon da. Kann ganz alleine stehen. Mit ihrer Wirbelsäule. Die der Künstler mit beiden Händen nach oben greifen kann. Wie Wotruba. Drüben. Unter den Bäumen. Ich gehe hin und her. Lirum larum Löffelstiel. U. ist avant. Auch wenn er zurückschaut. Ist hier und dort. Und yonder. Pardesse und Paradies. Die Figur als politisches Manifest. Das Manifest vom aufrechten Gang. Wo-Man is the Measure. Gerade in der Veränderung. Man muss sich einlassen auf dieses Sehen, um der Figuren magische Energie zu begreifen. Die ihnen eingetexteten Erfahrungen lesen. Über die Existenz. Den Schmerz. Die Angst. Die Schönheit. Und Liebe. Weil wir Menschen sind.

Musik / Konzert 07.05.2021
Silvia Thurner

Ein stimulierendes musikalisches Gesamterlebnis – begeisterte Jubelstimmung nach einem in vielerlei Hinsicht eindrücklichen Pforte-Kammerkonzert
Pavel Zalejski sowie SongHa Choi an den Violinen, die Cellistin Kajana Packo sowie Danusha Waskiewicz und Klaus Christa an den Bratschen interpretierten Werke von Johanna Müller-Hermann, Julia Lacherstorfer und Antonin Dvorak. Ihre mitreißenden Werkdeutungen versetzten die Zuhörenden in Staunen und zogen sie in ihren Bann. (Foto: Fritz Jurmann)

Das Pforte-Team reagiert flexibel auf die Unwägbarkeiten der Zeit und so konnte die Kammermusikreihe „Musik in der Pforte“ wieder Fahrt aufnehmen. Weil ursprünglich engagierte Mitwirkende nicht nach Österreich einreisen konnten, lud Klaus Christa den in Vorarlberg sehr geschätzte Geiger Pavel Zalejski sowie SonghHaChoi (Violine), Danusha Waskiewicz (Viola) und die Cellistin Kajana Packo zum gemeinsamen Musizieren ein und landete damit einen Volltreffer. Auf dem Programm unter dem Leitgedanken „Aus einer anderen Welt“ standen neben Dvoraks Streichquintett, op. 97, die Uraufführung des neuesten Werkes „Atma“ von Julia Lacherstorfer sowie ein wiederentdecktes Streichquintett, op. 7 der Wiener Komponistin Johanna Müller-Hermann. Das geist- und humorvolle Werk versetzte die Zuhörenden in Staunen. So wurde das zweite Abonnementkonzert sowohl im Hinblick auf die Werkauswahl als auch wegen der überragenden Spielweise des Ensembles ein großes Hörerlebnis.

Theater 07.05.2021
Raffaela Rudigier

Vorarlberger Landestheater: Kürzere Spielrhythmen und Einschränkungen im künstlerischen Bereich
Szene aus Jephta, Foto: Anja Köhler

Stillstand durch Corona und dann auch noch Kürzungen der Landes-Förderungen – das Vorarlberger Landestheater durchlebt gerade sehr schwierige Zeiten. Das hat auch direkte Auswirkungen auf das neue Programm der kommenden Spielzeit.

Theater 07.05.2021
Peter Niedermair

„Geht am Rande des Sonnensystems in strahlendem Glanz ein iPhone auf“ – „Supa Hell“ von Sophie Blomen/Max Reiniger, Premiere am Theater Kosmos, am 6.5.21
Jeanne-Marie Bertram, Robert Kahr, Simone Loser - in drei Glanzrollen (alle Fotos © Caro Stark)

Im Siegerstück des Kosmodrom Stückewettbewerbs 2020 ist die Dystopie ein literarisch fiktiv absurder Spaß, der die Antiutopie als Apokalypse mitunter nahe an das absurde Theater eines Samuel Becketts heranrückt. Der Spirit in „Warten auf Godot“, Inbegriff des Absurden Theaters, das nur auf ein „karges Bäumchen“ als Anzeichen von menschlicher Zivilisation verweist, parallel wie in „Supa Hell“, das mit einer grauen ausgedörrten Sandlandschaft auskommt und inhaltlich in eine zu Ende gehende Welt transponiert wird. Gemeinsam mit der Protagonistin X Æ A-12: führt uns das Autorenduo auf eine vermeintlich prä-apokalyptische Durchquerung in eine Welt auf dem Weg zum Meer, in der sonst nichts mehr vorhanden scheint. Außer am Himmel: dort kreisen mehrere Supernovae, es ist heiß. Super heiß. Die Protagonistin in silberfarbenem Outfit und Sand in den schwarzen Stiefeln schwitzt. Das einstündige Theater-Text-Programm ist schauspielerisch hervorragend besetzt und überzeugend gespielt von Jeanne-Marie Bertram, Robert Kahr, Simone Loser, in drei Glanzrollen, stringent und klug inszeniert von Stephan Kasimir, der auch die künstlerische Leitung besorgt und beim Bühnenbild in bewährter Kooperation mit Caro Stark agiert.

Film / Kino 07.05.2021
Gunnar Landsgesell

Der schönste Platz auf Erden
Ein Kalb am Sportplatz und die Wette, wo die Flade landet.

Das burgenländische Pinkafeld ist eine Kleinstadt wie viele andere in Österreich. Auch wenn nicht aus jeder solcher Kleinstadt ein Bundespräsidentschaftskandidat kommt. Aber darum geht es hier gar nicht. "Der schönste Platz auf Erden" lauscht, ausgehend vom Jahr 2016, in die Leute, befragt diese und schließlich auch sich selbst, ob ein Film eigentlich etwas auslösen kann. Ein Film zwischen zahmen Rehen und aufgebrachten Bürgern.

Film / Kino 06.05.2021
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (7.5. - 13.5. 2021)
Wir beide

Da das Filmangebot aufgrund der Corona-Beschränkungen eher dünn ist, in dieser Woche zwei Filme aus dem Programm des Feldkircher TaSkinos: Eliza Hittmans Abtreibungsdrama "Niemals selten manchmal immer" und Filippo Meneghettis "Wir beide".

Literatur 06.05.2021
Manuela Schwaerzler

„Niemand schreibt mehr eine Utopie. Warum?“
Valerie Fritsch liest aus „Winters Garten“ (© Martin Schwarz)

Das Theater am Saumarkt hat sich bereits wieder in seinem Jahresrhythmus eingefunden, wie vor Corona finden im Mai die Feldkircher Literaturtage mit namhaften Schriftsteller*innen statt: dieses Jahr vom 6. bis zum 8. Mai, übertitelt mit „Dystopie 2021 – Über die Zukunft schreiben“. – Ist denn die Zukunft wirklich düster? Marie-Rose Rodewald-Cerha, die mit ihrer Literaturgruppe des Saumarkt-Theaters für das Programm verantwortlich ist, antwortet darauf: „Die Literatur kann nicht beantworten, ob die Zukunft düster sein wird oder nicht. Es geht mir viel mehr um die Frage, seit wann die Utopie (der früheren Jahrhunderte) zur Dystopie wird und warum. Schriftsteller*innen reagieren ja auf die Gesellschaft und ihre eigene Lebenswelt. Was muss da passieren, dass sie sich gezwungen sehen, dystopische Welten zu entwickeln? Niemand schreibt mehr eine Utopie. Warum?“

CD-Tipp 06.05.2021
Peter Füssl

Marius Neset: A New Dawn

Der nach vielen Jahren in Kopenhagen mittlerweile wieder in Oslo lebende norwegische Saxophonist Marius Neset nutzte die corona-bedingte Zwangspause, um endlich ein lange gehegtes Wunschprojekt zu realisieren: ein Solo-Album auf dem Tenorsaxophon – pur, ohne jegliche Overdubs, ohne technische Effekte. Neset lässt sich von der Pandemie nicht die Stimmung vermiesen, sondern legt – dem optimistischen Titel „A New Dawn“ gemäß – ein nicht nur vor Spielfreude, sondern auch vor musikalischen Ideen sprühendes Konvolut aus zehn Titeln vor, die er ursprünglich für seine Bands oder sogar für Sinfonieorchester geschrieben hatte – man erinnere sich etwa an seine atemberaubenden Großprojekte „Snowmelt“ und „Viaduct“ mit der London Sinfonietta.

Theater 05.05.2021
Peter Niedermair

"SCHLAFES BRUDER" von Robert Schneider - Theaterfassung für das Vorarlberger Landestheater von Teresa Rotemberg und Ralph Blase, Premiere 5. Mai 2021
Luzian Hirzel (alle Fotos: © Anja Köhler)

Bald dreißig Jahre nach Erscheinen von Robert Schneiders Roman „Schlafes Bruder“ 1992 im Reclam-Verlag Leipzig hat sich mit der dramaturgischen Version am Vorarlberger Landestheater, Inszenierung, Choreografie & Fassung Teresa Rotemberg, ein Stück weit auch die Rezeption des Romans in ein etwas anderes Licht entwickelt. Die Spots dafür eingeschaltet haben das Team des Landestheaters unter Intendantin Stephanie Gräve, die in ihr Programm wiederholt auch originär vorarlbergische Stoffe sowie AutorInnen und Autoren mit aufgenommen hat, wie jüngst die Perspektive auf Franz Michael Felder des in Wien lebenden Bregenzer Schriftstellers Max Lang, und nun auch Teresa Rotembergs und Ralph Blases Auseinandersetzung mit „Schlafes Bruder“. Die Premiere fand vor gut einer Woche am 29. April statt, ich habe die Aufführung am Sonntag, 2. Mai um 15 Uhr gesehen. 95 Theaterminuten, die allen Covid-Maßnahmen sehr gewissenhaft folgten, eine Inszenierung, die ich sehenswert fand und weiterempfehle. Es wird auch Streaming-Version von der Fassung geben.

CD-Tipp 04.05.2021
Peter Füssl

London Grammar: Californian Soil

Befürchtungen, das sympathische Trio um Sängerin Hannah Reid, Gitarrist Dan Rothman und Dot Major an Drums und Keyboards könnte sich mit seinem für Indie-Verhältnisse zu angepassten und für den blanken Kommerz zu unangepassten Sound unglücklich zwischen den Stühlen platzieren, wurden angesichts drei Millionen verkaufter Tonträger, einer Million verkaufter Tickets sowie einer Milliarde Streams längst pulverisiert. Pünktlich im Vierjahres-Rhythmus meldet sich London Grammar nach dem 2013 erschienenen Debüt „If You Wait“ und dem 2017 veröffentlichten, kommerziell noch erfolgreicheren „Truth Is a Beautiful Thing“ nun mit „Californian Soil“ mit neuem Selbstverständnis und gewohnt makellos angenehmem Sound zurück.

Musik / Konzert 01.05.2021
Silvia Thurner

Musik im hier und jetzt mit Freude gespielt und von aufmerksamen Zuhörenden gut aufgenommen – David Soyza und Elias Menzi improvisierten im Dornbirner TiK
Der Saal im TiK in Dornbirn bot eine feine Atmosphäre für die klangfarbenreichen Improvisationen von David Soyza am Vibraphon und Elias Menzi am Hackbrett.

Seit zehn Jahren wird am letzten Tag im April der „Internationale Tag des Jazz“ gefeiert. Der Vibraphonist David Soyza und Elias Menzi am Hackbrett luden am frühen Abend ins TiK in Dornbirn und stellten ihr neues Projekt namens ZEZI vor. Die beiden kreativen Musiker begegneten einander bei „Musik in der Pforte“ und machten dort die Erfahrung, dass sie sich in der Improvisation ausgezeichnet verstehen und ergänzen. Während David Soyza als Perkussionist quasi im Jazz sozialisiert ist, widmet sich Elias Menzi vornehmlich der Volksmusik. Im Vorabendkonzert erfuhren die Zuhörenden, wie sich diese beiden musikalischen Genres inspiriert und klangsinnlich ergänzen.

Aktuell 01.05.2021
Peter Niedermair

Tage der Utopie 2021: Ilija Trojanow „Die Essenz des utopischen Denkens“, Kulturbühne AMBACH Götzis, Donnerstag, 29.4. – 17.00 Uhr und Arbogast Workshop, Freitag, 30. 4.
 Ilija Trojanow (© Tage der Utopie)

Am vierten Tag, Donnerstag, der 29. April 2021, etwas nach der Hälfte der diesjährigen Tage der Utopie, nach Ariadne von Schirachs vorabendlicher Hymne an das Leben stellt Michael Lederer, Leiter des Geschäftsfeldes „Bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung“ im Büro für Zukunftsfragen im Amt der Vorarlberger Landesregierung mit den Schwerpunkten Partizipation, Bürger*innen-Räte sowie Beratung und Begleitung von Beteiligungsprozessen den Referenten Ilija Trojanow vor; geboren in Bulgarien, floh 1971 mit seiner Familie nach Deutschland und erhielt dort politisches Asyl. Er lebte zehn Jahre in Kenia, fünf Jahre in Bombay, zog 2003 nach Kapstadt und lebt heute in Wien. Seine Romane, Reisereportagen und Streitschriften sind von der Kritik gefeierte Bestseller, seine Bücher sind bisher in 30 Sprachen übersetzt worden. Zuletzt, lesen wir in der kurzbiographischen Skizze auf Seite 64 des von Hans-Joachim Gögl herausgegebenen Tagungsbandes „Tage der Utopie. Neue Formate für eine gute Zukunft“, Hohenems, 2021, in dem ergänzende und vertiefende Texte der Festival-Sprecherinnen und –Sprecher versammelt sind, erschienen „Nach der Flucht“, sein Sachbuch-Bestseller „Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen“ sowie der Roman „Doppelte Spur“.

Aktuell 30.04.2021
Peter Niedermair

Tage der Utopie: AMBACH Götzis und Bildungshaus Arbogast, Mi, 28. / Do, 29. April 2021 Ariadne von Schirach: „Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden.“
Ariadne von Schirach (alle Fotos © Lucas Breuer)

2019 waren die Tage der Utopie ein Festival mit Fokus auf das, was gelingt, ein intellektuelles Feuerwerk am Puls der Zeit. Positiv in die Zukunft blickend präsentierten sich die Tage vor zwei Jahren „als wegweisende Veranstaltung für all jene, denen die um sich greifende Zukunftsverdrossenheit nicht das Geringste anhaben kann“. Auf dem Weg ins Freie gab es ein breites Spektrum an zukunftsweisenden Themen, Konzepten und Ideen, Impulse, Strategien, Best Practice: von erfolgreicher agiler Unternehmenskultur über ein gerechtes Internet und Entwicklungsstrategien für den ländlichen Raum bis hin zur Zukunft des politischen Dialogs und Wegen aus der globalen Krise. Doch diesem Träumen auf dem Weg ins Freie war – im Schnitzler’schen Sinn – bereits im Titel des Romans, der 1908 bei S. Fischer in Berlin erschien, etwas Zweideutiges eingeschrieben. Schnitzler zeichnet auf der Handlungsebene des Romans (1898/1899) das Bild einer Belle Époque, in der von jüdischen Intellektuellen konträre Gespräche über die Zukunft geführt werden, deren politischen Wege der Vergesellschaftung vorgezeichnet sind. The Times They Are A-Changing. 2021 ist anders.

Film / Kino 30.04.2021
Gunnar Landsgesell

The Seventh Day - Gott steh uns bei
Dramaturgische Finte: Zwei Priester inszeniert wie Cops, die mit sich selbst nicht ganz im Reinen sind.

Einmal mehr schickt das Kino Priester aus, um einen Exorzismus durchzuführen. Ein Schuljunge hat seine Familie getötet und nun stellt sich die Frage, welche Dämonen ihn dazu getrieben haben. "The Seventh Day" ist ein überraschend verhaltener Horrorfilm, der sich nicht an William Friedkins Klassiker von 1973 messen will, sondern die innere Spannung stärker auf das Verhältnis zweier Priester legt, die dem Fall nachspüren. Während Guy Pearce als Father Peter eine recht unchristliche Härte einbringt, wirkt die dramaturgische Abwicklung ein wenig blass, so wie das Gesicht des besessenen Jungen.

Film / Kino 29.04.2021
Walter Gasperi

Aktuell in den Filmclubs (30.4. - 6.5. 2021)
Space Dogs

Am Spielboden Dornbirn steht mit "Space Dogs" ein visuell starker Essayfilm über Straßenhunde in Moskau auf dem Programm. Das TaSKino Feldkirch zeigt dagegen nochmals Miranda Julys herrlich schräge US-Indie-Perle "Kajillionaire".

Aktuell 29.04.2021
Peter Niedermair

Tage der Utopie 2021: Matthias Glaubrecht - Das Ende vom Ende der Artenvielfalt Dienstag, 27. April, 17.00 Uhr, online per Live-Stream / und Kulturbühne AMBACH Götzis und Mittwoch, 28. April 9.15 bis 12.00
Paul Gruber im Gespräch mit den Musikern (alle Fotos: © Lucas Breuer)

Der größte Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier ist gerade im Gange. Der in Hamburg lebende Evolutionsbiologe Professor Matthias Glaubrecht sieht deshalb eine weltweite Tragödie auf uns zukommen. Der Mensch, wie der Vortragende online aus Hamburg am Dienstagabend um 17 Uhr referierte, was er am folgenden Mittwochvormittag, am 28. April, im Gespräch mit den Teilnehmer*innen des Workshops im Bildungshaus Arbogast mit Blick auf die kumulative evolutionäre Entwicklung nochmals weiter in die Tiefe ausdifferenzierte, sei heute zum größten Raubtier und zum entscheidenden Evolutionsfaktor mutiert, der die Existenz aller Lebewesen gefährdet. Mit der Zerstörung der Lebensgrundlage vieler großer Säugetiere und dem globalen Vogel- und Insektensterben sei auch die Existenz des Menschen auf diesem Planeten gefährdet. Mit seinem Band „Das Ende der Evolution“ hat Matthias Glaubrecht eine umfassende und gleichzeitig beklemmende Analyse zur Vernichtung und dem Sterben der Arten präsentiert. In einem utopischen Bericht aus der Zukunft mit Blick auf das Jahr 2062 schildert der Wissenschaftler konkrete Maßnahmen, wie die Menschheit die Wende in unserer Zeit heute gerade noch schaffte. Ob das Ende der Evolution, das spätestens ab Mitte des 21. Jahrhunderts ein realistisches Szenario zu werden droht, noch aufzuhalten sein wird, darüber wird allein, führt er aus, unser Tun in den unmittelbar vor uns liegenden drei Jahrzehnten entscheiden. In „Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten“, Bertelsmann, München 2019, beschäftigt er sich mit dem Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier. Mit der Zerstörung der Lebensgrundlage vieler großer Säugetiere und dem globalen Vogel- und Insektensterben werde auch die Existenz der Menschen gefährdet.

CD-Tipp 29.04.2021
Peter Füssl

Sinikka Langeland: Wolf Rune

Die norwegische Sängerin und Kantele-Virtuosin Sinikka Langeland erforschte über viele Jahre hinweg die an der südöstlichen Grenze zu Schweden liegende norwegische Region Finnskogen, die ab dem 16. Jahrhundert von Finnen besiedelt wurde. Als Musikwissenschafterin tauchte sie tief in die Welt uralter Mythen ein und studierte Runenlieder, Zaubersprüche und urtümliche Musikformen, was ihr als Musikerin zahlreiche Preise im Bereich traditioneller Folklore einbrachte.

Musik / Konzert 28.04.2021
Fritz Jurmann

Ungebrochener Optimismus bei den Bregenzer Festspielen: Gespielt wird ab 3000 erlaubten Besuchern am See
Die originell mit Elementen aus den Produktionen von See und Haus dekorierte Werkstattbühne bot den Rahmen für eine Präsentation des Programms der Bregenzer Festspiele für ihre heurige Jubiläumssaison, über dem wegen Corona unausgesprochen das Motto „Sein oder nicht sein“ schwebt. (© Bregenzer Festspiele/Anja Köhler)

Es gibt immer noch Überraschungen, auch für einen altgedienten Journalisten, der seit vielen Jahren jeweils im November über die Programmpräsentation der Bregenzer Festspiele für die kommende Saison berichtet. Schuld ist Corona, das Virus, das diesmal alles über den Haufen geworfen hat. So war zuletzt das im Herbst 2019 von den Festspielen selbstbewusst präsentierte, unglaublich vielfältige Programm zur 75. Jubiläumssaison 2020 nach Ausbruch der Pandemie schon im März des Jahres Makulatur und wurde später zum gut gemeinten, aber eher bemühten Reader‘s Digest-Programm einer „Festwoche“ eingedampft. Ein Blick nach Salzburg hätte gezeigt, wie man auch in Pandemiezeiten richtig Festspiele macht.   Für die kommende Saison 2021 haben anhaltende Infektionszahlen und damit einhergehende Maßnahmen die Verantwortlichen der Festspiele vorsichtig werden lassen, und so fand die Programmpräsentation nun mit fünfmonatiger Verspätung erst diesen Mittwoch statt. Es war die erste in der Geschichte der Festspiele, in der das Ausloten der erlaubten und wirtschaftlich noch sinnvollen Spielmöglichkeiten der Festspiele mindestens ebenso spannend war wie die Ankündigung der großteils bereits bekannten Inhalte von Produktionen, die aus dem Jubiläums-Programm für 2020 ins heurige Jahr übernommen werden und keine großen Überraschungen mehr bieten.

ANZEIGE 28.04.2021
Manuela Schwaerzler

KULTUR-Jobbörse für offene Stellen im Kulturbereich rund um den Bodensee

Sie bietet allen kulturinteressierten Jobsuchenden einen Überblick über Stellenangebote in Vorarlberg, Liechtenstein, Süddeutschland und der Ostschweiz und hilft allen Kulturinstitutionen in dieser Region, engagierte Mitarbeiter*innen zu finden.

Aktuell 28.04.2021
Peter Niedermair

Tage der Utopie 2021 – 26.4. Vortrag und 27.4. Workshop-Vormittag - Wie kommt das Neue in die Welt? Lasse Rheingans: Der 5 Stunden-Tag
Hans-Joachim Gögl, der Mental Master Mind der Tage der Utopie (alle Fotos: © Lucas Breuer)

Das Programm der diesjährigen Tage der Utopie vom 26. April bis 1. Mai 2021 hält zahlreiche Anregungen bereit, zu denen Interessierte sich jederzeit auch noch per Live-Stream zuschalten können. Die Kultur – Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft hat im April Heft d.J. ein Gespräch mit dem Mental Master Mind der Tage der Utopie, Hans-Joachim Gögl veröffentlicht. Wiederum, wie bereits in der langjährigen Planung und Organisation mit dem mittlerweile pensionierten Josef Kittinger, gibt es absichtlich keinen thematischen Schwerpunkt; es geht vielmehr darum, zu aktuellen brennenden gesellschaftlichen Problemen Denkerinnen und Denker einzuladen, die ihre Ideen präsentieren. Dies ist eine Stärke der Tage der Utopie, dass es also keinen Schwerpunkt im Bereich der Ökonomie und Ökologie gibt, auch nicht im Sozialen, sondern über die sechs Abende der Woche Fragen zu ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Arbeit und Digitalisierung, Artenvielfalt, Dorf- und Stadtentwicklung, Erfindung, Gestaltung, Innovation und wie das Neue in die Welt kommt, wie man utopische Narrative erzählt, damit diese eine Faszination entwickeln. Der zweite große thematische Schwerpunkt beschäftigt sich mit Strategien des Wandels und fragt nach den Werkzeugen und Kompetenzen, um gesellschaftliche Transformation organisieren zu können; fragt auch nach der Angst. Diesen Themen und Fragen nach den Strategien des Wandels will man Raum zum Zuhören geben.

Aktuell 27.04.2021
Manuela Schwaerzler

Out now!

Die Mai-Ausgabe der KULTUR ist soeben erschienen und enthält unter anderem folgende Themen:

Literatur 26.04.2021
Kurt Bereuter

Buchvorstellung: Briefe an Angelika Kauffmann

Zugegebenermaßen klingt es etwas skurril, wenn man auf einen Brief antworten soll, den man in Gedanken nach 218 Jahren auf dem Dachboden findet. Allerdings wurde er von einer Frau geschrieben, die es schon damals geschafft hatte, in einer männerdominierten Welt erfolgreich zu sein: Angelica Kauffmann (1741–1807). Über Angelica Kauffmann muss man nicht viel schreiben, denn sie ist noch heute eine der Größen, der im Bregenzerwald mit einem eigenen Museum verdienstvoll gehuldigt wird. War doch ihr Vater ein Schwarzenberger Maler, der in Italien und England einigermaßen erfolgreich war und seine Tochter nach Kräften förderte und sie schon damals berühmt machte. Sogar den großen Goethe lernte sie kennen und er soll ihr huldigungsvoll die fertiggestellte Fassung von „Iphigenie“ vorgelesen haben. Nicht zuletzt haben sich Vater wie Tochter in der Pfarrkirche Schwarzenberg verewigt, auch wenn sie in Rom ihre ewige Ruhestätte fand. Und genau von dieser Tochter wird ein fiktiver Brief an ihren Vetter gefunden, der nun – nach mehr als 200 Jahren beantwortet werden will.