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Collection for Letzte Kritiken

Aktuell in den Filmclubs (23.10. - 29.10. 2020)
In der Kulturbühne Schruns wird im Rahmen einer Filmreihe anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren unter anderem Max Färberböcks lesbischer Liebesfilm "Aimée und Jaguar" gezeigt. Beim FKC Dornbirn steht Marco Bellocchios wuchtiger Mafiafilm "Il Traditiore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra" auf dem Programm.
Anja Lechner / François Couturier: Lontano
Am erstaunlichsten an diesem Album ist wohl die Tatsache, dass wir es hier mit komplett improvisierter Musik zu tun haben, aus dem Hier und Jetzt geboren, aus dem unglaublich umfangreichen Erfahrungsschatz zweier außergewöhnlicher Musikerleben herausdestilliert. Die deutsche Cellistin Anja Lechner schöpft unter anderem aus Erfahrungen mit dem Rosamunde Quartett, mit Vassilis Tsabropoulos oder Dino Saluzzi, die musikalischen Wege des französischen Pianisten François Couturier kreuzten sich unter anderem mit John McLaughlin, Michel Portal, Anouar Brahem oder Dominique Pifarély. Direkte Berührungspunkte, aus denen sich längst eine einzigartige, gemeinsame musikalische Sprache entwickelt hat, fanden Lechner und Couturier ab 2006 gemeinsam mit dem Saxophonisten Jean-Marc Larché und dem Akkordeonisten Jean-Louis Matinier im außergewöhnlichen Tarkovsky Quartett.
Werkpräsentationen – Patricia Dauder, Francisco Navarrete Sitja und Evamaria Müller, Austausch Barcelona-Bregenz & Comeback-Stipendium, 2020
2020 hat die Kulturabteilung des Landes Vorarlberg zwei neue Stipendien gestartet. Als Nachfolgeprojekt für die BilbaoArte-Kooperation, der Austausch mit der Post-Graduate-Kunstakademie, der 2019 nach 13 erfolgreichen Jahren zu Ende ging, wurde in Kooperation mit der Stadt Bregenz und der Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler in Bregenz ein Austausch mit Hangar.org, einer Künstler*innen-Organisation in Barcelona, ausgeschrieben. Das Comeback-Stipendium richtet sich an Vorarlberger Künstler*innen, die nicht mehr im Land wohnen, und bietet ihnen die Möglichkeit, für drei Monate zurückzukehren. Auf der Grundlage der Enquete 2015 „Inventarisierung einer Kulturlandschaft“ und die daran anknüpfende 2016 veröffentlichte „Kulturstrategie“ bemüht man sich um die Internationalisierung der Vorarlberger Kunst- und Kulturproduktion, um Vernetzungen und Austausch.
15 Jahre „miromente“: „Wir sind eine Vorarlberger Literaturzeitschrift mit regionalem Schwerpunkt und internationalem Anspruch“
Die „miromente“ feiert heuer ihr fünfzehnjähriges Bestehen. Mit der Sonderausgabe „Cara Roberta“ startet die Vorarlberger „Zeitschrift für Gut und Bös“ in die nächste Periode. Es handelt sich dabei um eine Kooperation mit den Literaturhäusern von Liechtenstein, Südtirol, St. Gallen und Vorarlberg. Annette Raschner hat mit Autor und „miromente“-Herausgeber Wolfgang Mörth gesprochen.
Batgirl meets Kafka - Christoph Keller: „Jeder Krüppel ein Superheld. Splitter aus dem Leben in der Exklusion“
„Splitter aus dem Leben in der Exklusion“ mischt Christoph Keller in seinem neuen Buch „Jeder Krüppel ein Superheld“. Denn trotz aller Beteuerungen, man strebe für Menschen mit einer Behinderung Inklusion an, sieht die Realität anders aus. Wie kommt Christoph Keller auf der Sitzfläche von der Größe eines A4-Blattes in ein Flugzeug? Warum muss er im Gorillagehege im Zoo ein Rollstuhlschild am Rollstuhl tragen? Damit klar ist, dass er im Rollstuhl sitzt? Und was soll er im Hochhaus mit dem Schild anfangen „Im Brandfall Treppe benützen!“
KULTUR-Jobbörse für offene Stellen im Kulturbereich rund um den Bodensee
Sie bietet allen kulturinteressierten Jobsuchenden einen Überblick über Stellenangebote in Vorarlberg, Liechtenstein, Süddeutschland und der Ostschweiz und hilft allen Kulturinstitutionen in dieser Region, engagierte MitarbeiterInnen zu finden.
Der geheime Garten
Mehrfach verfilmt wurde die Geschichte der zehnjährigen Mary, die sich im streng reglementierten Haus ihres Onkels in England eine Fantasiewelt samt Freunden aufbaut. Ein Film von visueller Strahlkraft, in dem die menschliche Dimension aber unterbelichtet bleibt.
Aktuell in den Filmclubs (16.10. - 22.10. 2020)
Der FKC Dornbirn zeigt diese Woche die zypriotische Komödie "Smuggling Hendrix", die die Absurdität von Grenzen vor Augen führt. Im Kino Lustenau steht mit Nuri Bilge Ceylans dreistündigem "The Wild Pear Tree" dagegen ein Schwergewicht des modernen Arthouse-Kinos auf dem Programm.
Michel Benita: Looking At Sounds
Kontrabassist Michel Benita, seit vierzig Jahren eine der zentralen und vielbeschäftigten Figuren der umtriebigen französischen Jazzszene, hat ein exzellentes Händchen für schöne, eingängige Melodien und ein Faible für spezielle Soundideen. Ersterem wird er mit einem knappen Dutzend neuer Eigenkompositionen für dieses Nachfolge-Album zu seinem 2016 erschienenen ECM-Debüt „River Silver“ gerecht, Letzteres betreffend integriert er dieses Mal anstelle der japanischen Koto-Virtuosin Mieko Miyazaki und des norwegischen Gitarristen Eivind Aarset den Belgier Jozef Dumoulin auf der Fender Rhodes.
Betty LaVette: Blackbirds
„Alles, was sie singt, ist geprägt von der wilden, bekenntnishaften Intensität einer Künstlerin, die gerade so überlebt hat, um ihre Geschichte zu erzählen“, schreibt die „New York Times“, und in der Tat ist die nunmehr sechs Jahrzehnte andauernde Karriere von Bettye LaVette mit vielen Erfolgen und noch mehr Niederlagen gespickt. Als Teenager in den Hitparaden, bald mit den ganz Großen auf der Bühne, dann immer wieder hoffnungsvolle Projekte im Visier, die ebenso sicher wieder in der Versenkung verschwinden. Die falschen Männer im Bett, den falschen Whiskey im Glas, wie ihre Autobiographie „A Woman Like Me“ nahelegt, und nicht zu vergessen, wie viele talentierte schwarze Frauen ihrer Generation von der Musikindustrie erbarmungslos ausgenützt.
Rainer Juriatti gründet einen Verlag und geht auf musikalische Lesereise
Dem Vorarlberger Autor und Wahl-Grazer Rainer Juriatti war während des Lockdowns, laut eigenen Angaben, das erste Mal in seinem Leben langweilig. Es gab nichts zu tun, keiner habe angerufen. Da hat er, gemeinsam mit seiner Frau Vera und seiner Tochter Chiara, einen Verlag gegründet: den „Kollektiv Verlag“. Das Ziel: Erzählungen, Romane, Bühnentexte, Essays zu „drängenden Themen der Zeit“ auflegen. Nicht verlegt werden: Biografien, Science-Fiction-Geschichten oder „betroffenheitslyrische Selbsterfahrungen“.
Eine Plastik aus Plastik - Oliver Laric in der Johanniterkirche Feldkirch
Mit einer Installation von Oliver Laric reaktivieren das Kunsthaus Bregenz und die Johanniterkirche Feldkirch ihre einstige Zusammenarbeit, welche vor rund 15 Jahren internationale Stars der Kunstszene wie etwa Anish Kapoor, Jenny Holzer oder Michael Craig-Martin in die sakrale „Kunsthalle“ in der Montfortstadt gebracht hat.
Vom Senden und Empfangen via Radio – die Montforter Zwischentöne widmen sich einem breiten Feld und weisen hoffentlich auch auf die prekäre Situation im ORF-Landesstudio hin
Die nächste Ausgabe der Montforter Zwischentöne widmet sich dem Radio. Als Hörkulisse begleitet es viele Menschen durch den Tag. Aber in seiner inhaltlichen Substanz droht vornehmlich die Kultur im Radio - zumindest in Vorarlberg - immer mehr zu degenerieren. Edgar Eller, Hans-Joachim Gögl, Folkert Uhde luden das ORF-Landesstudio Vorarlberg zur Kooperation ein und kreierten ein umfassendes Programm, das die Kulturtechniken des Sendens und Empfangens via Äther in den Mittelpunkt stellt. Im Rahmen des Pressegesprächs erzählte Jasmin Ölz-Barnay, Kulturkoordinatorin des Landesstudios von der Geschichte, der Gegenwart und ihrer Einschätzung der Zukunft des ORF-Kulturradios. Im Mittelpunkt der Zwischentöne stehen eine große „Radioshow“ sowie Generationen-Dialoge.
Aktuell in den Filmclubs (9.10. - 15.10. 2020)
Bei der LeinwandLounge in der Remise Bludenz steht diese Woche Christian Petzolds Liebesfilm "Undine" auf dem Programm. Der Spielboden Dornbirn zeigt in Kooperation mit Bio Austria den Dokumentarfilm "Brot".
Sevdaliza: Shabrang
Das außergewöhnliche Coverfoto der in Teheran geborenen und ab ihrem fünften Lebensjahr in den Niederlanden aufgewachsenen Sevdaliza (amtlich: Sevda Alizadeh) assoziiert man auf den ersten Blick mit Gewalttätigkeit, Misshandlung und Verletzung. Zwar bilden auch – wie auf ihrem vor drei Jahren erschienenen Debütalbum „Ison“ – Erfahrungen von Leid, Enttäuschungen und Verlusten den Hintergrund ihrer 14 neuen Songs, im Vordergrund steht aber ganz bewusst die Überwindung dieser negativen Gefühle, der Versuch, sie in Stärke zu transformieren. Die 33-jährige ehemalige Basketball-Nationalspielerin und nunmehr höchst kreative Singersongwriterin, Produzentin und Filmemacherin bezeichnet dieses Album als eine Art Brief an sich selbst, als ihre ganz persönliche Bibel, mit der Aufforderung, eben nicht in Depressionen zu verfallen, sondern auf das Leben, die Liebe und auf sich selbst als Mensch zu vertrauen.
Vergiftete Wahrheit
Packender Umweltthriller und psychologische Charakterstudie - "Vergiftete Wahrheit" ist beides in einem und hält die Spannung bis zum Schluss hoch. Ein Kunststück, das nur wenige Filmemacher wie Todd Haynes schaffen. In der Hauptrolle als Anwalt, kaum wieder zu erkennen, Mark Ruffalo.
V#35 – neue Ausgabe der Vorarlberger Zeitschrift für Literatur: „Stechuhr und Babydoll“
Neugierig macht er, der Titel, unter dem die neu erschienene V#35 literarische Beiträge zur Vorarlberger Industriegeschichte versammelt. Ausgangspunkt dafür war die Debatte über ein Industriemuseum in Vorarlberg, zu der die Herausgeberinnen Marie-Rose Rodewald-Cerha und Sabine Benzer einen Beitrag leisten wollten. Beim Centre For Anthropological Research On Museums And Heritage, einer Abteilung der Humboldt-Universität zu Berlin, fanden sie Inspiration für die Umsetzung ihrer Idee. „Dort forschen auch Künstler*innen zu Kulturerbe bzw. wird versucht mittels Kunstprojekten Zugänge zu kulturellem Erbe zu schaffen. Sehr spannend ist das“, antwortet Sabine Benzer auf meine Frage zur Entstehungsgeschichte des Sammelbandes. „Es hat sich also angeboten, Autor*innen um Beiträge zum industriellen Erbe zu bitten. Marie-Rose Rodewald-Cerha hatte darüber hinaus die Idee, das schöne Projekt www.meinindustrie.museum des Vorarlberger Wirtschaftsarchives aufzugreifen, wo die Bevölkerung aufgerufen wird, auszuwählen, was in ein Industriemuseum gehört und das dann auf dieser Homepage einzuspeisen.“
Michael Wollny: mondenkind
Genau 46 Minuten und 38 Sekunden lang ist Michael Wollnys erstes Soloalbum, das entspricht exakt jener Zeitdauer, die der Apollo 11-Astronaut Michael Collins am 20. Juli 1969 bei jeder seiner Umrundungen des Mondes im Raumschiff Columbia ohne jeglichen Blick- oder Funkkontakt zur Erde war, während seine Kollegen Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin die ersten Schritte der Menschheit auf den Erdtrabanten setzten. Die Presse stilisierte Collins damals zum „vermutlich einsamsten Menschen aller Zeiten“, er selbst schilderte seinen damaligen, ausnahmemäßigen Gemütszustand hingegen als „Bewusstheit, Erwartung, Zufriedenheit, Zuversicht, ja beinahe Jubel“. Ähnlich gelagert dürften auch die Erfahrungen des 42-jährigen Pianisten, der die Jazzwelt bislang vor allem mit Alben in Duo- und Trio-Formaten und in Kooperation mit exzellenten europäischen Ausnahmemusikern erobert hatte, bei seiner ersten Soloproduktion gewesen sein.
Mit großem Gestaltungswillen und Tatendrang – Cecilia Bernardini und das Concerto Stella Matutina ehrten Beethoven
Allen Widrigkeiten zum Trotz scheuten die Musikerinnen und Musiker des Concerto Stella Matutina und allen voran Bernhard Lampert keine Mühen und feierten ihr schon vor langer Zeit angesagtes Fest für Beethoven mit einem fulminanten Orchesterkonzert. Zum gemeinsamen Musizieren eingeladen war Cecilia Bernardini. Mit großer Strahlkraft interpretierte die sympathische Musikerin Beethovens Violinkonzert. Ein Abenteuer für das Orchester und die Zuhörenden stellte die Deutung der dritten Symphonie von Ludwig van Beethoven dar, die „Eroica“ erklang mit Thomas Platzgummer am Pult als krönender Höhepunkt.
Was die Musik im Inneren zusammenhält – ALMA spielte in Hittisau auf und erhielt jubelnden Applaus
Das österreichische Ensemble „Alma“ musizierte im Rahmen von Musik in der Pforte im Ritter von Bergmannsaal in Hittisau. Mit dem Programm „frye“ machten Julia Larchertorfer, Evelyn Mair und Matteo Haitzmann (Violine) sowie Johanna Dumfart (Diatonische Harmonika) und Marlene Larcherstorfer am Kontrabass mit feinfühliger Leichtigkeit erlebbar, dass ihre musikalischen Wurzeln in der österreichischen Volksmusik liegen, und zeigten gleichzeitig auf, wohin sie ihre individuelle musikalische Freiheit führt.
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