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Collection for Letzte Kritiken

Zwischen Propaganda und Paranoia – Nikolaus Hagens Buch über die NS-Kulturpolitik in Tirol und Vorarlberg
„Ein neuer Lebenswille ist erstanden, Brauchtum und Kultur wachsen in neuer Blüte, Lebensfreude erwacht, die Jugend blickt in eine neue Zukunft.“ Arthur Lezuo hieß der Mann, der sich im November 1938 so äußerte und damit geradezu beispielhaft auf den Punkt brachte, was das nationalsozialistische Regime auszeichnete: Seine blumige Propaganda stand in einem krassen Missverhältnis zur Realität. Speziell die Kultur wuchs nämlich während der sieben Jahre NS-Herrschaft mitnichten in neuer Blüte, sondern verschwand von Jahr zu Jahr noch mehr hinter der prächtigen Propaganda-Kulisse.
Black Midi: Hellfire
Nie war scheinbares Chaos perfekter strukturiert und bis ins kleinste Detail durchdacht! Nach dem 2019-er Debüt „Schlangenheim“ und dem vor einem Jahr erschienenen grandiosen „Cavalcade“, starten Gitarrist/Pianist/Sänger Geordie Greep, Bassist/Sänger Cameron Picton und Drummer Morgan Simpson nun mit ihrem dritten Album „Hellfire“ – nomen est omen – neuerlich eine allumfassende Attacke auf die Hörgewohnheiten.
Eine Ikone weiblicher Kunst – Gabriele Katz nähert sich in einer Romanbiographie Angelika Kauffmann
Bis Ende Oktober ist im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg die Ausstellung „Eine von uns. Angelika Kauffmann verehrt und vereinnahmt“ zu sehen. In ganz Europa bewundert, gilt sie auch als Vorreiterin des modernen Feminismus und Weltbürgertums. Schon als Kind war Angelika Kauffmann viel unterwegs und wechselte häufig den Wohnsitz. Ihre Londoner Zeit, wo sie in die höchsten Sphären des Kunstbetriebs aufstieg, steht im Mittelpunkt einer Romanbiografie der deutschen Kunsthistorikerin und Autorin Gabriele Katz, die unter dem Titel „Angelika Kauffmann. Eine Ikone weiblicher Kunst“ im Südverlag erschienen ist.
Wenn der Sound aufblüht – Soundblossom Festival verbindet Bregenz mit Kreta
Ein neues Festivalformat hat an diesem Samstag im Theater Kosmos in Bregenz seine Geburtsstunde gefeiert. Das Soundblossom Festival hat sich vorgenommen, kulturellen Austausch zwischen dem ostmediterranen Raum und der Bodenseeregion zu fördern. Als Auftakt wird nun an drei Tagen Programm präsentiert, das sich heuer im Speziellen mit Musik der Insel Kreta befasst. Gestern hat das Daulute Trio den Reigen eröffnet, Samstag und Sonntag folgen weitere Konzerte und ein Workshop.
Literaturhaus Liechtenstein: Das «Augenmerk» des allgegenwärtigen Wissenschaftlers Hans-Jörg Rheinberger  
Seit seinem Studium zeichnet sich Hans-Jörg Rheinberger durch intellektuelle Neugierde und Offenheit aus, liebt Schnittstellen und Grenzübergänge und wartet mit einem unvoreingenommenen, freien Blick auf Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft auf: So hängte er beispielweise an ein Studium der Philosophie und Linguistik in Tübingen und Berlin ein zweites Studium der Biologie und Chemie an», meinte die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Margrit Vogt, die neu im Liechtensteiner Literaturhaus in der Programmgestaltung mitarbeitet. Sie moderierte die Eröffnung der Herbstsaison mit der ersten Lesung von Hans-Jörg Rheinberger, dem renommierten Wissenschaftler und Literaten, der sein neuestes Buch «Augenmerk» vorstellte.  
Three Thousand Years of Longing
George Miller, der einst „Mad Max“ auf die Leinwand brachte, lässt in seinem jüngsten Film eine schrullige Literaturwissenschaftlerin (Tilda Swinton) in einem Hotelzimmer in Istanbul auf einen Dschinn (Idris Elba) treffen. Der erweist sich als männliche Scheherazade in einem kuriosen Mashup zwischen Märchen, Abenteuer und abgerissenem Psychogramm.
Aktuell in den Filmclubs (2.9. - 8.9. 2022)
Im Hof der Schule Weidach in Bregenz wird diese Woche Open-Air das dank seiner Musik mitreißende Freddie Mercury-Biopic "Bohemian Rhapsody" gezeigt. Im Skino Schaan steht dagegen unter anderem die wendungsreiche Dramödie "El Inconveniente – Vier Wände für Zwei" auf dem Programm.
„Schön, wenn Musik imstande ist, Bilder zu evozieren“ - Mose präsentieren neues Album „puls“ bei vier Konzerten
Die Vorarlberger Band Mose existiert seit mehr als 20 Jahren – also kein Vergleich zu den Rolling Stones, aber dennoch ein nahezu biblisches Alter angesichts der Schnelllebigkeit im populären Musik-Business. Aber Vorsicht, bei Mose ist nichts, wie es vordergründig zu sein scheint: so hat der Bandname absolut nichts mit dem biblischen Helden zu tun, sondern lautete ursprünglich „Moses supposes“ und bezieht sich auf einen alten englischen Nonsense-Reim, der wiederum durch den 1950-er Jahre Musical-Film „Singin‘ in the Rain“ Berühmtheit erlangte. Und mit dem Musik-Business haben die fünf Herren ohnehin nicht viel am Hut, wenngleich ihre Konzerte mittlerweile längst über den Status des Insider-Geheimtipps hinausgehen und Ö1-Tauglichkeit erlangt haben. Thomas Keckeis (Gitarre, Gesang, Bluesharp, Ukulele), Thomas Kuschny (Gitarre, Banjo, Tasten, Snare, Effekte) und Karl Müllner (Bass, Glockenspiel) zählten schon zu den Gründungsmitgliedern der Band, Markus Marte (Perkussion, Tasten, Kalimba, Effekte) ist ebenfalls bereits mehr als 15 Jahren an Bord, und Herbert Walser-Breuß (Trompete, Tuba) freut sich auch schon seit einiger Zeit, neben der Alten Musik im von Nikolaus Harnoncourt gegründeten Concentus Musicus bei Mose auch zeitlos Neues (mit-)produzieren zu können. „Puls“ heißt das zehnte Album der Band, das noch in Vor-Corona-Zeiten an drei Tagen in der Kapelle St. Arbogast aufgenommen wurde und nun in diesem Herbst bei vier Konzerten präsentiert werden soll. Mastermind der Band ist Thomas Kuschny, der die meisten Kompositionen einbringt und auch für die Nachbearbeitung der Aufnahmen zuständig ist.
KUB on Board mit Überraschungsgast Anna Boghiguian
Wer bei der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig die Scuola die San Pasquale besuchte, wo das KUB sein 25-Jahre-Jubiläum feierte, freut sich auf die Herbstausstellung in Bregenz, bei der die Künstlerin Anna Boghiguians ihr monumentales Schachspiel weiterführt. Die erlesene Gelegenheit sie vor der Eröffnung ihrer Einzelausstellung im KUB kennenzulernen, gibt es bei der Ausfahrt mit dem Schiff, das KUB lädt an Bord und zum Gespräch.
Vom vakuumverpackten Felsbrocken bis zur Carving-Schrift – Auf der Versettla findet aktuell das 13. „SilvrettAtelier“ statt
Die wohl außergewöhnlichste „Kunstbiennale“ im Alpenraum hat ihren Sitz in der Bergwelt der Silvretta. Das insgesamt bereits zum dreizehnten Male durchgeführte „SilvrettAtelier“ findet derzeit zum vierten Mal auf der Versettla in Gaschurn statt. Im Rahmen dieses Kunstsymposiums setzen sich noch bis 3. September acht renommierte nationale und internationale Kunstschaffende sowie ein Künstlerpaar mit verschiedensten Stil- und Ausdrucksformen mit den besonderen Gegebenheiten der hochalpinen Szenerie auseinander.
Quo vadis Russland? Carola Schneider im Kulturraum Lingenau
Am 25. Aug. 2022 war Carola Schneider, langjährige ORF Korrespondentin in Moskau, auf Einladung des Kulturforums Bregenzerwald Gast im Kulturraum Lingenau und berichtete über die aktuelle politische Situation. Nach der Begrüßung der vielen Besucher:innen durch den neuen Obmann Christian Troy moderierte dessen Vorgänger Kurt Bereuter den Vortrag und das Gespräch mit der Referentin.
Sternstunden in Schwarzenberg
Einen ganz kurzen Moment der Enttäuschung gab es vor dem Konzert mit Renaud Capucon (Violine) und David Fray (Klavier) am Samstag Nachmittag bei der Schubertiade Schwarzenberg: Programmänderung! Franz Schuberts grossartige C-Dur Fantasie D 934 wird ersetzt durch Robert Schumanns a-moll Sonate. Die natürlich ebenso grossartig ist. Insider allerdings schmunzeln bei dieser Änderung, denn sie wissen ganz genau, dass man das Publikum mit Schumanns virtuoser und energiegeladener Sonate mindestens genauso gut überzeugen kann wie mit der Schubert-Fantasie, die aber sehr unangenehm liegt und daher bei Geigern gefürchtet ist. Wahrscheinlich gibt es aber ganz andere Gründe für die neue Programmzusammenstellung.
Vaduz Classic Festival: From Mozart with love
Das 5. Vaduz Classic Festival ist zu Ende. Zu den vier Konzerten des viertägigen Festivals kamen insgesamt an die 3.300 Besucherinnen und Besucher, wie die Organisatoren berichteten. Das Highlight des letzten Tages war die Welturaufführung der «Kantate für Fürst Alois I. von Liechtenstein», KV Anh. 242.», ein Werk, das Wolfgang Amadeus Mozart zugeschrieben wird. Gespielt hat das Liechtensteiner Sinfonieorchester SOL unter der Leitung von Heinz Prammer, gesungen haben die Sopranistin Slávka Zámecniková, der Tenor Mario Zeffiri und der Philharmonia Chor Wien. Das Werk dauerte knapp 20 Minuten und erinnerte sehr an die Musik von Mozart.
Gustav Mahlers Lied von der Erde bei der Schubertiade
Ein ungewöhnliches Konzert fand am Donnerstagabend im Rahmen der Schubertiade Schwarzenberg statt. Kein Schubert weit und breit, keine Pause und nach etwas über einer Stunde war alles bereits wieder vorbei. Auf dem Programm stand "Das Lied von der Erde", ein sechsteiliger Zyklus für zwei Stimmen und großes Orchester von Gustav Mahler. In Schwarzenberg hörte man Mahlers eigene Fassung für Klavier, Tenor und Mezzosopran.
Vier Jahrzehnte mit Schubert
Der Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky steht eigentlich nicht auf der Top-Ten-Liste der Schubertiade. Fehl am Platz ist er aber ganz und gar nicht. In seinem Zyklus "Die Jahreszeiten" zeigt er sich als Meister der kleinen Form und einer schlichten Klangsprache. Diese Musik kann man durchaus so spielen wie Schubert. So geschehen am Mittwoch beim Klavierabend von Christian Zacharias.
Out now!
Die September-Ausgabe der KULTUR ist soeben erschienen und enthält unter anderem folgende Themen:
Jonas Kaufmann beim Vaduz Classic Festival – eine Sternstunde
Das diesjährige Vaduz Classic Festival erlebte mit dem Eröffnungskonzert am Donnerstag einen höchstkarätigen Auftakt – mehr geht nicht! Das Programm war mit ausgesuchten Arien aus Oper und Operette klug aufgebaut, das Sinfonieorchester Liechtenstein SOL spielte unter der Leitung von Jochen Rieder absolut souverän und Jonas Kaufmann bewies einmal mehr, dass er den Titel «Star-Tenor» zu Recht trägt. Die Duette sang er mit der erstklassigen Sopranistin Rachel Willis-Sørensen, und da beide mit viel komödiantischem Talent ans Werk gingen, wurden die Arien zu kleinen Schauspiel-Szenen und das Konzert zum höchst vergnüglichen Abend.
Last Film Show - Das Licht, aus dem die Träume sind
Wenn es um das Kino im Kino, zumal als verklärte Kindheitserinnerung geht, dann ist der magische Realismus nicht weit. Der indische Filmemacher Pan Nalin erzählt autobiographisch angehaucht von einem Jungen, der sich seine eigene Welt aus Licht und Träumen baut. Eine Ode an den Film, die den kindlichen Blick kaum je verlässt.
Aktuell in den Filmclubs (26.8. - 1.9. 2022)
Der FKC Dornbirn zeigt diese Woche den österreichischen Dokumentarfilm „Stories from the Sea", in dem Jola Wieczorek vier Frauen auf dem Mittelmeer begleitet. Beim Filmforum Bregenz brillieren dagegen Altstar Gérard Depardieu und Newcomerin Déborah Lukumuena in der Dramödie „Robuste".
Plat(t)form 2022 im Fotomuseum Winterthur
Nach zwei Jahren Pause kann dieses Jahr in Winterthur wieder die Plat(t)form – eine Portfolie-Viewing-Veranstaltung, die es sich zum Ziel macht, Nachwuchstalente in der Fotografie zu präsentieren und neue Tendenzen in diesem Bereich aufzuzeigen – besucht werden. 42 ausgewählte internationale Fotograf:innen und Künstler:innen stellen ihre Arbeit dem Publikum als auch einem Team von Expert:innen vor und es besteht die Möglichkeit, persönlich ins Gespräch zu kommen.
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