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Collection for Letzte Kritiken

Plat(t)form 2022 im Fotomuseum Winterthur
Nach zwei Jahren Pause kann dieses Jahr in Winterthur wieder die Plat(t)form – eine Portfolie-Viewing-Veranstaltung, die es sich zum Ziel macht, Nachwuchstalente in der Fotografie zu präsentieren und neue Tendenzen in diesem Bereich aufzuzeigen – besucht werden. 42 ausgewählte internationale Fotograf:innen und Künstler:innen stellen ihre Arbeit dem Publikum als auch einem Team von Expert:innen vor und es besteht die Möglichkeit, persönlich ins Gespräch zu kommen.
Emotionale Zwiespältigkeit mit voller Kraft ausgelotet – das Symphonieorchester Vorarlberg und Leo McFall lösten bei den Bregenzer Festspielen Jubelstürme aus
Mit einer geistreichen Werkauswahl und mitreißenden Interpretationen beendete das Symphonieorchester Vorarlberg den Reigen der Orchesterkonzerte bei den diesjährigen Bregenzer Festspielen. Leo McFall dirigierte mit großem emotionalem Einsatz. Dieser übertrug sich auf das Orchester, sodass nicht nur eine wuchtige und zugleich tiefsinnige Werkdeutung der fünften Symphonie von Peter I. Tschaikowsky, sondern auch das filigran gezeichnete Tombeau „Chant funèbre" von Igor Strawinsky zu erleben war. Die Violinistin Alina Pogostkina unterstrich mit ihrer feinen Musizierhaltung den lyrischen Charakter des ersten Violinkonzertes von Sergej Prokofjew.
Traurige Leichtigkeit, Seelengefieder und schwarze Galle – „Melencolia" von Brigitta Muntendorf und Moritz Lobeck als buntes Konglomerat erlebt
Im Auftrag der Bregenzer Festspiele schufen die deutsche Komponistin Brigitta Muntendorf und der Dramaturg Moritz Lobeck für die Werkstattbühne eine musiktheatralische Show, in der sie sich kreativ, bunt und künstlerisch vielfältig der Melancholie annäherten. Bewegte, reale, digitale und hybride Bilderwelten boten die Grundlage für eine farbig vermengte Musik. Optische Wahrnehmungsebenen und heterogene musikalische Klangfelder wurden collageartig zueinander in Beziehung gestellt und konnten aus unterschiedlichen Wahrnehmungsperspektiven betrachtet werden. Das machte die in sieben Teilen angelegte Show kurzweilig, jedoch mitunter auch beliebig. Erst allmählich wurden die musikalischen, optischen und inhaltlichen Bezugsfelder gebündelt und entwickelten in den mittleren Abschnitten eine starke Sogwirkung.
Ein Spiegelbild unserer Zeit – UNPOP spielt „Antigone. Ein Requiem“ von Thomas Köck
Der Wettergott hat es gut gemeint, als gestern Abend, nach sturzflutartigen Regenfällen, ab 20 Uhr kein Tropfen mehr fiel und die Premiere von „Antigone. Ein Requiem“ von Thomas Köck im Dornbirner Kulturhauspark über die Bühne gehen und gefeiert werden konnte. Das Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung, kurz UNPOP, hatte die richtigen Berater und ihr Optimismus wurde belohnt. Schließlich passt diese Geschichte auch perfekt in diese Arena, die in ihrer Form an das antike griechische Theater erinnert, in dem meist politische Themen verhandelt wurden.
Der Gesang der Flusskrebse
Ein Mord in den 60er Jahren im Bayou im Süden der USA. Verdächtigt wird eine junge Frau, die alle „Marsh Girl" nennen. Die Verfilmung eines New-York-Times-Bestellers hat mit dem Weichzeichner viele Konturen verwischt. Aber die großen Linien des Romans über die Erfahrungen einer Außenseiterin sind dennoch deutlich erkennbar.
Aktuell in den Filmclubs (19.8. - 25.8. 2022)
Im Filmforum Bregenz gibt es diese Woche im Dokumentarfilm "Alpenland" Momentaufnahmen von sechs Lebensräumen in den Alpen. Beim Open-Air auf dem Marktplatz Rankweil sorgt der Eberhofer-Krimi "Kaiserschmarrndrama" für unbeschwerte Unterhaltung.
„Armida“ beim Opernstudio der Festspiele: Nur Haydns Musik konnte diesen Abend retten
Eigentlich sollte diese bekannteste Oper von Joseph Haydn nicht „Armida“ heißen, sondern „Rinaldo“ wie ihr Geliebter, dieser ewige Zauderer, der sich volle zwei Stunden lang nicht entscheiden kann zwischen Liebe und Pflichterfüllung. Dieses Manko an greifbarer Handlung beschert am Montag bei der Premiere des Opernstudios der Festspiele dem Publikum im ausverkauften Kornmarkttheater doch gewisse Längen, die Regisseur Jörg Lichtenstein durch einen mehr oder weniger originellen zeitgeistigen Aufputz wettzumachen versucht hat.
Mit Klangsinn und musikalischer Entschlusskraft – Jubel und Standing Ovations für die Musiker:innen der Orchesterakademie und Daniel Cohen
Einen kraftvolleren Anfang für die neu initiierte Orchesterakademie im Rahmen der Bregenzer Festspiele ist kaum denkbar. Unter der Leitung von Daniel Cohen brachten 85 junge Erwachsene drei Teile aus Herbert Willis Orchesterwerk „Dsong“ zur Uraufführung. Die mit dieser Werkdeutung entstandene Energie und das feinsinnige Gespür für die Klangbalance führten die voll motivierten Musiker:innen weiter in die fünfte Symphonie von Dmitri Schostakowitsch. Als Kontrapunkt musizierte die Trompeterin Selina Ott Haydns berühmtes Trompetenkonzert und beeindruckte mit ihrer feinsinnigen und eleganten Spielart.
Nope
Die Ranch einer afroamerikanischen Familie wird eines Tages von einem UFO heimgesucht. Da heißt es, Stellung beziehen. Aber wozu genau? Der neue Film von Horror-Regie-Star Jordan Peele lässt einen etwas ratlos zurück.
Aktuell in den Filmclubs (12.8. - 18.8. 2022)
FKC Dornbirn und Filmforum Bregenz zeigen diese Woche Sabine Derflingers Dokumentarfilm „Alice Schwarzer". Einen schonungslosen Blick auf die Ränder der US-Gesellschaft bietet Bastian Günthers Spielfilm „One of These Days", der beim Filmforum Bregenz auf dem Programm steht.
Oberflächliche „Wohlfühlmusik“ bei den Bregenzer Festspielen – die einen tauchten begeistert ein, die anderen wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt
Mit der Komponistin und Musikerin Éna Brennan gehen die Bregenzer Festspiele in die dritte Runde des Opernateliers. Nach den Opern „To the lighthouse“ von Zesses Seglias und „Wind“ von Alexander Moosbrugger soll das neue Werk in zwei Jahren zur Uraufführung gelangen. Gemeinsam mit dem Regisseur David Pountney und dem bildenden Künstler Hugo Canoilas arbeitet die aus Belgien stammende und in Dublin lebende Künstlerin an einem neuen Opernprojekt. Éna Brennan kuratierte eine Werkauswahl, die ihre musikalischen Präferenzen aufzeigte. Die minimalistisch angelegten Kompositionen, Soundtracks aus Filmen sowie Bearbeitungen elektronischer Musiknummern entfalteten Michal Majersky, Anita Martinek (Violine), Guy Speyers (Viola) und Detlef Mielke (Violoncello), am Vibraphon musizierte Hermann März.
Russisches Gemälde mit breitem Pinsel – Russland pur im dritten Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker mit Marie Jacquot und Kian Soltani
Während Veranstalter mehrerer europäischer Länder in vorauseilendem Gehorsam russische Komponisten aus ihren Programmen eliminieren, bleiben die Bregenzer Festspiele gelassen und präsentierten im dritten Orchesterkonzert am Montag, den 8. August ein rein russisches Programm. Allen Beteiligten ist klar, dass Tschaikowsky, Schostakowitsch und Rimsky-Korsakoff mit Vladimir Putins Politik rein gar nichts zu tun haben. Unter der Leitung der französischen Dirigentin Marie Jacquot zeigten sich die Wiener Symphoniker in Bestform.
... und nochmals 13 sehr spezielle Konzerte an zwei Tagen – die Jubiläumsedition der Bezau Beatz war auf der ganzen Linie erfolgreich; Teil 2
Hätten die vier hervorragenden Konzerte am Eröffnungstag mit Glotze, Skylla, Bon Bon Flamme und einer Solo-Performance des Schlagzeugers Christian Lillinger andernorts für ein gesamtes Festival-Programm gereicht, so ging es bei den Bezau Beatz am zweiten Tag erst so richtig los. Und wie Festival-Macher Alfred Vogel immer betont: Man kann natürlich auch einzelne Konzerte besuchen, aber die volle Wirkung entfaltet sich erst so richtig, wenn man sich die ganze Ladung gibt. Der berühmte Spruch, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile, bewahrheitet sich hier sogar in ganz besonderem Maße.
Außergewöhnliche musikalische Eindrücke en masse – die Jubiläumsedition zum 15. Geburtstag der Bezau Beatz begeisterte, Teil 1
Beginnen wir mit dem Ende: Zwar stünde am Sonntagmorgen noch ein Frühschoppen mit dem Quartett des portugiesischen Saxophonisten João Pedro Brandão auf dem Programm, aber nach den letzten Klängen des englischen Trios Vula Viel Samstag nachts um halb zwölf waren dann die musikalischen Aufnahmespeicher des Rezensenten doch voll. Die rund zwanzig Stunden dauernden siebzehn Konzerte glichen einem Sprung in einen unglaublich erfrischenden, mit unzähligen musikalischen Konzepten und Ideen gefüllten Pool, aus dem man nach drei Tagen wieder auftaucht – erfüllt von einer unglaublichen Menge an Eindrücken, Überraschungen und neuen Erkenntnissen, die von der Menge her eigentlich für ein ganzes Jahr reichen würden. Die Bezau Beatz sind nun schon seit 15 Jahren DER alljährliche Jungbrunnen für die Fans qualitativ hochwertiger Musik jenseits von Genregrenzen und kommerziellen Überlegungen, jedes Jahr neu befüllt von einem, der sich weder um Quoten noch um Charts noch um die schnelle, große Kohle kümmert: von Alfred Vogel, der selbst Musiker ist, sein Programm – so schwülstig diese Formulierung auch klingen mag – mit Herzblut schreibt und es versteht, viele in der Bregenzerwälder Gemeinde für dieses aus dem gewöhnlichen Festivalreigen weit über die Region hinaus hervorstechenden Festival immer wieder als Mitarbeiter:innen, Unterstützer:innen und Sponsor:innen zu gewinnen.
Wenn man genau hinhört, wird’s interessant – der Wiener Concert-Verein unter der Leitung von Thomas Gertner holte neue Musik vor den Vorhang
Einen abwechslungsreichen Konzertabend bescherte der Wiener Concert-Verein den zahlreich erschienen Besucher:innen im Rahmen von Zeitklang im Museum II. Gut vorbereitet und motiviert musizierte das Streichorchester unter der Leitung von Thomas Gertner. Unter anderem drei Uraufführungen von Michael Amann, Johanna Doderer und Thomas Thurnher sowie Kompositionen von Christian Diendorfer und Gerald Resch brachten vielseitige musikalischen Ausdrucksformen und spannende Werkdeutungen ein, von romantisch konzipierten Werken bis hin zu Kompositionen, die Ton und Geräusch gleichberechtigt nebeneinander in Szene setzten.
Schloss-Festspiele Werdenberg: Die listigen Weiber und der eitle Playboy Falstaff
Bei der Werdenberger Schloss-Festspielen setzte Regisseur Matthias Harre mit seiner Version von Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ ganz auf Volkstheater – alles ist Spaß, eine Gaudi, nichts ist ernst zu nehmen – alle wollen doch nur spielen – Theater spielen. Er überarbeitete das Libretto, modernisierte die Texte, straffte die Musik, ließ die Komödie auf einem Campingplatz stattfinden, funktionierte die Sprechrolle des Wirts zu einem Erzähler um, der das Geschehen auf der Bühne für das Publikum kommentierte, was Dominik Roeske sicht- und hörbar Spaß machte. Zuschauerinnen und Zuschauer dankten bei der Premiere mit donnerndem Applaus und Standing Ovations.
Bullet Train
Ein japanischer Schnellzug wird zum Treffpunkt verschiedenster Auftragsmörder. Brad Pitt ist darunter selbstverständlich der Gute, Sandra Bullock steht ihm als Stimme im Ohrknopf bei. Wer auf variantenreiche Kampf-Choreographien ohne störenden Inhalt steht, wird hier gut bedient.
Aktuell in den Filmclubs (5.8. - 11.8. 2022)
Das TaSKino Feldkirch zeigt diese Woche mit "Competencia official - Der beste Film aller Zeiten" eine bissige Satire auf Filmregisseure und Schauspieler:innen. Beim Filmforum Bregenz steht mit "Navalny" ein spannender Dokumentarfilm über den russischen Oppositionellen auf dem Programm.
Die Gletscher packen ihre Koffer – Kunstforum Montafon thematisiert das Schmelzen und Schwinden des Eises
Der Rückzug der Gletscher und das Abschmelzen von Schnee und Eis zählen zu den sichtbarsten Mahnmalen des Klimawandels und der Erderwärmung. Das Kunstforum Montafon (KFM) nähert sich diesem wichtigen Thema im Rahmen der Ausstellung „Vom Schmelzen und Schwinden“ mit teils beeindruckenden Werken von zwölf Kunstschaffenden. Die Schau visualisiert mit unterschiedlichsten Techniken den teils verheerenden Zustand der Gletscher und wartet neben guten Kunstwerken auch mit etlichen Denkanstößen auf.
Ex-Direktor des KUB Eckhard Schneider †
Eckhard Schneider, der als zweiter Direktor nach Edelbert Köb das Kunsthaus Bregenz (KUB) von 2000 bis 2008 leitete, ist nach längerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben, wie das KUB via Aussendung bekannt gibt. Der gebürtige Deutsche zeichnete für insgesamt 44 Ausstellungen, von denen die meisten eigens für das KUB produziert wurden, verantwortlich. Mit seinem Programm setzte er die Arbeit von Vorgänger Köb fort und hob das Kunsthaus Bregenz auf einen neuen Standard internationaler Bedeutung.
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