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Collection for Letzte Kritiken

Aktuell in den Filmclubs (31.8. - 6.9. 2009)
Klangzauberin mit Geige, Schicksal einer Füchsin und ins Wanken geratende Glückseligkeit waren mit dem Symphonieorchester Vorarlberg zu erleben
Zum Abschluss der diesjährigen Bregenzer Festspiele konzertierte das Symphonieorchester Vorarlberg und überzeugte nicht nur mit einer durchdachten Werkauswahl, sondern auch durch die vielgestaltigen Interpretationen. Am Pult stand der ausdrucksstark agierende Chefdirigent Gérard Korsten. Die charismatische Patricia Kopatchinskaja wurde als Solistin des zweiten Violinkonzertes von Karol Szymanowski bejubelt. Viel Zustimmung erhielt auch die Mezzosopranistin Katarina Karnéus, die „Des Hafis Liebeslieder“ sang.
Aktuell in den Filmclubs (24.8. - 30.8. 2009)
Drehen erzeugt Sog - „Lola – Der blaue Engel“ feierte am 19. August seine Uraufführung bei den Bregenzer Festspielen in einer Koproduktion mit dem Theater in der Josefstadt, Wien.
Heinrich Mann, der Bruder des wesentlich berühmteren Thomas Mann schrieb 1904 seinen Roman „Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen“, der 25 Jahre später von Josef von Sternberg mit der damals noch unbekannten Marlene Dietrich unter dem Titel „Der blaue Engel“ verfilmt wurde und sowohl Mann als auch die Dietrich zu Weltruhm verhalf. Die Geschichte eines verkrusteten Professors, der über Jahrzehnte seine Schüler tyrannisiert, von Lola verführt und von der Gesellschaft ausgeschlossen und zum lächerlichen Clown degradiert wird, ist auch ein bisschen die eigene Geschichte von Heinrich Mann. Sein Leben lang hat er sich zu „moralisch zwielichtigen“ Schauspielerinnen hingezogen gefühlt und mit Nelly Kröger auch eine dieser Frauen gegen den Willen seiner Familie geheiratet.
24. Alpinale - Kurzfilmfestival Nenzing
Unter der neuen Leitung von Manuela Mylonas und Cornelia Müller hat sich bei der Alpinale einiges geändert. Neben der konsequenten Positionierung als Kurzfilmfestival fiel auch der festlichere und professionellere Ablauf des Abendprogramms auf. Nichts auszusetzen gibt es auch an den preisgekrönten Filmen, einige Probleme hat das Festival aber noch.
Aktuell in den Filmclubs (17.8. - 23.8. 2009)
Und der himmel weinte dazu – „Liebesdienste“ gespielt vom theater_sub_text in Koproduktion mit Kunst aus der Zeit und Seelax
Gestern erlebte das Freudenhaus Bregenz einen Theaterabend der ganz besonderen Art. Einen Theaterabend, der erschütterte, der lachen ließ, der berührte, der zornig machte und auch wieder versöhnte. Einen Theaterabend zum Thema Sexarbeit in und um Vorarlberg, gespielt in Ländles einzigem Freudenhaus, dem Kulturtempel am Bregenzer Seeufer.
Judiths abenteuerliche Reise mit dem wunderlichen Znirp - Kinder- und Musiktheater vom Feinsten bei den Bregenzer Festspielen
Nachdem die Erwachsenen gut bedient werden, realisierten die Bregenzer Festspiele im Rahmen des Jugendprogrammes das Tanzstück „bachianas brasileiras“ mit Musik von Heitor Villa-Lobos. Damit begeisterten sie nicht nur die jungen BesucherInnen, sondern auch die Erwachsenen. Auf mehreren Ebenen wurden die Träume von Judith erzählt, die mit ihrem Znirp auf eine Reise nach Brasilien geht und dort allerhand Lustiges und Skurriles erlebt.
Spielt weiter und werdet berühmt! - Begeisterndes Abschlusskonzert des Streichorchestercamps von „Musik in der Pforte“ mit Alexandra Ruth Rappitsch
„Musik in der Pforte“ ist längst mehr als eine Abonnementkonzertreihe. Erstmals wurde in der vergangenen Woche ein Streichorchestercamp für Kinder und Jugendliche angeboten. Als Kursleiterin war die sehr erfolgreiche Violinpädagogin Alexandra Ruth Rappitsch eingeladen, die eine Woche lang mit den jungen MusikerInnen ein abwechslungsreiches und niveauvolles Konzertprogramm einstudierte. In der Zimmerei Nenning in Hittisau präsentierte sich das Streichorchester und versetzte die zahlreichen KonzertbesucherInnen ins Staunen.
Kompositionen vom Dirigentenpult aus formen - das erstmals angebotene Dirigentenforum ist eine Bereicherung der Programmvielfalt bei den Bregenzer Festspielen
Die Kuratorin Laura Berman initiierte im Rahmen des KAZ-Programmes ein Dirigentenforum mit dem Ensembleleiter und Komponisten Johannes Kalitzke. Eingeladen wurden Stipendiaten des Deutschen Musikrates, darunter auch der hierzulande bestens bekannte Markus Landerer. Zum Abschlusskonzert des Workshops kamen zahlreiche ZuhörerInnen ins Seestudio und erlebten dort das Engagement der Dirigenten Andreas Hotz, Daniel Huppert, Markus Landerer und Christian Schumann und des „Österreichischen Ensembles für Neue Musik“. Alle Werkdeutungen wirkten stringent durchdacht und gut einstudiert.
Aktuell in den Filmclubs (10.8. - 16.8. 2009)
Die Sehnsucht nach dem Wohlklang leben - stimmungsvolles Porträtkonzert zu Ehren von Richard Dünser bei „Kunst aus der Zeit“
Viele ZuhörerInnen fanden sich zum Porträtkonzert von Richard Dünser auf der Werkstattbühne ein, denn bei den Bregenzer Festspielen wurde der 50. Geburtstag des Komponisten gefeiert. Auf dem Programm standen drei Kammermusikwerke, die ihren Weg in die Konzertprogramme längst gefunden haben, sowie die Uraufführung eines Doppelkonzertes für Violine, Klavier und Kammerorchester. Es musizierte der Wiener Konzertverein, die Stimmung war gut und die MusikerInnen hervorragend. Allerdings warf das neueste Werk des allseits geschätzten Komponisten auch Fragen auf.
Im Bann der musikalischen Sinnesreize - Kirill Petrenko und Emanuel Ax wirkten mit ihrer ganzen Strahlkraft
Kirill Petrenko stand beim zweiten Orchesterkonzert der Bregenzer Festspiele am Pult der Wiener Symphoniker. Das Programm war zugeschnitten auf Karol Szymanowski und umkreiste die beiden für ihn bedeutenden Komponisten Frédéric Chopin und Alexander Skrjabin. Die Klavierparts beseelte der amerikanische Pianist Emanuel Ax, und Kirill Petrenko begeisterte aufs Neue. Er ist ein Klangmagier, wie kaum ein anderer. Den absoluten Höhepunkt erreichte das Konzert im letzten Akkord, der mit seinem energiegeladenen Innenleben im Saal erstrahlte.
Sonic Youth: the eternal
Im 28. Jahr ihres Bestehens veröffentlichen Sonic Youth nun nach 16 Jahren im Major Label-Business ihr 17. Studioalbum erstmals wieder bei einem Indie-Label, und für viele Fans und Kritiker ist „the eternal“ ein ganz großer Wurf.
Archaisch und klangsinnlich - „König Roger“ spricht alle Sinne an
Die Hausoper „König Roger“ von Karol Szymanowski bei den Bregenzer Festspielen ist eine Entdeckung der besonderen Art. Eigentlich besitzt das Werk alles was ein fesselndes musikalisches Kunstwerk auszeichnet. Es ist keine Oper im eigentlichen Sinn, sondern zugleich Oratorium und Mysterienspiel. Inhaltlich kreist das Werk um die dionysischen und apollinischen Prinzipien, um emotionale und rationale Weltsichten sowie um den Konflikt zwischen dem Christentum und der naturphilosophischen Mystik.
„Zeitleer, die Waben der Uhr“ - Birtwistle vertonte Paul Celan und das „Österreichische Ensemble für Neue Musik“ bot eine intensive Werkdeutung
Ergänzend zu den Opern von Harrison Birtwistle, die im Rahmen von KAZ bei den Bregenzer Festspielen gezeigt wurden, interpretierte das „Österreichische Ensemble für Neue Musik“ (oenm) unter der Leitung von Johannes Kalitzke den Liederzyklus „Pulse shadows“ von Birtwistle. Salome Kammer sang den Sopranpart der zugrunde liegenden expressiven Texte von Paul Celan. Erstmals fand ein KAZ-Konzert im Seestudio des Festspielhauses statt. Der Raum erwies sich im Hinblick auf die Akustik und das Ambiente als sehr geeignet für Kammerkonzerte dieser Art.
„Eines Schatten Schattenspiel“ - Orpheus und Eurydike im Lichte von Harrison Birtwistle lenkten den Blick auf viele Betrachtungsebenen
Orpheus und Eurydike haben schon viele Künstler und Komponisten inspiriert. Auch einige Werke von Harrison Birtwistle spiegeln das Interesse des britischen Komponisten an diesem antiken Mythos wider. In der Kammeroper „The Corridor“ dehnt er einesteils jenen Augenblick, in dem Orpheus im Reich der Toten zu Eurydike zurück blickt und sie für immer verliert, auf ein einstündiges Werk. In „Semper Dowland“ huldigt er den Renaissancekomponisten John Dowland, indem er dessen "Lachrimae Pavanen" für sich verwendet. Im Rahmen der „Kunst aus der Zeit“ wurden Birtwistles Kammeropern erstmals in Österreich gezeigt. Das Publikum reagierte begeistert.
Aktuell in den Filmclubs (3.8. - 9.8. 2009)
Sinn & Sinnlichkeit hautnah erfahrbar gemacht - Das erste Orchesterkonzert im Rahmen der Bregenzer Festspiele wurde zu einem frenetisch gefeierten Ereignis
Im ersten Orchesterkonzert der diesjährigen Bregenzer Festspiele erlebte das Publikum die dem Festival zugrunde gelegten Leitgedanken „Sinn & Sinnlichkeit“ überaus imposant mit. Die Wiener Symphoniker musizierten unter der Leitung von Paul Daniel das „Stabat Mater“, op. 53 und die dritte Sinfonie, „Das Lied von der Nacht“ von Karol Szymanowski. Eine faszinierende Begegnung ermöglichte Martin Fröst. Er interpretierte auf der Bassetklarinette Mozarts berühmtes Klarinettenkonzert auf bisher ungehörte Art und Weise und riss damit die KonzertbesucherInnen von den Sitzen.
„Die Bisse ins Gewissen sind beschissen“ - Benedict Masons Musiktheater begann vielversprechend und verlor sich in Plattheiten
Im Auftrag der Bregenzer Festspiele komponierte der englische Komponist Benedict Mason das musiktheatralische Werk mit dem unsäglichen Titel „Da hleeo durum daree durum dittm da herum“. Darin beschäftigte er sich mit der Internationalisierung unserer Gesellschaft und mit dem musikalischen Erbe und den Möglichkeiten dieses an andere Orte zu transferieren. Es entstand eine teilweise poesievolle und bewegungsreiche Performance, die auf der Werkstattbühne gezeigt wurde. Die mitwirkenden, teilweise auch aus Vorarlberg stammenden KünstlerInnen setzten eigene Akzente. Allerdings hielt sich die Spannung nicht bis zum Schluss. Einige Anspielungen und Querverweise bedienten allzu gängige Klischees und Masons Musik mangelte es vor allem in den Schlusspassagen an Kraft.
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